A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Gut Owstin

Das Gut Owstin gibt es seit 1353. Es liegt im gleichnamigen Ort, nahe der Peene und Gützkow. Es ist wenig bekannt darüber, aber es ereilte wohl wie viele alte Güter in Mecklenburg-Vorpommern das Schicksal des Verfalls. Seit 2001 wird es wieder bewirtschaftet und die Gebäude werden eines nach dem anderen saniert. Angefangen haben die neuen Besitzer mit einer Straußenzucht, die inzwischen um einige Wasserbüffel erweitert wurde. Im gutseigenen Shop werden die Erzeugnisse rund um Strauß, Wasserbüffel und Wild angeboten. Neben Fleisch u.a. auch Wurst, Suppen und Straußeneier für Dekozwecke.
Der Betrieb wird Bio bewirtschaftet und die Tiere haben mehr als ausreichenden Auslauf. Sie fühlen sich wohl, was man ihnen anmerkt. Wir besuchten das Gut Ende April. Die Straußenhähne waren mit der Balz beschäftigt, die Halbwüchsigen übten schon mal fleißig. Die Balz reicht bis in den August hinein und ist ein aufregendes Schauspiel. Selbst die Geräusche, die durch das Bewegen der Federn entstehen, sind schon erlebenswert. Allein die Größe der Tiere flößt Respekt ein. Das muss man erleben.

Die Eier werden dann in Brutkästen bebrütet und die kleinen Strauße liebevoll aufgezogen.

Zum Liebhaben

Die Wasserbüffel haben einen kleinen Teich, in dem sie sich abkühlen und baden können. In einem großen Stall finden sie eine geschützte Unterkunft. Bei unserem Besuch konnten wir ein Büffelkalb bestaunen. Es wird von den Alttieren ständig beschützt. Ein paar Tiere waren neugierig und kamen sogar etwas dichter. Die Milch der Wasserbüffel wird nicht genutzt, z.B. zur Käseherstellung, denn die steht nur für die Aufzucht der Jungen zur Verfügung.

Wasserbüffel

Das Gut Owstin hat aber noch mehr zu bieten. Eine hübsche Hühnerrasse sowie Pfauen laufen frei über das Gelände. Es macht Spaß, ihnen bei ihren Spaziergängen zuzusehen. Ein bewohntes Storchennest gibt es auch.

Pfauen

Bis vor Kurzen war das Gut für Jedermann frei zugänglich. Nachdem es aber mit einigen Besuchern, vor allem durch Kinder, einigen Ärger gab, weil die Tiere beunruhigt wurden oder sogar auf Maschinen herumgeklettert wurde, zog der Besitzer die Notbremse. Jetzt kann der Hof nur noch besichtigt werden, wenn man sich im Shop anmeldet und idealerweise etwas kauft. Wir entschieden uns für Straußengulasch, Straußenhals und eine Büffelsalami. Die Produkte sind nicht ganz billig, aber jeden Cent wert. Es schmeckt einfach nur lecker und das Fleisch ist gesund und sehr mager.

Die Tiere werden direkt auf dem Hof stressfrei geschlachtet und verarbeitet. Leider konnte der Besitzer noch Niemanden finden, der die Straußenhäute verarbeitet. Wir finden das sehr schade, weil Straußenleder sehr dekorativ ist. Da ließe sich sicher viel damit anstellen.

Wer sich etwas mehr mit dem Gut Owstin beschäftigen möchte, dem steht eine Ferienwohnung zur Verfügung. Wir können das Gut Owstin nur für einen Besuch empfehlen. Leider liegen die Öffnungszeiten des Shops in Zeiten, in denen die meisten Leute arbeiten müssen.

Abstecher zur Peene

Wer dann noch etwas Zeit hat, sollte auf die andere Seite der L263 fahren. Durch das Dorf Pentin erreicht man den Naturpark Peenetal. Am Ende der Straße kann das Auto abgestellt werden. Dann führt ein Fußweg durch eine naturbelassene Landschaft mit viel Wasser und „Dschungel“. Wir konnten neben Schwänen und einem Rotmilan sogar einen Rehbock beobachten. Am Ufer der Peene stehen ein paar alte Bootshäuser, ein Picknickplatz lädt zum Verweilen ein. Der kann auch für Bootswanderer genutzt werden. Wer also pure Natur erleben will, ist dort genau richtig.

Das Werk eines Bibers

Pure Freude

Vor zwei Jahren sichteten wir unsere erste Ringelnatter auf dem Grundstück, was wir dem Teich auf dem Nachbargrundstück zu verdanken haben. Leider hat es bisher nicht geklappt, Fotos von der Schlange zu machen.
Gestern, genau zu meinem Geburtstag, machte mir die Natur ein großes Geschenk. Klaus hatte am Vorabend einen Hecht auf der Wiese geschuppt. Über die Schuppen war die Ringelnatter so begeistert, dass sie uns Gelegenheit für ein paar Bilder gegeben hat. Sie ließ sich nicht stören und wir konnten sie eine Weile lang beobachten. Wir haben uns sehr über diese lange Begegnung gefreut und möchten diese Freude jetzt mit Euch teilen.

Polenztal

Im letzten Jahr wurde ich nach Jahrzehnten wieder auf das Polenztal im sächsischen Elbsandsteingebirge aufmerksam gemacht. Als Kind war ich mit meiner Familie so manches Mal dort, aber dann verlor ich es aus den Augen. Sofort flammte in mir das Verlangen auf, mal wieder dorthin zu fahren und an der Polenz entlang zu wandern.

Polenztalmühle

Klaus fuhr mich zur Polenztalmühle, wo einige der Wanderwege starten. Da Klaus nicht mitlaufen wollte, nahm ich zuerst den Weg im Tal, immer am Flüsschen Polenz entlang. Rechts und links des Weges ragen ca. 300m hohe Felswände aus Sandstein empor. Der Weg ist sehr idyllisch und gut zu gehen.
Nach einer guten halben Stunde erreicht man die Waltersdorfer Mühle, wie die Polenztalmühle ein Ausflugslokal.

Elbsandsteingebirge an der Polenz

Kurz dahinter führt eine kleine Brücke über die Polenz und der Weg führt wieder zurück. Aber oh weh, nicht wieder am Flüsschen entlang, sondern sehr steil die ganzen 300m hoch auf die Oberseite der Sandsteinfelsen. Der Weg ist zwar sehr interessant, was die Landschaft angeht, aber ich bewältigte den Aufstieg mehr stehend als gehend. Die Naturbelassenheit des Weges macht das Gehen auch nicht einfacher. Seit mehr als drei Jahren bin ich eine Flachlandtirolerin ohne jede Kondition. Das war echt hart, aber es ging mir nicht alleine so. Das war ein Trost für mich.

Wo ist der Wanderweg? So geht es bis oben.

Kurz bevor man oben ankommt, sprießt eine kleine Quelle aus dem Fels, die mehr als gelegen kam. Da gibt es nur ein Problem: das Wasser stiebt nach allen Seiten, so dass man nach dem dritten Mal Hände füllen, fast völlig durchnässt ist. Nur gut, dass es an diesem Tag sehr warm war und die Sonne schien. So trocknete alles schnell wieder.

rettende Quelle

Auf dem „Gipfel“ kommt man bald an einer alten Köhlerhütte vorbei, die bis 1945 in Betrieb war. Die Köhlerei war früher im Elbsandsteingebirge ein großer Wirtschaftszweig.

Köhlerhütte

Eigentlich wollte ich den „Malerweg“ am Rande des Plateaus und damit am Rande der Schlucht nehmen, aber irgendwie habe ich ihn nicht gefunden. Stattdessen führt ein anderer Weg quer über das Plateau, bis zur imposanten Burg Hohnstein. Majestätisch thront sie über dem Wanderweg.
Ein Stück der alten Burgmauer unterhalb im Wald ist noch erhalten. Hier startet ein Lehrpfad, der die Wanderer bis nach unten zur Polenztalmühle begleitet.
Auf einem der Schilder ist zu lesen, dass diese Mauer von 1609 bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Begrenzung eines Bärengartens war. Die Bären wurden hier im Wald gehalten und für Tierhatzen nach Dresden gebracht, damit sich er kurfürstliche Hof daran ergötzen konnte. Nur gut, dass dies seit langem der Vergangenheit angehört.

Burg Hohnstein

Nun ist es etwas schwierig den Weg zu finden, aber mit ein bisschen Geduld klappt das. Von nun ab geht es genauso steil, wie es hoch ging, wieder hinunter. Man muss sich seinen Weg über Stock und Stein bahnen und auch ein wenig klettern.
Bald kommt man zu einer kleinen Sandstein-Brücke. Die lässt man links liegen und klettert, im wahrsten Sinne des Wortes weiter bergab. Nun führt der Weg immer durch den Schindergraben. Hier entsorgten 1546 die Abdecker, altdeutsch: Schinder, totes und todkrankes Vieh, um keine Seuchen aufkommen zu lassen. Ich will mir nicht vorstellen, wie das hier gestunken haben muss.

Wanderweg zum Schindergraben

Nach gut zweieinhalb Stunden Wanderung erreichte ich wieder den Startpunkt, wo Klaus schon auf mich wartete. Ein erfrischendes Eis schloss den wunderschönen Tag im Elbsandsteingebirge ab.
Das Polenztal wurde 1940 unter Naturschutz gestellt. Daher haben sich hier viele einheimische Vogelarten erhalten, wie die seltene Wasseramsel. Allerdings war ich Ende März unterwegs. Da sind Vögel und Tiere noch sehr selten. Grün ist es auch noch nicht.

Ausgang des Schindergrabens

Ich weiß, dass ich nicht zum letzten Mal dort war, denn auf Infotafeln ist zu sehen, dass dieses Gebiet um das Polenztal riesig ist und noch viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Es ist ein tolles Gebiet, um einfach mal eine Woche Urlaub dort zu machen, damit man alles zu sehen bekommt. Es ist wirklich wunderschön.
Ein guter Rat: Am besten unter der Woche dort wandern gehen, denn am Wochenende sind sehr viele Menschen unterwegs und es dürfte mit Naturbeobachtungen schwierig werden.

Gelateria Girotti

Wer kennt sie nicht, die beiden Haudrauf-Jungs Terence Hill und Bud Spencer. Terence Hill, mit bürgerlichem Namen Mario Girotti, liebt Eis. Seine Familie betrieb schon zu seinen Kindertagen eine Eisdiele in Amelia, einer Kleinstadt nördlich von Rom gelegen. Irgendwann wurde diese Eisdiele geschlossen. Erst 2017 eröffnete Terence Hill die Eisdiele „Gelateria Girotti“ wieder. Das lasen wir schon bei unserer Reiseplanung nach Italien/Sizilien. Leider hat sich der Besuch Amelias nicht ergeben.

Umso mehr freute ich mich, dass eine „Gelateria Girotti“ oder auch „Terence Hill-Eissaloon“ in Dresden, auf der Hauptstraße, eröffnet wurde. Das war 2019. Ich, als geborene Dresdnerin, musste dort deshalb unbedingt hin und war begeistert. Das Ambiente, die nette Bedienung und das superleckere Eis, da stimmt einfach alles. Klaus wollte Pistazieneis haben. Zuerst dachte ich, es wäre keines da, aber dann entdeckte ich das Schild. Das Eis ist nicht so grün wie in anderen Eisdielen. Es ist naturbelassen und schmeckt auch so, wie Pistazie schmecken soll. Da fiel mir doch der Spruch von Terence Hill in einem seiner Filme mit Bud Spencer wieder ein: „… und ein klitze Pistazie“. Im Film hatte Bud Spencer jedoch kein Pistazieneis im Angebot.

Ich bestellte ein Kugel namens „Die rechte und die linke Hand des Teufels“. Ich glaube, da sind Walnuss, aber ganz bestimmt Ahornsirup drin. Ich liebe Ahornsirup, seit wir im Osten der USA unterwegs waren.

Die Kugel kostet 1,60€. Für das Geld bekommt man jedoch fast zweimal so viel, wie bei der Konkurrenz, wo die Kugel 1,50€ kostet. Außerdem schmeckt es viel besser und natürlicher. Während sich die Kunden bei der Konkurrenz fast stapeln, herrscht eine gediegene Ruhe im „Terence Hill-Eissaloon“. Schade eigentlich.

Ein weiterer Grund, warum ich einen Draht zu Terence Hill habe, ist die Tatsache, dass er einen Teil seiner Kindheit in Dresden verbrachte. Sein Vater war Italiener, seine Mutter stammte aus der Nähe von Dresden. Terence Hill erlebte als 5-jähriger sogar die Bombenangriffe 1944/45 mit. Das muss furchtbar gewesen sein.

Die Wände in der „Gelateria Girotti“ sind mit Bildern von Terence Hill und Szenen aus seinen Filmen tapeziert. Sehr nett gemacht. An einer der Wände hängen Fotos und gemalte Bilder von Terence Hill und Bud Spencer, die auch im wahren Leben unzertennlich sind.

Ein Besuch dieser ungewöhnlichen Eisdiele ist unbedingt empfehlenswert.

 

 

Hausumbau

Nach zweieinhalb Jahren Umbauzeit unserer Doppelhaushälfte in Anklam zeigen wir Euch nun, wie versprochen, Vorher-Nachher-Fotos. Am Anfang hat es echt Spaß gemacht, aber gegen Ende war die Puste raus und der doch anstrengende Umbau, wir haben fast alles alleine gemacht, forderte seinen Tribut.
Seit Januar hatten wir nun Zeit uns zu erholen, bevor die Gartengestaltung weitergeht. Davon werden wir später Bilder zeigen, wenn alles fertig ist.
Hier nun erst einmal die Umbaubilder vom Haus.
Die Möblierung ist teilweise noch nicht entgültig.

Fassade

Wohnzimmer

Verlängertes Wohnzimmer

Küche

Esszimmer

Bad

Hinterer Flur

Treppe

Großes Schlafzimmer

Kleines Schlafzimmer

Gäste-WC

Eingangsbereich

Kolberg im Winter

Nachdem wir nun fast drei Jahre in Anklam festhängen, gönnten wir uns wenigstens eine kleine Auszeit über Weihnachten. Corona zum Trotz, die Pandemie verhinderte bisher jede Reiseambition, mussten wir endlich mal raus und etwas Anderes sehen. Eigentlich wollten wir über die Winter mehrere Monate irgendwo in den Süden, aber jedesmal machte man das Unmöglich. Da blieb nur noch Polen.

Vier Wochen vor Weihnachten buchten wir eine Woche Hotelaufenthalt in Kolberg. Da war abzusehen, dass die Grenzen nicht wieder dichtgemacht würden und einer Reise nichts weiter im Weg stehen würde. Tests und Quarantäne nahmen wir in Kauf.

Vor dreieinhalb Jahren waren wir schon einmal mit dem Wohnmobil dort. In drei Tagen waren Ausflüge an die Mole, die Promenade und die Altstadt möglich. Ich berichtete.

Dubois-Straße, eine der ältesten Gassen Kolbergs

Im nagelneuen Hotel Olymp 4 verbrachten wir diesmal eine Woche Erholungsurlaub mit Sauna, Schwimmbad und Whirlpool. In Polen ist zu Coronazeiten alles möglich, es gibt auch keine Beschränkungen beim Einkaufen. Eine wahre Erholung. Maske tragen ist zwar keine Pflicht, aber auf dem Markt oder in Geschäften setzten wir sie dann doch auf.

Schwimmbad und Saunabereich im Olymp 4

Bei unserem ersten Besuch in Kolberg besuchten wir das damals höchstgelegene Café im Hotel „Perla Bałtyku“. Diesen Rang hat nun das Café im 11. Stock unseres Hotels „Olymp 4“ eingenommen.

Blick aus dem neuen höchstgelegenen Café Kolbergs

Lange Strandspaziergänge bei teils eisigem Wind vertrieben uns die Zeit. Bis zum Leuchtturm sind es gut zwei Kilometer. In der anderen Richtung, hinter der Hotelfront, beginnt der Ekopark. Hier herrscht Ruhe und die Natur wird sich selbst überlassen. Im Winter sind zwar keine Vögel zu beobachten, aber die Landschaft macht den Spaziergang hinter den Dünen trotzdem zum Erlebnis. Der Sandstrand ist zu einem Kiesstrand geworden. Sollte es an diesem Küstenabschnitt Bernstein geben, ist die Wahrscheinlichkeit an diesem Kiesstrand größer, welchen zu finden. Das eiskalte Wetter und die sonnenlosen Tage hielten uns jedoch vom Bernsteinsuchen ab.

Ekopark bei Kolberg

Beim letzten Besuch hatten wir die Solequelle auf der Salzinsel, an der Solna-Brücke, nicht gesehen. Das holten wir diesmal nach. Die Quelle ist mit Steinen eingefasst. Das Wasser ist stark salzhaltig, deshalb kaum zu trinken. Es wird empfohlen, jeden Tag eine Tasse voll zu trinken. Keine Ahnung, ob das wirklich eine gute Idee ist.

Salzquelle auf Salzinsel

Gleich dahinter sind noch die Salzpfannen zu sehen, in denen das flüssige Salz solange erhitzt wurde, bis Salzkristalle entstanden. Der Salzhandel war für Kolberg ein großes Geschäft. Heute nutzen die Kurhotels das salzhaltige Quellwasser. Das Salzsieden wurde schon seit dem 7./8. Jahrhundert in Kolberg praktiziert.

Salzpfannen zum Salzsieden

Die Stadt Kolberg war lange Zeit eine Festungsstadt. Sie wurde von einer Stadtmauer und mehreren Festungen umgeben. Am östlichen Stadtrand stand die Waldenfels-Schanze. Sie wurde 1945 zerstört und anschließend abgerissen. Heute thront auf einem Hügel am Strand ein kleines Grillrestaurant.

Grillrestaurant auf dem ehemaligen Gelände der Waldenfels-Schanze

Am westlichen Stadtrand befindet sich noch heute die Morast-Redute aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sie diente der Verteidigung des Hafens. In ihrer Nähe liegen auch die Marina und der Yachthafen.

Morast-Redute

Gegenüber lädt der Fischereihafen zum Bummeln ein. Normalerweise verkaufen die Fischer ihren Fang direkt vom Schiff und man kann das Treiben dort beobachten. Im Winter ist jedoch nichts los. Dafür hat man das „Fischerin-Bänkchen“ ganz für sich alleine, denn Besucher verirren sich kaum dorthin.

Fischerin-Bänkchen

Eine andere Sehenswürdigkeit ist der Wasserturm, um den sich eine Legende rankt. Vor über einhundert Jahren bekam die Stadt Kolberg ihren Wasserturm. Bis dahin nutzte man den Fluss Persante zum Fischen, Waschen, Baden und als Trinkwasserquelle. Als das Wasser über den Wasserturm in die Haushalte gelangte, kümmerte sich niemand mehr um den Fluss, in dem auch der Wassermann Persantus lebte. Der Fluss wurde als Müllkippe und Abwasserbecken missbraucht, bis der Wassermann dort nicht mehr leben konnte. Er wollte sich für die Unbedachtheit der Menschen rächen, kroch durch die Wasserleitungen in den Turm und schloss sich im Wassertank ein. Den Wasser-Absperrhahn drehte er zu und die Menschen saßen auf dem Trockenen. Er meinte, dass er den Wasserhahn erst wieder aufdrehen würde, wenn die Menschen sich Seiner erinnern und den Fluss reinigten. So geschah es. Persantus verschwand, aber bis heute soll man seltsame Geräusche und ein merkwürdiges Heulen im obersten Bereich des Wasserturmes hören.

Wasserturm mit Colberger Brauerei

Seit Beendigung der ursprünglichen Nutzung des Wasserturms im Jahre 2015 hat sich eine kleine Brauerei angesiedelt, die Colberger Brauerei. Sie stellt Craft-Bier in 5 verschiedenen Sorten her, alle sehr lecker. Wir lieben Craft-Bier und besuchen gerne die kleinen Privatbrauereien. Das haben wir uns seit unserer USA-Rundreise angewöhnt und sind nie enttäuscht worden.
Für umgerechnet knapp 6,-€ bekommt man ein Probierset mit je 100ml der 5 Sorten der Colberger Brauerei. Hervorragend dazu passen die frittierten Zwiebelringe mit Knobisoße. Das Ambiente des Gastraumes ist sehr einladend. Alte Fotos aus Kolbergs Vergangenheit versetzen in alte Zeiten. Es stimmt einfach alles.
Die Brauerei selbst ist noch ausgelagert, soll aber in naher Zukunft auch im Wasserturm ihre Heimat finden.
Zwischen der Decke des Gastraumes und dem Wassertank sind die Büros der Brauerei untergebracht. Ob man dort wirklich manchmal die seltsamen Geräusche hört, von denen die Legende spricht?

Craft-Bier-Sortiment

Eine andere Empfehlung, die in den grauen Zeiten des Winters eine echte Wohltat für die Augen ist, ist das „Café Americano“ in der Nähe des Leuchtturms, direkt an der Promenade. Ein Glas Glühwein wärmt dagegen die Seele im herrlich pastellfarbenen Ambiente mit jeder Menge tropischen Pflanzen.

Café Americano

Weitere winterliche Eindrücke von Kolberg:

 

 

Noch ´mal gut gegangen

Vor ca. 14 Tagen war eine der Birken, die am Rande unseres Wohnmobilstellplatzes auf Stadtgrund standen, umgefallen. Seitdem lag sie im Teich. Klaus zeigte dies der Stadtverwaltung an und wies darauf hin, dass untersucht werden sollte, ob die verbleibenen zwei Birken, eine davon tot, standsicher seien. Tatsächlich kamen zwei Leute von der Stadtverwaltung. Nach einer Inspektion waren sie der Meinung, dass alles gut sei. Die Bäume würden noch lange stehen.

Hier steht die Riesenbirke noch

Nur eine gute Woche später, vorgestern bei starkem Wind, fielen die verbliebenen zwei Birken um. Die lebende Birke war riesengroß. Beim Fallen verfehlten die Bäume nur knapp Klaus, der noch einmal nach dem Rechten sehen wollte. Zu unserem Glück fielen die Bäume direkt zwischen unser Wohnmobil und die Garage. Gott sei Dank standen keine Gast-Wohnmobile auf dem Platz. Am Vortag war das Letzte weggefahren.

Der ganze Wohnmobil-Stellplatz unter einer Birke begraben

Der einzige Schaden war an der Markise unseres Wohnmobiles zu finden, die komplett zerstört ist. So ist das, wenn Leute Urteile fällen, die von der Materie keine Ahnung haben. Bloß gut ist nicht mehr passiert. Unser neuer Gast für das Wohnmobil konnte sogar nach Freiräumen des Eingangs noch einziehen. Sie wurde heute Morgen jedoch zeitig von dem Lärm einer Motorsäge und Baumaschinen geweckt, die die Bäume zerkleinerten und wegschafften.

Aufräumen mit schwerem Gerät

Jetzt, wo der Wohnmobilstellplatz endlich geräumt ist, sieht er wie eine Kraterlandschaft aus. Mit Grassoden aus dem Garten habe ich versucht, wenigstens die größten Löcher zu füllen.

Neue Ansicht

Wir haben versucht, über die Versicherung der Stadt eine Ersatzmarkise erstattet zu bekommen, aber die lehnt katagorisch ab. Sie könne nicht dafür, dass die Bäume auf ihrem Grundstück durch Sturm umgefallen sind. Na großartig. So bleiben wir trotz mehrmaligem Nachhaken, dass die Stadt die Standfestigkeit der Bäume kontrolliert, auf den Kosten sitzen. Nur gut, dass der Baum nicht auf das Wohnmobil oder das neue Garagendach gefallen ist. Die Stadt gibt Millionen für irgendwelche unsinnigen Dinge aus, aber 1600,-€ für diesen Versicherungsschaden sind nicht übrig. Es gibt auch keine Möglichkeit, das Wohnmobil ansich zu versichern, da die Kasko nur für zugelassene Fahrzeuge greift. Hoffen wir, dass nicht noch etwas passiert.

100 Jahre alte Bäume fällen

Wir kämpfen für den Erhalt unserer mehr als 100 Jahre alten Pappeln und bitte euch um Unterstützung. Leider bleibt kaum noch Zeit. Deshalb habe ich auf der Facebookseite der Anklamfreunde folgendes gepostet:

„Hallo liebe Anklamer,

ihr habt vielleicht gestern schon im Nordkurier gelesen, dass die beiden größten Bäume Anklams, mehr 100 Jahre alt, am Kleinbahndamm stehend, gefällt werden sollen. Schon im letzten Frühjahr konnten wir Anlieger dieses Vorhaben der Stadt verhindern. Gestern war der nächste Termin. Auslöser ist, dass ein Nachbar Angst hat, dass ein Ast auf seine Kinder fallen könnte. Im letzten Jahr hatte man uns versprochen, ein Gutachten vorzulegen, welches wir bis heute nicht gesehen haben. Sind die Bäume gesund, und so sieht es aus, dürfen sie stehenbleiben. Sind sie krank ist es selbstverständlich, dass sie weg müssen. Zu bedenken es auch, dass jetzt die Vögel brüten und seit dem 1. April keine Bäume gefällt werden dürfen. Wenn wir die Hecken schneiden, werden wir kleinen Leute zur Verantwortung gezogen. Für die Stadt gilt die Regelung nicht?Wir finden, dass diese herrlichen Bäume erhalten werden müssen. Was spricht dagegen, dass mit einem Auslichten der sehr langen oder trockenen Äste Gewicht aus der Krone genommen wird? Damit ist die Gefahr von herunterfallenden Ästen gebannt und bei Sturm spielen auch keine Kinder mehr draußen. Sagt uns bitte eure Meinung dazu. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn wir Unterstützung in unserem Kampf um der Erhalt der alten Pappeln von euch bekommen würden. Die Zeit drängt, denn am Freitag kommen die Fäller wieder. Dann ist es zu spät, etwas zu unternehmen. Bitte helft uns, das Zuhause des Spechtes und der vielen anderen Vögel zu erhalten.“

Wenn auch ihr uns unterstützen wollt, schreibt doch bitte eure Meinung bei „Meine Heimatstadt Anklam“

Anmerkung 19.05.2021: Die Bäume stehen noch.

Anmerkung 20.05.2021: Heute früh bekamen wir einen Anruf aus dem Büro des Bürgermeisters. Der Bürgermeister sieht im Moment keinen Bedarf die Bäume zu fällen. Erst im Herbst wird noch einmal beraten, ob die Pappeln dann geschnitten oder gefällt werden. Dank eurer aller Unterstützung ist das Thema jetzt in der obersten Ebene angekommen und wird endlich ernst genommen. Vielen Dank.

Gefiederte Wintergäste

Letzte Woche erst tiefster Winter, dazu noch vom Feinsten, jetzt Frühling. Wir freuen uns sehr über die tolle Sonne und die warmen Temperaturen. Endlich wieder raus und sich um den Garten kümmern. Besser geht es nicht. Dies ist Grund genug, die letzten Winterwochen Revue passieren zu lassen. Über die phantastischen Winterbilder im Ostseebad Bansin berichtete ich bereits. Diesmal möchte ich weitere Bilder nachreichen, vor allem von unseren gefiederten Wintergästen im Garten, aber auch von den im Nordosten ungewöhnlich verschneiten Straßen vor unserer Haustüre. Am Ende betrug die Schneehöhe 27cm. So lassen wir uns Winter gefallen. Seht also selbst und freut euch mit uns.

Sibirisches Usedom

Unglaublich! Sensationell! Überall hört man Aah, Ooh, Tooll. So etwas hat die Welt seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr gesehen. Als Kind, in den 80er Jahren, hatte ich die Ostsee mit mittelgroßen Eisschollen an der Wasserlinie gesehen. Seitdem wartete ich auf den Moment, dieses Bild noch einmal sehen zu dürfen.

Heute, am 14. Februar 2021, seit mehr als zwei Wochen friert und schneit es, setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Bansin auf Usedom. Wir hofften, den Ostseestrand zugefroren vorzufinden, aber was uns da erwartete, sprengte unsere Vorstellungskraft. Ein sibirisches Wintermärchen verzückte alle Strandbesucher. Frost, Schnee und Wasser schufen eine Dünenlandschaft aus Eis. In der Ostsee schwimmen kleine „Eisberge“ und die Brandung zauberte Eiszapfenskulpturen an der Konstruktion der Seebrücke. Über allem legte sich ein im Winter des Nordostens äußerst seltener azurblauer, wolkenloser Himmel. Das war so unbeschreiblich schön, dass wir uns kaum davon trennen konnten.

Nun sollen aber die Bilder für sich sprechen.

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