A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Nairn

Culbin

Culbin

Der Eigentümer der Druim Heath Farm gab uns einen Prospekt vom Culbin-Gebiet. Nach unserer Fahrradtour durch den Tentsmuir Forest interessierte uns das Gebiet sehr und so beschlossen wir, es zu besuchen.
Es ist eine Sanddünenlandschaft, auf der inzwischen Wald gewachsen ist. Ameisenhügel, Heidekraut und zu dieser Zeit sogar Pilze findet man in dem zumeist lichten Wald. Einen Rehbock sahen wir und zwei Eulen ließen sich hören. Die kleinen Teiche sind Lebensraum für Frösche und Kröten oder Libellen. Die wenigen Vögel lassen sich kaum sehen, man hört sie nur.
Die höchste der Sanddünen ist 15m hoch. Ein zweistündiger Wanderweg führt durch die Dünenlandschaft, mal hoch, mal runter.

Aussichtsturm

Aussichtsturm

Von einem Aussichtsturm sieht man auf die waldige Gegend und den Moray Fjord herunter.
Wer ganz viel Zeit hat und gut zu Fuß ist, kann auch den Otterpool besuchen. Dort sollen sich meistens bei Tagesanbruch Otter aufhalten, abends kommen Rehe zum trinken.

Stellplatz Nairn

Stellplatz Nairn

Nairn selbst besitzt einen schönen kleinen Hafen und ein Fluss erreicht den Fjord. Ebbe und Flut verändern ständig die Aussichten, herrlich anzusehen bei sonnigem Wetter. Im Hafen standen wir für zwei Nächte kostenlos. Durch Zufall fanden wir diesen Platz, der auch noch groß genug für unser Motorhome ist.

Fischerstadt

Fischerstadt

Golfplatz, Campingplatz und Strände finden sich hier. Die Fischerstadt mit den kleinen Häuschen hinter dem Hafen zeugt von alten Zeiten, als hier noch über zweihundert Fischer ein Auskommen hatten. Die Kaimauern stammen aus dieser Zeit.

Inverness

Cairnsgorm National Park

Cairnsgorm National Park

Auf dem Weg nach Inverness durchquerten wir den Cairnsgorm National Park, den höchsten Gebirgszug der Britischen Inseln. Dabei passiert man den Druimuachdar Pass, der auf 452 m Höhe liegt, dass heißt die Bahnstation liegt so hoch, die man in einiger Entfernung von der Straße aus sieht. Sie ist damit die höchstgelegene Bahnstation des britischen Bahnnetzwerkes. Wenn man sich die karge Landschaft ansieht, kommt man sich allerdings auf etwa 2000 Metern Höhe vor. Es ist eine dramatische Landschaft, sehr sehenswert.

River Ness in Inverness

River Ness in Inverness

Inverness liegt am River Ness, dessen Wasser direkt aus dem Loch Ness kommt. Der Fluss ist nicht tief, aber die Strömung ist gewaltig. Am Ufer des Flusses lässt es sich gut bummeln. Jeweils in Sichtweite überspannen zwei Fußgänger-Hängebrücken und eine massive Straßenbrücke den Fluss. Am linken Ufer steht die Kathedrale, auf der anderen Seite reihen sich das Castle, sowie die Türme zweier Kirchen aus dem Grün des Ufers.

Altstadt Inverness

Altstadt Inverness

Die Altstadt ist verkehrsberuhigt, so dass man sich voll auf das Shoppen konzentrieren kann. Es sind nicht so viele Menschen unterwegs, und gute und günstige Geschäfte gibt es genug. Das Stadtbild ist recht aufgelockert, so dass man Raum zum Atmen hat. Natürlich finden sich auch hier und da die üblichen engen Gassen. Uns gefiel Inverness.

Clava Cairns

Clava Cairns

Östlich von Inverness, bei Newlands, liegt sehr verborgen ein steinzeitlicher Friedhof, Clava Cairns. Die Grabanlagen sind drei- bis viertausend Jahre alt. Freigelegt sind zwei Grabanlagen, die aus Steinhügeln bestehen und in der Mitte einen kuppelüberdachten Raum besaßen. Diesen Raum erreichte man über schmale Gänge in den Steinhügeln. In ein paar Metern Entfernung zum Hügel steht ein Kreis aus mehreren großen, flachen Steinplatten.
Zwischen den beiden Grabanlagen befindet sich ein flacher Ring aus den gleichen Steinen, der jedoch keine Kuppel trug und wahrscheinlich zeremoniellen Riten diente.
Hier und da sind auf dem Gelände große Steinringe zu sehen, die jedoch wesentlich jünger sind.

Schlachtfeld von Culloden

Schlachtfeld von Culloden

Nur ein bis zwei Kilometer von dieser Stätte entfernt liegt das berühmte Schlachtfeld von Culloden. Hier fand 1746 die letzte Schlacht zwischen Engländern und Schotten statt. Die in einem Durcheinander auftretenden Schotten hatten jedoch gegen die in Schlachtordnung angetretenen Engländer keine Chance. Dies zeigt sehr anschaulich eine animierte Tafel in Museum.

Fort George

Fort George

Über das beschauliche Örtchen Ardersier gelangt man zum Fort George, welches sich auf einer Landzunge zum Moray Firth ausbreitet. Es ist rundherum von einem tiefen, breiten Wassergraben umgeben und kanonenbewehrt. In deren Schutz stehen die Gebäude für die Kommandantur und die Soldaten.

Für ein paar Nächte stehen wir auf dem einladenden Bauernhof Druim Heath bei Nairn, für 5,- Pfund pro Nacht. Inzwischen rufe ich selbst bei den Farmen an, um uns anzukündigen und nachzufragen, ob die Plätze auch für unser großes Motorhome befahrbar sind. Vor Ort stellen wir dann oft fest, dass die Eigentümer keine Ahnung haben, was da auf sie zukommt. Die meisten Farmer hier oben im Norden kümmern sich zudem wenig bis gar nicht um ihre Campinggäste, manche lassen sich nie sehen. Das Geld für die Übernachtungen hinterlässt man bei Abreise in einem Umschlag, fertig.

Pitlochry

Ortseingang

Ortseingang

Pitlochry ist ein reiner Touristenort in den Grampian Mountains, am River Tummel gelegen. Zudem ist er Ausgangspunkt für viele Unternehmungen ins Umland, Bergwandern, Seen besuchen, Angeln usw.

Fischtreppe

Fischtreppe

Im Ort ist neben der geschäftigen Hauptstraße der Staudamm mit der Fischtreppe zu besuchen. Im Staudamm ist ein Turbinenkraftwerk zur Stromerzeugung untergebracht. Durch ein Fenster kann man in einen der technischen Räume sehen. Eine Tafel zeigt die Funktion des Kraftwerks.
Um den Lachsen und Forellen beim Wandern flussaufwärts dabei zu helfen, den Damm zu überwinden, wurde eine Fischtreppe angelegt. An einem Abschnitt der Treppe ist ein Fenster eingelassen, durch dass sich, so denn welche da sind, die Fische beobachten lassen. Im Jahr werden um die 5400 Lachse und Forellen gezählt, die die Treppe passieren. Es besteht also eigentlich nur in der Wandersaison die Chance, einen der Fische zu sehen.

Blair Athol Destillerie

Blair Athol Destillerie

Pitlochry lockt auch mit zwei Wkisky-Destillerien. Die Edradour Destillerie. Sie ist Schottlands kleines Juwel und die letzte Destillerie, die alles noch in Handarbeit macht, limitiert und einzigartig. Leider kamen wir zu spät dort an und sie schloss gerade.
Deshalb besuchten wir die Blair Athol Destillerie. Der Eintritt kostet gerade einmal 7,- Pfund pro Person, inklusive einer kleinen Probe des Endproduktes. Wir waren gleich um 10 Uhr zur Öffnung da und wollten uns einer Reisegruppe anschließen. Dann begrüßte uns eine nette junge Frau, wahrscheinlich französische Studentin, und begann eine Privatführung für uns. Das fanden wir sehr in Ordnung, hatten wir so die Möglichkeit, Fragen zu stellen und etwas intensiver zu schauen.

Die Blair Athol Destillerie produzierte schon immer besonders guten Whisky, allerdings keinen mit einem torfigen Geschmack. Jedes Jahr werden 3 Millionen Liter Alkohol hergestellt. 99,7% davon gehen zu anderen Produktionsstätten, um der Herstellung von Blended Whiskys zu dienen. Die restlichen 0,3% werden zu guten Single Malts umgewandelt. Nach mindestens zwei Destillaten kommt der Alkohol in die Fässer, der für die Blended Whiskys in Eichenfässen, die aus den USA kommen. Denn die Amerikaner verwenden die Fässer für ihre Bourbon nur einmal. Hier werden sie weiterverwendet, und zwar viele Male.
Der Alkohol für die Single Malts reift in Fässern aus Kirschholz. Diese Fässer werden nur zweimal verwendet, da sie dann ausgelaugt sind und kein Aroma mehr während der Lagerung an die Whiskys abgeben können. Die Lagerung dauert mindestens 3 Jahre. Je länger der Whisky reift, umso dunkler und aromatischer wird er. Dabei verliert er aber auch an Volumen, was ihn zusätzlich so teuer macht.
In den Lagerräumen warten Fässer aus 1968 auf ihre Weiterverarbeitung. Dieser alte Whisky ist dunkelbraun und sehr weich im Geschmack, weil sich über die vielen Jahre auch der Alkohol in den Fässern abbaut. Diese edlen Tropfen ergeben zusammen mit anderen edlen Tropfen sehr teure Blended Whiskys.

im Verkaufsraum

im Verkaufsraum

Diese Führung war sehr interessant. Zum Schluss durften wir noch einen Single Malt probieren, aber nicht, ohne vorher über die Trinkkultur gesprochen zu haben. Ein Single Malt Whisky sollte immer handwarm getrunken werden. Dadurch bekommt er mehr Aroma. Sollte jemandem der Geschmack zu extrem sein, oder der Alkoholwert zu hoch, darf er maximal zwei Tropfen Wasser dazugeben. Das reicht, um der Whisky etwas runder zu machen. Ein Single Malt auf Eis ist in Schottland ein Sakrileg, wie sich unsere Führerin ausdrückte. Dafür sind die guten Tropfen viel zu schade.
Zum Schluss bekamen wir noch einen Passport, mit dem wir in 11 weiteren Destillierien, die dem Firmenverbund Diageo Scotland Ltd. angehören, kostenlos Führungen bekommen können. Zudem sparen wir jedes Mal 5,- Pfund für eine 0,7l Single Malt Whisky Flasche, wie schon bei dieser Besichtigung. Der Passport behält lebenslange Gültigkeit.

Übernachtet haben wir im Faskally Caravan Park, für 26,- Pfund die Nacht. In den Grampian Mountains existieren nur sehr wenige Plätze des Caravan Club und wir fuhren wieder auf gut Glück nach Pitlochry. Nur mit Glück fanden wir den Faskally Caravan Park, zumal auch Wochenende war.

St Andrews

The Beeches

The Beeches

Von Edinburgh aus fuhren wir weiter Richtung Norden und durchquerten die Halbinsel Fife bis in die Nähe von St Andrews. Dort verbrachten wir mehrere Nächte auf einer Wiese am Tentsmuir Forest im Nordostzipfel der Halbinsel Fife. Der Stellplatz nennt sich The Beeches bei Tayport und kostet 5,- Pfund pro Nacht. Auf der Halbinsel Fife herrscht Landwirtschaft vor, Rinder und Schafe gibt es nur sehr wenige. Apropos Schafe: da in Großbritannien sehr viele Schafe gehalten werden, ist das Fleisch relativ günstig und wir können uns öfter einmal an Lammfleisch gütlich tun.

Old Course

Old Course

Nur ein paar Meilen entfernt liegt der Badeort St Andrews. Die Stadt ist zudem die Heimatstadt des Golfsports und hier befindet sich auch der älteste Golfplatz der Welt, the Old Course. In dieser Stadt werden alle weltweit geltenden Golfregeln festgelegt. Im British Golf Museum erfährt man alles über den Golfsport.

Castle St Andrews

Castle St Andrews

Die Altstadt von St Andrews war, wie viele alte Städte, von einer Stadtmauer umgeben. Teile der Stadtmauer sind noch im Bereich des Castles, der Kathedrale und am Hafen erhalten, zudem das Westtor.
Der älteste Bau war die Kirche St. Mary on the Rocks aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, wenig später wurde das Castle gebaut. Von der Kirche sind nur noch die Grundmauern vorhanden. Das alte Castle wurde zerstört und im 15. Jahrhundert durch ein neues ersetzt, von dem nun auch nur noch Ruinen übrig sind.

Friedhofsmauer

Friedhofsmauer

Auch die einstmals größte schottische Kathedrale und die benachbarte St. Rule´s-Kirche aus dem 15. Jahrhundert sind nur noch Ruinen, von denen jedoch noch beeindruckende Teile erhalten sind. Der große zugehörige Friedhof weist eine Besonderheit auf. In die den Friedhof umgebende Mauer sind auf der ganzen Länge Grabsteine eingelassen, die Gräber liegen davor und werden durch eine flache Mauer begrenzt.

Fischerhafen

Fischerhafen

Nach dem Trubel in der Stadt kann man sich bei einem Spaziergang auf der Mole, am Fischerhafen entlang oder am Sandstrand entspannen. Der Tidenhub ist groß, so dass das Wasser am flachen Strand bei Ebbe weit zurückweicht.

Tayport

Tayport

Tayport ist ein kleiner Ort mit einem noch kleineren Hafen im Norden. Von hier aus erstreckt sich die felsige Küste am Firth of Tay entlang. Wie schon im Firth of Forth steht auch im Firth of Tay eine große Bohrinsel im Fjord. Sie fördern offensichtlich Öl, denn am Firth of Forth bekam ich ölverschmierte Füße, als ich an der Brücke zum Cramond Island entlang spazierte. Vor dem Verzehr von Muscheln und Schnecken wird gewarnt, soviel zum Thema umweltfreundliche Bohrinseln.

Panzersperren am Forth of Tay

Panzersperren am Forth of Tay

Der Süden von Tayport ist recht nett mit weiten Sandstränden und einem schön angelegten Park.
Noch weiter im Süden finden sich Reste einer polnischen Verteidigungslinie entlang der Wasserlinie der Bucht Tayport Heath, große Betonklötze als Panzersperren sowie Bunkeranlagen.

Robben am Tentsmuir Point

Robben am Tentsmuir Point

Der Tentsmuir Forest bietet sich für eine herrliche Fahrradtour an, zumindest bei schönem Wetter, so wie es uns endlich einmal vergönnt war. Bei unserer 16 Kilometer langen Tour fuhren wir durch dichten und offenen Wald, mit übermannshohem Farn und Lichtungen. Abstecher zur nahen Küste sind immer wieder möglich.
Am Tentsmuir Point ist eine Beobachtung von Robben so gut wie wahrscheinlich. Leider liegt die Gruppe sehr weit vom Land weg auf einer Sandbank. Kommt man ihnen nahe genug, hört man sogar ihre Laute.

Eishaus

Eishaus

Ein altes steinernes Eishaus berichtet von alten Zeiten, als hier noch der Lachsfang ein großes Geschäft war. Die gefangenen Lachse wurden hier bis zum Abtransport zu den Händlern kalt aufbewahrt.
Das Tentsmuir-Gebiet kann auf eine sehr lange und wechselvolle Geschichte zurückblicken. Schon vor 8000 Jahren siedelten hier Menschen, vor 7000 Jahre fegte ein Tsunami über das Gebiet hinweg und veränderte die Landschaft. Lange danach legten die Römer Camps an, 500 Jahre später übernahmen die Wikinger das Gebiet. Nach ihnen jagten die schottischen Könige hier, und um 1100 kam ein Mönch, um die seiner Meinung nach Gesetzlosen und Banditen zu bekehren. Mitte der 1780er ging vor der Küste eine dänische Flotte unter. Die Überlebenden fristeten ihr Dasein in Zelten und gaben dem Gebiet seinen Namen Tentsmuir. Nach einer turbulenten Neuzeit sind Teile des Tentsmuirs Naturschutzgebiet.

Broughty Castle

Broughty Castle

Auf der anderen Seite des Firth of Tay, östlich von Dundee, findet man das Broughty Castle. Seine Wurzeln gehen bis in das Jahr 1454 zurück. Seither wurde es erweitert und umgebaut. Erst war es schottisches Wohnhaus, dann wurde es im 16. Jahrhundert englische Garnison, irgendwann verfiel es. Seit 1846 diente es der Eisenbahn, die hier einen Fährhafen unterhielt. Ab 1855 wurde Broughty Castle zum Fort umgebaut. Eine Weile dienten hier auch schottische Soldaten, die Unterwasserminen im Firth of Tay, aber auch anderswo in der Welt, verlegten.

Käsetaler mit Taubnesseln

Käsetaler mit Taubnesseln

Die Wiese bei Tayport, auf der unser Motorhome steht, bietet uns auch Nahrung. Einen Abend standen Ziegenkäsetaler mit Taubnesseln auf dem Tisch, am anderen Abend gab uns die Natur Pilze, Hexenröhrlinge und Pfifferlinge, ausreichend für zwei gute Portionen. Die Riesenboviste waren leider schon zu weit und nicht mehr genießbar.

Edinburgh

Edinburgh Caravan Club Site

Edinburgh Caravan Club Site

Wir stehen auf dem Edinburgh Caravan Club Platz im Nordwesten der Stadt, fast direkt am Firth of Forth, dem größten Fjord Schottlands. Zur Abwechslung müssen wir mal einen Platz mit allen Annehmlichkeiten aufsuchen, Wäsche waschen, ausgiebig duschen und unbegrenzt WIFI. Es ist mit 27,50 Pfund jedoch ganz schön teuer, zudem sind jetzt Ferien. Aber in der Nähe fährt ein Bus ins Zentrum von Edinburgh. Das Tagesticket kostet 4,- Pfund pro Person. Das ist wieder ein Pluspunkt.

Brückenreste

Brückenreste

Am ersten Nachmittag schlenderten wir am Strand entlang, westlich vom Campingplatz. Es war gerade Ebbe und wir spazierten an der Wasserlinie bis zur alten Brücke zum Cramond Island. Von der Brücke stehen nur noch die Pfeiler. Bei Ebbe gelangt man trockenen Fußes zur Insel. Auf Cramond Island siedelten zuerst die Römer, dann kamen im 6. Jahrhundert die ersten Christen. Man hat dort alte Gräber aus dieser Zeit gefunden. Im 2. Weltkrieg diente Cramond Island als Verteidigungsstützpunkt gegen feindliche U-Boote. Heute nehmen die Touristen die Insel in Beschlag.

Flussmündung

Flussmündung

Kurz bevor wir die Brücke erreichten setzte die Flut ein, erst unmerklich, dann hörte man die kleinen Flutwellen. Das Geräusch kennen wir nun schon von mehreren Orten auf der Welt. Die letzten Besucher der Insel mussten barfuß zurück kommen. Um die 100 Leute müssen jedes Jahr von der Insel gerettet werden, gibt eine Tafel der Seenotrettung bekannt.
Eine wunderschöne, kilometerlange Promenade mit viel Grün lädt zum Entspannen, Spazieren, Laufen oder Fahrrad fahren ein.

Romanes & Paterson

Romanes & Paterson

Die Hauptstadt von Schottland an einem Tag erleben zu wollen, ist nicht möglich. Deshalb suchten wir uns auf dem Stadtplan ein paar Punkte heraus, die wir besuchen wollten. Ein paar Highlights, die jeder Tourist gesehen haben sollte, wenn er in Edinburgh ist. Wie gesagt, fuhren wir mit dem Stadtbus, der Linie 16, ins Stadtzentrum und stiegen am York Place aus. Das war zwar das andere Ende als wir das geplant hatten, weil wir den falschen Bus erwischt hatten, aber das war egal. So spazierten wir zuerst die Princes Street vom Calton Hill aus in Richtung Castle entlang. Rechts der Princes Street dehnt sich die Neustadt aus, rechts davon die tief gelegenen Streets Gardens. Die Princes Street ist eine moderne Einkaufsmeile, mit dem ältesten Kaufhaus der Stadt, dem Romanes & Paterson von 1808.

Scott-Denkmal

Scott-Denkmal

Ein Blickfang ist das Sir Walter Scott Denkmal, welches man für 5,- Pfund besteigen kann. An allen Ecken stehen Dudelsackspieler, die alle die gleiche schottische Melodie spielen. Das ist zwar schön, aber auf die Dauer ziemlich nervig.

Castle Eingang

Castle Eingang

Zum Castle hoch gelangt man über die The Mound und die Ramsey Lane, über die man die Royale Mile erreicht. Rechterhand liegt der Castle Hill. Eigentlich wollten wir von hier oben aus über die Stadt Edinburgh schauen, aber gerade jetzt baute man um den gesamten Burghof Zuschauerränge auf. Auf dem Burghof soll dann das Military Tattoo, eine große Militärparade abgehalten werden.

The Scotch Whisky Experience

The Scotch Whisky Experience

Dann lenkten wir unsere Schritte die Royal Mile hinunter, durch die Altstadt. Dort findet man gleich die Camera Obscura, das The Scotch Whisky Experience, eine Destillerie. Für 14,50 Pfund pro Person kann man an einer Führung teilnehmen. Im Shop werden Whiskys aus dem ganzen Gebiet der Britischen Inseln angeboten. Die Preise sind ebenso gepfeffert.

an der Royal Mile

an der Royal Mile

Das besondere an Edinburgh sind die ungewöhnlich hohen Häuser. Sie besitzen bis zu 10 Etagen. Das Castle schützte die Stadt vor Jahrhunderten gegen die Angriffe der Engländer. Die Bewohner der Stadt rückten mit den Wohnhäusern also dicht an die Burg heran. Der Raum für die vielen Leute war jedoch zu gering, so bauten sie in die Höhe. So kamen auch die kleinen Closes zustande, Hinterhöfe bzw. kleine Verbindungswege zwischen den größeren Straßen. Die meisten Closes sind nur Abstellräume, einige davon sind aber sehr schön gemacht oder beherbergen kleinste Kneipen.

kleinster Pub Schottlands

kleinster Pub Schottlands

Ein Abstecher zum Grassmarket lohnt sich kaum, allerdings findet man hier den kleinsten Pub Schottlands.

Greyfriars Bobby

Greyfriars Bobby

Der Candlemaker Row folgend, erreicht man den Greyfriars Kirkyard, auf dem es angeblich spuken soll. In der Nähe des Friedhofs steht Greyfriars Bobby, ein kleiner Hund. Dessen Nase zu reiben soll Glück bringen.
Auf der anderen Straßenseite steht das National Museum of Scotland. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freut sich das Museum. Es ist ein Museum, welches so ziemlich alles in Schottland zum Thema hat, wie Wohnen, Handwerk, Wissenschaft und vieles mehr. Es ist ein lebendiges Museum, in vielen Teilen auch interaktiv. Man kann probieren und experimentieren.

Kunstmarkt

Kunstmarkt

Wieder auf der Royal Mile trifft man auf einen kleinen Kunstmarkt, der in einer Kirche untergebracht ist.
Die mittelalterliche Altstadt mit ihren Natursteinstraßen und -wegen, engen Gassen und hohen Häusern ist sehenswert, auch wenn viele Menschen dort unterwegs sind.

Firth of Forth Brücke

Firth of Forth Brücke

Zum Abschluss des Tages besichtigten wir die eigenwillige Eisenbahnbrücke über den Firth of Forth, den längsten Fjord Großbritanniens. Rostrot ragt die einmalige Konstruktion in den Himmel und über den Fjord. Genau an dieser Stelle spannte sich im 2.Weltkrieg eine U-Boot-Sperre im Wasser. Am gegenüberliegenden Ufer stehen noch die Ruinen des alten Forts.

Firth of Forth Brücken

Firth of Forth Brücken

Links der Eisenbahnbrücke spannt sich die Forth Bridge, eine Hängebrücke. Gleich daneben entsteht gerade eine dritte Brücke, ebenfalls eine Hängebrücke, jedoch anderer Bauart. Man sieht also an einer Stelle gleich drei verschiedene Brückenarten.
Der Ort South Queensferry sieht immer noch so aus, wie er Anfang des 19. Jahrhundert aussah. Damals legte hier die königliche Fähre an, die zwischen hier und dem Edinburgh Castle pendelte.

 

 

Jedburgh – Kelso

k-DSC05596Inzwischen hat sich die Landschaft ein weiteres Mal geändert. Jetzt herrschen Grasland, noch mehr Schafe, Mäuerchen und kleine Waldstücke vor. Apropos Mäuerchen: viele dieser Steinmauern, die als Weide- und Grundstückbegrenzungen dienen und allerorten zu finden sind, stammen wohl von den römischen Forts und dem Hadrianswall, wie wahrscheinlich viele Wohnhäuser. Die Steine waren leicht zu beschaffen und ein idealer Baustoff für dieses nasse Wetter.

Carter Bar

Carter Bar

Am 07. Juli 2016 überquerten wir die englisch-schottische Grenze auf der A68, an der Carter Bar. Zuvor fuhren wir durch den Northhumberland National Park. Der Nationalpark ist ziemlich groß und ein Naturparadies, ideal für Wanderer. Es führen kaum Straßen hindurch.
An der Carter Bar hatten sogar wir mit unserem großen Motorhome Gelegenheit, anzuhalten und die herrliche Landschaft und Aussicht auf Schottland zu genießen.

Schottland

Schottland

Schottland empfing uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. In der kurzen Zeit, in der wir verweilten, hielten mehrere deutsche und belgische PKWs, sogar ein deutscher Reisebus. Er ist auf einer 6-Tage-Rundfahrt über Glasgow und Edinburgh unterwegs.
Immer, wenn ein Reisebus hält, spielt ein älterer schottischer Herr mit allem Drum und Dran Dudelsack, nebenbei verkauft er Souvenirs. Es ist ein wirklich schöner Flecken Erde.

Einfahrt Ashieburn House

Einfahrt Ashieburn House

Die Stellplatzsuche gestaltete sich diesmal etwas schwierig. Wir hatten nicht vorgebucht, weil wir sehen wollten, ob wir auch irgendwo so stehen können. In Schottland soll das ja einfacher sein. Da wir nichts fanden, fuhren wir einen der Plätze des Caravan Club an, The Bairnkine Farm kurz vor Jedburgh. Dort fanden wir eine Wiese direkt neben einem Kuhstall, der Gestank war unerträglich, dazu voller Fliegen. Das wollten wir uns nicht antun und so fuhren wir weiter. Kurz hinter Jedburgh, bei Ancrum, fanden wir Ashieburn House, ein schöner kleiner und ruhiger Platz auf einem sehr gepflegten Grundstück, für 12,- Pfund die Nacht. Allerdings ist die Einfahrt so eng, dass es Millimeterarbeit ist, das Motorhome dort hindurch zu fädeln, Straßensperrung inklusive.

Straßenfest in Jedburgh

Straßenfest in Jedburgh

Bei unserem Besuch von Jedburgh trafen wir am Ortseingang auf eine Sperrung der Straße durch das Ordnungsamt. Wir durften passieren und suchten uns einen Parkplatz. Der zentrale Parkplatz, wie auch die Parkplätze bis dahin, waren alle mit Pferdeanhängern blockiert. Was geht hier bloß ab, fragten wir uns. Nachdem wir mit dem kleinen Smart doch noch ein Plätzchen ergattert hatten, spazierten wir auf die Abbey zu und hörten schon Musik. Vor der Abbey spielte ein Orchester, Musiker in Schottentracht standen bereit.

Castle and Jail

Castle and Jail

Nachdem wir eine Weile zugehört hatten, spazierten wir zum Castle and Jail, auf einem Hügel hinter der Abbey gelegen. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird gerne angenommen. Eigentlich ist das ganze nur ein Gefängnis. Der Mittelbau mit dem Glockenturm, diente dem Gefängniswärter und seiner Familie sowie seinem Helfer als Wohnstätte. Die Glocke wurde immer dann geläutet, wenn ein Gefangener zu fliehen versuchte. Dieses Wohnhaus zeigt in einer Ausstellung die Geschichte der Stadt Jedburgh, die auch mit dem Leben der Maria Steward, Königin von Schottland, verbunden ist.

Zellenblock

Zellenblock

Um das Wohnhaus gruppieren sich drei Zellenblöcke. Um 1820 wurde das Gefängnis eingerichtet. Damals waren noch Männer, Frauen und Kinder zusammen untergebracht, egal für welche Verbrechen sie einsaßen, es gab keine Heizung und nur spärliche Verpflegung. Etwa um 1850 trennte man die drei Gefangenengruppen und jede bewohnte einen Zellenblock. Freigang war nur auf einem kleinen Hof möglich. Es wurde jeweils ein Gefangener bestimmt, der sich durch gute Führung auszeichnete. Er bekam eine Zelle mit Kamin, durfte für die Insassen einkaufen oder sogar Tabak konsumieren.
In den Zellenblöcken für Männer und Frauen gab es im Erdgeschoss einen Gemeinschaftsbereich, oben befanden sich die Zellen. Der Block für die Schwererziehbaren (Kinder und Jugendliche) besaß solch einen Raum nicht.

Jedburgh Abbey

Jedburgh Abbey

Für die Abbey von Jedburgh wird Eintritt verlangt, deshalb besichtigten wir sie nur von außen. Es sind nur noch Ruinen von ihr übrig. Die Abbey stand bei ihrem Bau im 12. Jahrhundert an der englisch-schottischen Grenze. Die Engländer fielen dann im 14. Jahrhundert immer wieder bei den Schotten ein und zerstörten diese Abbey und weitere Abbeys, wie die von Kelso, Melrose und Dryburgh, mehrfach und gründlich. Jedburgh Abbey war die reichste Abbey.

Jedburgh Callants Festival

Jedburgh Callants Festival

Inzwischen war ein Umzug in Jedburgh voll im Gange. Die Musikgruppe in den schottischen Kleidern führte den Zug an, dann folgten jede Menge Reiter. Vor der Abbey nahmen etwas später ein paar vornehm gekleidete Leute Aufstellung, an denen der Zug später vorbeimarschierte. Die Straßen waren von Menschenmassen gesäumt, es war ein wirklich großes Ereignis. In der Touristinfo erfuhren wir, dass es sich um das Jedburgh Callants Festival handelt, welches jedes Jahr um diese Zeit stattfindet. Es erinnert an die Zeiten des 13. und 14. Jahrhunderts, als die Schotten ihre Grenze gegen die Engländer verteidigten. Um sich vor Übergriffen zu schützen, patroullierten die verschiedenen Familien an der Grenze entlang.

Kelso Abbey

Kelso Abbey

Kelso liegt am River Tweed und besitzt eigentlich keine alten Bauten. Dafür haben die Engländer in drei Jahrhunderten gesorgt. So besitzt Kelso mit dem großen Marktplatz einen eigenen Charme. Kelso Abbey war einmal die größte der Border-Abbeys, heute ist am wenigsten von ihr übrig.

River Tweed

River Tweed

In der Nähe der Abbey-Ruine befindet sich eine Brücke über den Tweed. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die Rückseite von Kelso, wo schöne Wiesen und Terrassen liegen.
Auf der anderen Seite des Flusses zeigt sich Floors Castle, ein Prachtbau, der 1721 gebaut wurde und noch heute von der Familie bewohnt wird. Es ist für Besucher geöffnet.

 

Hadrianswall

Hadrianswall

Hadrianswall

Quer durch das ganze englische Land zieht sich ein zweitausend Jahre alter Wall. Die Römer begrenzten mit diesem gigantischen Bauwerk die nördlichste Front ihres Riesenreiches, das sich von hier über ganz Europa, Teile Asiens bis nach Nordafrika erstreckte. Genauer gesagt bauten drei römische Legionen, die 2., die 6. und die 20. Legion, sieben Jahre lang eine 120 km lange Grenze, die aus verschiedenen Bauwerken bestand. Vor der Mauer zog sich ein Wall- und Grabensystem durch die Landschaft, an dem Signaltürme in Sichtweite zueinander aufgestellt waren. Die Mauer selbst war bis zu 3,10m breit und bis zu 4,5m hoch. Alle 500 Meter wurde sie von Beobachtungstürmen durchbrochen, alle eine römische Meile (1,48km) befand sich ein Meilenfort, dazu gab es mehrere Wohnforts. Zusammen zählte der Wall 16 Forts mit 9000 römischen Soldaten. Annehmlichkeiten wie Bäder, Latrinen mit Wasserspülung und guter Küche waren selbstverständlich.
Auftraggeber dieses Bauwerks war der römische Kaiser Hadrian. Er besuchte 122 n.Chr. Britannien und befahl anschließend den Bau der Grenze zu den Barbaren, wie alle Bewohner außerhalb des römischen Reiches genannt wurden. Der Wall hatte bis zum Ende des Römerreiches um 410 n.Chr. Bestand.

Wir besuchten zuerst den westlichen, noch zum Teil erhaltenen Abschnitt des Hadrianswalls. Man erreicht ihn, wenn man von Brampton aus nordöstlich nach Lanercost fährt. Zuerst trifft man auf die Lanercost Priory, ein Kloster, das jedoch nicht römisch ist.

Bank East Turret.

Bank East Turret.

Das erste Zeichen des Walls, mit einem winzigen Stück Mauer, ist ein Beobachtungsturm, der Bank East Turret. Von hier hat man eine schöne Aussicht auf das hügelige Land, mit dem Denton Fell im Hintergrund, einem hohen Gebirgszug.
Der nächste angegebene Punkt, der Pike Hill Signal Tower, ist anscheinend nur zu Fuß zu erreichen, denn an der Straße konnten wir ihn nicht finden. Nebenbei bemerkt, können diejenigen, die Zeit und Lust genug dafür haben, den Wall über seine ganze Länge zu Fuß erkunden.

Birdoswald Roman Fort

Birdoswald Roman Fort

Der Straße weiter folgend, an weiteren Beobachtungstürmen vorbei, beginnt wieder ein langes Stück Mauer, welches bis zum Birdoswald Roman Fort führt. Mit dem English Heritage Pass, in dessen Besitz wir wie gesagt sind, konnten wir das Fort kostenlos besichtigen. Normalerweise kostet das 6,80 Pfund pro Person. Zu sehen sind Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, die auf Grundmauern des Forts errichtet wurden. Sie gehörten einst zu einer Farm, heute sind sie Museum und Jugendherberge. Hinter diesen Gebäuden sind ein paar Grundmauern des Westtores, einer Trainingshalle für die Infanterie und weiteren Gebäuden ausgegraben, sowie die Umfassungsmauern des Forts. Die Fläche dient als Schafweide und man muss aufpassen, wohin man seine Schritte setzt.

Poltross Burn Milecastle

Poltross Burn Milecastle

Irgendwann stößt man auf die Straße B6318 Richtung Greenhead, der man ein Stück bis zu einem Parkplatz folgt. Rechterhand führt ein kurzer Wanderweg, abermals eine Schafweide und eine Bahntrasse überquerend, zum Poltross Burn Milecastle. Das ist ein etwas abenteuerlicher Weg, den auch die Langstreckenwanderer nehmen. In einiger Entfernung verläuft wieder der Hadrianswall, unauffällig und umzäunt. Das Fort liegt an einem steilen Hang, der zu einem Fluss hinunterführt. Ein Abstecher nach da unten lohnt ebenfalls, um sich kleine Wasserfälle und die Bahnbrücke anzusehen.

Willowfort

Willowfort

Vom genannten Parkplatz nach links führt ein Weg direkt am Wall entlang, eine halbe Meile weit, bis zum Willowford. Das ist heute eine Farm, die im Grunde aus einem römischen Wohnhaus erwuchs, welches sich ein römischer Soldat der 5. Kohorte der Centurie von Gellius Philippus dort baute. Ein Stück weiter dem Wall folgend, trifft man noch einmal auf einen Beobachtungsturm. Dann ist das 914 m lange Teilstück des Hadrianswalls zu Ende.

Barron House

Barron House

Am zweiten Tag unserer Entdeckungsreise zum Hadrianswall erkundeten wir den östlichen Teil. Wir stehen auf einer Wiese in der Nähe von Gilsland, am Weg zum Barron House (11,- Pfund die Nacht mit Strom).

Thirlwall Castle

Thirlwall Castle

Zwischen der Wiese und Greenhead liegt ein Parkplatz, von dem aus das Thirlwall Castle zu finden ist. Es ist ein mächtiges Wohnhaus der Familie Thirlwall aus dem frühen 14. Jahrhundert, aus Steinen des Hadrianswalls gebaut. Eine Zeichnung zeigt, wie es wohl ausgesehen hat. Im Untergeschoss waren die Tiere untergebracht, darüber wohnte man und unter dem Dach befand sich der Schlafbereich. Meterdicke Mauern schützten die Bewohner vor Kälte und Wind und vor allem unwillkommenen Gästen.

Roman Army Museum

Roman Army Museum

Als nächstes Ziel bietet sich das Roman Army Museum an. Da es nur 5,50 Pfund pro Person kostet, entschlossen wir uns zu dessen Besuch. Anschauliche Figuren, ausgestattet mit allem, was ein Römer braucht, empfangen die Besucher. Außerdem erzählt eine interaktive Tafel von der Entstehung und dem Zerfall des römischen Reiches. Einem Gang, der Zeitgeschichte einiger römischer Kaiser folgend, gelangt man in ein Kino. Dort wird ein halbstündiger 3D-Film über den Hadrianswall und das Leben der römischen Soldaten in den Forts gezeigt, unglaublich realistisch. Aus der Sicht eines Adlers blickt man dabei auf die Erde und erfährt, dass wesentlich mehr unter der Erde schlummert, als bisher ausgegraben wurde.
Die meisten Soldaten waren jedoch keine Römer, sondern Einwohner der eroberten Gebiete, die Dienst für das römische Reich tun mussten. Sie wurden für 25 Jahre verpflichtet und durften in dieser Zeit nicht in ihre Heimatdörfer zurück. Viele sahen ihre Heimat nie wieder. Hier am Nordende des römischen Reiches wurden die besten der Besten stationiert. Sie wurden neben dem Kampftraining auch trainiert, dem kalten und windigen Wetter in dieser Abgeschiedenheit zu trotzen.
Auf dem weiteren Weg durch das Museum sind ausgegrabene Relikte ausgestellt, sowie nachgebaute Waffen und Schilde. Man darf sogar einmal selbst versuchen, einen Bogen zu spannen. Dabei muss man genau die richtige Spannung erreichen, sonst fliegt der Pfeil zu kurz oder zu weit. Das Ergebnis des Selbstversuches wird auch gleich angezeigt und man kann versuchen, es besser zu machen.

Walltown Crags

Walltown Crags

Der spektakulärste Punkt des Hadrianswalls ist Walltown Crags. Schon im Film haben wir diesen Abschnitt von oben gesehen. Hier verläuft der Wall kilometerweit direkt an einer hohen Abbruchkante entlang, von einem Meilenfort unterbrochen. Die hügelige Landschaft ist grandios.
Wenn man nach rechts blickt, erkennt man den höchsten Punkt des Hadrianswalls, mit einem weißen Stein gekennzeichnet. Der Langstreckenwanderweg führt immer genau an der Mauer entlang.

Walltown Quarry

Walltown Quarry

Nur einen Katzensprung entfernt findet man Walltown Quarry. Ein Steinbruch, der heute mit Grundwasser gefüllt ist und Enten eine Heimat gibt. Er liegt unterhalb der oben erwähnten Abbruchkante. Wir haben uns schon gefragt, woher die Römer die vielen Tonnen Steine gebracht haben. Jetzt haben wir die Antwort: aus nahegelegenen Steinbrüchen.

Cawfields Quarry

Cawfields Quarry

Ein paar wenige Meilen weiter liegt Cawfields Quarry, ein weiterer Steinbruch, von dem aus man wieder den Wall mit einem Meilenfort erreicht. Während das Wasser inzwischen überall im Lande eine dunkelbraune Farbe hat, ist dieses Wasser hier klar, denn es hat keinen Torf gesehen. Überall in der näheren Umgebung erkennt man, dass hier einmal Steine gebrochen wurden.

Housesteads Roman Fort

Housesteads Roman Fort

Das letzte Ziel für uns war das Housesteads Roman Fort. Es ist ein Fort, in dem der Kommandant des Hadrianswall mit seiner Familie und 800 Soldaten gelebt hat. Es gab ein Krankenhaus, ein Badehaus, das Wohnhaus des Kommandanten, das Hauptquartier, Backhaus und Werkstätten sowie Baracken für die 800 Soldaten, die in 8-Mann-Zimmern unterbracht waren. Das ganze war von einer Mauer umgeben, in die nach allen vier Himmelsrichtungen mächtige Tore eingebaut waren. Die Latrinen befanden sich in der südöstlichen Ecke. Außerhalb des Forts standen weitere Wohnhäuser. Es gab zudem zwei Brunnen und eine Kapelle.
Die ganze Anlage liegt auf einem Hügel mit wunderschönen Blicken nach allen Seiten. Wir fanden, es ist der zweitspektakulärste Platz am von uns besuchten Wallabschnitt.

Von allen empfohlen und dem Housesteads Roman Fort ähnlich ist Vindolanda. Da wir über dieses Fort schon im Roman Army Museum informiert wurden, nahmen wir von einem Besuch Vindolandas Abstand. Es ist einer der wichtigsten archäologischen Plätze Europas.

Da sich nun alles irgendwie wiederholt, brachen wir an dieser Stelle unsere Entdeckungsreise ab. Wir kamen zum Hadrianswall mit der Vorstellung, na ja, ein paar kleine Mauerstücken irgendwo in der Landschaft zu finden. Was wir fanden, war echte römische Geschichte, die dank der Museen lebendig wurde, und wir stießen auf jede Menge Spuren davon. Es ist eine unglaubliche Reise. Ich denke auch, dass der Wanderweg entlang des Hadrianswalls einer der schönsten und abwechslungsreichsten der ganzen Welt ist, da er zudem durch eine wunderschöne Landschaft führt, immer am Wall entlang, über Wiesen und Weiden, bergauf und bergab. Ein paar Stücke sind wir auch davon gelaufen.

 

 

Whitby

festgefahren

festgefahren

Heide, Weide, Schafe und ein paar kleine Wälder, das ist die Küstenlandschaft von Northyorkshire. Wir hatten in der Nähe von Robin Hood´s Bay einen Stellplatz auf der Hawthorn Farm bei Ellerby gebucht. Bei der Buchung hatte der Besitzer gemeint, dass sein Stellplatz, eine Wiese, nach dem vielen Regen zu nass sei, wir jedoch auf einem festen Platz stehen könnten. Als wir dort ankamen, einen schmalen Feldweg hinunter und die Wiese erreichten, kam schon gleich ein Camper angelaufen und meinte, wir sollten nicht auf die Wiese fahren. Gut, das wussten wir. Daher gingen wir zu Fuß noch ein Stück den Berg hinunter, der Weg war noch steiler und mit losem Gestein belegt, zum Farmhaus. Hinter dem Haus befindet sich ein Stallgebäude und ein Schuppen. Auf dem Gelände sollten wir stehen, hatte sich der Besitzer wohl vorgestellt. Das ist kein Ort zum Campen, meinten wir. Wer weiß, ob wir den Berg überhaupt wieder hinauf kommen. Der Besitzer war jedenfalls gerade nicht anwesend. Wir wollten uns etwas anderes suchen. Als Klaus das Motorhome umdrehen wollte, musste er zwangsläufig ein Stück auf die Wiese fahren und schon war es passiert. Das Motorhome saß fest. Der freundliche Camper war inzwischen zu einem Ausflug aufgebrochen. Er wusste nicht, wann der Besitzer zurückkommen würde. Zum unserem Glück kam dieser gerade den Weg hinunter. Nachdem wir ihm die Sache erklärt hatten, kam der mit seinem Traktor und zog das Motorhome aus der Misere. In Zukunft müssen wir eben noch gründlicher nach den Verhältnissen fragen, wenn wir buchen. Die Telefonate lassen wir übrigens von den aktuellen Platzbesitzern führen, da ich immer noch Schwierigkeiten habe, die Leute am Telefon zu verstehen. Bisher klappte das hervorragend.

Campingplatz

Campingplatz

Mit etwas Hilfe fanden wir dann einen Platz auf dem Lythe Camping and Caravan Park im gleichnamigen Ort, für 20,- Pfund pro Nacht. Es ist Wochenende, die Ferien beginnen und es ist ein touristisch gut besuchtes Gebiet. Alle anderen Plätze hatten nichts mehr frei. So müssen wir nach zwei Tagen weiterziehen und haben nur Zeit, uns an der Küste umzusehen.

Robin Hood´s Bay

Robin Hood´s Bay

Nur einen kurzen Besuch statteten wir dem malerischen Örtchen Robin Hood´s Bay ab. Das Örtchen liegt abgeschieden in einer Steilwandbucht. Es fing gerade wieder zu regnen an, deshalb schossen wir nur ein paar Bilder und fuhren zurück zum Campingplatz. Der Abend nahte.

Ravenscar

Ravenscar

Nach Ravenscar ist der Weg ein Stückchen weiter. Da die Reiseführer den Küstenabschnitt von Ravenscar bis Cloughton als wunderschön beschreiben, wollten wir uns das ansehen. Tatsächlich ist das alles Steilküste, auf deren Höhe ein Wanderweg die einzelnen Orte verbindet. Am südlichen Ende von Ravenscar stehen die Überreste einer alten Radarstation aus dem 2. Weltkrieg. Eine kleine Runde von zirka einer Stunde soll über diese Station führen, aber es sagt niemand, dass man über den Wanderweg hinaus, noch ein Stück weiter nach Süden gehen muss, um die Radarstation zu finden. Egal, in der Touristinfo konnten wir ein Bild davon sehen.

Idylle pur

Idylle pur

Ebenfalls an diesem Ende von Ravenscar befand sich ein Bahnhof. Heute sind noch ein Bahnsteig zu sehen und die Reste des Bahndammes. Der Bahnhof markierte die höchste Stelle der Scarborough zu Whitby Railway um die 19. Jahrhundertwende. Er lag 192 m über dem Meer. Es ist eine idyllische Gegend, sogar auf Lamas stießen wir. Hier und da eröffnen sich schöne Blicke auf die Küste.

Sandsend

Sandsend

Ein sehr schöner Küstenabschnitt liegt zwischen Lythe und Whitby. In Sandsend lohnt ein Halt, um sich die Naturschönheiten anzusehen.

Whitby Kai

Whitby Kai

Whitby sollte nur eine Nebenrolle spielen, aber die Stadt fasziniert durch ihre Lage, den Hafen, die Altstadt und die Abbey auf dem Berg. Mit einer geschätzten eineinhalb Millionen Menschen, die Menschendichte ist fast höher als in der Drosselgasse in Rüdesheim, wälzten wir uns durch die Gassen entlang des Hafens hinaus zur Mole. Rundfahrten mit verschiedenen Booten, wie einem alten Seenotrettungsboot, einem Powerboot, Ausflugsbooten und sogar mit einem kleinen Nachbau der Endeavour, dem Segelschiff, mit dem Captain Cook von hier aus losfuhr, um unbekannte Teile Australiens zu entdecken. Ihm sind auch ein Museum und ein Denkmal über der Stadt gewidmet.

Drehbrücke

Drehbrücke

Einen Altstadtbummel haben wir uns nicht angetan, da waren einfach viel zu viele Menschen unterwegs. Die Altstadt auf der Abbeyseite erreicht man über eine alte Drehbrücke, die ziemlich oft den fließenden Verkehr zum Erliegen bringt, um die Boote, die im Hafenbecken hinter der Brücke liegen, passieren zu lassen.

Blick auf Abbey und Hafeneinfahrt

Blick auf Abbey und Hafeneinfahrt

Wer die Abbey aus dem 13. Jahrhundert und eine normannische Kirche besichtigen möchte, muss zuerst 199 Stufen überwinden. Auf jeden Fall hat man von einer erhöhten Position einen schönen Blick auf Whitby.

 

 

Sutton Bank

White Horse in Kilburn

White Horse in Kilburn

Am südwestlichen Ende des North York Moors National Park liegt die Sutton Bank, ein Hochplateau. Vom Visitor Center aus erreicht man das „White Horse“, welches auch von Kilburn aus zu sehen ist. Von einem Parkplatz oberhalb von Kilburn führen 151 Stufen zum Weißen Pferd. Es ist praktisch ein Riesenbild in einer Steilwand unterhalb der Sutton Bank. Ein Einheimischer, der für einen Londoner Händler arbeitete, sah im südlichen England einige solcher Kalksteinbilder und wünschte sich für seinen Heimatort auch solch ein Kunstwerk. Ein lokaler Schulmeister griff die Idee auf und sorgte für die Ausführung. Zusammen mit 31 Freiwilligen schnitt er 1857 dieses riesige Pferd aus dem Fels, anschließend sorgten 6 Tonnen Kalksteine für die weiße Farbe des Pferdes. Es ist nicht nur von Kilburn aus zu sehen, sondern schon aus vielen Kilometern Entfernung.

Start zum Segelflug

Start zum Segelflug

Auf der Hochebene hat ein Segelflugclub seinen Sitz, aber auch Touristen haben die Möglichkeit, einen Rundflug im Segelflieger zu machen und die schöne Landschaft von oben zu betrachten. Tickets dafür bekommt man im Visitor Center.

Stieglitz

Stieglitz

Vogelbeobachter sind hier auch richtig. Wer Zeit und Geduld hat, sieht mit etwas Glück verschiedene Singvogelarten auf den Wanderwegen. Wer keine Zeit hat, kann sich ohne viel Aufwand an einem Futterplatz des Visitor Centers an den Vögeln erfreuen.

schönster Blick Englands

schönster Blick Englands

Ein anderer kurzer Wanderweg durch eine Heidelandschaft, die gerade wieder hergestellt werden soll, weil der Wald alles überdeckte, führt zur schönsten Aussicht in England, heißt es auf einem Wegweiser. Tatsächlich steht man am Aussichtspunkt über einer Steilwand. Von dort aus blickt man über eine weite Tiefebene von Nordyorkshire, die links von einer weiteren Steilwand begrenzt wird, daneben erhebt sich ein bewaldeter Hügel. Am rechten Rand des Bildes liegt der kleinste natürliche See Englands, der der Legende nach bodenlos sein soll. Ein wirklich schöner Ausblick.

 

Knaresborough

Dieses kleine Städtchen wird in vielen Reiserouten empfohlen, deshalb setzten wir es auch auf unsere Liste der Sehenswürdigkeiten in England. Wir erreichten Knaresborough an der Low Bridge, der östlichsten der drei Brücken. Direkt daneben ist ein kleiner kostenloser Parkplatz, in dessen Nähe ein Stadtplan hängt. So legten wir die Route fest, die wir nehmen wollten und spazierten los. Zuerst unten am River Nidd entlang. Keine hundert Meter weiter fing es mal wieder zu regnen an und hörte die ganze Tour lang nicht auf. Diesmal hatten wir den Schirm dabei, aber Schuhe und Füße wurden trotzdem klatschnass. Das hielt uns jedoch nicht von unserem Rundgang ab, da wir nun schon einmal hier waren.

Viadukt Knaresborough

Viadukt Knaresborough

An der Castle Mill, einer ehemaligen Flachsmühle, und an der Indigo Mill, deren Wurzeln bis in die normannische Zeit zurückreichen, beides sind heute Wohnhäuser, vorbei, führt der Weg an einer Sandsteinsteilwand weiter am Fluss entlang. Dann öffnet sich der Blick auf das Viadukt, der mittleren Brücke Knaresboroughs. Cafés, Restaurants und ein Bootsverleih sind hier ansässig. Auf der anderen Seite des Weges ragt ein steiler Hang mit mehreren Aufgängen zur Oberstadt in die Höhe.

Restaurant

Restaurant

Hinter dem Viadukt führt der Weg am Fluss weiter, durch Wohnhäuser hindurch, bis er die dritte Brücke, die High Bridge, erreicht. Am Brückenkopf steht das „The Worlds End“-Haus, ebenfalls ein Restaurant. Wie man an dieser Stelle auf diesen Namen kommt, können wir allerdings nicht erklären.

Bahnhof

Bahnhof

Den Weg am Fluss wieder ein Stück zurück, führt ein Weg, die Water Bag Bank, in die Oberstadt. Am oberen Ausgang der Gasse befindet sich der Bahnhof, wo wir uns eine Weile unterstellten, um dem Regen ein bisschen zu entgehen. An einem Ende des Bahnhofs liegt ein Tunnel, am anderen Ende das Viadukt. Der Bahnsteig wird von einer dekorativen Stahlkonstruktion überdacht.

Knaresborough im Regenguss

Knaresborough im Regenguss

Nur ein paar Schritte weiter des Weges, gelangt man an der Polizeistation vorbei, zum Castle. Von dem steht nicht mehr viel, nur ein Teil des Königsturmes und das neuere Gericht, mit einem Museum darinnen. Vom Garten aus hat man jedoch einen wunderschönen Blick auf das Viadukt und die Häuschen am Fluss. Gleich dort führt auch ein steiler Weg mit Treppen wieder hinunter.

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