A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Figueira da Foz

Das Zentrum des Sturmes „Kristin“ zog direkt durch die Landschaft, durch die wir von Batalha nach Figueira da Foz fuhren. Entsprechend schlimm sieht es überall aus. Schneisen der Verwüstung wohin man sieht. Abgedeckte Dächer, sämtliche Werbetafeln sind zerstört, direkt knapp über dem Boden abgeknickt, die Hälfte der Verkehrsschilder wurde umgeknickt, der halbe Wald existiert nicht mehr. Die Bäume, zumeist Kiefern, knickten wie Streichhölzer in der Mitte ab. Viele Bäume wurden aus der Erde gerissen. Es gibt nur wenige Häuser, die nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nicht ist mehr wie es war.

In einer portugiesischen Meldung wird berichtet, dass es im Gebiet Coimbra Windböen bis zu 208,8 km/h gab. Das ist neuer nationaler Rekord. Der Schaden, den der Sturm hinterlassen hat, wird mit mindestens 2,5 Milliarden Euro beziffert.
Dazu kommt der ewige Regen. Ganz Westportugal steht unter Wasser: Flüsse führen Hochwasser, Felder und Wälder sind geflutet. Die ganze Landschaft ist ein Schwamm.

Figuera da Foz ist ein großes Seebad mit Hafen und Stränden. Der Parkplatz auf der nördlichen Seite der Mündung des Rio Mondego bietet einen für Wohnmobile abgetrennten Bereich.

Das erste, was wir bei unserer Ankunft sahen, war ein umgefallenes Riesenrad auf dem nebenan liegenden PKW-Parkplatz, Totalschaden. Das hat wohl einen mächtigen Wumms gegeben, als es vom Sturm umgeworfen wurde.

Zudem beseitigte man die Sturmschäden an den Bäumen. Das Grünzeug lagerte man vorerst auch auf dem Parkplatz.

Am Abend zog dann der zweite Sturm über uns hinweg. Dieser war mit „nur“ 100 km/h recht harmlos.

Am nächsten Tag besichtigten wir einen Teil der Stadt Figueira da Foz. Wir begannen unseren Rundgang am Fort Santa Catarina da Figueira da Foz, 1585 erbaut. Dort verlief wohl auch die Stadtmauer, von der nur noch kurze Reste übrig sind. Um das Fort hat man Wasserbecken gebaut, um es etwas attraktiver zu machen.

Die Festung bildete zusammen mit den Festungen Buarcos und Palheiros einen strategischen Bestandteil des Verteidigungsdreiecks zwischen Porto und Baia da Figueira. Die dreieckige Festung Santa Catarina beherbergt im Inneren eine kleine Kapelle, zwei Kasernen und einen Leuchtturm.

Wir spazierten die Straße am Hafen entlang und kamen zu einer schmalen Querstraße. Dort war man gerade dabei eines der alten Häuser zu rekonstruieren. Der Sturm „Kristin“ warf jedoch den Baukran um, der sich um eines der Häuser wickelte. Das obere Ende des Kranes hing quer über die nächste Querstraße. Mit Hilfe eines anderen Kranes versuchte man den havarierten Kran zu bergen. Dabei war die Presse anwesend, um dieses Ereignis zu dokumentieren. Langsam kommen wir uns wie Katastrophen-Touristen vor. Portugal ist wirklich schwer getroffen.

Etwas weiter befindet sich die Markthalle der Stadt. Als wir dort ankamen waren schon fast alle Stände geschlossen. Nur ein paar Gemüsehändler boten noch ihre Ware an.

Eine der Sehenswürdigkeiten von Figueira da Foz ist die Casa do Paço, ebenfalls an der Uferstraße gelegen. Von außen eher unscheinbar, beherbergt das Gebäude 8000 Delfter Fliesen. Man hatte sie Ende des 17. Jahrhunderts von einem Schiff geborgen, welches Schiffbruch erlitt. Leider hatte es bei unserem Besuch geschlossen.

Dann bogen wir in die Straße Largo Luis de Camões ein. Dort fanden wir hinter dem Denkmal für die Gefallenen des Großen Krieges den alten Pranger aus dem Jahre 1782. Heute nennt man die gedrehte Säule „Das städtische und Gerichtsdenkmal“.

Zuletzt besichtigten wir noch die Katholische Kirche „Igreja Matriz de São Julião“, mit einem schönen Platz davor.

Innen ist die Kirche schlicht, wartet aber mit wunderschönen weiß-blauen Azelejos auf.

Direkt vor der Kirche steht das Gebäude der Feuerwehr.

Auf dem weiteren Rückweg kamen wir am Casino vorbei, einem schönen Altbau von Ende des 19. Jahrhunderts. Es war das erste Casino des Landes. Direkt daneben steht ein modernen Glasbau, worin sich das Casino heute befindet.

Unten am Strand, an der Avenida 25 de Abril steht der Uhrenturm, ein ziemlich neuer Bau, so Mitte des 20. Jahrhunderts.

Was uns bei diesem Rundgang auffiel ist, dass es eine Unmenge großer Paläste in der Stadt gibt. Viele von ihnen auch gut erhalten oder rekonstruiert. Die Einwohner der Stadt müssen einmal sehr reich gewesen sein. Ende des 19. Jahrhunderts war Figueira als mondänes Seebad bekannt.

Wegen der vielen Regengüsse verbrachten wir viel Zeit im Wohnmobil. Dabei konnten wir Möwen beobachten, die sich frische Miesmuscheln aus dem Wasser holten. Sie brachten sie zum Parkplatz, ließen sie aus einiger Höhe fallen und kamen so leicht an das Muschelfleisch heran.

Batalha

Nordöstlich von Alcobaça liegt Batalha. Kurz vor Batalha wollten wir noch eine ruhige Nacht in dem kleinen Ort Calvaria de Cima verbringen. Dort bietet man einen kostenlosen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung an. Da der Platz jedoch mitten im Wald liegt, am Fußballplatz des Ortes, war uns ein längerer Aufenthalt zu gefährlich. Überall waren Bäume umgefallen, und Äste abgeknickt. Die meisten Bäume des Waldes hatte der Sturm „Kristin“ in Schräglage gebracht. Wir befürchteten, dass der nächste Windstoß einen dieser Bäume auf unser Wohnmobil fallen lässt. Deshalb mussten wir weiter fahren.

Das alles bestimmende Ziel in Batalha ist das Dominikanerkloster Santa Maria da Vitória. Der Grundstein für dieses Kloster wurde 1385 gelegt. Der Bau dauerte zweihundert Jahre. Wir hatten uns dieses Kloster, welches zum UNESCO-Welterbe zählt, für einen Besuch ausgesucht. Es besticht durch seine gotische Architektur. Durch die prunkvollen manuelinischen Elemente, nach König Manuel I. benannt, der im frühen 16. Jahrhundert Portugal zu seiner wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit führte, bekommt das Kloster einen besonderen Glanz. Der manuelinische Baustil vereint verschiedene europäische Baustile, die mit maritimen Ornamenten erweitert wurden. Eingeordnet wird der Baustil in die Zwischenzeit von Gotik und Renaissance. Auf jeden Fall ist dieses Kloster ein Hingucker. Nur zu besuchen war es gerade nicht. Durch die Sturmschäden von „Kristin“ hat man das Kloster für einige Tage geschlossen, aus Sicherheitsgründen. Das fanden wir mehr als schade, denn die Bilder, die man so sieht, machen neugierig.

So blieb uns nur die Umrundung des Klosters, was auch sehr interessant ist. Auffallend sind mehrere Säulen, die aussehen, als wären dort in früheren Zeiten Turmspitzen oder eine Kuppel darauf gewesen. Eine Informationstafel klärt darüber auf, dass dies der Raum mit sieben Grabkapellen ist. Er wurde 1434 begonnen und nie vollendet.

Nun richteten wir unsere Schritte in die kleine Altstadt von Batalha. Dabei kommt man zuerst zu einer kleinen Kirche, die Kirche der Kreuzerhöhung. Die Einwohner der Stadt hatten den Wunsch nach einer Pfarrkirche. Man entsprach diesem Wunsch und baute 1532 diese kleine Kirche. Sie ist im Ganzen schlicht, zeichnet sich aber durch ein wunderschönes Portal aus. Es weist barocke und manuelinische Elemente auf.

Das alte Holzdach des Kirchenschiffs stürzte 1858 bei einem Erdbeben ein. Man nutzte die Gelegenheit und baute neben einem neuen Kirchendach auch einen neuen Glockenturm, im gleichen Stil wie das Portal.

In den Gassen der kleinen Altstadt sind einige sehr schön erhaltene alte Gebäude zu finden. So auch die Kapelle der Santa Casa da Misericórdia. 1714 als Sitz der Bruderschaft des Hospitals der Heiligen Maria vom Sieg erbaut, wandelte man es später zum Haus der Barmherzigkeit um. Kurz darauf errichtete man daneben eine Kapelle, wo einst eine alte Kirche stand.

Etwas von der Altstadt entfernt befindet sich die Kooperative der Weinhersteller von Batalha. Der Shop war geschlossen, wahrscheinlich hatten sie noch mit dem aufräumen der Sturmschäden zu tun.

Zum Schluss unseres Rundgangs durch Batalha trafen wir auf die winzige Kapelle Nossa Senhora do Caminho. Das Baudatum ist unbekannt. Man vermutet jedoch, dass dieses Marienheiligtum vor zwei- bis dreihundert Jahren von Mönchen des Klosters erbaut wurde. Einer alten Legende nach erschien das Bildnis der Jungfrau Maria mehrmals an dieser Stelle, woraufhin man diese kleine Kapelle baute.

Das Wohnmobil hatten wir auf dem Stellplatz der Stadt abgestellt, wo wir auch übernachteten. So konnten wir, als es draußen dunkel war, die schöne Beleuchtung des Klosters bewundern.

Hinter diesem Parkplatz liegt ein kleiner Park, direkt am Fluss. Dort halten sich Gänse und Flugenten auf. Der Fluss führt so viel Wasser, dass es sogar einen reißenden Wasserfall gibt.

Seit wir am 22. Januar in Milfontes zur Heimreise aufbrachen regnet es jeden Tag. Es bleiben meistens nur ein bis zwei Stunden am Tag, an denen es eine Regenpause gibt. Eine solche Regenpause hatten wir beim Besuch von Alocbaça und Batalha erwischt.

Alcobaça

Wir entfernen uns ein wenig von der Atlantikküste und fahren nach Alcobaça. Dort ist der größte Sakralbau Portugals zu besichtigen, das Zisterzienser-Kloster Santa Maria de Alcobaça. Es wurde 1153 gegründet und 1833 von den Mönchen verlassen.

Die Stadt bietet einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz, von dem aus man schnell in der Altstadt und am Kloster ist.

Dafür überquert man den Rio Baça und läuft durch schmale Gassen. Wie in vielen Altstädten in Portugal ist auch hier viel Bausubstanz in schlechtem Zustand. Einige alte Häuser wurden dagegen rekonstruiert.

Vor dem Haupteingang des Klosters breitet sich ein großer freier Platz aus. Das Kloster ist nach Zahlung eines Eintrittspreises von 15,-€ zu besichtigen. Da wir nicht zwei Klöster hintereinander besuchen wollten, entschieden wir uns für den Besuch des Klosters in Batalha, welches uns mit seiner filigranen Architektur besser gefällt.

So beließen wir es bei der äußeren Besichtigung des Klosters in Alcobaça. Von der Treppe des Haupteinganges aus kann man das Kastell von Alcobaça auf der Kuppe des gegenüberliegenden Berges sehen.

Auf dem Rückweg zum Stellplatz spazierten wir noch zum Justizpalast mit seinem Garten.

Fast nebenan steht ein hübsches kleines Schlösschen, das Rathaus von Alcobaça.

Nazaré

Unser nächstes Ziel Nazaré kennt man aus dem Fernsehen. Es ist die Stadt an Portugals Küste mit den extrem hohen Wellen, die sich nur an einer Stelle aufbauen. Aber schon bei näherer Betrachtung hat Nazaré einiges mehr zu bieten.

Direkt neben der N-Bar Concerto, etwas vom Strand entfernt gelegen, bietet ein riesengroßer Platz die Möglichkeit Wohnmobile zu parken.

Von dort aus starteten wir zuerst, trotz Regen, einen Spaziergang zur Markthalle. Leider waren wir etwas zu spät dort, denn sie schließt um 13 Uhr. Der Fischverkauf war schon vorüber, aber man konnte noch Fleisch, Obst und Gemüse kaufen. Die Preisunterschiede bei den Händlern sind enorm, so dass man unbedingt die Preise vergleichen sollte.

Gleich neben einem der Eingänge zur Markthalle befindet sich die Tourist-Information. Da wir seit dem Sturm kein Internet haben, nutzten wir gleich die Gelegenheit, das dortige WLAN für die wichtigsten Dinge zu beanspruchen. Außerdem holten wir uns einen Stadtplan von Nazaré. Darin steht, dass Nazaré ein hervorragendes Urlaubsziel ist, bei dem Tradition und Moderne Hand in Hand gehen. Der Fischerei- und Freizeithafen, der lange Sandstrand und vor allem die größten Wellen der Welt sind nur einige Punkte.

Noch bis in die jüngste Vergangenheit war Nazaré ein Fischerdorf mit Postkartenmotiven. Bunt bemalte Boote wurden mit Ochsen aus dem Wasser gezogen und Frauen, mit knielangen weiten Röcken, trockneten Fische auf Gestellen in der Sonne oder bereiteten sie für den Verkauf auf dem Markt vor. Reste vom alten Nazaré sind noch hinter den Neubauten entlang des Strandes zu sehen, zirka zwei Meter unter dem heutigen Niveau. Daran kann man erkennen wie schnell Dünen wachsen.

Dies alles spielte und spielt sich in der Unterstadt von Nazaré ab. Am nördlichen Ende des Strandes erhebt sich eine Klippe, mit einer kleinen Festung aus dem Jahre 1577 auf deren Spitze. Etwas weiter hinten, auf der Klippe, liegt Sitio, ein alter Wallfahrtsort für die Jungfrau von Nazaré, der ins 12. Jahrhundert zurück geht.

Eine jahrhundertealte Stadtseilbahn verbindet die Unterstadt mit der Oberstadt. Als wir ankamen meinten wir die Bahn sei außer Betrieb, denn der Bahnkörper und die obere Station bieten ein sehr traurigen Anblick. In der Tourist-Info erfuhren wir, dass die Bahn fährt und ständiger Wartung unterliegt. Also spazierten wir durch die Gassen der Unterstadt zur Bahnstation.

Die Eingangshalle ist hell und freundlich gestaltet, auch die wartende Bahn ist neu. Tagsüber fährt die Bahn alle viertel Stunde, nachts alle halbe Stunde. Der Fahrpreis beträgt 2,50€ für eine Fahrt, hin und zurück kostet 4,-€.

Da wir nun schon einmal hier waren entschieden wir, die Bahn zu nutzen und uns Nazaré von oben anzusehen. Wir stiegen also in den Wagen. Als es losging stieg der Fahrer des Wagens ein, schaltete etwas ein und legte die Hände in den Schoss. Der Rest geht automatisch. Der Wagen setzte sich in Bewegung und gleichzeitig startete der Wagen in der oberen Station, um nach unten zu fahren. In der Mitte ist die Strecke zweigleisig, damit die Wagen aneinander vorbeifahren können.

Oben angekommen, stiegen wir aus und wendeten uns zuerst zum Aussichtspunkt, direkt über der oberen Station. Wir wurden mit einer gigantischen Aussicht überrascht, auch wenn das Wetter regnerisch war.

Dann folgten wir dem Weg an der Mauer entlang, die am Rand der senkrecht abfallenden Klippen steht.

Durch eine Gasse gelangten wir zu einem großen Platz, auf dem ein Riesenrad steht. Gleich gegenüber erhebt sich die Wallfahrtskirche der Jungfrau von Nazaré.

Wir wendeten uns jedoch nach links und kamen zu einer kleinen Kapelle. Von außen schlicht anzusehen beeindruckt sie aber im Inneren. Decke und Wände sind mit weiß-blauen Fliesen, den typischen Azulejos, bedeckt. Auch das Dach ist mit Fliesen belegt. Die Kapelle sieht sehr alt aus.

Ein Stück weiter kommt man zum Aussichtspunkt Suberco, wo der Blick von der Stadt über den Strand bis hin zum Klippenende schweift. Dort wollen wir hin, dort will jeder hin, der Nazaré besucht. Denn vor dieser Stelle, dem Big Wave Hot-Spot, sind die größten Wellen der Welt zu finden, wenn die Wetterlage stimmt.

Dafür muss man noch einen knapp einen Kilometer langen Weg bewältigen, der an dem kleinen Fort endet. Leider war das Fort bei unserem Besuch geschlossen, von dessen Dach man die Wellen eigentlich beobachten kann. Uns blieb nur ein Blick an der Seite des Forts vorbei. Von diesem Standpunkt aus ist das Wellenspektakel nicht so gut zu beobachten. Trotzdem bekamen wir eine Vorstellung von dem, was diese Stelle ausmacht.

Verantwortlich für die größten Wellen der Welt ist der größte Unterwassercanyon Europas. Das geologische Phänomen, der Nazaré-Canyon, ist 227 Kilometer lang und 5000 Meter tief. Der Canyon mündet direkt an der Klippe. Gute Chancen, große Wellen zu sehen, bestehen von Oktober bis März, in den Morgenstunden. Dafür muss auch kein starker Wind wehen, er muss nur aus der richtigen Richtung kommen, und die Wasserströmung muss stimmen. Die Wellen werden jedoch nicht nur bestaunt, sondern auch gesurft. Dabei hat es schon viele Tote gegeben, trotzdem versuchen es die besten Surfer immer wieder. Die Surfer von Praia do Norte, also von Nazaré, halten die drei Weltrekorde für die größten jemals gesurften Wellen.

Es war schwer sich von dem Anblick zu trennen, aber es wurde langsam dunkel. Bevor wir mit der Standseilbahn wieder nach unten fuhren besichtigten wir noch die Wallfahrtskirche von Nazaré.

Obere Station der Standseilbahn

Am nächsten Morgen richteten wir unsere Schritte in Richtung Marina und Fischerhafen. Allerdings ist dort nicht viel zu sehen. So kehrten wir um und spazierten am Strand zurück. Jetzt kam sogar die Sonne hervor und alles erschien viel heller und schöner. Der Himmel wurde blau und der Strand golden.

Gestern spazierten wir schon einmal die Strandpromenade entlang. Die Menschen waren dabei, gemeinsam die Sturmschäden zu beseitigen.

Wie schon in São Martinho do Porto hatte der Sturm auch in Nazaré Verwüstungen hinterlassen. Der Sand wurde durch die halbe Stadt getragen und liegt überall auf den Straßen, bis zu 15 Zentimeter dick. Der Strom ist immer noch ausgefallen, auch Internet gibt es nicht. Heute wird weiter aufgeräumt, aber viele Läden haben wieder geöffnet, auch der Strom ist da. Am Nachmittag kam auch das Internet wieder.

In der Mitte des Strandes informiert ein Freilichtmuseum über das Leben der Fischer vor dem Tourismus-Zeitalter. Verschiedene bunte Boote und die Trockengestelle für die Fische sind zu sehen.

Die Tradition des Sonnentrocknens der Fische ist uralt. Die Männer fingen den Fisch, viele verschiedene Arten, und die Frauen verarbeiteten ihn.
Gleich gegenüber informiert das „Trockenfischmuseum“ im Kulturzentrum über das Leben von früher, und die schwere Arbeit.

Jetzt war das Wetter unverhofft so schön und warm geworden, dass wir uns ein Eis in der „Gelatomania“ nicht entgehen lassen wollten. Das letzte Eis haben wir vor Monaten gegessen. Wir holten uns einen Becher mit drei Kugeln, die normalerweise die Menge von sechs Kugeln ausmacht. Dieser kostet 5,90€, ist jedoch jeden Cent wert, und reichte gut und gerne für uns Beide. Das Eis ist super lecker und mit richtigen natürlichen Zutaten gemacht. In dem Mangoeis schmeckt man die reine Mangosoße, das Spekulatiuseis beinhaltet richtige Keksstückchen. So etwas bekommt man heute nur noch selten.

Wir genossen den Eisbecher vor der Eisdiele und beobachteten die Aufräumarbeiten, Sand von den Straßen räumen, sowie die Leute, die alle froh waren, das endlich einmal die Sonne schien.
Nazaré hat uns wirklich mit seiner Vielfältigkeit überrascht.

Salir do Porto

Zwischen Foz do Arelho und Nazaré liegt eine fast exakt halbkreisförmige Bucht zwischen den Orten Salir do Porto und São Martinho do Porto. Diese wollten wir uns ansehen.

Direkt an der Düne von Salir do Porto befindet sich ein Parkplatz. Normalerweise für Wohnmobile gesperrt, aber jetzt kann man wenigstens tagsüber dort stehen.

Anhand einer Informationstafel erfuhren wir, dass die Düne, an der wir uns befanden, die größte Düne Portugals ist. Sie hat eine Länge von 200 Metern und eine Höhe von 50 Metern. Sie liegt an der Mündung des Flusses Tornada. Wind und Wellen haben über Jahrtausende an der Küste und am Strand Sand abgelagert.

Heute wachsen hier viele Pflanzen, die mit dem sandigen Boden und dem extremen Wetter der atlantischen Küste gut zurecht kommen, wie Stachelige Binse oder Strand-Goldlack.

Die ruhige Badebucht mit dem langen Strand ist jedoch nicht ganz ungefährlich, denn hin und wieder werden Portugiesische Galeeren in die Bucht gespült. Wer mit dieser Quallenart Bekanntschaft macht, dem vergeht ganz schnell das Lachen.

Die Bucht wird von zwei Landzungen vom Atlantik zu einem großen Teil abgetrennt. Auf der einen Spitze steht die Kapelle Santa Ana, gegenüber befindet sich der Leuchtturm von São Martinho do Porto.

Im Moment werden durch die vielen Regenfälle so viele Sedimente in die Bucht gespült, dass das Wasser braun ist. Wenn das Wasser im Sommer klar und blau ist sieht dieses Stück Land sicher sehr beeindruckend aus.

Bei der Anfahrt über die Höhen konnten wir sehen, dass das Flusstal des Tornada weitläufig überschwemmt ist.

In São Martinho do Porto spazierten wir noch etwas durch die Stadt und am Strand entlang. Hier sind die Spuren des Sturmes am Tag zuvor sehr deutlich: zerbrochene Schaufensterscheiben, kaputte Markisen, abgefallene Schriftzüge von den Geschäften, herunter gefallene Dachziegel und überall Sand. Es sieht schlimm aus. Da kommt eine ganz hübsche Schadenssumme zusammen, und die Aufräumarbeiten sind nicht unerheblich.

Die Promenade am Strand entlang ist jedoch sehr schön, wie auch der Blick über die Bucht hin zur schmalen Öffnung zum Atlantik.

Sturm in Portugal

Nachdem es schon eineinhalb Tage geregnet und gestürmt hat suchte ich nach der Live-Webcam von Nazaré. Nazaré ist bekannt für seine gigantischen Wellen, die bei bestimmten Wetterlagen an der Küste auftreten. Trotz vielen Windes, der von See kommt, sind die Wellen dort gerade nicht hoch.

Bei der Suche stieß ich zufällig auf eine Karte, die die aufziehenden Stürme zeigt. Nach dieser mussten wir in den nächsten Stunden, bis zum Mittag des nächsten Tages mit einer starken Sturmfront rechnen. In der portugiesischen Wettervorhersage nennt sich das „Extreme Warnung vor Küstenereignis“. Warnungen vor Küstenereignissen hatten wir auf dieser Reise schon viele, aber extrem? Das nahmen wir ernst und blieben vorerst auf dem Stellplatz in Foz do Arelho, da er etwas entfernt von der atlantischen Küste liegt. Denn es wurden neben großen Windstärken auch Wellen mit 7 bis 14 Metern vorausgesagt.

Der Abend verlief sehr ruhig, die berühmte Ruhe vor dem Sturm. In der Nacht dann, gegen 3.20 Uhr erreichte der Sturm „Kristin“ seinen Höhepunkt. Er fegte fast zweieinhalb Stunden mit Böen von 120 bis 140 km/h über uns hinweg. Zu allem Unglück boten wir ihm, der Stellplatzordnung geschuldet, unsere volle Breitseite. In solchen Fällen drehen wir das Wohnmobil mit der schmalen Seite in den Wind, was hier nicht möglich war.

Nach zweieinhalb Stunden, an Schlaf war nicht zu denken, denn wir wurden mächtig durchgeschüttelt, verlor der Sturm seine Kraft und machte in seinem normalen Tempo weiter. Am nächsten Morgen waren die Wohnmobile alle mit einer dicken Salz- und Schmutzschicht überzogen. Der Stellplatz stand ein weiteres Mal fast komplett unter Wasser. Der Strom war schon während dem Sturm ausgefallen. Wie wir am nächsten Morgen erfuhren hatte die ganze Stadt keinen Strom. Leider auch kein WLAN, so dass ich diesen Beitrag hätte zeitnah veröffentlichen können.

Als wir den Stellplatz verließen erkannten wir, dass wir trotzdem noch relativ geschützt standen, denn wir wurden wenigstens vom angewehten Sand verschont. Der hatte sich bis zum vorm Stellplatz liegenden Parkplatz vorgearbeitet und die geparkten Autos mit Sand zu geweht. Außerdem hatte der Sturm einige Kiefern aus dem Boden gerissen.

Nach der Wettervorhersage soll es noch ein paar Tage weiter stürmen und noch über eine weitere Woche regnen. Hört das denn nie mehr auf?

Das Zentrum des Sturms „Kristin“ lag knapp nördlich von uns, zwischen Nazaré und Porto. Sogar im südlichern gelegenen Lissabon stürzte ein Baum auf ein Auto und tötete einen Mann. Überall wurden Straßen unpassierbar. Am Ende des Sturmes waren sechs Tote zu beklagen.

Dieses Wettergeschehen nennt sich „explosive Zyklogenese“, oder Wetterbombe. Das heißt, die Intensivierung der Wetterereignisse laufen so schnell ab, dass sie eine zerstörerische Kraft entfalten.

Wir haben nun den Sturm überstanden, dafür baut sich ein Orkantief vom Atlantik kommend, durch die Straße von Gibraltar fegend, über dem gesamten Mittelmeerraum auf. Wir fahren erst einmal etwas weiter nach Norden, nach Nazaré.

Obidós Lagune

Von der Halbinsel Setúbal zur Lagune von Obidós fuhren wir durch eine Berglandschaft mit oft sandigem Boden, vielen Kiefern und einigen kleinen Korkeichenwäldern. Die Straßen sind ziemlich schlecht. In den Küstenregionen sind manchmal Salinen und Reisfelder zu finden, auch Weinanbau ist wieder ein Thema.

Die Lagune von Obidós ist ein Erholungsgebiet und wird durch eine Sandbank vom Atlantik getrennt. Dadurch ist das Wasser ruhiger. An der breitesten Stelle misst die Lagune ca. 1,8 km, die Länge beträgt heute noch 5 Kilometer. Jetzt, nach monatelangem Regen ist das Wasser braun, aber wenn man die Lagune von einem etwas erhöhtem Standpunkt aus betrachtet ahnt man schon, dass es ein sehr schönes Gebiet ist.

Wir stehen auf dem Wohnmobilstellplatz in Foz do Arelho, direkt am Ufer der Lagune. Die Nacht kostet 10,-€, inklusive aller Serviceleistungen. Nur eine warme Dusche kostet 1,-€ extra. Steht man in der ersten Reihe, dann zahlt man noch 2,-€ drauf, aber bei dem eher herbstlichen Wetter mit Regen und Sturm ist es besser, man steht etwas geschützter.

Seit wir vor vier Tagen von Milfontes aufgebrochen sind regnet es fast ununterbrochen, meist heftig, seit gestern stürmt es dazu. In der Wettervorhersage zeichnet sich auch in den nächsten eineinhalb Wochen keine Änderung ab. Nicht das, was man sich für eine Erkundungstour wünscht.
Egal, wohin man sieht, es herrscht in ganz Europa, bis hin nach Marokko und zur Türkei, das gleiche schlechte Wetter. Die Temperaturen sind auch überall gleich, nur dass es im Süden regnet und im Norden schneit. Solch einen Winter haben wir noch nie erlebt.

Die Stadt Foz do Arelho reicht von der atlantischen Küste weit ins Landesinnere, entlang der Lagune. Die Häuser schmiegen sich an die Hänge. Viele Häuser und Grundstücke lassen auf Eigentümer mit viel Geld schließen. Am Strand entlang reihen sich Restaurants und Strand-Bar´s.

Nicht weit vom Stellplatz ragt ein einsamer Löss-Felsen aus der Landschaft, mit einem großen Loch darin. Er hat den Namen „Penedo Furado“. Normalerweise findet man solche Felsen in Küstennähe, wo Wind und Wellen ihr Werk verrichten. Deshalb geht man davon aus, dass vor mehreren tausend Jahren die Lagune von Obidós zum Meer hin offen war, und weniger verschlammt. Dazu lag der Meeresspiegel etwas höher. Trotzdem ist dieser einzelne Felsen etwas besonderes.

Am Südrand der Altstadt von Foz do Arelho stehen alte Gebäude mit einem vernachlässigten großen Garten und alten Platanen. Es sieht aus, als wäre das einmal eine Abtei gewesen. Im Garten beobachteten wir eine Ziegenfamilie und einen Pfau.

Das Umland von Foz do Arelho ist von Kiefern- und Eukalyptuswäldern umgeben. Eukalyptus ist hier offensichtlich ein wirtschaftlicher Faktor.

Alcochete

Es wird Frühling in Portugal, die Tage werden länger, man hört mehr und neue Vogelstimmen, sieht neue Vogelarten, und neue Triebe an den Pflanzen sprießen hervor. Der Regen nimmt jedoch immer mehr zu. So viel Regen wie in den letzten zweieinhalb Monaten haben wir noch nie erlebt. Im Grunde hat es die Hälfte der Zeit seit Ende November geregnet. Wenn die Wasserspeicher jetzt nicht voll sind, dann wissen wir auch nicht. Wahrscheinlich reichen die gespeicherten Mengen für die nächsten zwei Jahre.

Auf jeden Fall heißt es jetzt weiter zu ziehen, in Richtung Heimat. Nach einem Monat auf dem Camping in Vila Nova de Milfonte fahren wir in Richtung Norden, die portugiesische Atlantikküste entlang. Auf der Halbinsel Setúbal fanden wir in Alcochete einen Platz zum Übernachten, doch vorher kehrten wir in das WOK-Restaurant „Quinta de Anjo“ in Quinta da Chapeleira ein, ziemlich in der Mitte der Halbinsel gelegen.
Wir besuchten schon vor neun Jahren ein WOK-Restaurant und waren begeistert. Für 10,95€ zum Mittag gibt es ein All-you-can-eat-Bufett vom Feinsten. Vorspeisen, Salate, Hauptspeisen, Desserts und Sushi, so viel man mag. Alles schmeckt super lecker. Frischen Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch kann man sich am Grillstand braten lassen. Die Getränke kosten natürlich extra. Die Bedienung ist schnell und aufmerksam, aber der Gastraum ist groß und gut besucht.
Beim Bezahlen sahen wir, dass man sich für 3,-€ noch zwanzig Stück Sushi mitnehmen kann. Da griffen wir doch gleich noch einmal zu. Es ist sehr frisch. Manche Stücke sind mit Mango-, Asia- oder Granatapfelsoße verfeinert, was wunderbar mit dem Sushi harmoniert.

Glücklich und gesättigt fuhren wir nach Alcochete, am Nordrand der Halbinsel Setúbal, schräg gegenüber der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Die Stadt Setúbal hatten wir schon auf unserer ersten Reise durch Portugal besucht.

Von Alcochete aus ist die lange Vasco da Gama-Brücke über den Tejo nach Lissabon hinüber zu sehen. Sie kostet, wie die Hängebrücke 25. April, Maut, allerdings nur, wenn man sie von Süd nach Nord befährt. Der Tejo bildet in diesem Bereich eine Art Binnenmeer, bevor er sich zum Meer hin wieder zu einem Fluss formt und in den Atlantik mündet.

Alcochete ist eine Kreisstadt, die aber immer noch die Züge des ehemaligen Fischerdorfes trägt. Am Ufer des Tejo spazierten wir zum Pier, der weit in den Tejo hinein reicht. Um den Pier herum liegen kleine Fischerboote im Wasser, zu denen die Fischer durch das flache Wasser mit Anglerhosen gelangen, wenn der Wasserstand wegen der Gezeiten nicht zu hoch ist.

Seidenreiher

Am Pier steht die alte Kirche „Misericórdia“. Das Gebäude stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1933 wurde sie rekonstruiert und beherbergt heute eine bedeutende Sammlung sakraler Kunst.

An die alte Kirche schließt sich die Altstadt von Alcochete an, die sich zu einem großen Teil in sehr schlechtem Zustand befindet.

Gleich gegenüber der Kirche steht ein Denkmal zu Ehren Manuel I, auch Emanuel der Glückliche genannt. Er lebte von 1469 bis 1521 und gilt als einer der bedeutendsten Könige Portugals. Er verhalf Portugal zu einer wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Blüte, dem Goldenen Zeitalter. Unter seiner Regentschaft entdeckte man den Seeweg nach Indien, baute das erste Kolonialreich im Indischen Ozean auf und entdeckte Brasilien. Er begründete eine besondere Architektur, die bis heute in Portugal bestimmend ist. Sie zeichnet sich durch relative Schlichtheit aus, die mit maritimen Motiven und Ornamentik verziert ist. Praktisch an fast jedem historischen Bauwerk ist diese Architektur zu erkennen.

Durch den neueren Teil Alcochetes spazierten wir zum Parkplatz am Praia do Sal zurück, auf dem wir unser Wohnmobil abgestellt hatten. Er wird von vielen Kasuarinen beschattet, die uns schon vor neun Jahren an der Costa Blanca das erste Mal aufgefallen waren. Sie begeistern uns immer noch durch ihr ungewöhnliches Aussehen und die schachtelhalmartigen Nadeln. Trotzdem gehören sie zu den Buchenartigen.

Auf den linken Seite des Parkplatzes breiten sich ehemalige Salinen aus. Die Gebäude darin sind allesamt leer und verfallen. Das Gebiet ist heute nationales Schutzgebiet für Vögel. Dadurch, dass es ständig Regenschauer gibt, sind wir nicht so weit vorgedrungen, wie wir es eigentlich wollten. Deshalb bogen wir vor dem Eingang zur Parkverwaltung zum Tejoufer ab.

Es war gerade Ebbe und die Muschelsammler waren unterwegs. Im Hintergrund sind die Vasca da Gama-Brücke und der östliche Teil Lissabons zu sehen.

Am Ufer des Tejo spazierten wir wieder zurück bis zur Strand-Bar „7 Winde-Mühle“. Davor mündet ein kleiner Bach in den Tejo.

Cabo Sardão

Ein anderer Ausflug von Vila Nova de Milfontes aus führte uns zu einem spektakulären Stück portugiesischer Atlantikküste. Bisher haben wir schon einige herausragende Steilküsten um Milfontes gesehen, aber die Küsten von Almograve und besonders des Cabo Sardão setzen dem noch einmal die Krone auf.

Kurz hinter dem Ort Almograve endet die Stichstraße an einem großen Parkplatz. Normalerweise ist dieser für Wohnmobile gesperrt, aber jetzt im Winter sagt niemand etwas, wenn man tagsüber dort parkt.

Links vom Parkplatz breitet sich der Strand von Almograve aus.

Direkt vor dem Parkplatz beginnt jedoch nach Norden führend ein wunderschönes Stück Steilküste mit anschließenden Dünen. Wir hatten uns für den Ausflug einen schönen Tag ausgesucht, denn nur dann sieht die Landschaft richtig gut aus. Dann kommen die vielen Farben der Natur, des Meeres und der Gesteine zum Vorschein. Bei einem solchen Anblick muss man einfach hingerissen sein. Es ist kaum möglich zu beschreiben was man sieht, deshalb lassen wir Bilder sprechen.

Zirka zehn Kilometer Richtung Süden liegt das Cabo Sardão. Die Straße zur Küste endet direkt vor dem Leuchtturm.

Links neben dem Leuchtturm befindet sich der wohl offenste Fußballplatz der Welt. Golfplätze direkt an rauen Küsten haben wir schon gesehen, aber einen Fußballplatz noch nie. Er wird nur an den Stirnseiten durch einen hohen Zaun geschützt, und es gibt keine Sitzplätze oder ähnliches. Das ist schon verrückt.
Am Fußballplatz kann man parken und von dort aus einen Rundweg entlang der Klippen spazieren. Teile davon gehören zur Rota Vicentina, dem Wanderweg entlang der südlichen Küste, auf den wir schon in Milfontes gestoßen waren.

Wir sind eigentlich hier her gekommen, weil Weißstörche Nester in die windumtosten Klippen gebaut haben sollen, eine einmalige Kuriosität in der Welt. Dies steht in einem Ausflugsprospekt der Touristinformation. Was uns jedoch erwartete, ist das spektakulärste Stück Küste, was wir bisher gesehen haben. Die Klippen sind wohl die höchsten an der Costa Viventina.

Die schwarzen Basaltfelsen, die mit weißen Quarzadern durchzogen sind, machen den Anblick noch dramatischer. Der Basalt hat sich in Lagen gespalten, die fast senkrecht stehen. An deren Fuß nagt die Brandung am Fels.

Mehrere Buchten haben sich gebildet, die jede für sich atemberaubend sind. Auf dem Plateau wachsen Azaleenbüsche, ebenso unerwartet an dieser Stelle. Sie machen die Hälfte der Vegetation aus. Außerdem sind mehrere Aussichtspunkte vorhanden.

So sehr wir auch nach den Storchennestern Ausschau hielten, wir konnten keines finden. Als wir auf dem Campingplatz zurück waren erklärte man uns, dass man sie nur findet, wenn man weiß wo man suchen muss. Da die Abgründe an den Klippen sehr hoch sind und senkrecht in die Tiefe gehen, sollte man sich nicht zu nah heran wagen. Das macht die Sache auch nicht einfacher. Trotzdem hat sich der Ausflug zum Cabo Sarão schon wegen den An- und Aussichten mehr als gelohnt.

Odemira

Von Vila Nova de Milfontes aus unternahmen wir eine Rundreise mit dem Hauptziel Odemira. Begonnen haben wir die Fahrt am Flohmarkt in Brunheiras, zwei Dörfer weiter. Dieser Flohmarkt ist eigentlich ein Wochenmarkt, der Samstags stattfindet. Jemand sagte sogar, dass er nur jeden 2. und 4. Samstag im Monat geöffnet ist. Angeboten wird alles von Lebensmitteln, Bekleidung, Haushaltswaren, Gartenzubehör und Pflanzen sowie Kleinvieh. Mehrere Stände sorgen für das leibliche Wohl. Hier geht es ziemlich lautstark zu und es ist ein besonderes Erlebnis.

Von Brunheiras fuhren wir über São Luis nach Odemira. Es ist eine schöne Fahrt über Land, welches sich schon von der Küstenlandschaft unterscheidet.

Nördlich von Odemira liegt ein Wanderparkplatz, Estação da Biodiversidade da Ribeira do Torgal. Von hier startet ein Wanderweg entlang eines Baches. Sehenswert ist schon der Startpunkt mit der hellen Bogenbrücke und Felsformationen.

Da taucht man auf dem Weg in eine Landschaft ein, die aussieht, als wäre das Wort Trockenheit hier fremd. Der Wald ist zwar im Winter nicht so grün wie an der Küste, aber die kahlen, zum Teil alten Bäume verleihen dem Bachteil ein eigenes Aussehen.

Unser Wanderziel war eigentlich die Klamm „Pego das Pias“, aber wegen des vielen Regens über die letzten Monate ist der Weg teilweise eine Seenlandschaft und nur mit Gummistiefeln zu begehen. Wir kamen dort leider nicht weiter, sehr schade.

Also fuhren wir nach Odemira weiter. Die Kleinstadt, die eher wie ein Bergdorf anmutet, liegt direkt am Fluss Mira, der in Milfontes in den Atlantik mündet. Hier finden sich große Supermärkte, in denen man sich auch einmal mit Lebensmitteln eindecken kann, die die kleinen Läden in Milfontes nicht bieten.

Odemira selbst ist ganz schön, eingebettet in eine Hügellandschaft. Wohnmobile kann man am südlichen Ufer der Mira parken. Von dort aus sind an einem Hang große Buchstaben zu lesen, die das Wort „Chocolate“ formen.

Wir starteten unseren Rundgang durch Odemira an der Fußgängerbrücke, die vom Parkplatz zur Altstadt führt. Diese ist nicht groß und zieht sich einen Hügel hinauf. Während das Flussufer auf beiden Seiten hübsch und neu gestaltet ist zeigt sich die Altstadt in einem schlechten Zustand. Nur wenige Häuser sind restauriert, aber viele Gassen weisen einen neuen Belag auf. Man bemüht sich offensichtlich, die Altstadt auch wieder schön zu machen.

Ganz oben stehen zwei Kirchen.

Von dort aus spazierten wir wieder zum Fluss hinunter. An der Fachwerkbrücke, über die der Verkehr über die Mira fließt, lädt ein kleiner Aussichtspunkt zu einer Pause ein.

Auf der gleichen Ecke steht ein Hinweisschild zur Schokoladenmanufaktur. Zweihundert Meter sind es noch bis dorthin. Sie befindet sich an einem Hang. Von der kleinen Terrasse des Hauses hat man einen wunderschönen Blick über Odemira, bis hin zu einer Figurengruppe, dem „Monumento ao Cante Alentejano“. Der Cante Alentejano ist ein traditioneller polyphoner Gesang, der im unteren Alentejo gepflegt wird. Seit 2014 steht er auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

In der kleinen Schokoladenmanufaktur de Beatriz werden Pralinen und Tafelschokolade angeboten, die mit verschiedensten Zutaten ergänzt wird, angefangen von Kokos über Ingwer bis hin zu Chilli. Einhundert Gramm werden zwischen 6,90 und 7,90€ verkauft. Neben ein wenig Schokolade, die wir kauften, tranken wir noch einen heißen Kakao auf der Terrasse, gerade richtig bei den herrschenden kühlen Temperaturen.
Dann fuhren wir nach Milfontes zurück.

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