A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Zumaia

Bis Bilbao fuhren wir seit Foz immer die mautfreie Autobahn A8, auch „Via Cantabrico“ genannt, um Zeit zu sparen. Ab Bilbao kostet die Autobahn wieder Maut und wir wechselten auf die Landstraßen. Da das baskische Land ziemlich bergig ist, sind die Landstraßen entsprechend kurvig. Die Straßen sind allerdings besser als in Galicien und Asturien.

Den Großraum Bilbao umfuhren wir und legten eine Kaffeepause im Bergdorf Markina-Xemain ein. Das liegt zwischen Durango und Ondarroa an der Küste. In Markina-Xemain kommt man sich in die Alpen versetzt vor. Der Baustil und die Landschaft erinnern stark an die alpenländische Region. Die Bäume sind vom Winter kahl, aber die Erlen blühen schon, sowie der Löwenzahn und wilde Primeln.

Dann fuhren wir nach Zumaia weiter. An der Küstenstraße angekommen und ihr folgend, konnten wir kurze Blicke in die Buchten von Onarroa und Deba werfen. Da wir jedoch auf der küstenabgewandten Straßenseite fuhren, konnten wir nirgends halten, um uns die schönen Orte anzusehen.

Die Stadt Zumaia besuchten wir schon kurz vor neun Jahren, hatten aber irgendwie keine Erinnerung mehr daran. Das Wohnmobil stellten wir wieder am Hafen ab, mit einem schönen Blick auf die Altstadt von Zumaia, mit der normannischen Kirche „San Pedro“, die die Häuser überragt.

Wir spazierten von der Marina aus über die Fußgängerbrücke, die über den Urola-Fluss führt, und erreichten die Reste der ehemaligen Verladestation. Nach der Verlandung des alten Hafens baute man gegenüber einen neuen Hafen, was die Wirtschaft der Stadt und der Region wieder belebte.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird gerade restauriert und ist daher nicht zugänglich. Sein Erscheinungsbild ist beeindruckend. Die Quadersteinverkleidung im Erdgeschoss sowie an den Ecken, das aufgesetzte Fachwerk im Obergeschoss und die Türmchen auf den vier Ecken sind wunderschön.

Am Ufer des Flusses Narrondo Ibaia steht auch ein altes Gebäude. Es stammt aus dem Jahre 1926. Ein Foto zeigt dieses Gebäude mit davor festgemachten Schiffen.

Über die nahegelegene Brücke erreichten wir die Promenade entlang des Urola-Ufers. Ihr folgten wir nun bis zum Leuchtturm und zum Ende der Hafenmole, vorbei an sehr schönen Villen.

Von dort bietet sich ein schöner Blick zurück zur Stadt und man bekommt einen Eindruck, welch ein Aufwand betrieben wurde, diese Mole zu schaffen. Kleine Kunstwerke aus Marmor zieren sie hier und dort.

Auf dem Weg zurück zur Stadt kommt man an einer Steueruhr vorbei, die aus dem Jahre 1901 stammt und in der Kirche San Miguel de Artadi in Zumaia verbaut war. Über diese Uhr war die Bedienung der Turmuhr hoch oben einfacher. Sie verfügt über ein 12-Stunden-Uhrwerk, einen Motor zum Aufziehen der Gewichte und eine Glocke.

Die Altstadt von Zumaia ist gut erhalten.

Über den Amaia-Platz erreicht man die Kirche „Kepa Deunaren Parrokia“, die ein eindeutig normannisches Aussehen hat und wahrscheinlich im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Einige Stufen führen zum Eingang der Kirche hinauf, die leider geschlossen war. Von der Terrasse vor dem Eingang hat man einen schönen Blick in die Gassen.

Nicht weit von der Kirche entfernt steht ein großer Brunnen mit einer Bronzestatue einer Frau, die sich gerade den Eimer mit Wasser füllt. Der Brunnen trägt den Namen Sanjuanturri-Brunnen und ist von 1889.

Gleich daneben befindet sich der Olazabal-Palast. Juan Olaza-bal war der Sekretär von König Philipp IV von Spanien. Der Palast wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Die beiden Wappen an der Fassade gehören der Familie Olaza-bal.

Das war wirklich ein interessanter Spaziergang durch Zumaia. Die Stadt war zugleich das letzte Ziel in Spanien auf dieser Winterreise. Das spanische Baskenland bietet kaum Platz für größere Wohnmobile, zudem sind die meisten Parkplätze für Wohnmobile gesperrt. Das ist uns schon auf der ganzen Reise aufgefallen, dass es inzwischen den Wohnmobilfahrern sehr schwer gemacht wird, sich irgendwo umzusehen. Das war vor neun Jahren noch ganz anders. Inzwischen hat der Wohnmobilverkehr auch sehr zugenommen, da versteht man schon die Leute, die Wohnmobile überall verbieten. Wir haben aber auch Städte und Gemeinden kennengelernt, die ein Herz für Wohnmobilfahrer haben und ihnen genügend Raum zur Verfügung stellen, meist sogar kostenlos. Dafür danken wir ihnen sehr.

Noch eines: Auf fast dem gesamten Weg der Reise begleiteten uns Eukalyptusbäume, immer. Mit dem Überfahren der Kantabrisch-Baskischen Grenze gibt es kein Eukalyptus mehr. Die Basken haben wohl nichts für diese Baumart übrig.
Dafür ist die Vegetation gemischt – mediterran und mitteleuropäisch. Für mediterran stehen Stechginster, gelb blühende Mimosen und Kamelien. Für mitteleuropäisch stehen dagegen Forsythie, Zierquitte und Löwenzahn. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Also geht es jetzt nach Frankreich.

Kantabrische Küste

Laredo

Wir befinden uns in Kantabrien. Um die nächste Etappe nicht zu lang werden zu lassen, suchten wir uns Laredo für einen Zwischenstopp aus. Die Stadt liegt zwischen Santander und Bilbao. Bisher haben wir auf dieser Fahrt nur kleine gemütliche Städtchen an der Nordküste Spaniens kennengelernt. Laredo dagegen ist ein großer Urlaubsort. Von einem zum anderen Ende des langen Sandstrandes sind es mehr als fünf Kilometer.

Zwei Nächte verbrachten wir in der Stadt. Hier erlebten wir den wärmsten Tag dieser gesamten Winterreise. Um 10.30 Uhr zeigte das Thermometer schon 19°C an. Um 19.30 Uhr waren es immer noch 18°C. Selbst um 23.20 Uhr durften wir noch 16°C und einen Vollmond genießen. Unglaublich. Selbst zum Beginn der Reise im Oktober, in Spanien, waren nur die Mittagsstunden warm genug, um kurzärmelig zu gehen. Schon früh abends war es so kalt, dass wir nicht draußen sitzen wollten.
Um so größer war die Freude über die warmen Frühlingstemperaturen jetzt.

Zuerst spazierten wir die Promenade entlang bis zur Landspitze, wo der Ría de Treto ins Meer mündet. Zwischen der Promenade und dem Strand erheben sich Dünen. Wieder sehen wir Hinweise auf den nördlichen Jakobsweg.

Gegenüber der Landspitze von Laredo liegt der Ort Santoña mit dem Fort San Martín und dem Fort San Carlos. Es ist wirklich schön hier.

Das Ende der Landspitze erinnert an das Goldene Horn auf der kroatischen Insel Brač. Im Sand fanden wir von kleinem Holz oder Muscheln ausgespülte Löcher, die wie Gletschermühlen im Gestein Skandinaviens aussehen. Es sind kleine Wunder der Natur.

Die erste Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz am Parque de los Tres Laredos. Um das östliche Ende von Laredo kennenzulernen, wechselten wir den Standort dorthin.

Auf dem kurzen Stück zwischen dem Parkplatz an der Strandpromenade und der Altstadt erfreuen Stahlskulpturen das Auge: „Die Delfine“, „eine Frau mit wehendem Haar“ und „Die drei Fischer“.

Die Altstadt von Laredo ist nicht groß, aber ganz hübsch. Uns interessierte der Aussichtspunkt und das Fort Rastrillar oberhalb der Altstadt.

Dafür muss man durch die Altstadt zu einer Gasse, die den Berg hinauf an der Kirche Santa María aus dem 13. Jarhundert vorbei führt. Die Kirche war gerade geschlossen, ist aber schon von außen interessant anzusehen.

Direkt hinter der Kirche läuft man durch ein altes Stadttor. Der Weg führt dann weiter bergauf zum Friedhof. Von dort oben kann man schon auf beiden Seiten das Meer sehen.

Noch weiter den Berg hinauf kommt man zum Tor des alten Forts Rastrillar, welches nur tagsüber geöffnet ist. Gleich dahinter befindet sich der Aussichtspunkt mit dem Blick über Laredo, dessen Hafen, bis hinüber nach Santoña. Bei Sonnenschein und blauem Wasser einfach unschlagbar schön.

Die Ursprünge des Forts stammen aus dem 9. Jahrhundert. Die heutigen Gebäude, Unterkünfte für die Soldaten und Räume für die Befehlshaber, wurden Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Nach deren Verfall gab es Rekonstruktionsmaßnahmen aus der neuesten Zeit. Das Fort bot Platz für zweihundertfünfzig Soldaten.

Zum Fort gehören zwei offene Batteriestellungen für Kanonen und ein Pulverlager, die aus dem 18. Jahrhundert sind. Die Batterie „Heiliger Thomas“ besteht eigentlich nur aus einer steinernen Brüstung und Quadersteinen, die den Rückstoß der neun Kanonen auf die Lafetten aufhalten sollten, ohne Nebengebäude.

Die zweite Batterie „San Gil“ oder später „San Carlos“ weiter unten, etwa vierzig Meter über dem Meeresspiegel, konnte zwanzig Kanonen aufnehmen. Das Pulverlager ist unter der Vegetation versteckt und somit unsichtbar. Ein bis zwei Tonnen Schießpulver konnten hier gelagert werden. Die Hanglage sollte die Schäden im Falle einer Explosion abmildern.

In der Mitte der Batterie, wo eine Treppe hinunterführte, befand sich eine Quelle zur Versorgung des Forts.
Dieses Fort Rastrillar und die beiden Forts auf der anderen Seite der Bucht von Laredo konnten die Stadt gut verteidigen. Das Leben der Soldaten war hart, aber sie hatten wenigstens schöne Aussichten.

Unterhalb des Forts, auf Höhe des Hafens, führt ein Tunnel durch den Fels, der Atalaya-Tunnel. Er verbindet den Hafen mit einem Aussichtspunkt auf der anderen Felsseite, oberhalb des Playa Soledad. Bei unserem Besuch war er leider geschlossen.

Santillana del Mar

Inzwischen haben wir Ende Februar/Anfang März. Der Frühling in Nordspanien hat Fahrt aufgenommen und ist dem deutschen Frühling immer noch um eineinhalb Monate voraus. Erste Büsche und Bäume werden grün, die ersten Obstbäume blühen, auch der Eukalyptus blüht. Die Wiesen sehen aus wie die Wiesen in Deutschland im Sommer, mit Nesseln und Storchenschnabel. Der Winter in Nordspanien ist kurz und nicht wirklich kalt.

Fast jeder hat wohl schon von den steinzeitlichen Höhlenmalereien im südfranzösischen Lascaux gehört. Leider haben wir es noch nie dorthin geschafft, obwohl mich das sehr interessiert. Inzwischen kann man in Lascaux nur noch eine Kopie der originalen Höhle, inklusive der Malereien, besichtigen. Das Gleiche findet sich in der Altamira-Höhle bei Santillana del Mar. Leider sind lange Anmeldefristen ein Hindernis für uns, da wir nicht planen können, zumal wir auf dem Heimweg sind und uns nur noch zwei Wochen bleiben. Da die Menge an Besuchern den Höhlenmalereien schaden, wird der Besucherstrom stark begrenzt. Dadurch verlängern sich automatisch die Anmeldefristen.

Beim Forschen nach Zielen an der asturisch/kantabrischen Küste stieß ich auf weitere Höhlen, in denen die Malereien, zwanzig- bis vierzigtausend Jahre alt, zwar nicht so zahlreich sind, dafür aber noch original. So zum Beispiel die „Cueva del Pindal“, östlich von Llanes.

Die Parksituation für größere Wohnmobile ist nicht gut, deshalb parkten wir am vorgelagerten Aussichtspunkt „El Picu“. Von dort aus bis zum Eingang der Höhle ist es noch ein guter Kilometer zu Fuß den Berg hinunter, versteckt im Grünen. Leider ist in die „Cueva del Pindal“ auch kein Reinkommen ohne vorherige Anmeldung. Nach einem Check im Internet beträgt die Anmeldefrist für diese Höhle im Moment eineinhalb Wochen.

Wir spazierten trotzdem durch den Wald, bis zum vergitterten Eingang der Höhle. Vor der Höhle liegt ein kleines Plateau, welches durch eine Schlucht in das Meer abfällt.

Gegenüber dem Weg zur Höhle steht die Kapelle „Ermita de San Emeterio“. In dieser abgeschiedenen Gegend vergisst man die Außenwelt. Der Leuchtturm kann allerdings nicht besucht werden.

So fuhren wir nach Santillana del Mar weiter. Die Stadt liegt etwas von der Küste entfernt und zeigt sich wieder vollkommen anders als Cudillero und Llanes. Das komplette mittelalterliche Stadtzentrum steht unter Schutz und ist wunderbar erhalten. Seit 1943 gilt es historisch-künstlerisches Denkmal und ist eines der bekanntesten Touristenzentren Kantabriens.

In der Touristinformation erhält man einen Stadtplan, der die Orientierung in den gepflasterten Gassen erleichtert. Schon auf den ersten Metern sieht man schöne Details an den Häuserfassaden.

Gleich in der ersten Gasse rechts wartet das „Foltermuseum“ auf Besucher. Auf drei Etagen wird gezeigt, zu was für Greueltaten der Mensch fähig ist, was ein Mensch einem anderen Menschen antun kann. Es werden nicht nur Folterwerkzeuge gezeigt, sondern auch bildliche Darstellungen. Viele Stücke stammen aus dem mittelalterlichen deutschen Reich.

Da wendet man sich doch lieber wieder der Schönheit Santillana del Mar´s zu. Viele Geschäfte reihen sich aneinander, mit Souvenirs und typisch kantabrischen Köstlichkeiten sowie Kunsthandwerk. Das Wetter konnte nicht besser sein. Es war warm und der Himmel blau.

Kurz vor der im Mittelpunkt stehenden Kirche „Santa Juliana“, befindet sich die öffentliche Wäscherei und die Viehtränke, deren Becken durch einen Brunnen gespeist werden.

Die heutige Kirche „Santa Juliana“ war ursprünglich ein Kloster aus dem Jahre 870, welches im 11. Jahrhundert in eine Kirche umgewandelt wurde. Bei unserem Besuch war sie gerade geschlossen.

Hinter der Kirche folgen nur noch wenige Häuser. Den Rückweg durch Santillana del Mar kann man über die „Plaza Mayor“ nehmen. Dieser Platz wird von mehreren Türmen und Palästen begrenzt, die zum Teil Arkadengänge aufweisen.

Vor einem der Paläste steht eine Bison-Skulptur aus Sandstein. In der Stadt sind mehrere Bison-Darstellungen zu finden. Sie verweisen auf die Tierwelt der Steinzeit, denn schon damals lebten Menschen in dem Gebiet. Durch deren Höhlenmalereien, auf denen Bisons, Pferde und andere Tiere dargestellt sind, weiß man um die Vielfalt der Natur zu jener Zeit.

Um die Stadt richtig zu genießen, sollte man in eines der Lokale einkehren, die jede Menge Spezialitäten anbieten. Eine Spezialität Kantabriens ist der Sidre, ein Apfelwein. Den hatten wir schon auf unserer Rundreise durch die Normandie kennengelernt. In Kantabrien serviert man den Apfelwein mittels einer speziellen Vorrichtung am Tisch, die zwei Rohre aufweist. Eines der Rohre wird in die Flaschen eingeführt, dann wird Druck aufgebaut, und der Sidre wird durch das zweite Rohr ins Glas gedrückt. So entsteht Luft im Apfelwein, der das Aroma hervorhebt. Eine einfachere Alternative ist das Ausschenken aus der Flasche mit großem Abstand zum Glas. Der Sidre wird in zwei Sorten angeboten: Natural oder Spumante süß. Schmecken tut er auf jeden Fall.

Den Besuch von Santillana del Mar können wir ebenfalls nur wärmstens empfehlen. Wer kann, sollte aber unter der Woche kommen.

Für die Wohnmobile stehen zwei Stellplätze zur Verfügung, mit Service.

Asturische Küste

Navia

Zuerst noch eine Erklärung zum „Fürstentum Asturien“, welches wir im letzten Beitrag erwähnt haben. Fürsten gibt es in Asturien schon lange nicht mehr. Eigentlich weiß niemand mehr, wie Asturien überhaupt zu diesem Namen kam. Es soll wohl irgendwelche alten Dokumente geben, aber eine richtige Erklärung liefern die irgendwie auch nicht. Das „Fürstentum Asturien“ hat sich aber bis heute erhalten.

Seit die Sonne wieder scheint haben wir keinen richtigen Stellplatz mehr angefahren. Es war also an der Zeit einige Dinge zu erledigen: Ver- und Entsorgen, Waschen, Einkaufen und Tanken. Man findet selten Plätze, an denen das alles möglich ist. In Navia, an der asturischen Küste, wurden wir fündig. Zudem wird die Stadt als ganz hübsch beschrieben.

Der Stellplatz ist weniger hübsch, direkt am Supermarkt und einer Tankstelle. Gegenüber befindet sich eine Schule. Der Stellplatz wird von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt, und besitzt eine Servicestation. Damit haben wir alles was wir brauchten. Eine SB-Wäscherei gibt es im Supermarkt.

Zum Fluss Navia sind es nur ein paar Schritte. Direkt rechts der Werft, wo gerade zwei Schlepper gebaut werden, beginnt ein schöner Weg am Flussufer entlang hin zum Meer. Seit Foz bewegen wir uns an der Costa Verde Nordspaniens, einem Teil der Biskaya.

Wir richteten unsere Schritte in die Stadt Navia. Die Brücke, über die wir in die Stadt kamen, bestimmt das Bild. Zwischen den dahinter liegenden Häuserzeilen lädt ein Park zum Ruhen ein, der von Platanen und Palmen bestimmt wird. Die Hecken aus rosa blühenden Kamelien sind besonders schön.

Die Häuser weisen die typische Architektur des spanischen Nordwestens auf, mit einem Hauch Orient. Auch hier zeigt sich noch das maurische Erbe.

Ein Stück weiter liegt der Park „Ramón de Campoamor“, wunderschön am Flussufer angelegt.

Bald darauf macht das Casino auf sich aufmerksam.

Den Rückweg nahmen wir durch die Altstadt, die auf einem kleinen Hügel liegt.

Cudillero

Wenn man etwas in Spanien gesehen haben muss, dann ist es der Ort Cudillero, eines der „schönsten Dörfer“ Spaniens. Das ist nicht übertrieben. Wir sind so von Cudillero begeistert, dass wir euch einen Besuch nur wärmstens empfehlen können.

Das Dorf ist mit dem Wohnmobil nur über eine Straße zu erreichen. Sie führt von der Höhe hinunter auf Meereshöhe. Dort kommt man zuerst zum Hafen, wo sich auch der Stellplatz befindet. Jetzt im Winter ist dieser kostenlos, ohne Service.

Auf der Mauer, die den Hafen umgibt, kann man entlang spazieren. Das Wasser im Hafen ist überraschend sauber.
Am anderen Ende der Bucht zieht sich Cudillero an den steilen Felshängen eines Einschnittes hinauf.

Geht man unterhalb der senkrechten Felswände, die die Bucht begrenzen, entlang, kommt man zu einem Tunnel. Er stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, ist dreihundert Meter lang und kanalisiert den Rio Piñera. Bei trockenem Wetter kann man durch den Tunnel gehen. Jetzt gerade tropft das Wasser überall herunter und der schmale Weg durch den Tunnel ist sehr glitschig. Eine Taschenlampe ist wahrscheinlich angeraten, denn die dreihundert Meter sehen dunkel aus.

Der Fluss ergießt sich am Tunnelausgang über mehrere Kaskaden und fließt dann ins Hafenbecken. Bei Ebbe baden gerne die Möwen in dem Süßwasser, um sich das Salz des Meeres abzuwaschen.

Hat man dann den Kreisverkehr passiert, der das Ende der öffentlichen Straße markiert, eröffnet sich ein wunderschönes Bild in den Ort Cudillero. Am linken Berghang ist ein Aussichtspunkt zu sehen, über dem gerade der Mond stand.

Über eine Brücke erreicht man das Dorf und erreicht dann den zentralen Platz. Staunend standen wir da und betrachteten die fast übereinander gestapelten Häuser, die alle sehr hübsch zurecht gemacht sind. Hier finden sich viele Restaurants, die typisch asturische Küche anbieten.

Wir folgten erst einmal der schmalen Straße hinauf, die nur von Einheimischen befahren werden darf. Es ist einfach viel zu eng in diesem Tal. Dabei kamen wir an der Kirche „San Pedro“ und dem gegenüber befindlichen Rathaus vorbei.

Rechts und links der Straße bieten viele Geschäfte ihre Waren an, zumeist Souvenirs und typisch asturische Produkte.

Eines dieser Geschäfte weckte unser Interesse. Im Schaufenster des „Relojería Ceballos“ lagen schwarze Steine mit einem merkwürdigen hellen Muster, welches wie Kleeblätter aussieht. Im Laden klärte man uns dann auf. Die Steine heißen „Azabache von Asturias“, besser bekannt als Gagat. Weitere Namen sind Jet(t) oder Schwarzer Bernstein. Im schwarzen Stein sind versteinerte Teile einer Schuppentannenart (Araukarie) aus dem Jura-Zeitalter eingeschlossen. Es gibt nur wenige Fundorte auf der Erde für Gagat. Die Steine aus Asturien weisen, neben der im englischen Whitby gefunden, die weltweit beste Qualität auf.

Dem Gagat, oder Schwarzen Bernstein, werden zahllose heilende und spirituelle Kräfte zugesprochen. Deshalb trugen viele Pilger auf ihrer Reise nach Santiago de Compostela diesen Stein als Amulett mit sich. Er wurde außerdem als Passierschein und Erkennungszeichen auf keltischem Boden gehandhabt.
Dieser Stein ist so außergewöhnlich und interessant, dass ich mir gleich einen Kettenanhänger und Ohrhänger kaufte. Zudem ist er nicht teuer. Glück kann man ja immer gebrauchen.

Folgt man der Hauptstraße nun noch ein Stück weiter nach oben, kommt man zur öffentlichen Waschstation. 1953 herrschte in diesem Gebiet eine Wasserknappheit. Deshalb baute man über dem Fluss eine Waschstation, an der bis zu fünfzig Frauen auf einmal ihre Wäsche waschen konnten. Es ist eine der größten Anlagen dieser Art in Asturien. Um den Frauen die harte Arbeit des Wäschewaschens zu erleichtern, erzählten sie Geschichten, trugen lokale Legenden vor oder sangen Lieder.

Durch die schmalen und sehr verwinkelten Gassen in zweiter oder dritter Reihe spazierten wir wieder nach unten. In diesen Gassen sind auch viele Gästehäuser zu finden. Da möchte man sich schon den Weg durch die Gassen merken, um sein Zimmer wieder zu finden.

Jetzt hatten wir Appetit auf eine asturische Spezialität: Chipirones. Das Ambiente und das Wetter passten gerade, also kehrten wir in die „Casa Mari Sidrería-Restaurante“ ein. Das Haus liegt ziemlich versteckt und ist sehr gemütlich. Wir bestellten Chipirones (Babytintenfisch) fritos (frittiert) und plancha (gegrillt). Bekommen haben wir große Portionen, die sehr appetitlich aussahen und super schmeckten. Für die zwei Portionen, leckeres Brot, ein Wasser und ein Bier bezahlten wir 40,-€, was ziemlich preiswert ist.

Rundum zufrieden mit dem Besuch eines der schönsten Dörfer Spaniens spazierten wir zum Wohnmobil zurück.

Llanes

Als Zwischenziel auf dem Weg nach Santillana de Mar suchten wir uns Llanes aus, ebenfalls an der asturischen Küste gelegen.
Die Stadt ist vollkommen anders als Cudillero, aber genauso sehenswert. Llanes liegt zwischen dem Gebirgszug „Picos de Europa“ und der Biskaya. Die Stadt wird durch einen Felsenkamm, der nicht mehr aus Schiefer besteht, sondern aus Kalkstein, vom Meer abgeschirmt. Auf diesem Felsenkamm verläuft ein Wanderweg mit herrlichen Aussichten und vielen Sitzgelegenheiten. Auf der einen Seite liegt das Meer, auf der anderen Seite blickt man auf die Stadt hinab. Im Hintergrund erheben sich die Berge. Allerdings verhindert die Sierra de Cuera einen Blick auf die schneebedeckten Zweieinhalbtausender der „Picos de Europa“.

Kurz vor dem Hafen breitet sich sichelförmig der „Playa de El Sablón“ aus, auf den man vom Aussichtspunkt „San Pedro“ einen schönen Blick hat.

Kurz vor dem Aussichtspunkt überrascht noch ein Felsbogen auf dem Wanderweg.

Wir hatten von den „Los Cubos de la Memoria“ erfahren, allerdings auch, dass diese Erinnerungswürfel von der gegenüberliegenden Seite besser zu sehen sein sollen. Diese Erinnerungswürfel befinden sich an der Spitze der nördlichen Begrenzung der Hafeneinfahrt. Sie wurden von einem baskischen Maler geschaffen und sollen an die kulturelle Vergangenheit der Stadt Llanes erinnern, sowie an die Kunst und die Region.

Dafür spaziert man über eine Fußgängerbrücke, weiter am südlichen Rand des Hafens entlang, bis hin zum Leuchtturm. Dort steht auch das Denkmal „die Fischersfrau“.

An der Landspitze schuf man einen schönen Aussichtspunkt.

Jetzt blieb noch der Besuch der Altstadt. Zahlreiche Denkmäler aus dem 13. bis zum 20. Jahrhundert ermöglichen eine Zeitreise durch die Geschichte von Llanes. Bis zum 18. Jahrhundert war das Leben in Llanes von Handel und Fischfang geprägt. Der Hafen war einer der bedeutendsten in Nordspanien, vor allem wegen des Walfangs, der die Fangboote bis nach Irland führte.

Der Santa Ana-Platz zeigt heute noch am besten, wie die Stadt im Mittelalter ausgesehen hat. Die Calle Mayor mündet in diesen Platz, die der Mittelpunkt des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens war. Hier stand das alte Sankt Nikolaus-Tor, eines der vier Stadttore. Nur die Zunft der Seefahrer hatte den Schlüssel zu diesem Tor.

Die Santa Ana-Kapelle (Schutzheilige der Seeleute) stand außerhalb der Stadtmauer. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde später aber mehrmals umgebaut. In einem der alten Häuser wurden die gefangenen Wale zerlegt und versteigert.

Auf der Südseite des Platzes steht der Gastañaga-Palast, dessen Struktur aus dem 14. Jahrhundert stammt, und die zwei verheerende Stadtbrände überstand. Mittels zweier erhöhter Übergänge ist der Palast mit dem Nachbargebäude verbunden, in dem sich Küchen, Keller und eine Kapelle befinden. Das alles ist schon sehr beeindruckend.

Eine Straßenbrücke überquert den Hafen an seinem Ende. Hier sind noch viele wunderbar restaurierte Paläste zu finden. In einem davon ist das Casino untergebracht. Daneben steht das Finanzamt.

Hinter dem Casino ragt der „Torreón de Llanes“ auf, der zusammen mit der Stadtmauer im 13. Jahrhundert entstand.

Steigt man die Stufen rechts vom Turm hoch, erreicht man die Basilica de Santa María del Concejo“. In einer der Stufen zum Eingang der Basilica fanden wir einen in den roten Marmor eingeschlossenen Ammoniten.

Hinter der Basilika sind die Ruinen des Palastes der Herzöge von Estrata zu sehen.

Das war wieder ein schöner Besuch, der viel Überraschendes für uns bereithielt. Das Wohnmobil parkten wir auf dem großen Platz am östlichen Stadtrand.

Llanes ist anscheinend eine große Station für die Pilger auf dem nördlichen Jakobsweg. Die Stadt bietet viele Unterkünfte und Hinweise für sie.

Östliche galicische Küste


Playa de los Castros

Ein paar Kilometer östlich des Playa de Catedrais befindet sich noch ein erstaunlicher Strand, der nur bei Ebbe begehbar ist – Playa de los Castros. Die Felsen sind hier nicht so spektakulär, aber die Bucht ist immer noch beeindruckend.

Parkplätze gibt es nur am Straßenrand, aber zu dieser Jahreszeit ist das kein Problem. Oberhalb der Bucht führt ein Spazierweg entlang, der immer neue Aussichten bietet. Der Weg ist mit Buntschiefer gepflastert, was wirklich wunderschön aussieht. Aus Buntschiefer besteht die gesamte Küste der Region. Er ist auch das Baumaterial der ersten Wahl.

Am rechten Rand der Bucht führt ein Weg hinunter an den Strand. Steil erheben sich die Schieferfelsen. Zwei kleine Wasserfälle, einer ganz versteckt, sorgen für ein besonderes Ambiente.

Wenn man zu den freistehenden Felsen an der Wasserlinie geht, sollte man jedoch die Flut im Auge behalten, die recht schnell die Bucht wieder mit Wasser füllt. Dort finden sich auch schöne Fotomotive.

Was Muscheln und Schnecken an den Stränden betrifft, da ist die galicische Nordküste sehr zurückhaltend. Hier fanden wir wenige Napfschnecken und kleine Seepocken an den Felsen.

Ribadeo

Die Stadt Ribadeo liegt an einer weit ins Land reichenden Meeresbucht, in deren Mitte die Grenze der Provinzen Galicien und dem „Fürstentum Asturien“ verläuft.

Wir fuhren zuerst zum Leuchtturm auf der Insel „Illa Pancha“. Kurz davor bietet ein großer freier Platz Parkmöglichkeiten für Wohnmobile. Der Ort ist wieder wunderschön. Gerade fängt der Stechginster zu blühen an. Sogar Stieglitze, eine Heckenbraunelle und ein Braunkehlchen konnten wir beobachten.

Zum „Faro de Isla Pancha“ führt eine kleine Straße zu einer Brücke, die das Festland und die Insel verbindet. Auf der Insel steht neben dem Leuchtturm auch ein Restaurant. Bestimmt war es einmal der alte Leuchtturm.

Vom Parkplatz aus kann man direkt an der Küste entlang nach Ribadero spazieren. Auch hier folgen schnell viele schöne Aussichten in die Bucht hinein, oder zurück zur „Illa Pancha“. Die verwitterten Schieferfelsen, deren Lagen fast senkrecht stehen, sehen wie versteinertes Holz aus. Bögen und Höhlen lockern die Küstenansichten auf. Man steht noch in Galicien und sieht auf der anderen Seite der Bucht die Region Asturien.

Es gibt mehrere Aussichtspunkte am Rande des Weges, einer ist noch in der Fertigstellung begriffen.

Dann erreicht man das kleine Fort „St. Damian“ aus dem 17. Jahrhundert. Erweiterungen fanden im 18. Jahrhundert statt. Vom Meer aus war das Fort fast uneinnehmbar, von Land aus wurde ein Angriff durch einen Wassergraben erschwert. Heute wird das 1995 restaurierte Fort als städtische Kunstgalerie genutzt.

Der Text ist auf Galicisch: Er berichtet vom alten Fort, dessen Plünderung und der Zerstörung der Kanone. Im Inneren des Forts steht das Boot „Fernando Villamil“ der spanischen Schiffswrackgesellschaft. Es war 1919 bei einer Seeüberwachungsfahrt gesunken. Drei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben.

Als nächstes kommt man zu einem alten Verladehafen für nichtmineralische Güter. Reste des Verladegebäudes und die restaurierte Brücke sind zu besichtigen. Unterhalb des Brückenkopfes lagen die Lastkähne, die mit Hilfe einer Rutsche beladen wurden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts baute man einen Komplex zur Mineraliengewinnung in der Region Lugo auf. Von dort transportierte man das Erz nach Ribadeo, wo es im Porto Estreito, der von 1904 bis 1964 existierte, auf Schiffe verladen wurde. Der Bau der Eisenbahnlinie zwischen Ferrol und Xixón (Gijón) bedeutet das Ende des Hafens.

Auf den Grundmauern einer runden Anlage des Verladekomplexes hat man eine Sonnenuhr errichtet, die bei unserem Besuch um eine halbe Stunde nachging.

Unterhalb der Autobahnbrücke von Galicien nach Asturien liegen zwei kleine Strände, zu denen jeweils ein steiler Pfad hinunterführt.

Nur ein paar Schritte weiter schließt sich die Stadt Ribadeo mit der Marina an.

Playa de Catedrais

Wir befinden uns auf der Atlantico-Route, die der nordspanischen Küste folgt, von San Sebastian nach Santiago de Compostela. Direkt an der Küste entlang führt die „Ruta de Costa“, oder der Kantabrische Wanderweg. Die Landschaft zählt für uns mit zu den Schönsten, die man erleben kann. Man spürt die nordische Küste mit ihren besonderen Eigenschaften und ihrem besonderen Duft. Sie erinnert uns stark an die bretonische Küste. Tatsächlich besitzen die galicische und die bretonische Kultur einige Parallelen.

Sollten sich einige Namen von anderen Schreibweisen unterscheiden liegt es an der zweisprachigen Angabe. In Galicien werden fast alle Informationstafeln in Spanisch und Galicisch beschriftet. Das sonst allgegenwärtige Englisch ist kaum zu finden.

Die Küste besitzt schöne Sandstrände und herrliche Felsenküsten, wunderbare Aussichten und alte Dorfkerne. Das Schöne zu dieser Jahreszeit: es herrscht nicht viel Betrieb. Man bekommt überall Platz, hat nicht auf jedem Foto fremde Menschen, und es ist ruhig.

Einen Zwischenstopp legten wir auf der gegenüberliegenden Seite der Foz-Bucht ein. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Stadt Foz und die dahinterliegende Hügellandschaft.

Auch hier stehen mehrere alte Kornspeicher.

Nur ein paar Kilometer in Richtung Osten sind spektakuläre Felsformationen zu sehen, die Naturdenkmal sind. Die Sache hat nur einen Haken: es muss Ebbe sein, sonst ist kaum etwas davon zu sehen. Bei Ebbe kann man auch auf dem Meeresboden wandeln, entlang der etwa dreißig Meter hohen Felsen, die sonst im Wasser stehen. Erinnerungen an die Bay of Fundy in Ostkanada werden wach.

Wenn man die Treppe hinunter steigt, passiert man einen kleinen Wasserfall.

Die „Kathedralen-Felsen“, die Felsbögen, die auf Fotos zu sehen sind, lassen sich jedoch nur bei extrem niedriger Ebbe erleben. Sonst steht das Wasser zu hoch.

Auf der anderen Straßenseite liegt ein großer ruhiger Platz, auf dem man das Wohnmobil parken kann. Von hier aus erreicht man einige Informationstafeln und ein SB-Restaurant.

Gleich unterhalb führt ein Weg an den Klippen entlang. Die Aussichten sind wunderschön.

Man kann dem Weg in Richtung Osten weiter folgen und kommt dabei an einer weiteren Bucht mit dem „Esteiro-Strand“ heraus. Ein Bach mündet in dieser Bucht.

Spaziert man den Weg in Richtung Norden, erreicht man, eine weitere kleine Bucht passierend, einen Aussichtspunkt, von dem aus die erwähnten Felsbögen zu sehen sind. An diesem Tag hatte der Wind zugenommen und drückte das Wasser, trotz Ebbe, in die Buchten. So waren die Felsbögen zu Fuß nicht zu erreichen. Zu sehen sind sie auch nur von diesem Aussichtspunkt aus der Entfernung.

Es ist eine unglaublich schöne Landschaft. Uns fällt es jedes Mal schwer, uns von einem dieser Ziele zu trennen, um ein weiteres tolles Landschaftsbild zu erleben.

Foz

Es ist traumhaft schön in Foz. Im Landesinneren ist es immer noch viel zu kalt, zumindest nachts. Dazu haben wir gerade ein Problem mit der Heizung. Deshalb wendeten wir uns schnell wieder der Küste zu, in dem Fall der Nordküste Spaniens. Foz liegt gerade noch in Galicien.


Kurz vor der Küste überquerten wir noch eine kleine Bergkette, mit wenig Vegetation und einigen Windrädern. Spanien besitzt angenehm wenige Windräder, die die Landschaft verschandeln. Wenn, dann stehen sie auf den Bergen.

Wieder einmal auf der Suche nach einem passenden Stellplatz fanden wir das Küstenstädtchen Foz, an der Meeresbucht Ría de Foz gelegen. Direkt an der Bucht befindet sich der schöne grüne Stellplatz, den die Stadt kostenlos zur Verfügung stellt, inkl. Ver- und Entsorgung.

Als wir ankamen schien herrlich die Sonne und es war Ebbe. Die Bucht lag also zum größten Teil trocken, der Untergrund besteht vollkommen aus Sand.

Dort wo die Bucht in das Meer übergeht enden die Sandbänke und die Wellen, die vom Meer kommen. Das Wetter ist ruhig, das Wasser auch. Das haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
Diese Küste gehört zum Kantabrischen Meer, welches ein Teil der Biskaya ist.

Zwischen Stadt und Küste führt ein wunderschöner Wanderweg entlang. Zuerst kommt man zum kleinen Fischerhafen, dann zu einem kleinen Park mit dem Monument „Á Muller Focega“. Es stellt eine Frau dar, die Fische zum Markt trägt.

Daran schließt sich die kleine Marina an, sowie die Mole und ein Strand. Gerade kommt das Wasser wieder. Es fließt sehr schnell, der Tidenhub beträgt jedoch nur knapp drei Meter.

Folgt man dem Weg weiter, führt er an einem schön gestalteten Picknick-Platz vorbei weiter die Felsenküste entlang. Der Blick über den Strand und die Sandbänke hinüber zum anderen Ufer der Bucht ist wunderschön.

An der Ecke der Küste beginnt ein herrliches Panorama. Hier liegen Felsen im Wasser, die aus Schiefer bestehen. Auf einem der Felsen brüten wohl die Möwen.

Nur ein paar Meter weiter kommt man zu einem Punkt, an dem man sich auf Irland wähnt. Kleine Buchten, grüne Klippen und eine Fußgängerbrücke, über die der Wanderweg weiter führt. Hier beendeten wir den Spaziergang und kehrten um.

Gegenüber des kleinen Parks, den ich erwähnte, steht ein Kiosk, der sehr gutes Eis anbietet. Die kleine Portion kostet 2,40€. Die entspricht aber mindestens zweieinhalb Kugeln Eis, die man in Deutschland bekommt. Das Erdbeer-Käsekuchen-Eis können wir nur wärmstens empfehlen.

Gegen Abend hat sich die Bucht Foz mit Wasser gefüllt. Nichts ist mehr von Sandbänken oder Steinen im Wasser zu sehen, nur eine geschlossene Wasserfläche.

Nach der schlimmsten Wetterlage der letzten Jahrzehnte, die uns in den letzten Monaten getroffen hat, ist die Sonne zurückgekehrt. Endlich können wir wieder längere Ausflüge machen, als nur eine halbe bis zwei Stunden. So führte uns ein zehn Kilometer langer Rundwanderweg von Foz aus zur ältesten Basilika Spaniens.
Der Hinweg führte uns durch Feld und Wald. Der Frühling nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Die Vögel singen und die Pflanzen sprießen. Blumen findet man in diesen Breiten ja den ganzen Winter über, was wirklich viel Freude macht.

Kommt man aus der Stadt heraus stellt man fest, dass früher fast jeder Hof einen der typisch galicischen Kornspeicher hatte. In einem mehr oder weniger guten Zustand haben manche von ihnen die Zeiten überstanden.

Mitten in der Hügellandschaft und westlich von Foz steht die Basilica de San Martiño de Mondoñedo. Ich glaube, dies ist die erste noch existierende Basilica, die wir bisher gesehen haben. Normalerweise sind von Basilica´s nur noch die Grundmauern übrig. Deshalb war dieser Besuch etwas ganz Besonderes.

Die heutige Struktur stammt aus dem 9. bis 12. Jahrhundert, im rein romanischen Stil. Im 9. Jahrhundert war sie sogar Sitz zweier Bistümer des Königreiches Galicien. Heute dient sie als Pfarrkirche und beherbergt das Pfarrmuseum der Gemeinde. Das Museum ist kostenlos zu besuchen, über eine kleine Spende freut man sich.
Die Geschichte des Bistums beginnt im 6. Jahrhundert, als eine Gruppe von Christen, die vor den Angelsachsen aus der römischen Provinz Britannien flohen, sich hier ansiedelten.

Im Museum sind uralte Schriftstücke ausgestellt, darunter das älteste Papier in Spaniens überhaupt. Im „Diploma do Rei Silo“ werden Ländereien an einige Mönche überschrieben. Das andere Dokument stammt aus dem Jahr 1195, und berichtet von der Heiligsprechung des Heiligen Rosendo 1172.

Zudem ist das Innere der Kirche zu besichtigen. Alte Fresken schmücken noch heute den Altarraum.

An einigen Stellen wurde das alte Mauerwerk freigelegt, welches römische Details zeigt.

Den Rückweg nahmen wir auf dem „Camino Natural de San Rosendo“ zurück nach Foz. Inmitten eines Eukalyptuswaldes ist noch die „Einsiedelei des Heiligen Bischofs“ zu finden. Der Überlieferung nach ist es der Geburtsort des Heiligen Gonzalo, Bischof von Mondoñedo, der gegen die normannische Invasion im 11./12. Jahrhundert kämpfte.

Santiago de Compostela

Wir haben schon so viel von Santiago de Compostela gehört und gesehen, dass wir es kaum erwarten konnten, die Stadt mit eigenen Augen zu sehen. Vor allem ist es der Endpunkt aller Jakobswege, die quer durch Europa führen. Zudem ist Santiago de Compostela die Hauptstadt der Region Galicien.

Noch etwas zu Galicien: Als wir von Portugal kamen trafen wir auf dem Land immer wieder auf kleine Häuschen, die mit Kreuzen geschmückt sind und auf Stelzen stehen. Es sind alte Kornspeicher, ein typisches Merkmal für Galicien. Aber auch die weit ins Land reichenden Meeresarme der Rías-Küste und der Küste des Todes, die den nordwestlichsten Zipfel bildet, machen Galicien aus. Es ist eine Landschaft, die von Wind und Regen geprägt wird. Die Kultur Galiciens wurzelt im Keltentum. An manchen Ecken begegnet man Dudelsack und Kilt. Die Muschelzucht ist ein ganz großes Thema.

Wir stehen auf dem relativ neuen Stellplatz „Amencer Santiago“. Bis in die Stadt sind es rund drei Kilometer. Die kann man zu Fuß zurücklegen, oder für 1,-€ mit dem Bus fahren.
Da wir die Umgebung kennenlernen wollen gingen wir zu Fuß. Dadurch bekamen wir mit, dass sich die Stadt auf mehrere Hügel verteilt. Es geht immer wieder hoch und runter.

Die Stadt war schon weit vor dem Bau der Kathedrale Wallfahrtsort, da der Überlieferung nach der Apostel Jakobus hier begraben sein soll. Seit 1211 befinden sich dessen Gebeine in der Kathedrale Santiago de Compostela. Es weiß jedoch niemand, ob es wirklich Jakobus ist.

Bis heute veränderte man die Kathedrale durch Anbauten und Erweiterungen, so dass es sich heute um einen riesigen Komplex handelt. Die Besichtigung der Kathedrale selbst ist kostenlos. Möchte man sich alles andere ansehen, was dazu gehört, muss man Eintritt zahlen und sich einer Führung anschließen.

Unser erstes Ziel, als wir im Stadtzentrum ankamen, war die Kirche des Heiligen Franziskus, die zum Konvent des Heiligen Franziskus do Val de Deus gehört. Man betritt die Kirche durch ein mächtiges Säulenportal. Im Inneren ist sie zurückhaltend gestaltet. Gerade fand eine Messe statt.

Vor der Kirche steht das Monument des Heiligen Franziskus von Asisi.

Gegenüber der Kirche beginnt die Rúa de San Franciso, die rechts von der Medizinischen Fakultät gesäumt wird. Auf der anderen Seite reihen sich Souvenirgeschäfte und kleine Bar´s aneinander.

So kommt man zum Praza do Obradoiro, dem zentralen Platz von Santiago de Compostela. Dieser wird begrenzt von einem 5-Sterne-Hotel, welches gerade renoviert wird. Beeindruckend ist an diesem Bau das dem Platz zugewandte Portal.

Gegenüber der Kathedrale steht das Verwaltungsgebäude der Region Galicien.

Dem Hotel gegenüber befindet sich das Gebäude des Forschungsinstitutes der Universität Santiago de Compostelas. Hier hat man die Möglichkeit einen Blick in die Innenhöfe zu werfen, die Erinnerungen an die maurische Vergangenheit aufkommen lassen.

Der Blickfang auf dem Praza do Obradoiro ist natürlich die Kathedrale.

Von hier aus schlendert man durch die Gassen der Altstadt, deren Gebäude alle aus Granit bestehen. Souvenirläden, Schmuckläden, Restaurants, Bar´s und Café´s bestimmen das Bild, und immer wieder Kirchen. Die Stadt soll über zwanzig Kirchen und zwölf Klöster besitzen.

Zum Abschluss unseres Rundgangs durch Santiago de Compostela kamen wir noch am Kloster de San Martiño Pinario vorbei.

Das Schöne an der Innenstadt Santiagos ist, dass sie autofrei ist. So kann man sich voll auf die Sehenswürdigkeiten konzentrieren. So viel geballte Kirchenmacht muss man aber auch erst einmal verarbeiten. Immerhin hatten wir Glück mit dem Wetter. Bei der Ankunft regnete es immer noch, bis zum Vormittag des nächsten Tages. Zum Mittag kam dann endlich die Sonne heraus und es blieb die nächsten eineinhalb Tage regenfrei, das erste Mal seit zweieinhalb Monaten.

Noch etwas zum Pilgern: Bis Ende des 20. Jahrhunderts pilgerten die Menschen aus religiösen Gründen, wie den Heiligen Jakobus im Hilfe zu bitten. Seit dem Buch „Ich bin dann mal weg“, von einem bekannten Entertainer, pilgern die meisten Menschen um Abstand von der normalen Welt zu bekommen, oder sich selbst zu finden. Jetzt im Februar ist noch nicht viel los, aber wenn es im März wärmer wird, sind wieder zahlreiche Pilger auf dem Jakobsweg unterwegs, wie wir es vor neun Jahren auf unserer Tour durch Nordspanien gesehen haben.

Wer nach Santiago de Compostela kommt, der nennt im gleichen Atemzug auch den Namen „Kap Finisterre“. Es liegt ca. sechzig Kilometer entfernt an der Westküste. Leider ist das Wetter immer noch so schlecht, dass wir auch diesmal die galicische Westküste auslassen müssen. Die besucht man besser bei schönem Wetter, da hat man mehr davon. Wir versuchen jetzt, dem Regenwetter zu entkommen und fahren nach Norden weiter.

Caldas de Reis

Inzwischen sind wir nicht mehr weit von Santiago de Compostela entfernt. Die Hinweisschilder zum Jakobsweg mehren sich, sowohl für die Pilger per Fuß, wie auch für die Fahrradfahrer.

Seit Vigo befinden wir uns im Gebiet Galicien, der nordwestlichsten Provinz Spaniens. Caldas de Reis ist eine Kurstadt und die vorletzte Station des Jakobsweges aus Portugal.

Die heißen Quellen, die den Ort ausmachen, schätzten schon die alten Griechen, die sich so weit von zu Hause entfernt hier ansiedelten. Die Griechen wurden dann durch die Römer abgelöst. Von ca. 400 bis zum Jahr 561 war die Stadt sogar Bischofssitz. Sie ist also sehr alt.

Ende des 20. Jahrhunderts gewann der Badebetrieb in Caldas de Reis wieder an Bedeutung. Das „Balneario Hotel Dávila“ ist ein schönes Beispiel der Bäderarchitektur dieser Region. Am Fuße des Hotels sprudelt die Quelle „Fonte termal das Burgas“. Leider hängt ein Schild an der Quelle, die anzeigt, dass dies kein Trinkwasser ist.

Im Park „A Tafona“ gibt es eine weitere Bademöglichkeit, mehrere kleine Pools. Leider waren sie bei unserem Besuch geschlossen.

Der Park befindet sich in der Ecke, die von den Flüssen Rio Bermaña und Rio Umia gebildet wird. Kleine Skulpturen aus Stein, aus dem Reich der Phantasie, sind sehr hübsch.

Ganz in der Nähe lädt ein Botanischer Garten zum Bummeln ein, der am Ufer des Rio Umia liegt. Zu dieser Jahreszeit gerade sieht er nicht wirklich schön aus, aber Azaleen und Kamelien blühen. Verschiedene alte Nadelbäume haben ebenfalls ihren Platz im Park, wie auch Araukarien.

Sehr hübsch ist der Platz Martin de Herrera, in dessen Nachbarschaft die palmenumrahmte Kirche San Tomé Becket steht.

An diesem Platz fanden wir den Hinweis zur „Römerstraße Vía 19“, heute die Rúa Real. Sie ist Teil des portugiesischen Jakobsweges von Braga nach Astorga. Die meisten Häuser an dieser Straße sind uralt. Ein schönes Hotel trägt den Namen „Vía XIX“.

Spaziert man die alte Römerstraße weiter kommt man zur römischen Brücke „do Rio Bermaña“. Sie besitzt nur drei Bögen und ist fast handlich klein. Sogar Bänke zum Ausruhen sind in die Brückenwangen eingelassen.

Hat man die Brücke überquert steht man vor dem Brunnen „Fonte de Campo da Torre“. Das Wasser sprudelt an beiden Seiten des Brunnens, auch hier als „kein Trinkwasser“ ausgewiesen.

Es ist ein echtes Erlebnis, ein so langes Stück Geschichte entlang zu laufen. Dazu kommt, dass es auf dem Jakobsweg im Moment sehr ruhig zugeht.
Die kleine Stadt Caldas de Reis hat uns sehr überrascht.

Für Wohnmobilfahrer stellt die Stadt einen kleinen kostenlosen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung zur Verfügung.

Pontevedra

Das nächste Ziel für uns sollte Vigo sein, auf das ich mich schon gefreut hatte. Jules Verne hatte die Stadt zweimal besucht und es wird an manchen Stellen mit Skulpturen daran erinnert. Zudem soll die Stadt recht hübsch sein. Leider bietet sie keinen Parkraum für größere Wohnmobile. Der eine Stellplatz am Stadtrand ist nur nach längerer vorheriger Anmeldung nutzbar. Also mussten wir Vigo unverrichteter Dinge verlassen. Wir fuhren über die Brücke, die den Rio Vigo überspannt, und fanden einen kleinen Parkplatz am Rande der Bucht Vigo. Dort hielten wir um das nächste Ziel zu finden. Gerade regnete es wieder in Strömen, was die Sache auch nicht einfacher macht.

Der Parkplatz trägt den Schriftzug „Vilaboa“. In der Bucht schwimmen viele Gestelle zur Muschelzucht im Wasser. Die Anfänge der Muschelzucht lassen sich hier bis ins 8. Jahrhundert v.Chr. zurückverfolgen. Die Muschelzucht ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region.

Sehenswert und überraschend ist der Kalkbrennofen, der sich unterhalb des Parkplatzes befindet. Der Standort des Ofens ist für diese Gegend ungewöhnlich, da es keinen Kalkstein in der Umgebung gibt. Der benötigte Kalkstein wurde per Schiff aus Kantabrien herangeschafft und in dem Ofen mehrere Tage gebrannt. Der gebrannte Kalk wurde dann vielfältig eingesetzt.

Wir befinden uns jetzt an der Rías-Küste. Sie zeichnet sich durch tief ins Land eingeschnittene Meeresarme, ähnlich den Fjorden, aus.
Unser nächstes großes Ziel soll Santiago de Compostela sein, aber das Wetter soll sich erst in drei Tagen bessern. Deshalb entschieden wir uns, vorher noch zwei andere Orte zu besuchen.

Zuerst fuhren wir Pontevedra an. Die Stadt liegt am Ende der Pontevedra-Bucht. Im Süden der Stadt, direkt am Ufer der Bucht, parkten wir auf dem großen freien Platz. Es regnet in Strömen, und es nieselt, immer abwechselnd. Wir warteten bis zum nächsten Tag, in der Hoffnung, dass es eine kleine Regenpause geben würde. Leider wurden wir enttäuscht. Um nicht ganz umsonst in Pontevedra gewesen zu sein, machte ich mich alleine auf, die Stadt zu erkunden. Begonnen habe ich den Rundgang immer dem Flussufer folgend. Dabei kam ich zu mehreren Brücken, die den Rio Lérez, der in die Pontevedra-Bucht fließt, überspannen. Jede Brücke hat ihr vollkommen eigenes Aussehen. Die Ponte da Barca ist eine alte Steinbrücke, dann folgt die moderne Ponte das Correntes, bis man zur Ponte do Burgo kommt. Dies ist eine alte Römerbrücke, die bis heute für den Verkehr freigegeben ist.

Hier bog ich in die Altstadt ab und kam zum Teucro-Platz, der von schönen alten Gebäuden umringt wird. Der Teucro-Brunnen ist sehenswert.

Ich ging immer weiter geradeaus, kam zu weiteren Plätzen und architektonisch beeindruckenden Häusern. Fast alle Gebäude wurden aus grauem Granit gebaut. Dadurch wirkt das Antlitz der Stadt etwas düster, vor allem bei schlechtem Wetter.

Irgendwann muss ich dann wohl die falsche Richtung eingeschlagen haben und verlief mich. Ich musste nach dem Weg fragen und wurde wieder in die falsche Richtung geschickt. So kam ich zum Bahnhof von Pontevedra, inzwischen völlig durchnässt. Bevor ich weiter durch die Stadt irre, setzte ich mich dann in ein Taxi und ließ mich für 6,-€ zum Parkplatz fahren.

Vila Nova de Cerveira

Auf der Stellplatzsuche stießen wir auf das kleine Städtchen Vila Nova de Cerveira, welches als sehr sehenswert beschrieben wird. Es liegt direkt am Grenzfluss Minho, der zwischen Portugal und Spanien fließt. Der kostenlose Stellplatz mit Ver- und Entsorgung ist groß und gut gelegen.

Das zwischen Granitfelsen und dem Rio Minho gelegene Vila Nova de Cerveira zeigte in den zwei Tagen, die wir dort waren, zwei vollkommen unterschiedliche Gesichter – einmal verregnet, grau und fast menschenleer, das andere Mal schien die Sonne (den ganzen Tag seit drei Wochen das erste Mal), und die Stadt quoll förmlich von Menschen über. Es war großer Markttag und kein Parkplatz mehr zu bekommen. Es wurden sogar 2,-€ Parkgebühren erhoben, für alle, die an diesem Tag parken wollten.

Am regnerischen Tag spazierten wir durch die Gassen, besichtigten das kleine Kastell und beendeten den Rundgang um Ufer des Rio Minho. Der heutige Ort entstand Anfang des 13. Jahrhunderts. Der komplette Ortskern steht inzwischen unter Denkmalsschutz.

Das Kastell entstand im 14. Jahrhundert und wurde 1660 komplett restauriert. Man betritt das Kastell durch ein Tor und gelangt dann an verschiedenen Gebäuden zu einem großen Innenhof. Dort findet man die Kirche der Barmherzigkeit. Die Ausstattung im Inneren ist komplett aus Holz.

Von der Burgmauer aus bietet sich ein schöner Blick über das Flusstal hinüber nach Spanien.

Im Ortskern von Vila Nova de Cerveira stehen viele alte Gebäude, deren Fassadengestaltung vom Barock bis zum Neoklassizismus reicht. Darunter gibt es auch einige Herrenhäuser.

Die älteste Gasse ist Rua de César Maldonado. Hier ist neben einem Souvenirgeschäft, oder eher einem Fetischladen, der Honigladen „Lu Citanea“ zu finden. Hier bekommt man alles, was man aus Honig herstellen kann, wie Met, Honiglikör, Honigessig mit verschiedenen Kräutern, Seifen und vieles mehr. Bevor man kauft darf man natürlich probieren. Die Preise sind in Ordnung.

Am Abend spazierten wir noch am Ufer des Rio Minho entlang. In einiger Entfernung ist das schöne Gebäude des Hallenbades zu sehen, über welches sich gerade ein Regenbogen spannte.

Normalerweise setzt eine Autofähre nach Spanien über, aber wegen des Hochwassers fährt sie gerade nicht.
Am Fluss, unterhalb des großen Parkplatzes, breitet sich ein schöner Park aus, unter anderem mit Picknick-Ecken, Spielecke und einem geschlängelten Weg, der weiter am Flussufer entlang führt. Hier kann man bei schönem Wetter gut die Zeit genießen.

Am nächsten Tag war großer Markttag und die Sonne schien – dreifaches Hurra, und das den ganzen Tag, herrlich. Auf dem Markt wurden Klamotten und Haushaltswaren angeboten, in der Markthalle bekam man Obst, Gemüse, Blumen und Fleisch.

Am Nachmittag des sonnigen Tages zog es mich zum Aussichtspunkt hinauf, den man von unten sieht. Ein steinerner Bogen machte mich neugierig. Eine dreiviertel Stunde zu Fuß erklimmt man den Berg. Dabei kommt man durch ein Villenviertel in Hanglage. Kurz vor dem Aussichtspunkt „Porta do Espirito Santo“ befindet sich ein Restaurant mit großer Außenterrasse und herrlicher Aussicht. Es war gerade rappelvoll. Nach so langer Regenzeit sehnen sich die Menschen nach jedem bisschen Sonne.

Am Aussichtspunkt angekommen, der auf einem Granitfelsen liegt, steht ein Torbogen, der vielleicht einmal zu einer Kapelle gehörte. Von hier oben schweift der Blick fast 360° über das Land. In der Ferne sieht man sogar den Atlantik.

Auf einem Nebengipfel steht eine Hirsch-Skulptur. In der Stadt sieht man viele verschiedene Hirschskulpturen. Der Hirsch wurde zum Symbol von Vila Nova de Cerveira auserkoren, weil einst viele Hirsche in diesem Gebiet lebten.

Auf dem Rückweg nach unten kam ich noch an einem Wasserbecken mit Quelle vorbei, wie wir sie schon einige Male in diesem Landstrich gesehen haben.

Nach zwei Tagen Aufenthalt in der Stadt können wir sagen: es ist wirklich schön hier.

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