A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Vögel Spaniens/Portugals

Auch in Spanien und Portugal sind viele Vogelarten zu finden. Sie sind entweder einheimisch, halten sich als Wintergäste auf oder ziehen auf ihren jahreszeitlichen Wanderungen hindurch. Besonders viele Vogelarten schätzen auf Grund der natürlichen Gegebenheiten das Ebrodelta oder die Trafalgar-Küste in Spaniens Süden. Auf unserer 6-monatigen Reise durch diese beiden Länder sind uns wieder zahlreiche Vogelarten vor die Linse geraten. Leider sind nicht alle Bilder, wie man sie sich wünscht, da die Entfernungen teilweise zu groß waren. Ich möchte Euch die Bilder aber nicht vorenthalten und bitte für die schlechte Qualität um Entschuldigung.

Ich würde mich auch freuen, wenn mir jemand von Euch bei der Bestimmung der mir unbekannten Arten helfen kann, sei es in dieser Rubrik oder in den anderen Vogelwelten.

Es gibt natürlich noch viele Vogelarten mehr in Spanien und Portugal, aber entweder sah ich sie nur einmalig, oder sie blieben ständig verdeckt, oder sie waren einfach zu aufgeregt, um sie fotografieren zu können. Trotzdem bin ich wiedereinmal stolz auf meine Ausbeute und es hat wie immer Spaß gemacht.

Allgemein

Greifvögel

Enten und Taucher

Küsten- und Wasservögel

Schreitvögel

 

 

 

 

 

 

Tourkarte Spanien/Portugal

Fünf Monate hatten wir Gelegenheit, auf einer Rundfahrt die Küsten Spaniens und Portugals zu entdecken. Da nicht immer alles so funktionierte, wie wir uns das vorgestellt hatten, wurde zuletzt die Zeit zu knapp, auch noch in den Nordwesten Spaniens zu fahren. Das ist sehr schade, dafür kamen wir in den Genuss, etwas vom Landesinneren Nordspaniens zu sehen. Diese Gegend ist überraschend anders und mindestens genauso schön, wie dass, was wir bis dahin erlebt hatten.
Auf der Tourkarte Spanien/Portugal könnt Ihr nun unsere Rundreise besser nachvollziehen.

Fahrt an der Loire

immer an der Loire entlang

Am Tag nach unserem Bordeaux-Besuch schlug das Wetter um. In den letzten fast vier Wochen war uns meistens schönes, trockenes und warmes Wetter beschieden. Jetzt gab es einen Temperatursturz von 13 Grad, nachts gehen die Temperaturen bis auf 1 Grad zurück, es regnet sogar. Das macht keinen Spaß.
Wir haben eigentlich keine Ziele weiter auf dem Heimweg, deshalb heißt es fast nur noch fahren. Da wir Autobahnen meiden müssen, wegen der horrenden Gebühren, fahren wir die großen Landstraßen. Das hält natürlich auf und so brauchen wir für 200km fast 5 Stunden. So wird es einige Zeit dauern, bis wir in Deutschland ankommen.
Die erste Zwischenübernachtung legten wir bei Le Bois Chaudron in Ste. Maure de Touraine ein. Das liegt kurz vor Tours. Es ist ein sehr ruhiger Stellplatz für 4,-€ die Nacht, mit allen Einrichtungen, die jedoch extra kosten. Am nächsten Tag setzten wir die Fahrt Richtung Orléans fort. Von Tours aus fuhren wir immer an der Loire entlang. Ab und zu stoppten wir für ein Foto. Das Chateau Royal d´Amboise in der gleichnamigen Stadt ist von der D952 aus gut zu sehen.

Beaugency

Der einzige für uns zugängliche Stellplatz ist in Beaugency zu finden, direkt an der Loire. Als wir dort ankamen, war die ganze Ecke überfüllt. Es wurde gerade ein Rummel aufgebaut, nix Stellplatz. Die dortigen Straßen ließen uns keine Wahl und leiteten uns auf den Parkplatz vor dem am anderen Ufer liegenden Campingplatz. Von dort aus unternahmen wir einen Stadtbummel durch die kleine, aber recht interessante Altstadt von Beaugency. Fast alle Häuser bestehen aus grauem Naturstein. Zu bewundern sind z.B. das Chateaux d´Beaugency, die Kirche Notre-Dame oder der römische Turm de César. Mehrere Stadttore oder Reststücke der Stadtmauern, im Laufe der Zeit waren es drei, vervollständigen das Bild. In dem kleinen Park hinter dem römischen Turm steht ein Denkmal für Jeanne d´Arc, die im 15. Jahrhundert Orléans von der englischen Besatzung befreite. Noch in jungen Jahren wurde sie einerseits als Volksheldin gefeiert, andererseits endete sie als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen. Das war in Rouen, einer Stadt in der Normandie.

Chateau Chambord

Da wir nun gerade da waren, fuhren wir gleich noch die gut 20km zum Chateau Chambord hin. Von diesem Schloss sagt man, es sei das größte und schönste Schloss an der Loire, und eines der schönsten Bauwerke der Welt. Dort angekommen, bemerkten wir, dass es einen Wohnmobilstellplatz gibt. Für 24h bezahlt man 11,-€.
Bevor man zum Schloss selbst kommt fährt man viele Kilometer durch den Park, der das Schloss umgibt. Park ist dabei zu viel gesagt, es ist ein Wald, der von einer Steinmauer umgeben ist. Es ist der größte ummauerte Park Europas. Durch Tore gelangt man in den Wald und zum Schloss. Chateau Chambord ist wirklich groß, UNESCO-Weltkulturerbe und wunderschön. Die Verzierungen an den Fassaden, und vor allem an den Türmchen, sind eigen. Solche Verzierungen sahen wir bisher noch nie.

Krönung der Wendeltreppe

Franz I. baute das Schloss ab 1515 auf. Seither gaben sich Könige und Regenten die Klinke in die Hand. Manche von ihnen nahmen Umbauten vor oder erweiterten den Park. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. vollendete die Arbeiten. Was heute zu sehen ist, sah schon zu Ludwigs Zeiten so aus.
In der Mitte des Hauptbaues, mit vier Türmen an den vier Ecken, befindet sich eine doppelläufige Wendeltreppe mit hohlem Zentralteil. Das heißt, die Treppe besitzt auf zwei gegenüberliegenden Seiten einen Eingang. Wenn also zwei Menschen je einen Treppenlauf nehmen, sehen sie sich nicht, selbst wenn sie auf gleicher Höhe laufen. Nur über die Löcher im Zentralteil ist dies möglich, eine Wahnsinns-Konstruktion.
Um diese zentrale Treppe gruppieren sich die Wohn-, Schlaf- und Repräsentationsräume der Könige, sowie die Gästezimmer. Wenn man die ausgestellten Fotos aufmerksam betrachtet, merkt man, dass auf Chambord eigentlich nichts
von der Einrichtung original ist. Alle Räume waren vor den Rekonstruktionsarbeiten leer, um die 19. Jahrhundertwende stand es sogar vor dem Verfall
. Viele Stücke stammen aber noch vom letzten Regenten Chambords, Heinrich, Herzog von Bordeaux. Er rekonstruierte das Schloss, stattete es mit vielen Kunstwerken aus und öffnete es für die Öffentlichkeit. 1883 starb Heinrich. 1930 ging Chambord in den Besitz des Staates über.

Schlossgarten

Wenn man auf den Terrassen im Obergeschoss steht, kann man die Türmchen, Verzierungen, Treppen usw. des Schlosses aus einer anderen Perspektive bestaunen. Zudem lassen sich die Gartenanlagen bewundern, zu denen ebenso ein Fluss gehört. Der Park kann per Kutschfahrt erlebt werden, oder zu Fuß auf Rundwegen. Der Park ist auch Jagdschutzgebiet und an bestimmten Stationen sind Wildbeobachtungen möglich. Bei schönem Wetter fahren Boote auf dem Fluss.
Kleiner Tipp: Wenn es draußen kalt ist, so wie bei unserem Besuch, ist warme Kleidung sehr angeraten, denn es zieht wie Hechtsuppe in den Mauern Chambords. Das Schloss ist wirklich ein beeindruckendes Bauwerk.

Bordeaux

Gegend um Bordeaux

Auf der Suche nach einem Stellplatz in der Nähe von Bordeaux, wenn möglich schon in Richtung Deutschland, kamen wir in das Dorf St. Romain la Virvée nordöstlich von Bordeaux. Der Platz ist sehr ruhig gelegen. Drumherum wird überall Wein angebaut. Vögel zwitschern, Grillen zirpen, die Kirschen warten schon darauf, dass sie rot werden, und der Wein wächst. Es ist schön um diese Jahreszeit rund um Bordeaux.

Geburtshaus von Cousteau

In der benachbarten kleinen Stadt St. André de Cubzac kann man in den Zug nach Bordeaux steigen. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostet knapp 9,-€ pro Person hin und zurück. Während eines Bummels durch St. André de Cubzac fanden wir zufällig heraus, dass in dieser Stadt 1910 Jacques-Yves Cousteaux, der Pionier der Tauchtechnik, geboren wurde. An dem Haus in der Rue de National 82 hängt eine Gedenktafel. Später zog eine Apotheke in das Haus ein. Heute ist es ein Platz für Kinder. Cousteau wurde hier in seiner Heimatstadt auch begraben, obwohl er in Paris starb. Eigentlich hatten wir ein tolles Grab erwartet. Es ist zwar groß, aber sehr schlicht.

Bordeaux ist eine tolle Stadt. Wir hatten keine Vorstellung davon, wie Bordeaux aussieht. Wir begannen den Stadtbummel vom Bahnhof Gare de Bordeaux St. Jean aus am Fluss La Garonne entlang. Die gesamte Front zum Fluss hin bietet ein einheitliches Gesicht. Die Häuser, Stadttore und Paläste bilden eine Einheit. Am attraktivsten und Weltkulturerbe ist der Place de la Bourse mit seinem Bautenensemble. Dieses Ensemble spiegelt sich im größten Wasserspiegel der Welt wider. Die 3450m² große Fläche ist mit nur wenig Wasser bedeckt und es ist eine Freude für Groß und Klein, bei diesen Temperaturen barfuß darin umher zu tollen. Auf einem Bild sahen wir, dass der Brunnen auch eine breite Nebelwand versprühen kann.

Place de la Bourse

Brunnen an der Girondiner-Säule

Am Anleger für Flusskreuzfahrten lag gerade ein großes Kreuzfahrtschiff von den Bahamas. Es wirkte viel zu groß für die Stadt. Ansonsten liegen nur flache Flusskreuzfahrtschiffe am Kai.
Auf dem größten Platz Europas, Esplanade des Quinconces, breitet sich ein gigantischer Antikmarkt mit Imbissständen durchsetzt aus. Am Ende des Parks steht das Monument der Girondiner, eine Siegessäule mit zwei großen Figurenbrunnen am Fuße.

Straße in Bordeaux

Nun setzten wir unseren Stadtbummel durch die Gassen der Altstadt fort. Bisher sahen wir nur einmal solch eine fast gleichförmige Einheit der Gebäude, die alle aus gelbem Sandstein bestehen. Die Häuser sind hoch, nicht sehr breit und viele besitzen geschmiedete Geländer vor den Balkonen. Dieser Anblick erinnert uns stark an die englische Stadt Bath. Am äußeren Rand der Altstadt sind die meisten Häuser nur noch zweigeschossig. Die Leute, die dort wohnten, hatten wohl nicht so viel Geld, um sich höhere Häuser zu leisten.

Allées de Tourney

Gleich in der Nähe der Siegessäule befindet sich die Allées de Tourney. Sie erinnert mit dem vielen Grün und dem Karussell an die Champs Élysèes in Paris.
In der Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine lässt es sich vortrefflich bummeln und günstig einkaufen. Am Ende der Straße geht man durch das Porte d
´Aquitaine und gelangt so auf den ziemlich runden Place de la Victoire, von dem mehrere Straßen nach allen Richtungen abgehen. Dies erinnert wiederum an Paris. Überhaupt spürt man hier und da in Bordeaux auch das Pariser Flair.

Kathedrale von Bordeaux

Einmal mehr ist auch in Bordeaux die Kathedrale das beeindruckendste Bauwerk der Stadt. Besonders ist hier, dass der Hauptturm ein paar Meter entfernt von der Kathedrale steht. Er wird von einer großen goldenen Marienstatue gekrönt.
Natürlich hat auch Bordeaux viel mehr zu bieten, als man zu Fuß an einem Tag erreichen kann. Aufgefallen sind uns dabei die in der Ferne zu sehende moderne Hubbrücke Pont Jacques Chabon-Delmas über den Fluss La Garonne oder das futuristisch anmutende La Cité de Vin
, eine Anlage rund um das große Thema Wein.

In der ersten Nacht in St. Romain la Virvée hörten wir, als es stockdunkel draußen war, Vogelgesang. Normalerweise sind nachts keine Singvögel zu hören. Was war das? Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich, dass es sich bei den nächtlichen Sängern um Ziegenmelker handelt. Von der Vogelart Ziegenmelker erfuhren wir zum ersten Mal an der Trafalgarküste in Südspanien. Tagsüber sind diese ungewöhnlichen Vögel nicht zu hören oder gar zu sehen. Sobald es dunkel ist, stimmen sie ihr Konzert an. Dieses hielt die ganze Nacht an, bis zum frühen Morgen. Leider gelangen mir keine Stimmenaufnahmen. Das wollte ich in der nächsten Nacht besser machen, aber diese Nacht war absolut still. Kein einziger Ziegenmelker war mehr da.

Bassin d´Arcachon

Grenze zu Frankreich

Gute 20km hinter Donostia überquerten wir die Grenze nach Frantzia, wie die Basken sagen. Eigentlich heißt die französische Provinz, in die wir nun einfuhren, Aquitanien. Es ist jedoch immer noch Baskenland, zumindest bis weit hinter Biarritz.
Wir hielten uns zuerst weiter auf der Küstenstraße und umfuhren Biarritz auf der Autobahn. Das ist wesentlich einfacher. Die Region um Biarritz ist jetzt schon überlaufen, dabei soll die Hochsaison im Juli und August sein. Da geht dann offensichtlich gar nichts mehr.

Dünenbarriere

Bei Soustons fuhren wir an die Küste zurück. Jetzt ist es wieder ruhiger. Am Ortsausgang von Vieux-Boucau-les-Bains übernachten wir auf dem Super-U-Parkplatz. Dort konnten wir nebenan gleich große Wäsche waschen und im Supermarkt einkaufen. Natürlich ließen wir einen Abstecher zum gut 1km entfernten Strand nicht aus. Campingplätze und Mobilheimparks teilen sich die Gegend, außerdem gibt es vieles weitere, was das Touristenherz begehrt.
An der ganzen Küste ab hier bis zum Bassin d´Arcachon ist der Weg zum Strand nur durch die Überquerung einer großen, hohen Düne zu erreichen.
Auf der Meeresseite zieht sich, soweit das Auge reicht, ein Sandstrand hin, hinter der Düne liegen weite Kiefernwälder. In denen leben Perleidechsen, von denen wir bisher zwei gesehen haben. Sie leben im gesamten iberischen Bereich und haben hier an der aquitanischen Küste nur eine kleine Enklave. Die Eidechsen erreichen normalerweise eine Länge von 60-65cm, sind also wirklich groß.

Gasse eines Austerndorfes

Die Küstenstraße in Richtung Norden ist recht wenig befahren, aber die vielen Dörfer, die verkehrsberuhigenden Hindernisse wie Kreisverkehre und die unglaublich nervigen Erhebungen an fast allen Fußgängerüberwegen, lassen die Fahrzeuge nur langsam vorankommen. Die Gegend und die Orte sind aber so reizvoll, dass man trotzdem gerne hier unterwegs ist.
An der Ostseite des Bassin d´Arcachon liegt der Ort Andernos-les-Bains. Dort suchten wir den Womo-Stellplatz direkt am Austernhafen auf. Für 48 Stunden bezahlt man 24,-€, maximale Aufenthaltsdauer. Das Bassin d`Arcachon ist Austerngebiet und es gibt mehrere kleine Austernfischerdörfer rund um das Gewässer. In kleinen Fischerhütten in mehr oder weniger langen Reihen werden Austern direkt verkauft, oder man genießt sie in einem Restaurant. Das halbe Dutzend Austern mittlerer Größe kostet zwischen 5,50 und 8,-€. Wer Geduld hat und sucht bekommt sie auch mal für die Hälfte des Geldes, und man bekommt sie freundlicherweise geöffnet. Im Gegensatz zu den Austernständen der Normandie und Bretagne macht sich hier kaum ein Austernverkäufer die Mühe, die Schalen der Tiere für die Kunden zu öffnen.
Der Geschmack der hiesigen Austern ist ziemlich anders als der der nördlichen Austern. Wie es aussieht liegt es wohl am Salzgehalt des Wassers, im dem sie wachsen. Während die Austern im Norden sehr fein nach Meer schmecken, sind sie hier unten unter Umständen ziemlich salzig. Geringe Unterschiede sind aber auch hier zu schmecken, je nach dem, aus welcher Ecke des Beckens sie kommen. Es werden aber auch Austern von einer vorgelagerten Insel angeboten. Da muss jeder seinen eigenen Geschmack herausfinden.

Blick auf die Pyla-Düne

Wir machten einen Ausflug bis hin zum Cap Ferret. Der Ort liegt am Ende einer langen Landzunge, die das Bassin d`Arcacon vom Atlantik abschließt. Bei Ebbe ist fast das gesamte Becken wasserlos, so flach ist es. Auf der anderen Seite ist die Düne Pyla zu finden. Sie ist die höchste Düne Europas. Die Angaben der Höhe liegen zwischen 110 und 117m. Sie ist merkwürdigerweise ganz ohne Bewuchs, obwohl sie inmitten des langen Dünenwalls der Küste liegt, und sie wandert im Jahr 5 Meter landeinwärts.

Meeresfrüchteplatte

Wir besuchten mehrere Austernfischerdörfer, die heute von vielen Neubauten umgeben sind. Alle sind sie vom Aussehen her etwas verschieden. Manche der alten Hütten sind prima zurechtgemacht, manche schön begrünt, andere sind eben, wie sie sind. Manche dienen heute auch als Ferienwohnung. Alle Austernfischer haben das gleiche Angebot. Es gibt nur wenige, die auch einmal andere Meeresfrüchte oder gemischte Platten mit Austern und Meeresfrüchten anbieten. Dazu gibt es meist Brot und Wein. Wir gönnten uns im L´Esquirey in Andernos-les-Bains eine Meeresfrüchteplatte für 16,-€. Für das, was hier alles auf der Platte war, frisch und schmackhaft, hätten wir in Deutschland wahrscheinlich bald das Doppelte bezahlt. Das ist einfach nur ein Genuss.

 

Donostia

unterwegs nach Zumaia

Von Santander über Bilbao nach Donostia-San Sebastian fuhren wir immer auf der N634, mal direkt an der Küste mit wunderschönen Aussichten, mal durch tolle Bergwelten, mal an einem Fluss entlang. Der Frühling ist weit fortgeschritten, alles grünt und blüht. In den Berglandschaften kommt man sich wie in den Alpen vor, mit Almen und Kühen. Nur die Häuser und Eukalyptusbäume verraten, dass es nicht so ist.

baskische Schriftzüge

Irgendwann ändern sich die Namen der Orte. Etwas später überquert man die Grenze von Kantabrien ins Baskenland. Was Wales für die Engländer ist, ist das Baskenland für die Spanier. Es ist eine eigenständige Region mit eigener Sprache und eigener Flagge. Anscheinend ist das Baskisch fast genauso schwer über die Zunge zu bringen wie das Walisisch. Die Buchstaben z, tz und tx kommen ganz oft vor, und die Kombination der Buchstaben ist auch schwer auszusprechen.

Zumaia

In Zumaia, kurz vor Donostia, legten wir eine Zwischenübernachtung in der Nähe der Marina ein. Ein kleiner Stadtbummel machte uns mit Zumaia bekannt. Die Stadt liegt zwischen dem Atlantik und dem Auslauf des Río Urola. Sie besitzt sogar eine kleine Werft. Bei Ebbe entdeckt man mehrere Wracks von alten Fischerbooten.
In Zumaia erfuhren wir auch, dass es einen weiteren Jakobsweg gibt, einen immer an der nordspanischen Küste entlang, mit Ziel Santiago de Compostela. Auf diesem sind auch nicht gerade wenige Leute unterwegs.

Donostia

Donostia ist der baskische Name der Stadt kurz vor der französischen Grenze. Die Spanier nennen sie San Sebastian. Alte Häuser und gemütliche Gassen sucht man in Donostia vergebens. Keines der großen und hohen Häuser ist älter als 170 Jahre. Die Innenstadt sieht wie einer der alten Badeorte europäischer Küsten aus. Zwei spanische Königinnen zeichnen dafür verantwortlich, die sich um den Wiederaufbau bemühten, nachdem Donostia Anfang des 19. Jahrhundert auf Grund einer Belagerung und ihrer Folgen vollständig niederbrannte. Mehrere Prachtbauten sind im Innenstadtbild zu bewundern.

Brückenschmuck

Schön ist auch die Lage an einem sichelförmigen und geschützten Strand. Eine Halbinsel trennt den Strand von der Flussmündung. Über den Fluss spannen sich vier verschiedenartige Brücken und man kann auf beiden Seiten an seinem Ufer entlang schlendern.

im Casa Alcalda

Die Spezialität der Stadt sind Tapas, wie wir sie nur hier gesehen haben, hoch belegte Baguettscheiben in vielen verschiedenen Kombinationen aus Schinken, Käse, Fisch und vielem mehr. Die meisten Bars, die diese Tapas anbieten, sind auf der Kale Nagusia zu finden, die direkt zur Iglesia de Santa María führt. Man sucht sich einfach seine Lieblingstapas aus und bezahlt diese an der Bar, wie an einem Buffet. Alle Bars haben etwas Besonderes, aber wir fanden die Casa Alcalde am dekorativsten und quirligsten.

Das Wohnmobil kann man auf dem Parkplatz der Arena stehen lassen. Von dort aus ist es gut eine halbe Stunde Fussweg in die Innenstadt.

Santander

entlang des Jakobsweges

Von Ponferrada aus fuhren wir nun immer am Jakobsweg entlang, zuerst auf der A6, später auf der N120 nach León, um der mautpflichtigen Autobahn zu entgehen. Genau neben der N120 verläuft der meist als Trampelpfad sichtbare Jakobsweg. Da müssen hunderte, wenn nicht über tausend Leute am Tag auf diesem Weg unterwegs sein. Alle haben das selbe Ziel: Santiago de Compostela. Fünf bis sechs Wochen ist man da wohl auf dem spanischen Abschnitt zu Fuß unterwegs. Bis zur spanischen Grenze ist jeder Weg, den jemand von zu Hause aus nimmt, der Jakobsweg. In Spanien treffen sich alle auf dem selben Weg.

Hochebene mit Picos de Europa

Von León aus folgten wir der A231 bis kurz vor Osorno, wo die A67 nach Norden, nach Santander abbiegt. Lange Zeit hat man den Blick auf die schroffen zweitausender-Gipfel der Picos de Europa.
Auf dem ersten Parkplatz übernachteten wir. Um die 180km lagen an diesem Tag hinter uns. Dafür brauchten wir 5 Stunden. Nachdem wir hinter Ponferrada noch einmal einen sehr langen Anstieg mit 5% hinter uns gebracht hatten, kamen wir zum Pass Puerto de Manzanal, der auf 1221m liegt. Danach ging es wieder ein Stück bergab und wir fuhren den Rest der Strecke bis kurz vor Santander auf einer Hochebene, die auf über 800m liegt, immer noch den Blick auf die beeindruckenden Picos de Europa. Die Temperaturen sind auf der Hochebene wesentlich niedriger, als wir es in den letzten Wochen gewohnt sind.

Palacio de la Magdalena

Wir stehen für zwei Nächte auf dem Womo-Stellplatz Somo-Park in Somo, einem kleinen Ort östlich von Santander. Es ist jetzt deutlich zu merken, dass wir im Norden Spaniens sind. Die Zeiten mit knapp 30 Grad sind vorbei. Jetzt bringt die Sonne selbst auf Meereshöhe nur noch 20 Grad, aber der Wind drückt die Temperaturen auf gefühlte 17 Grad.
Die Stadt Santander ließen wir diesmal links liegen und besichtigten lieber die ruhigeren Ecken drumherum. Vom Fährhafen legen Autofähren nach Südengland ab. Fährt man die Straße bis zum Ende weiter, kommt man zu der breiten Promenade. Dann wird es langsam immer ruhiger, bis die Straße zu Ende ist. Dort liegt eine Halbinsel mit dem Palacio de la Magdalena. Die ganze Halbinsel ist als Park angelegt. Auf einem Rundweg lassen sich viele schöne Aussichten genießen. Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete große Palast im englischen Stil ist der Blickfang. Von der Terrasse hinter dem Palast blickt man zur Leuchtturminsel draußen vor der Bucht. Am Ende des Rundweges wurden mehrere Gehege angelegt, in denen Pinguine, Seehunde und Seelöwen leben und schwimmen. Es gibt jedoch noch einiges mehr zu sehen oder man sonnt sich am Strand.
Ein weiterer Strand, der Primera Playa del Sardinero, befindet sich nördlich der Halbinsel, mit Blick auf einen weiteren Leuchtturm, den Faro de Cabo Mayor.

verwunschenes Haus

Auf dem Kap am anderen Ende dieses Strandes befindet sich ein Golfplatz. Dann fährt man noch ein Stück weiter nördlich und kommt so bald zum Leuchtturm am Cabo Mayor. Kurz davor steht ein altes Herrenhaus, von dem nichts mehr zu sehen ist. Die komplette Fassade ist mit Grün zugewachsen. So macht es einen sehr verwunschenen Eindruck.

Küste und Faro de Cabo Mayor

Vom Leuchtturm Faro de Cabo Mayor aus blickt man auf die Biskaya und hinüber nach Santander. Die Küsten sind hier oftmals Steilküsten. Die Landschaft erinnert uns stark an die britischen Küsten, felsig, rau, grüne Wiesen und blaues Wasser.

Eine Rolle Klebeband und ein Stück Plane besiegelten zwei Freundschaften auf dem Stellplatz in Somo. Nach unserer Ankunft dort kam ein englisches Wohnmobil. Das Pärchen bat uns um Hilfe, weil sie das komplette Fenster über dem Fahrerhaus auf der Autobahn verloren haben, ohne Vorwarnung. Gemeinsam lösten wir das Problem und sie waren so dankbar, dass sie uns gleich zu einem Glas Wein einluden. Etwas später gesellte sich ein zweites englisches Pärchen zu uns und bot seine Unterstützung an. So erweiterte sich die Runde von einer Flasche Wein zu einem geselligen Abend. Nach einem zweiten gemeinsamen Tag tauschten wir unsere Kontaktdaten aus und versprachen, einander zu besuchen, wenn es irgendwie möglich wäre.

Ponferrada

Rio Sil

Das Höhenprofil zwischen Monforte und Ponferrada sah auch wieder vielversprechend aus. Diesmal fährt man die meiste Zeit am Rio Sil entlang, aber nicht hoch oben, wie sonst, sondern fast auf gleicher Höhe. Die Straße führt zuerst durch eine schöne Berglandschaft bis an den Rio Sil heran, den sie dann bis O Barco begleitet. Dort schneidet die Straße die Flussbiegung ab und trifft ihn dann bei Cova wieder. Unsere Quellen berichten, dass der Rio Sil ein Goldfluss war.
Nun noch einmal über einen Berg hinüber und wir hatten es geschafft. Nun öffnet sich das Tal zu einer weiten Ebene, in der Ponferrada liegt.

Templerfestung

Ponferrada ist einer der Orte, die auf dem Jakobsweg liegen. Der Womo-Stellplatz befindet sich direkt neben der Herberge für die Pilger, am südöstlichen Rand der Altstadt. Es ist nur ein kurzer Fußweg dorthin. Beeindruckend sind die Basilika und die Templerfestung. An der Stelle einer alten keltischen Anlage bauten Ende des 12. Jahrhunderts die Tempelritter eine Festung, die sie bis zur Auflösung des Templerordens im Jahre 1307 mehr oder weniger in Besitz hatten. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte zweimal erweitert. Der Haupteingang sieht wie ein Märchenschloss aus.

Prozession zu Karfreitag

Viele alte Häuser, verfallen oder rekonstruiert, zieren die Gassen der Altstadt. Da in dieser Gegend Schiefer vorherrscht, sind fast alle Häuser mit Schiefer gedeckt, aber nicht fein säuberlich und einheitlich, wie in Deutschland, sondern mit größeren und unregelmäßigen Platten. Dies sieht sehr natürlich aus und passt in die Landschaft.
Am Vorabend des Karfreitag fand in Ponferrada eine Prozession statt. Ein Wagen mit der Darstellung des Abendmahls wurde von Personen begleitet, die allesamt in Kutten der Templer gekleidet und gruppenweise verschiedenfarbige, hohe Kapuzen auf dem Kopf hatten. Am nächsten Tag hörten wir wieder die melancholischen Klänge der Blasinstrumente und Trommeln. Wahrscheinlich findet wohl bis einschließlich Ostermontag jeweils eine Prozession statt.

Valdefrancos

Ein Ausflug von Ponferrada in die nahen Berge im Süden zeigte uns eine vollkommen andere Seite Spaniens. Eine schmale Landstraße führt durch idyllische kleine Bergdörfer in die Montes Aquilanos, die ein Teil der Sierra del Teleno sind. In Valdefrancos hielten wir zum ersten Mal. Das kleine Dorf liegt an einem Bach, besitzt eine kleine Kirche mit Storchennest darauf, eine alte Bogenbrücke und viele traditionelle Häuschen. Die Häuser sind aus Natursteinen gebaut. Alle über die Steinfassade herausragenden Anbauten, Balkone, Erker usw. bestehen aus Holz. Das sieht toll aus.

San Clemente de Valdueza

In San Clemente de Valdueza stoppten wir zum zweiten Mal. Ein Stück der Straße durch das Dorf ist gerade einmal breit genug für ein Auto. Man sieht beim Durchfahren nicht, ob jemand entgegen kommt. Wenn ja, dann muss jemand von den Beiden zurück, denn Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Der rechte Teil des Dorfes ist sehr hübsch, geradezu dekorativ. Viele der alten Häuser sind rekonstruiert und heute wieder schöne Schmuckstücke. Die Gassen sind so eng, dass es keinem Auto möglich ist, hindurchzufahren.

Montes de Valdueza

Kurz vor dem Ende der Bergstraße, biegt eine weitere Straße zum Kloster Montes de Valdueza ab. Mitten im Nirgendwo der Bergwelt liegt das idyllischste Dorf der Strecke. Das Kloster wird zwar gerade rekonstruiert, aber der Rest des Dorfes sollte Stück für Stück erkundet werden. Die Häuser gruppieren sich in einem weiten Bogen über dem Tal, mit einer herrlichen Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge. Im Moment liegt sogar noch teilweise Schnee. Man gewinnt den Eindruck, als würde sich das Dorf für den Titel Weltkulturerbe bewerben. An allen Ecken wird rekonstruiert.
In der Nähe der Kirche findet man die kleine Cantina. Die ist so hübsch, dass wir für einen Café einkehren mussten. Als die zwei Tassen kamen, standen auch ein Zuckerdöschen und eine kleine gläserne Flasche mit einem kleinen Ausgießer auf dem Tisch. Was ist das wohl? Wasser mit einem Ausgießer? Essig? Nur eine Probe konnte die Frage beantworten. In der kleinen Flasche war Selbstgebrannter. Das war etwas Neues für uns, Kaffee mit Selbstgebranntem verfeinern. Wir nutzten auch gleich wieder die Gelegenheit und kauften sehr günstig etwas davon, in einer Weinflasche abgefüllt.

Nichts geht mehr

Auf dem Weg zum Ende der Straße ins Dorf Peñalbe de Santiago war es dann soweit. Es war eingetreten, was wir befürchtet hatten. Nichts ging mehr. Ein paar Autos hatten sich auf der engen Straße so verkeilt, dass niemand mehr vor oder zurück kam. Sollte unsere Tour hier, so kurz vor dem Ziel zu Ende sein? Während Klaus umdrehte und ein Stück zurück fuhr, lief ich weiter. Es waren nur noch knapp drei Kilometer Weg bis oben. Irgendwann kam dann das ein oder andere Auto von unten an mir vorbei. Als ich einen kleinen Wasserfall erreicht hatte, etwa auf halbem Weg, kam Klaus und sammelte mich auf. Es wäre keine schlechte Idee, wenn man festlegen würde, dass die Autos vormittags nach oben und nachmittags nach unten fahren würden. Denn gäbe es keine Knäule von Autos unterwegs.

Peñalbe de Santiago

Peñalbe de Santiago ist ein Vorzeigedorf. Fast alle Häuser sind im gleichen traditionellen Stil wie in den anderen Dörfer gebaut und in bestem Zustand. Die Cantina ist überfüllt, aber es gibt noch andere kleine Kneipen. Der Ort liegt nicht so hoch, wie wir erwartet hatten. Bis zur derzeitigen Schneegrenze sind es noch viele Meter Höhenunterschied, so dass es diesmal nicht für eine Schneeballschlacht reichte. Der höchste Berg hier hat keinen Namen und ist 2135m hoch.
Trotz des touristischen Flairs macht es Spaß, durch die hübschen Gassen zu schlendern oder vom höchsten Punkt über die Schieferdächer hinweg in die Bergwelt zu schauen.
Auf den Rückweg gab es weniger Probleme mit der schmalen Straße, denn die meisten Autos wollten nun wieder nach unten.

Monforte de Lemos

Praia de Afife

Wie schon berichtet, müssen wir unsere Spanien-Portugal-Rundreise abkürzen. Da uns jetzt jedoch jede Menge Berge im Weg stehen, suchten wir die Strecke mit den wenigsten Bergen heraus. Das hieß zuerst, weiter der Costa Verde zu folgen. Immer auf der N13 nach Norden fahrend, überquerten wir bei Viana do Castelo den Rio Lima, und zwar auf einer von Gustav Eiffel konstruierten Brücke. Diese ist aber nicht so spektakulär wie die bisher gesehenen Bogenbrücken. Die Brücke über den Rio Lima besteht nur aus einem gerade verlaufenden Fachwerk mit einer Fahrbahn.
Von hier aus führt die N13 wieder direkt an der Küste entlang. Am Praia de Afife fanden wir noch einmal einen schönen Stellplatz direkt hinter dem Strand. Nur ein kurzer Fußweg in Richtung Süden kommt ein kleines Flüsschen aus den Bergen und windet sich auf den letzten Metern durch den Strand. Sein Wasser ist glasklar.
Der Strand an sich ist wieder oft mit großen Felsenformationen durchsetzt. Durch die Dünen kann man auf einem Bretterweg laufen.

Valenca

Am nächsten Morgen setzten wir unsere Fahrt auf der N13 fort und kamen so zum Rio Minho, dem Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Seine Mündung ist sehr breit und mitten drin steht ein kleines Fort auf einer Insel.
In Valen
ç
a, leider stehen in der West-Ost-Richtung keine Parkplätze zur Verfügung, um sich die Flusslandschaft anzusehen, überquerten wir den Rio Minho nach Spanien. Nun befuhren wir die A55 und bogen dann auf die A52 nach Ourense ab. Ourense kann, wie viele Orte in den weiteren Umgebung mit Thermalquellen aufwarten. Bis hierher wäre die Tour für einen Tag schon lang genug gewesen, aber es fand sich kein geeigneter Stellplatz. Nun hätten wir drei Straßen gehabt, auf denen wir unsere Fahrt fortsetzen könnten. Ein Blick auf die Höhenprofile im Navi sagte uns, dass die N120 nach Monforte am wenigsten bergig ist.

Monforte

In Monforte de Lemos wartet ein Stellplatz, der groß genug ist. Nach einer ganzen Tagestour erreichten wir endlich die Stadt am Rio Cabe. Der Stellplatz befindet sich direkt am Fluss, gegenüber des Castells. Schnell ist man zu Fuß durch die Stadt spaziert. Der Weg hinauf zum Castell lohnt sich, denn man hat von dort oben einen 360°-Blick über das Umland. Im Gebäude des Castells ist ein Hotel unterbracht.
Ein Spaziergang am Ufer des Rio Cabe zurück, immer mit dem Castell im Blick, ist sehr erholsam.

Porto

Wir in Porto

Porto ist die unglaublichste Stadt und in unseren Augen wohl die schönste Stadt, die wir im Laufe unseres über dreißigjährigen Reiselebens je gesehen haben, und wir sahen schon viele schöne Städte. Die Vollständigkeit des gesamten Ensembles der Altstadt, die Brückenbauwerke, der Rio Douro mit seinen traditionellen Booten und das Viertel mit den Portweinkellereien im Südteil der Stadt, all das ergibt ein einmaliges, in allem stimmiges Bild. Dazu kommt, dass alles gut zu Fuß zu erreichen ist. Die Standseilbahn auf der Altstadtseite sowie die Schwebebahn über die Dächer der Portweinkellereien hinweg setzen nochmal einen drauf. Aber von vorne:

Vila Cha im Nebel

Wir stehen drei Nächte nördlich von Porto, auf dem Campingplatz „Parque de Campismo Sol de Vila Chã“ bei Vila do Conde. Der ACSI-Preis liegt bei 15,-€/Nacht. Bis zum felsendurchsetzten Strand sind es 200m. Jeden Morgen um 8.30 Uhr, außer Sonntags, verkaufen die Fischer ihren frischen Fang zu günstigen Preisen.

Metrostation Trindade

3km von Campingplatz entfernt befindet sich der Metro-Bahnhof nach Porto. Eigentlich ist es ganz einfach, ein Ticket aus dem Automaten zu ziehen und in die Metro zu steigen. Wir hatten allerdings mal wieder Pech. Da wir an einem Sonntag fuhren, sind die Züge nur alle halbe Stunden unterwegs, normalerweise wohl alle 20min. Als wir am Bahnsteig das Ticket kaufen wollten, war diese Option am Automaten nicht zu finden. Das Ticket kostet pro Strecke 2,95€. Wir fragten einen jungen Mann, ob er uns helfen kann, aber auch er konnte nichts passendes finden. Er war mit einer Dauerkarte unterwegs, das funktionierte. Uns blieb nichts weiter übrig, als in den nächsten Zug zu steigen und am nächsten Bahnhof wieder auszusteigen. Dort konnten wir Tickets kaufen und mussten eine halbe Stunde auf den nächsten Zug warten. Nach eine knappen dreiviertel Stunde trafen wir in Porto ein, und zwar an der Metrostation Trindade. Das ist ein Superausgangspunkt für einen Stadtrundgang.

Praça da Liberdade

Gleich unterhalb befindet sich der Praça da Liberdade mit dem Rathaus am obersten Ende, Brunnen und weiteren prachtvollen Gebäuden an dessen Seiten. Am unteren Ende fahren die Busse zur Stadtrundfahrt ab.

Bahnhof São Bento

Hält man sich links, steht man gleich vor der Igreja dos Congregados, deren Fassade mit den typischen Azulejos geschmückt ist. Ein Blick ins Innere der Kirche ist angeraten.
Gleich nebenan steht der Bahnhof S
ã
o Bento, ein touristisches Highlight. Der Innenraum der Bahnhofshalle ist ebenfalls mit den allgegenwärtigen blau-weißen Fliesen geschmückt, die allesamt Bilder aus dem ländlichen Leben zeigen.

Blick von der Kathedrale

Schon ist man an der Kathedrale, von deren Vorplatz aus man schön zum Rio Douro und die angrenzenden Wohnhäuser hinunter blicken kann. In einiger Entfernung erhebt sich der Turm der Igreja dos Clérigos. Er gilt als der höchste Turm Portugals und ist auch vom Meer aus zu sehen.

Blick auf die Altstadtseite

Nun spazierten wir über die berühmte Brücke Luis I., die von Gustav Eiffel stammt. Oben fährt die Metro, unten die Autos. Fußgänger sind auf beiden Decks zu finden. Beim Hinüberlaufen auf dem oberen Deck weiß man gar nicht, wohin man sehen soll. Es gibt soviel Interessantes zu entdecken, dass es eine Weile dauert, bis man die andere Seite erreicht hat.
Nur wenige Meter weiter findet sich die Topstation der Schwebebahn, die die Fahrgäste für 6,-€/Person nach unten an das Flussufer bringt. Von hier oben hat man den besten Blick auf die Altstadt von Porto auf der anderen Seite des Rio Douro und die Ponte Luis I., ein unglaublich schöner Blick.

unser Probierpaket

Wir zogen es vor, zu Fuß durch die Gassen und über Treppen nach unten zu kommen. Dabei trafen wir zufällig auf den gemütlichen Verkostungskeller der Portweinkellerei „Royal Oporto“. Dies ist der internationale Name. Der portugiesische Name des Kellers ist Real Companhia Velha. Die Besucher werden auf das herzlichste willkommen geheißen. Wer eine Weinprobe möchte, der erfährt vorher alles über die angebotenen Sorten des Kellers, damit man auch weiß, was man da probiert. Danach sucht man sich ein Angebot für die Weinprobe aus und genießt. Nebenbei läuft ein Film ab, der einen Eindruck von den Weinbergen des Vale do Douro vermittelt. Das Gebiet ist gut mit den Weinanbaugebieten des Rheins zu vergleichen.

der Altstadt gegenüberliegende Seite Portos

Nach der sehr angenehmen Weinprobe spazierten wir zum Flussufer, um dort die Atmosphäre aufzunehmen. Hier findet man andere Portweinkellereien wie Sandeman, Porto Cruz oder Burmester. Einmal ist keinmal und so kosteten wir noch einmal beim Firmenverbund Burmester. Dieser Keller setzt auf Moderne, aber die angebotenen Portweine schmecken genauso gut.

Rio Douro

Vom Flussufer aus sieht Porto schon wieder anders aus, noch beeindruckender, noch einladender. Am Ufer liegen die alten Boote, mit denen vor langer Zeit die Portweinfässer zu den entfernteren Kunden verschifft wurden. Jeder Portweinkeller besitzt eines dieser traditionellen Boote. Eine Flussfahrt ist aber auch möglich, mit moderneren Ausflugsbooten.

Ponte Luis I.

Den Rückweg nahmen wir über das untere Deck der Ponte Luis I.. Blickt man nach rechts, sind noch drei weitere Brücken zu sehen. Eine davon gleicht der Ponte Luis I.. Sie stammt von einem Schüler Eiffels und unterscheidet sich nur durch das fehlende untere Deck.
Ein letztes Mal das Ufer des Rio Douro genießend, fuhren wir mit der Standseilbahn in die Oberstadt und richteten unsere Schritte zur Metrostation Trindade zurück.

Kommentar unserer lieben Womo-Bekanntschaft aus Óbidos – Roswitha und Robert aus Rodgau:

Liebe Angela, lieber Klaus,
ich habe euren Bericht über Porto gelesen und bin ganz überrascht über die Begeisterung. Porto ist schon schön, aber sie als die schönste Stadt zu küren, die ihr je gesehen habt – erstaunlich. Ich für meinen Teil bin von Wien so begeistert. Dein Bericht, liebe Angela, war eine schöne Zeitreise zurück. Ich bewundere deine professionelle literarische Ausdrucksweise und die Fotos erst, wie aus einem Kalender. Das habt ihr Beiden drauf. Einen Blick, wo man sich hinstellen muss um z. B. den Reiter im Vordergrund und das Rathaus vor das Objektiv zu bekommen. Herrliche Bilder von Fluß und Booten und Stadt. Toll.

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