A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Wohnmobilstellplatz bei A+K Weltenbummler

Das Schicksal hat es nun so gewollt, dass wir nach Jahren des Reisens wiedermal einen festen Wohnsitz haben. Es hat uns in Anklam zu einem Häuschen mit einer großen Wiese verholfen. Darauf hat unser Womo nun ebenfalls eine Bleibe gefunden. Während des Hausumbaus wohnen wir weiter im Womo auf der Wiese. Es wäre aber schade, wenn es sich alleine fühlen würde. Deshalb möchten wir Euch Womo-Fahrer ganz herzlich einladen, die große Wiese als Stellplatz zu nutzen. Für 5,-€ bieten wir Euch einen ruhigen und grünen Stellplatz an, jedoch ohne Service wie Wasser, Abwasser oder Strom.

Morgens steht man mit dem Gezwitscher verschiedener Vögel auf. Den Schwalben kann man bei Ihren Flugmanövern zuschauen. Bis ins Zentrum von Anklam, dem Tor zu Usedom im Nordosten Deutschlands, ist man zu Fuß in einer halben Stunde. Zum Einkaufen sind es fünf Minuten Fußweg. Freizeitmöglichkeiten in der Natur wie Radfahren, Kanufahren auf der Peene und viel Kultur werden reichlich geboten. Anklam ist zudem die Heimat von Otto Lilienthal, dem deutschen Flugpionier, auf dessen Spuren man im gleichnamigen Museum wandeln kann.

Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid, seht Euch den Platz bei uns einfach mal an. Am besten für die Zufahrt ist der Kleinbahnweg, was die Einfahrt am LIDL ist.

Es gibt leider eine Einschränkung: da die Wiese am Rande einer Siedlung liegt, ist die Durchfahrt für Fahrzeuge über 3,5t verboten. Wir wären Euch auch dankbar, wenn Ihr keine Hunde hättet. WLAN ist verfügbar.

Also, wir freuen uns schon auf Euch. Damit Ihr auch zu uns findet, hier noch die Koordinaten:

N 53° 50´ 48″  O 13° 42´ 50″ 

 

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Den Vögeln helfen

Wie Ihr wisst, haben wir einiges für unsere Vögel übrig. Wie es aussieht brauchen sie auch dringend unsere Hilfe, denn es werden immer weniger. Im modernen Wohnen gibt es keine Nistmöglichkeiten mehr und die Gärten sind alle aufgeräumt. So halten wir im Winter immer Futter bereit, auch einmal einen Apfel für die Amseln. Im Sommer bieten wir eine Tränke an und im Moment haben wir auch einen Sandbadeplatz. Wir werden uns bemühen, diesen zu erhalten.

Worauf wir aber im Leben nicht gekommen wären, ist, den Vögeln etwas Putz mit möglchst viel Kalk darinnen, anzubieten. Wie wir jetzt sehen, sind die Spatzen sehr erpicht darauf. Anfangs dachte ich, ich bin nicht mehr ganz klar im Kopf, als die grauen Flecken in der weißen Hauswand immer größer wurden. Bis ich eines Tages sah, wie sich ein Spatz immer wieder an der Hauswand festkrallte und den Putz aus der Wand pickte. Inzwischen hat sich das heraumgesprochen und die Löcher erweitern sich weiter.

Nahrungsergänzung für Spatzen – Kalkputz

Also meine Lieben, wenn Ihr irgendeine Möglichkeit seht, unseren Spatzen etwas Kalkputz anzubieten, dann bitte tut es. Ihr seht, es ist eine gute Idee.

Habt Ihr durch Zufall auch etwas herausgefunden, wie man unserer heimischen Tierwelt etwas Gutes tun kann? Dann schreibt es einfach in einem Kommentar. Wir sind gespannt.

 

 

 

Absurditäten

Manchmal versteht man das Leben nicht mehr. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich, wie man weiß, nicht erklären lassen. Ich habe jetzt zwei solche unerklärlichen Phänomene, die ich mit Euch teilen möchte.

1) Nach dem herrlichen Sommerwetter mit bis zu 39 Grad, was wir wunderbar fanden, folgten nun ein paar Tage mit nicht einmal 20 Grad. Da wir im Wohnmobil leben, in dem sich die Temperaturen sehr schnell an die Außentemperaturen angleichen, war es vor allem morgens und abends echt kalt. Solange ich denken kann ist es noch nie vorgekommen, dass wir Anfang Juli geheizt haben. Im Hochsommer heizen, das geht gar nicht!!! Der kalte Wind, der dazu noch weht, zwang uns sogar, die dicken Jacken wieder aus dem Schrank zu holen.

2) Die zweite Absurdität erfuhren wir heute, als wir uns ein Angebot für Dachziegel, die unser neues Haus unbedingt nötig hat, machen ließen. Nach der Aussage des Verkäufers werden wir für die saubere Luft, die wir in Anklam atmen, bestraft. Die saubere Luft sorgt nämlich dafür, das sich innerhalb weniger Jahre unschöne Ablagerungen auf den Dachziegeln ansammeln. Unlogisch? Nein, wir wurden aufgeklärt: Früher, als die Luft noch von Industrieabgasen usw. verunreinigt war, blieben die Dachziegel lange sauber, denn die Moose und Flechten erstickten, waren nicht lebensfähig. Die heutige saubere Luft ist dagegen ein Paradies für die belagbildenden winzigen Pflänzchen.
Das erzählten wir einem Dachdecker in der Verwandtschaft und er bestätigte diese Aussage. Da haben wir wieder etwas gelernt.

3) Bitte bringt keine Bierkästen mehr weg, in denen Flaschen fehlen. Ich weiß nicht, wie lange das schon so ist, aber letztens kaum ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich brachte zwei Bierkästen zurück. Der eine war komplett, in dem anderen Kasten fehlten drei Flaschen. Für den kompletten Kasten bekam ich meine 3,10€ zurück, für den anderen sollte ich nur noch 1,50€ wieder bekommen. Wenn man pro leerer Bierflasche 8 cent bekommt, sind das nach Adam Riese 24 cent für drei Flaschen. 3,10€ minus 24 cent sind da genau 2,86€. Nach meinem erfolglosen Protest nahm ich den Kasten mit den drei fehlenden Flaschen wieder an mich und probierte es im nächsten Laden, mit dem gleichen Ergebnis. Da werden einfach 1,36€ widerrechtlich einbehalten. Warum das so ist, konnte mir auf Nachfrage niemand beantworten. Das ist nun mal so, bekam ich zur Antwort. Ich weiß nicht, wie Ihr das seht, aber für mich ist das Betrug.

Habt Ihr auch solche Geschichten auf Lager, dann lasst es uns gerne wissen.

 

 

 

Vögel Italien/Sizilien

Wie schon seit einigen Jahren beobachteten wir auch in Italien und auf Sizilien die verschiedenen Vögel. Es war allerdings ungleich schwieriger als auf unseren vorigen Reisen, denn die Vögel dort sind allesamt sehr scheu. Werden sie ebenso wie die Singvögel in Griechenland gejagt? Wir wissen es nicht, aber es muss einen Grund wir ihre große Scheu geben. Trotzdem ist es mir gelungen, einige Arten vor die Linse zu bekommen. Einige Motive waren sehr weit weg, so dass die Qualität nicht sehr gut ist, aber ich wollte sie Euch nicht vorenthalten.

Singvögel

Greifvögel

Seevögel

Schreitvögel

Sonstige

 

 

Tourkarte Italien/Sizilien

Um eine Übersicht über unsere gefahrene Route zu bekommen, zeigen wir Euch hier unsere Tourkarte. Die Berichte der gesamten Reise findet Ihr in der Rubrik Italien.

Gefahrene Kilometer:  6885 von Anklam nach Anklam
Dauer der Reise:  6 Monate und 6 Tage

 

Burg Frankenstein

Es gibt wohl niemanden, der nicht einmal von dem Monsterroman „Frankenstein“ gehört hat. Die Burgruine, die seit 1252 der Adelsfamilie Frankenstein gehörte, so zumindest die erste urkundliche Erwähnung, lieferte der Schriftstellerin Mary Shelley die Inspiration zu ihrem Roman. 1814 hielt sich die Schriftstellerin in Gernsheim am Rhein auf und erfuhr dort von der Burg.

geheimnisvolles Gemäuer als Ersteindruck

Die Frankensteins lebten rund 400 Jahre in den Gemäuern, die sie immer mal wieder erweiterten, bis sie ihren Wohnsitz 1662 verkauften. Ab diesem Zeitpunkt verfiel die Burg. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts baute man die Reste der Anlage zum Ausflugsziel aus. Heute kommen Besucher aus der ganzen Welt, um die Burgruine mit ihrem schaurigen Hintergrund zu sehen. Für 1,-€ „Wegezoll“, zur Erhaltung der Substanz, kann die teilweise rekonstruierte Anlage besichtigt werden.

Burg Frankenstein

Die Legende vom heiligen Georg, der den Drachen tötete, stammt wohl auch von der Burg. „Der Drache, der an einem Brunnen in der Nähe lebte, richtete viel Schaden an und die Menschen baten den Ritter Georg von Frankenstein, ihn zu töten. In voller Rüstung trat dieser gegen den Lindwurm an. Der Kampf dauerte lange, aber endlich besiegte Georg den Drachen. Mit dem letzten Atemzug rammte das Untier jedoch den giftigen Stachel seines Schwanzes in Georgs Bein. Mit Mühe erreichte Georg seine Burg und verstarb dort drei Tage danach.“ Das Grabmal Ritter Georgs soll bis heute in der Kirche von Nieder-Beerbach zu sehen sein.

Auf jeden Fall nicht in das Reich der Sagen und Legenden gehört die schöne Aussicht über das umliegende Land. Die Burg verdient ihren Unterhalt mit Dinnershows (Grusel, Krimi, Zauberei und anderes) sowie Hochzeiten in der kleinen rekonstruierten Kapelle. Hört sich doch sehr interessant an.
Für Wanderer stehen genügend Wege rund um die Burg zur Verfügung.

Emmendingen

Im Südwesten Deutschlands ist das Wetter im Moment noch wärmer als im Hunsrück, wo wir anschließend hin wollen. Auf der Suche nach einem besseren Stellplatz stießen wir auf Emmendingen. Ein guter Stellplatz ist bei den Sportanlagen und dem Freibad zu finden, kostenlos. Ver- und Entsorgung sind gegen Gebühr möglich. Der Platz ist ruhig und als Ausgangspunkt für viele Ausflüge geeignet.

Was uns auf der Tour besonders gefehlt hat war ein richtiges Bad. In Emmendingen ist das Mach´ Blau-Bad genau das richtige. Wenn man zwischen 13 und 15 Uhr kommt kostet die Tageskarte 15,-€, danach 17,50€, für die Saunalandschaft inkl. Schwimmbadbenutzung. Um diese Zeit geht es noch ruhig zu. Es gibt mehrere Saunen, auf einen Innen- und einen Außenbereich verteilt. Wenn man Glück hat steht ein kleiner Becher mit Saunasalz bereit, oder auch etwas Obst. Trinkwasser ist jeder Zeit verfügbar. So steht einem Rundum-Saunavergnügen nichts mehr im Wege. Das Schwimmbad ist über einen Durchgang zu erreichen, wo im Frühjahr vor allem das 32°-Außenbecken, mit Wasserdüsen-Liegen und Massagedüsen am Beckenrand ausgestattet, lockt. Wir genossen die Stunden im Mach´ Blau-Bad in vollen Zügen, zumal es draußen schön warm und sonnig war.

Ein anderer Ausflug führte uns zum Eichbergturm. Es ist der höchste Aussichtsturm Deutschlands. Die Aussichtsplattform ist 43,20m hoch, die Turmspitze liegt noch einmal 10 Meter höher. Um die 360°-Rundumsicht von oben genießen zu können müssen 240 Stufen bezwungen werden. Der Blick reicht dann vom Schwarzwald über den Kaiserstuhl bis zur Rheinebene.

höchster Aussichtsturm Deutschlands

Rund um den Turm kann man schön im Wald wandern gehen. Auf der Infotafel am Fuße des Turms ist von einer „Gebrannten Eiche“ die Rede. Das wäre doch ein Wanderziel für die kurze Distanz, 0,5 Kilometer. Wir liefen los und suchten natürlich die Eiche, von der wir ausgingen, dass sie vielleicht durch Blitzschlag abgebrannt wäre. An der Weggabelung abgekommen, kein Hinweis mehr auf die Eiche, auch keine Eiche selbst. Hmm, was nun. Dann entdeckten wir ein Schild und einen Stein darunter. Die Eiche gibt es nicht mehr, dafür steht jetzt der dreiseitige Grenzstein an dieser Stelle. Die Aufschrift auf dem Schild erklärt die Situation.

„Gebrannte Eiche“

Emmendingen selbst ist auch recht nett. Alles ist sehr gepflegt, hell und freundlich, ganz das Gegenteil von dem, was wir in Italien Tag für Tag sahen. Sehr schön ist der Stadtpark, in dem man sich ausruhen kann.

Stadtpark Emmendingen

Am Ufer des Flüsschens Elz lässt es sich ebenfalls gut spazieren gehen. Das sind nur einige Beispiele. Die Palette der Sehenswürdigkeiten rund um Emmendingen ist noch viel größer. Vor allem der Weinanbau ist ein großes Geschäft.

Gotthard oder Brenner?

Wir haben festgestellt, dass ganz viele Wohnmobilfahrer nicht wissen, wie sie am besten über die Alpen kommen. Wir hatten uns ebenso diese Frage gestellt. Inzwischen haben wir die Antworten, aus eigener Erfahrung:

Die Strecken über den Brenner (Österreich) und den Gotthard-Tunnel (Schweiz) sind die angenehmsten. Ich möchte an der Stelle auf unsere entsprechenden Beiträge verweisen: Brenner und Rückfahrt über die Schweiz. Dort haben wir unsere beiden Alpenüberquerungen beschrieben, inkl. der notwendigen Mautzahlungen. Wir hoffen, die darin enthaltenen Angaben helfen Euch bei den Planungen Eurer Touren über die Alpen ein wenig weiter.

in Richtung Brenner

 

Rückfahrt über die Schweiz

Also, in Norditalien selbst Ende März einen Stellplatz oder Campingplatz zu finden, der geöffnet und auch noch groß genug ist, ist sehr schwierig. Immer wieder versuchten wir, irgendwo einen Platz zu finden, wo wir noch ein paar Nächte bleiben konnten, bevor wir zurück nach Deutschland fahren. Das funktionierte nicht und so fuhren wir über Genua, Mailand und Como (290km) in die Schweiz. Entlang der Riviera di Levante, also von Cinque Terre bis Genua war es eigentlich eine Tunnelfahrt. Von der Landschaft bekommt man dort nur wenig zu sehen.

Vor dem Grenzübertritt mussten wir uns schlau machen, was für die Maut in der Schweiz nötig ist. Für unser Womo über 3,5t brauchten wir eine Schwerverkehrsabgabe, für den kleinen Anhänger eine Vignette. Beides zusammen bekamen wir am Grenzübergang und kostete ca. 60,-€.

auf dem Weg zum Gotthard-Tunnel

Auf der ersten Raststätte hinter der Schweizer Grenze übernachteten wir, kostenlos. Wie sich auf der Durchfahrt durch die Schweiz herausstellte, werden normalerweise auf den Parkplätzen der Raststätten 15,-€ für die Zeit von 19-5 Uhr fällig. Da hatten wir nochmal Glück.

Die Preise in den Läden und Tankstellen der Schweiz sind unsagbar teuer. Als wir die Preise sahen, war uns klar, dass wir uns nicht lange in der Schweiz aufhalten werden. Eine Nacht wollten wir aber doch noch irgendwo übernachten, wo es schön wäre. Genauso wenig wie schon in Italien fanden wir auch in der Schweiz nahe der Autobahn keinen Platz. Nur vorm Gotthard-Tunnel legten wir eine Pause am Parkplatz der Seilbahn ein, wo wir eigentlich eine Übernachtung geplant hatten. Das Panorama ist wunderschön, mit den schneebedeckten schroffen Gipfeln der Alpen. Ich konnte nicht umhin, wenigstens einmal durch den Schnee zu stapfen. Die Seilbahn mit zwei gegenläufigen großen Kabinen bringt die Leute hoch in die weiße Winterwelt. Es stand am Schalter kein Preis für die Seilbahnfahrt, den ich hier nennen könnte.

letzter Parkplatz vorm Gotthard-Tunnel, an der Seilbahn

Eine Käserei mit Restaurant wartet auf Gäste. Bis zum Gotthard-Tunnel scheint die Schweiz noch zu Italien zu gehören, denn die Schilder sind auf italienisch und es wird italienisch gesprochen. Die Preise in der Käserei sind doppelt so hoch, wie wir sie von Italien her gewohnt sind.

Die Kälte der Alpen, der Schnee reichte bis an die Tunneleinfahrt heran und der Raureif der Nacht lag noch auf den Bäumen, ließ uns dann doch weiterfahren.

Die Durchfahrt durch den Gotthard-Tunnel ist in der Vignette/Schwerverkehrsabgabe enthalten, kostet also nicht extra. Als wir nachsahen, wie wir am besten über die Alpen kommen, blieb nur der Gotthard-Tunnel. Auf der Strecke über Turin in die Schweiz liegen der Fréjus-Tunnel und der Mont Blanc-Tunnel. Beide dürfen nicht von Fahrzeugen mit Emissionsklasse 0 befahren werden. So blieb uns nur die Strecke mit dem Gotthard-Tunnel. Die Steigungen sind moderat, da war die Überquerung des Brenner wesentlich kniffliger. Der Gotthard-Pass ist bis Mitte Mai geschlossen.

derzeitige Einfahrt in den Gotthard-Tunnel von Süden

Der Gotthard-Tunnel ist mit 16,9km der viertlängste Tunnel der Welt. Die LKWs werden nur einzeln, per Ampel gesteuert, in den Tunnel gelassen. Sie müssen einen Sicherheitsabstand von 150m zueinander einhalten. Da Überholverbot im Tunnel herrscht, müssen sich die PKWs einordnen und im Tempo der LKWs mitfahren. Erst in einigen Jahren wird es möglich sein, beide Tunnelröhren und dann jeweils beide Fahrspuren zu nutzen. Nach vielen schrecklichen Unfällen im Tunnel wurde viel für die Sicherheit unternommen. Mit den großen Abständen und dem relativ geringen Verkehr zur Zeit, fühlten wir uns schon ziemlich sicher. Nach 16 Minuten kamen wir endlich wieder ans Tageslicht.

Am Vierwaldstätter See wartet ein 9,25km langer Tunnel. Es folgen dann noch viele Tunnel. Die meisten zwischen 1-3km lang, aber auch längere Tunnel. Irgendwann hat man dann einfach keine Lust mehr auf die Dinger. Schade um die schöne Bergwelt, die ständig aus dem Blickfeld verschwindet. Lange wird man von den schneebedeckten Gipfeln begleitet. Leider ist das Tal, welches sich vom Gotthard bis zum Vierwaldstätter See anschließt, von Stromtrassen verschandelt.

am Vierwaldstätter See

Irgendwann passiert man den Sempacher See, wo wir eine Pause auf dem Parkplatz einlegten, und schon bald ist man in Basel. Am Grenzübergang nach Deutschland nahmen wir die Busspur, weil wir ja kein PKW sind, und standen vor einer roten Ampel. Die Ampel wurde nicht grün und es kam auch niemand, der sich um uns kümmerte. So ging ich ins Büro und fragte, ob wir weiterfahren könnten. Als dann der deutsche Zollbeamte zu sprechen war, fragte er nur, ob wir aus der Schweiz etwas zu verzollen hätten. Ich sagte ihm, dass wir aus Italien kommen. Dann könnten wir durchfahren, Gute Fahrt. So weit wollten wir am Stück (330km) gar nicht fahren, aber was soll man machen.

Ausflug von Müllheim nach Neuenburg – Narrenbrunnen

Erst in Müllheim-Hügelheim, am Kräuterhof, fanden wir ein Plätzchen zum Stehen und Übernachten. In dem großen freundlichen Laden wird alles was mit und aus Kräutern gemacht ist verkauft. Die Preise sind in Ordnung. Beim Fleischer, nicht weit weg, konnten wir etwas gegen unseren Heißhunger für Fleischsalat, Leberwurst und Sülze tun. In Italien gibt es nur an die 50 Sorten Salami und Schinken, aber sonst nix. Das wird für Abwechslungs-Fetischisten wie uns zur Tortur. Jetzt werden wir uns erst einmal wieder mit richtigen deutschen Gerichten verwöhnen. Immer nur Pasta wird auf die Dauer auch langweilig. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, dass wir auf Sizilien sehr viele gute Gerichte probiert haben, weil dort alles sehr günstig ist.

Cinque Terre

Diesem Ziel haben wir schon die ganze Tour lang entgegen gefiebert. Vom schönsten Abschnitt der italienischen Küste haben wir im Vorfeld viel im Fernsehen gesehen, von Bootsfahrten bis hin zu Wanderungen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Der Nationalpark Cinque Terre ist UNESCO-Weltkulturerbe. Die Menschen haben die Berghänge terrassiert, um Zitronen, Wein oder Oliven anbauen zu können. Dafür baute man über siebentausend Kilometer Trockenmauern. Der Park ist knapp 20km lang. Vier der fünf Orte liegen in kleinen Buchten versteckt, das fünfte auf einer Felsklippe. Jahrhunderte lang, bis in die jüngste Vergangenheit, waren diese Orte nur über das Meer oder Trampelpfade zu erreichen. Seit eine Straße gebaut wurde, die die Cinque Terre-Orte miteinander verbindet, ist der Tourismus sprunghaft angestiegen.

Küste des Cinque Terre

Zuerst heißt es jedoch: schlau machen. Was für Möglichkeiten stehen zur Verfügung? Als erstes möchte ich voraus schicken, dass der Kauf einer Cinque Terre-Card unbedingt in Betracht gezogen werden sollte, wenn man mehr als einen der fünf Orte sehen möchte. Diese Karte gibt es als Tageskarte, oder als Zwei-/Dreitageskarte. Die Tageskarte kostet 16,-€. Enthalten sind dann alle Zugfahrten, Busfahrten, der Wandertrail an der Küste entlang, und wie ich gehört habe, sogar die Toilettennutzung. Wenn man bedenkt, dass pro Zugfahrt 4,-€ fällig werden, hat man die 16,-€ für die Karte schnell zusammen. Fünf Orte, fünf Zugfahrten = 20,-€. Der Wandertrail kostet alleine 7,-€. Die Cinque Terre-Card bekommt man im Cinque Terre-Office in den Bahnhöfen von Sestri Levante im Norden bis hin zu La Spezia im Süden. Die einzelnen Bahntickets muss man am normalen Ticketschalter kaufen.

auf dem Höhenweg des Cinque Terre

Mit dem Auto kann man die Straße auch fahren, außer am Wochenende, wo man sich das verkneifen sollte. Vor den Orten stehen jeweils Parkplätze (nicht annähernd genug für den Bedarf) zur Verfügung. Den Rest muss man dann laufen.

Den ersten Tag war ich alleine unterwegs. Ich fuhr mit dem Zug von La Spezia nach Monterosso, dem Badeort der Cinque Terre. Mir wurde im Touristenbüro gesagt, der Wandertrail an der Küste entlang wäre noch gesperrt. Das entsprach nicht der Wahrheit und so besaß ich kein Ticket, um den Weg zu begehen, der etwa 15km lang ist. Das ist an einem Tag zu schaffen.

Monterosso

So hatte ich nur die Möglichkeit, die Wanderstrecke oben in den Bergen zu nehmen, um wenigstens zwei der fünf Dörfer zu sehen. Der Weg führt aber bis auf 700m Höhe, und das zwei Stunden lang, mal Straße, mal Naturweg über Stock und Stein, Treppen oder „Klettersteige“. Man kommt von Monterosso über den Torre Soviore und das Santuario Nostra Signora di Reggio, mit seiner erfrischenden Quelle, irgendwann in Vernazza an.

Quellgrotte des Santuario Nostra Signora di Reggio

Der Abstieg erfolgt über mittelalterliche Wege (großer Stein, kleiner Stein, kein Stein) und Treppen. Ich war drei Stunden unterwegs und wollte keine weitere Etappe in Angriff nehmen. Nachdem ich mir Vernazza mit seinem schönen Hafen angesehen habe, stieg ich in den Zug zurück nach La Spezia. Der Zug fährt 95% der Strecke durch Tunnel. Man sieht das Meer nur an vier der Haltestellen und zusammen genommen weitere fünf Sekunden. Die Zugfahrt ist also keine Alternative zu Auto-/Busfahren oder Wandern.

Vernazza

Einen zweiten Ausflug nach Cinque Terre unternahmen wir mit dem Auto. Wir starteten frühzeitig. Die Straße ist gut befahrbar, klettert kurz vor Corniglia aber wieder auf viele hundert Meter. An fast der höchsten Stelle ist eine Parknische. Von dort aus sahen wir uns das kleine Dorf, auf einer Klippe thronend, an.

Corniglia

Dann drehten wir um, und machten im Bergdorf Volastra Halt. Hier herrscht Ruhe in den engen Gassen. Nur ein paar Wanderer des Höhenweges queren das Dorf. Zum Schluss kehrten wir zu einem Kaffee ins Bar-Hotel „Saraceno“ ein. Hier kostet der Café nur 1,-€, der Cappuccino 1,50€. Zum Cappuccino bekam ich auch noch Kakaopulver im Streuer. Meistens bekommt man einen Cappuccino ohne eine Spur von Kakao. Extra Kakaopulver ist uns noch nie passiert.

im Bergdorf Volastra

Nach Manarola fuhren wir hinunter und stellten das Auto auf dem Parkplatz ab. Es bleibt dann noch etwa ein Kilometer Fußweg bis hinunter zum Hafen. Der Ort liegt sehr idyllisch in einer kleinen Bucht mit großen Felsen rund um den Hafen, und mitten drin. Die Boote liegen alle noch in den Straßen. Sie wurden im Herbst mit Hilfe eines Krans etwa 15 Meter aus dem Wasser gehoben und zu den Liegeplätzen transportiert.

Manarola – Fußgängerzone zum Hafen

Ein Weg entlang der Küste führt um eine Felsnase herum, von der aus man bis nach Monterosso sehen kann. Ein wunderschöner Weg vorbei an gebogenen Schieferformationen, gemütlichen Bänken und mit tollen Aussichten. Während uns in Italien/Sizilien nur Kalk- und Sandstein begegneten, natürlich auch Lava, sitzt Manarola auf einem Schieferfelsen.

Felsenweg bei Manarola

Man muss nach dem Besuch Manarolas aber den ganzen Weg wieder bergauf gehen, um zum Parkplatz zu kommen. Es war inzwischen 11 Uhr und es wurde ziemlich voll.
Nun fuhren wir nach Riomaggiore weiter. Von der Straße aus bieten sich verschiedene Aussichten auf den Ort hinunter, der ebenfalls in einer Bucht liegt.
Als wir dorthin abbogen, wurde schon angezeigt, dass keine Parkplätze mehr zur Verfügung stehen. So blieb uns nur der Blick von außerhalb und wir fuhren nach La Spezia zurück.

Riomaggiore

Dabei bietet sich ebenfalls ein schöner Panoramablick über die gesamte Bucht von La Spezia. Es ist einfach eine wunderschöne Ecke. In einiger Entfernung sieht man die Grube Fantiscritti von Carrara.

Blick über La Spezia

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