A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Jerez de la Frontera

Sherry-Kellerei Tio Pepe

Sherry-Kellerei Tio Pepe

Die Hauptstadt des Sherry. Nur der Wein, der im Dreieck Jerez-Sanlúcar-Carrascal angebaut und gekeltert wird, darf sich Sherry nennen. Die größte Weinkellerei ist Tio Pepe, die seit 1835 existiert. Es ist ein Familienbetrieb, der heute in 150 Länder exportiert. Tio Pepe stellt verschiedene Sherrys, Brandys und auch Sherry-Essige her. Es ist ein Verbund von mehreren Bodegas, Weinkellern. Zudem verkauft die Kellerei den Nomad Whisky. Der Whisky wird aus Schottland importiert, in Jerez 1-2 Jahre in Sherryfässern gelagert und dann als der exklusive Nomad Whisky verkauft. Die ältesten Fässer bei Tio Pepe und in ganz Jerez sind 300 Jahre alt. In einem kleinen Raum werden alte Flaschen, teils voll, teils leer aufbewahrt. Früher füllte man von jedem Sherry, der produziert wurde, eine Flasche für das Archiv ab.
Viele Fässer sind von Berühmtheiten rund um die Welt signiert worden, wodurch eine Art Gästebuch-Weinkeller entstand.
Es werden auch deutschsprachige Touren angeboten, Eintritt ab 18,-€. Nach der Führung, die teilweise mit einer kleinen Bahn durchgeführt wird, gibt es eine Verkostung von zwei verschiedenen Sherrys. Weitere Proben kosten 1,50€ pro Glas. Im Angebot sind dann 6 Sorten. Der süßeste Sherry, der kaum aus der Flasche kommt, nennt sich Nectar und hat einen sehr hohen Anteil an Rosinen, die ihm den sehr kräftigen Geschmack verleihen. Wer süßen Wein liebt, sollte den unbedingt probieren. Man sollte nun annehmen, dass der Nectar fast unbezahlbar wäre, aber weit gefehlt. Die Flasche kostet gerade einmal 7,95€.
Außerdem gehören die weltgrößte Wetterfahne, ist im Buch der Rekorde gelistet, ein Garten und ein kleines Rebenfeld zum Gelände von Tio Pepe. Der hohe Eintrittspreis lohnt sich aber in jedem Fall.

ein Schluck für die Mäuse

ein Schluck für die Mäuse

Zu einem Keller gehören natürlich auch Mäuse. Vor langer Zeit hielt hier ein Mönch seine Mittagspausen ab, wobei manchmal etwas daneben fiel und sich Mäuse einstellten. Irgendwann stellte der Mönch fest, dass die Mäuse süßen Sherry lieben und stellte ihnen ein Glas hin, mit einer kleinen Leiter daran. Dass fanden Mensch und Mäuse so toll, dass noch heute ein Glas mit süßem Sherry für die Mäuse auf dem Boden des Weinkellers steht.

Catedral de San Salvador Jerez

Catedral de San Salvador Jerez

Gleich in der Nähe befindet sich die Altstadt von Jerez de la Frontera, die durch viele verschiedene Kirchen glänzt, die Alcázar (Festung) und unzählige Tapasbars, bei denen das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
Eine weitere Sherrykellerei, die Osborne-Kellerei, befindet sich in El Puerto de Santa María. Die Sandeman-Kellerei ist auch in Jerez zu finden. Ob diese beiden Kellereien zu besichtigen sind, kann ich allerdings nicht sagen.

 

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Nach Ronda besichtigten wir nun eine weitere weiße Stadt. Vejer de la Frontera ist wieder einmal eine der schönsten weißen Städte Andalusiens. Nach unserem Urteil stimmt dieses Prädikat, die Stadt ist wirklich wunderschön. Vejer liegt rund um eine Bergspitze und ist, wie alle anderen weißen Städte, maurischen Ursprungs. Die kubischen Häuser, schöne Innenhöfe, enge Gassen und der schöne Plaza de Espaňa geben darüber Auskunft. Man sollte sich die Zeit nehmen und an der Stadtmauer entlang bummeln. Dort steht das Naturmauerwerk in schönem Kontrast zu den weißen Wohnhäusern.

Corredera Frontera

Corredera Frontera

Im Norden von Vejer, an der Corredera, schweift der Blick weit über das hügelige Hinterland. Der Berg, auf dem Vejer liegt, erhebt sich aus einer weiten Ebene zwischen der Küste und den Bergen des Hinterlandes. Dieses Gebiet ist der Landwirtschaft vorbehalten. Vornehmlich werden hier Getreide und Reis angebaut. Ein Großteil der Flächen machen Weiden aus, die jetzt im Winter saftig grün sind.
Sehenswert ist die Iglesia del Divino Salvador. Zuerst stand auf dem Platz eine Moschee. Die Christen bauten nach der Rückeroberung auf der von ihnen zerstörten Moschee eine Kirche. Irgendwann war sie aber auch eine Synagoge, wie die Reste des Davidsterns zeigen. Gleich hinter der Kirche befindet sich die Stadtmauer mit der Arco de la Segur.
Kommt man aus Süden nach Vejer, sieht die Stadtansicht ganz anders aus. Betritt man die Stadt durch das südliche Tor, gelangt man ins Judenviertel und zum Castillo.

Cabo de Trafalgar

Cabo de Trafalgar

An der Küste liegt das Kap Trafalgar. Der Leuchtturm steht auf einer Sandsteininsel, nur das die Wasserstraße heute vollkommen von Sand bedeckt ist. Die Straße zum Leuchtturm hat der Sand bedeckt. Es sehen nur noch kurze Stücken heraus. Die ganze Küste ist von Sanddünen bedeckt, in denen inzwischen Kiefern und weißblühender Ginster wachsen. Diese Ginsterart ist sehr zart und verströmt jetzt zur Blütezeit einen zarten jasminähnlichen Duft.
Am Leuchtturm klärt eine Informationstafel über die berühmte Seeschlacht von Trafalgar unter Lord Nelson gegen spanische und französische Schiffe auf. Die Schlacht fand am 21. Oktober 1805 statt, die wohl Lord Nelson dank seiner Übermacht für sich entscheiden konnte. Zwei englische Opfer sind, ich habe berichtet, auf dem Trafalgar-Friedhof in
Gibraltar begraben.
Der Fels, auf dem der Leuchtturm steht, ist ebenfalls sehenswert. Das Mikrokonglomerat bildet feine Schichten und Wind und Wetter formten aus dem Stein schöne Skulpturen.

Thunfischmuseum

Thunfischmuseum

Während östlich des Kaps die Surfer ihrem Hobby frönen, breitet sich westlich davon ein langer Badestrand aus.
Barbate ist unserer Meinung nach nicht so sehenswert, aber zwischen Barbate und La Barca befindet sich ein Thunfisch-Museum. Leider war das Museum geschlossen, zu dessen Führungen auch eine Verkostung gehört, aber in dem angeschlossenen Laden kann man die Erzeugnisse kaufen. Das Ganze gehört zu einer Fisch-Konservierungsfabrik.

Waldrapp am Schlafplatz

Waldrapp am Schlafplatz

Das Glück meines Hobby-Ornithologenherzens ist kaum noch zu toppen. Vier Tage nach den unverhofften Gänsegeiern bei Bolonia trafen wir nun ebenso unverhofft auf die äußerst bedrohten Waldrappe. Es sind weltweit nur noch 4 Prozent der Population übrig, die es noch vor 80 Jahren gab. Es existieren nur noch drei Gruppen dieser seltenen Vögel, und zwar in Marokko, in Syrien und hier bei Vejer. Wir sichteten ein paar wenige Tiere nahe Trafalgar. Zu unserer großen Überraschung übernachteten wir auf dem gleichen Flecken Erde wie wahrscheinlich die ganze hiesige Population Waldrappe in Spanien, die zudem durch ein Hilfsprojekt in Gefangenschaft geboren und später ausgewildert wurden. Direkt in einer Felswand über der Straße in La Barca fanden sich an die neunzig Waldrappe zum Schlafen ein. Gleich daneben sammelten sich Dohlen für die Nacht und unten am Fluss flogen hunderte Kuhreiher bei Einbruch der Dämmerung ihre Schlafplätze im Schilf an. Wir standen praktisch mittendrin auf dem großen Parkplatz von La Barca. Es war ein unbeschreibliches Schauspiel. Sobald es am nächsten Morgen hell wurde, brachen alle Schlafgäste zusammen zu ihren Futterplätzen für den Tag auf.

Naturpark del Estrecho

Wanderdüne Playa Paloma

Wanderdüne Playa Paloma

Nach langer Zeit ohne Campingplatz und Stromanschluss verbringen wir nun ein paar Nächte auf dem Campingplatz Valdevaqueros neun Kilometer westlich von Tarifa, um die Batterien wieder richtig aufzuladen. Hier hat es nun endlich auch mit der Campingcard von ACSI geklappt. Endlich haben wir das Thema nun abgehakt.
Bis zum Playa Paloma sind einige freie Stellplätze sowie Campingplätze zu finden. Der Sandstrand zieht sich von Tarifa bis zu einer Wanderdüne am Playa Paloma. Das Baden empfiehlt sich jedoch nicht, da von La Línea bis hierher Abwässer, ungeklärt und ungesiebt, ins Wasser geleitet werden. Die Surfer freuen sich aber über ungetrübtes Vergnügen.
Wir haben nun doch keinen Abstecher nach Marokko gemacht, trotzdem bekamen wir eine Kostprobe davon. Die Wanderdüne bei Playa Paloma suggeriert durch ihre Größe eine Wüste und im Radio laufen mehrere marokkanische Sender. Marokko ist für uns allerdings kein unbekanntes Land mehr, denn eine einwöchige, sehr interessante Reise brachte uns nach Agadir und seine Umgebung.

Baelo Claudia

Baelo Claudia

Eine sehr interessante Ecke im Süden der Costa de la Luz ist Bolonia. In der Nähe des kleinen Ortes liegt eine weitere Wanderdüne, die aus dem Grün der Umgebung herausstrahlt. Zwischen Bolonia und der Düne wurde eine andere römische Stadt ausgegraben. Baelo Claudia existierte vier Jahrhunderte lang. Die Hauptaufgabe der Stadt bestand in der Konservierung von Fisch und der Herstellung der Fischsoße Garum. Solch eine Stadt fanden wir auch schon in Torrox an der Costa del Sol, nur dass die Ausgrabungen Baelo Claudias wesentlich umfangreicher sind. Als die Wirtschaft nicht mehr funktionierte und zudem durch Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wurde, gab man die Stadt auf. Rund 500 Jahre später war sie das Sprungbrett für die maurischen Eroberer, die Baelo Claudia ihren Stempel aufdrückten, was vor allem am Theater ganz deutlich zu erkennen ist.

Gänsegeier

Gänsegeier

Unverhofft kommt, na ja, manchmal. Inzwischen haben wir zwei Gebiete auf spanischem Gebiet herausgesucht, in dem die Wahrscheinlichkeit hoch sein soll, europäische Geier zu beobachten. Ganz zufällig stießen wir in den Felsen gleich hinter der römischen Stadt auf die großen Vögel. Schnell vergaßen wir alles andere und versuchten, den Geiern näher zu kommen. Eine ziemlich kaputte Straße führt zu mehreren Aussichtspunkten über Bolonia und zu den Geierfelsen. Um die zehn Gänsegeier kreisen um die hellen Felsen, in denen sich auch mehrere Höhlen befinden. Im Moment werden Junge aufgezogen, einige stehen kurz vor ihrem ersten Flug. Solange sich unter ihren Nisthöhlen etwas bewegt, verharren die Jungvögel bewegungslos und sind praktisch unsichtbar. Ist es länger ruhig, kommen sie in Bewegung, schauen in die Weite, putzen sich oder trainieren für ihren ersten Flug. Die Altvögel versorgen die Jungvögel mit Beute, während mindestens ein Geier die Lage beobachtet. Immer wieder fliegen mehrere Tiere um die Felsen. Ein starker Luftstrom ist zu vernehmen, wenn die Vögel dicht über den Kopf hinwegfliegen. Man sollte dabei jederzeit halbwegs in Deckung bleiben, um sie richtig beobachten zu können. Es ist unbestritten eines der schönsten Erlebnisse, die man haben kann.

Bio-Ziegenkäserei

Bio-Ziegenkäserei

An der Gabelung der Straße zum Geierfelsen führt die Straße nach rechts zu einer Bio-Ziegenkäserei. Die 3 km lange Straße besteht nur noch aus Löchern und verbindet einzelne Gehöfte miteinander, die am Fuße der Berge liegen. Die Küste und die Berge gehören zum Naturpark del Estrecho. Irgendwann kommt man zu einer Art Zunftschild der Käserei El Cabrero de Bolonia. Von hier führt ein Fußweg zum Eingang des Hofes, der sehr versteckt liegt. Von Januar bis August wird hier täglich aus 200 Litern Ziegenmilch leckerer Käse hergestellt. Im Rest des Jahres gibt es wohl nicht genug frisches Grün für die Ziegen, damit sie genug Milch liefern können. Die nette Dame der Käserei lässt gerne von ihrem Käse verkosten, bevor man kauft. Frischkäse, Camembert oder fester gereifer Käse sind im Angebot. Die Preise sind jedoch überdurchschnittlich hoch, was wahrscheinlich der Tatsache des saisonalen Geschäftes zu verdanken ist. Für 10,-€ pro Erwachsenem werden auch geführte Touren durch die Käserei angeboten, die etwa eine Stunde dauern.

Tarifa

Tarifa Jet

Tarifa Jet

Die Insel Tarifa markiert den südlichsten Punkt Europas. Bis nach Afrika sind es nur noch 14km über die Straße von Gibraltar. Zwei bis dreimal am Tag fahren Fähren nach Tanger. In vielen Reisebüros werden 1- oder 2-Tagesausflüge nach Tanger angeboten, inkl. Kulturprogramm und marokkanischem Mittagessen. Der „Tarifa Jet“ bringt die Leute und Autos unter donnerndem Maschinengetöse in 35 Minuten in die marokkanische Küstenstadt.

Straße von Gibraltar

Straße von Gibraltar

Kurz vor Tarifa hat man am El Mirador del Estrecho die Straße von Gibraltar in ihrer ganzen Länge von Ceuta bis nach Tanger im Blick. Sie markiert die Trennung von Atlantik und Mittelmeer. Aus der erhöhten Position kann man weit nach Marokko hineinsehen und mehrere Bergkämme erkennen, bis hin zum Rif-Gebirge, ein toller Anblick. Allerdings hat man im Rücken einen großen Windpark stehen, der immer noch wächst und die Landschaft verschandelt.
Nur wenige Kilometer weiter nach Tarifa biegt eine kleine unbeschilderte Einfahrt zu einem Gebäude bergauf ab. Wir waren neugierig und fanden dort eine Vogelwarte mit umfangreichen Informationen zu den 350 Vogelarten, die durch die besonderen Bedingungen zwischen Atlantik und Mittelmeer herrschen, hier vorkommen. Kartenmaterial zeigt mehrere Wege und Gebiete auf, in denen besonders viele Vogelarten beobachtet werden können. Leider sind wir etwas zu früh dran, denn der Vogelzug startet erst.

Strand bei Tarifa

Strand bei Tarifa

An einem der Abende kamen kleinere Scharen Seidenreiher über die Straße von Gibraltar aus Afrika. Es war Zufall, dass wir sie beobachten durften, denn ein junger belgischer Freizeitmusiker unterhielt die Interessierten des Stellplatzes in Tarifa. Für ein paar Tage standen wir kostenlos auf einem Parkplatz direkt am Strand westlich der Stadt Tarifa, mit Blick auf den Atlantik und Tanger. Ein Bretterweg führt durch den Naturpark immer am breiten, von den ewig starken Winden glatt gefegten Strand entlang. Der Weg ist jedoch nicht mit Cabopino zu vergleichen.

Castillo de Santa Catalina

Castillo de Santa Catalina

Die Altstadt von Tarifa ist von einer Stadtmauer umgeben, welche am Hafen von dem Castillo de Guzmán abgeht. Für 4,-€ Eintritt kann man sich das Fort ansehen und wohl auch ein Stück auf der Stadtmauer entlang laufen und von oben auf die Gassen der Altstadt herabsehen.
Auffallend und recht niedlich ist das Castillo de Santa Catalina, welches auf einer kleinen Anhöhe thront und maurisch aussieht. Die gesamte Anhöhe ist jedoch von einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg unterwandert, dessen außenseitige Bauwerke rund um das Castillo unschön aus den Hängen sehen.

Die Insel Tarifa mit dem Leuchtturm ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Sie gehört der Guardia Civil und war wohl schon sehr lange ein Fort. Die ersten Einwohner waren auch hier die Phönizier, bevor die Römer sie ablösten.
Nach einem langen Regenguss ist der größte Teil des Strandes kein Strand mehr, sondern eine Lagune, die nur noch durch einen schmalen Streifen vom Meer getrennt ist. Von da ab regnete es ganze drei Tage.

Bahia de Algeciras

Carteia

Carteia

Das Wetter ist durchwachsen. Mal ist es grau und es regnet bei 12-15 Grad, mal scheint die Sonne bei 20 Grad. Schon lange gab es hier in Südspanien nicht solch ein schlechtes Winter. Das hörten wir doch schon auf den Britischen Inseln. Es ist ein verflixtes Wetterjahr.
Zwischen La Línea und Algeciras fristet das kleine Dörfchen Guadarranque sein Dasein an der Bucht von Algeciras. Einst wohl ein hübsches Fleckchen Erde wird das Dorf heute von einer Raffinerie und einer anderen großen Fabrik flankiert. Dreck, Gestank und Dauerlärm setzen Guadarranque zu, obwohl sich die verbliebenen Einwohner viel Mühe geben, das Dorf in Schuss zu halten.
Gleich in der Nähe befindet sich ein archäologisches Grabungsfeld. Hier stand einmal die römische Stadt Carteia, mit allem was dazugehört. Sie wurde auf phönizischen Grundmauern errichtet. Gegen eine Spende finden Führungen durch das 27 ha große Areal statt. Die ausführlichste Führung dauert zwei Stunden. Wer diese Zeit nicht hat, bekommt auch eine einstündige oder halbstündige Führung.

Markthalle von Algeciras

Markthalle von Algeciras

Wie von Gibraltar aus fahren auch von Algeciras Fähren nach Afrika. Der größte Teil der Wasserfront von Algeciras ist modern geprägt. Die Altstadt beginnt erst in der zweiten Reihe. In der Stadt halten sich sehr viele Marokkaner auf, aber auch viele Obdachlose. Die Markthalle fällt architektonisch aus dem Rahmen. Es ist ein runder Bau mit einem kuppelförmigen Dach. An vier Seiten ist die Kuppel abgeschnitten, so dass Bögen über den Eingängen entstanden sind. Das sieht recht interessant aus.
Zufällig entdeckten wir Ruinen am nördlichen Rand der Altstadt. Wir gehen davon aus, dass sie einmal zur Alcazaba gehörten.

Punta del Carnero

Punta del Carnero

Südlich von Algeciras führt eine kleine Straße zum Punta del Carnero, wo auch ein Leuchtturm steht. Der Leuchtturm kann nicht besucht werden. Einen Kaffee, auf den wir uns gemäß einer großen Werbetafel und Hinweisschildern gefreut hatten, bekamen wir auch nicht. Das Restaurant „El Faro“ wird erst noch gebaut. Dafür kamen wir uns an diesem Küstenabschnitt nicht wie in Südspanien, sondern wie in Schottland vor. Weite grüne Weiden mit Rindern darauf und eine raue Küste mit bis ins Wasser reichenden Felsen verwirrten unsere Sinne. Gegenüber ist wieder Afrika zu sehen.

Gibraltar

Gibraltar im Abendrot

Gibraltar im Abendrot

Von Marbella aus fährt man immer auf der A7 Richtung Süden. Dabei ist der Felsen von Gibraltar, gleich neben dem südlichsten Kap Spaniens gelegen, fast immer zu sehen. Kurz vor Algeciras biegt man auf die CA34 ab, die direkt bis zur Abfahrt nach Gibraltar führt. Nur ein paar Meter vorher kommt man zu einem großen Parkplatz im Puerto Alcaidesa. Dort standen wir für eine Nacht (12,-€), um zu ver- und entsorgen sowie Wäsche zu waschen. Gleich nebenan liegt der Flughafen von Gibraltar, dahinter ragt der Felsen bis auf 425m hoch auf. Nur ein paar Mal am Tag starten Flugzeuge von Gibraltar aus.
Am nächsten Tag wechselten wir auf den anderen Stellplatz in La Línea, am Stadion Linense, für 4,-€ pro Nacht. Der Platz liegt, nur von einer Straße getrennt, direkt am Strand. Bevor wir herkamen, sahen wir von Cabopino aus nach Gibraltar, jetzt sehen wir von Gibraltar nach Cabopino. Das ist toll.

Fort Santa Barbara

Fort Santa Barbara

Gleich in der Nähe des Stellplatzes am Stadion stehen die Überreste des Forts Santa Barbara. Es wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Von hier aus gab es einmal eine Mauer bis zum Fort San Felipe auf der westlichen Seite der Halbinsel. Im Napoleonischen Krieg zerstörten die Engländer das Fort samt Mauer, um die Anlagen nicht den Franzosen in die Hände zu geben. Der Felsen von Gibraltar war schon immer hart umkämpft. Zuerst waren wohl die Phönizier hier, um 700 n.Chr. kamen die Mauren, die ihren Eroberungszug durch Iberien hier starteten und 700 Jahre blieben. Seit 1704 ist der Felsen britisches Hoheitsgebiet. Seitdem erhoben jedoch auch die Franzosen und Spanier Anspruch darauf. Außer den Resten des Forts Santa Barbara stehen aber auch noch Bunker im Bereich des alten Walls, von dem La Línea seinen Namen hat. Die Stadt La Línea ist eigentlich nur Parkplatz für die Grenzgänger. Täglich sollen um die 7000 Menschen über die Grenze pendeln, größtenteils wegen der Arbeit.

Gibraltarglas

Gibraltarglas

Um die Halbinsel Gibraltar zu erreichen muss man die Rollbahn des Flughafens überqueren. Die Straße wird für Starts und Landungen kurzzeitig geschlossen. Um die Stadt zu erreichen, kann man entweder zu Fuß knapp 10 Minuten laufen oder für 2,-€ pro Person mit dem Bus fahren. Man wird dann am Platz der Kasematten abgesetzt. Hier beginnt die Hauptstraße von Gibraltar mit Geschäften, Restaurants, aber auch Regierungsgebäuden. Am Platz selbst befindet sich die Glasbläserei. In der wird das Gibraltar-Glas hergestellt. Es zeichnet sich durch eine zarte linienförmige Profilierung aus, was sehr schön anzusehen ist. Ein kleines Museum erzählt über die Geschichte und Herstellung des Glases. Man kann außerdem den Männern bei der Herstellung der gläsernen Kunstwerke zusehen. Über eine Spende freut man sich.

Stadttor am Trafalgar Friedhof

Stadttor am Trafalgar Friedhof

Am Ende der Hauptstraße kommt man irgendwann an den Charles V. Wall, wo auch der Trafalgar Friedhof zu finden ist. Auf diesem Friedhof liegen zwei englische Offiziere, die später ihren Verwundungen aus der Trafalgar-Schlacht erlegen sind. Hinter der Mauer beginnt die Straße rund um den Felsen, bis zum Punto de Europa an der südlichsten Spitze Gibraltars hin. Gleich oberhalb der Straße gelangt man zur Talstation der Seilbahn, die die Passagiere auf den Felsen bringt, wenn die Seilbahn nicht gerade gewartet wird oder aus sonstigen Gründen stillsteht.

Im Alameda Garden

Im Alameda Garden

Direkt hinter dem Parkplatz der Seilbahn liegt der Eingang in den Botanischen Garten Alameda. Er liegt etwas am Hang und ist eine Oase der Entspannung nach der Hektik der Hauptstraße. Verschiedene Pflanzen hauptsächlich aus Marokko und Südspanien, aber auch Südafrika, bieten etwas Exotik für´s Auge. Dazwischen sind kleine Teiche angelegt, die Koikarpfen und Schmuckschildkröten beherbergen. Büsten verschiedener berühmter Personen setzten Akzente. Immer wieder schwenkt der Blick die steilen Felsen hinauf, wo auch die neueste Attraktion Gibraltars zu bestaunen ist: eine Hängebrücke über eine 50m hohe Schlucht. Die Brücke selbst, Windsor Bridge genannt, ist 71m lang.

Innenhof der Bastion

Innenhof der Bastion

Jetzt lenkten wir unsere Schritte Richtung Wasser. Wenn man die Mauern der alten Bastion aus dem 16. Jahrhundert, die einen Großteil der Stadt Gibraltar umschließt, verlässt, gelangt man zum Queensquay. Das ist nichts weiter als eine Wohnanlage mit eigener Marina. Links daneben ist der Bereich der Marinebasis eingezäunt. Dahinter befindet sich eine Werft.
Interessanter ist jedoch ein Spaziergang auf den Mauern der Bastion, die in großen Teilen rekonstruiert ist. Die Räumlichkeiten werden heute verschiedenen genutzt.

Ocean Village Gibraltar

Ocean Village Gibraltar

Gleich hinter dem Flugplatz schließt sich Ocean Village an. Neben den Appartementhäusern, die die Kais säumen, fällt das schwimmende Hotel- und Casino auf. Es ist in einer riesigen 5-Sterne-Yacht untergebracht. Auf anderen künstlichen Kais tummeln sich mehrere Restaurants. Ocean Village versprüht ein wenig Schicki-Micki-Charme.
Wer das echte Gibraltar sehen möchte, sollte durch die Gassen oberhalb der Hauptstraße bummeln, abseits des Touristenrummels.

am Südende von Gibraltar

am Südende von Gibraltar

An einem anderen Tag besichtigten wir Gibraltar außerhalb der Stadtgrenzen. Eine Straße führt rund um die Halbinsel herum, immer an der Küste entlang und durch einige Tunnel hindurch. Gleich hinter der Werft steht eine Bastion mit der 100-Tonnen-Kanone. Leider war dort selbst mit dem Smart kein Parkplatz zu bekommen.
Dahinter fährt man an drei Stränden vorbei und schon ist man am Point Europa angekommen. Eine große weiße Moschee dominiert hier das Bild, die gleich unterhalb der Steilwand steht. Von dieser Steilwand bis zum Leuchtturm hin ist Gibraltar flach. Eine schöne Promenade, erst 2012 erneuert, bringt die Besucher an den Rand der Küste, zum Leuchtturm und zur Harding´s Battery. Auf der anderen Seite des Wassers erheben sich die Felsen von Tanger und das Rif Gebirge in Marokko. Dort ist auch Ceuta zu finden, eine kleine spanische Enklave, die ebenso wie Tanger mit Fähren angefahren wird.
In den Räumen der Harding´s Battery ist eine kleine Ausstellung untergebracht, die von der Entstehung des Mittelmeeres bis hin zum 2. Weltkrieg erzählt. Audioautomaten sprechen sogar deutsch. Vor über 5 Millionen Jahren hing der afrikanische Kontinent noch an Europa, bis mehrere große Erdbeben und die Tektonik die Straße von Gibraltar schufen. Ein gigantischer Wasserfall, der größte, den die Erde je gesehen hat, ergoss sich in das nun entstandene Mittelmeer. Die markante Meerenge war ein wichtiger Punkt für die Seefahrer aller Zeiten. Die Griechen glaubten, dass Herkules für die Entstehung der Meeresenge verantwortlich war, indem er die hoch aufragenden Felsen zu beiden Seiten auseinander schob. Man soll hier Delfine beobachten können, aber die lassen sich zur Zeit nicht sehen. Im Frühjahr und Herbst ziehen Wale durch, sogar die kälteliebenden Orcas.
Die Ringstraße Gibraltars führt nun an der Ostküste der Halbinsel zurück zur Stadt. Hier sind die Felswände noch steiler und eindrucksvoller.

Gibraltar von oben

Gibraltar von oben

Das Highlight Gibraltars ist jedoch der Felsen an sich. Überall wird man von Taxifahrern angesprochen, ob man nicht eine bequeme Fahrt zu den Sehenswürdigkeiten des Felsens machen möchte. Die Preise schwanken hier für eine eineinhalb Stunden-Fahrt zwischen 22,-€ gleich an der Grenze bis zu 18,-€ in der Stadt. Wer möglichst viel sehen will, sollte das Geld ausgeben. Eine andere Möglichkeit ist, mit dem Auto bis zum Jew´s Gate im Süden Gibraltars zu fahren. Dort stehen auch die Pillars of Hercules, ein Denkmal an die zuvor erwähnte Geschichte. Nun hat man wieder die Wahl. Entweder mit dem Auto für 18,-€ über die Felsen zu fahren, oder das Ganze zu Fuß für 1,-€ zurückzulegen. Allerdings sollte man dann gut zu Fuß sein und jede Menge Zeit haben, denn bis zu den Tunneln aus dem 18. Jahrhundert bzw. dem 2. Weltkrieg am Nordende ist es ein Fußweg von allein einer Stunde.
Wir wählten den Fußweg und wollten eigentlich nur die Berberaffen sehen. Im Moment leben 45 dieser Makaken auf dem Felsen. An den Einmündungen der Wege stehen überall Hinweisschilder, die die Orientierung in dem Wegelabyrinth erleichtern. Wir gingen erst einmal immer geradeaus. Dabei zweigen Wege zum Ape´s Den und der vorher erwähnten Hängebrücke ab. Aussichten auf die Bucht von Algeciras kann man von überall aus genießen. Irgendwann kommt man auf der Queen´s Road zum Charles V. Wall. Eigentlich müsste er Karl V. Wall heißen, denn der deutsche Kaiser gab die Mauer in Auftrag.

Topfstation der Seilbahn und Berberaffen

Topfstation der Seilbahn und Berberaffen

Nun muss man eine Entscheidung treffen: entweder geradeaus weiter zu den Tunneln oder 200 Meter Höhenunterschied mithilfe einer sehr steilen Treppe und unzähligen hohen Stufen nach oben zu überwinden. Oben angekommen steht man an der Abbruchkante im Osten des Felsens und hat nun freie Sicht auf das Mittelmeer. Hier ist auch eine Station der Taxi´s, wo die Touristen in Kontakt mit den Berberaffen kommen. Da das Füttern inzwischen streng verboten ist und die Affen die Touristen nicht mehr ärgern oder ihnen Futter klauen können, hängen sie nun ziemlich gelangweilt in der Gegend herum. Nur die Tourguides stecken den Affen ein paar Leckereien zu, um sie bei Laune zu halten. Den Affen steht dort oben sogar ein Wasserbassin zur Verfügung, über das sie mit Wasser versorgt werden.
Uns reichte dieser Ausflug auf den Felsen von Gibraltar, der zudem Naturschutzgebiet ist. Die Seilbahn ist eine andere Möglichkeit, innerhalb zwei Minuten bis ganz nach oben zu gelangen. Die Fahrt kostet 12,50€ pro Erwachsener.

Wer Gibraltar also erleben will, braucht mindestens zwei Tage dafür. Es ist in jeder Hinsicht ein Erlebnis. Dazu kommt, dass wir auf den Britischen Inseln keinen Whisky kaufen konnten, weil die dort viel zu teuer sind. In Gibraltar kosten die mittleren Preisklassen 10-15,- Pfund weniger die Flasche, ein krasser Preisunterschied, auch dank der nicht erhobenen Mehrwertsteuer.

Marbella

Ortseingang Marbella

Ortseingang Marbella

Natürlich darf auch ein Ausflug nach Marbella nicht fehlen. Allerdings mussten wir ein paar Tage für diesen Trip abwarten, denn nach fast zwei Wochen schönsten Wetters gab es wiedereinmal einen kurzen Wintereinbruch. Während wir vor zwei Tagen bei 25 Grad noch einen Tag am Strand verbringen konnten, stürzten die Temperaturen jetzt auf 12 Grad ab. Dazu regnete es, bis auf 200m hinunter schneite es sogar. Die Umgebung von Marbella war also von schneebedeckten Bergen bis fast ganz hinunter umgeben. Schon nach drei Tagen besserte sich das Wetter wieder und es wurde angenehm warm. An solch einem Tag fuhren wir mit dem Auto nach Marbella. Die Stadt ist nicht groß und es findet sich schon irgendwo ein Parkplatz. Sehenswert ist die autolose Altstadt mit ihren meist liebevoll begrünten Gassen. Mittendrin stehen die Überreste der Alcazaba Marbella. Auf dem Gelände der Alcazaba stehen heute neue Wohnhäuser. Kleine begrünte Plätze lockern die Altstadt allerorten auf.

Kirche an der Alcazaba

Kirche an der Alcazaba

Die große Kirche besitzt eindrucksvoll vergoldete Altäre. An der Außenwand der Kirche hängt eine kunstvolle Tafel, auf der die Völker aufgezählt sind, die hier seit Jahrhunderten in Marbella beteten und beten.
Die Markthalle ist neueren Datums, nicht so groß, aber mit allem ausgestattet, was die Frucht-, Fleisch-und Fischmärkte hergeben.

Bank im Park Virgen del Rocio

Bank im Park Virgen del Rocio

Durch den Park Virgen del Rocio, mit einem Brunnen und maurisch gestalteten Bänken zum Ausruhen, erreicht man auf der Avenida del Mar an mehreren Skulpturen Dalís entlang den Strand Marbellas. Kilometerlang lässt es sich nun auf der Promenade bummeln. Zahllose Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein. Nur im Chiringuito el Faro sollte man vorsichtig sein und seine Rechnung genau prüfen. Wie in fast jedem Restaurant brachte uns die Kellnerin einen kleinen Gruß aus der Küche: zwei trockene, immerhin frisch aufgebackene Brötchen mit einem kleinen Stück Butter. Auf der Rechnung schlug dieser Gruß mit 3,80€ zu Buche. Es würde so auf der Karte stehen, nur das wir diese Brötchen nicht bestellt hatten. Nach unserer Reklamation bekamen wir das Geld anstandslos, aber auch wortlos zurück. Auch die Biere waren einiges kleiner als anderswo, für den gleichen Preis. Afrikanische Händler, russische Akkordeonspieler, Sandburgenbauer und spanische Losverkäufer hoffen, ein Stück vom Kuchen des Tourismus abzubekommen. Die in Reiseführern beschriebenen Nobelkarossen und Luxusyachten blieben uns allerdings verborgen.

Cabopino

Dunes de Artola Cabopino

Dunes de Artola Cabopino

Das Warten auf unseren neuen ACSI-Katalog sorgte dafür, dass wir zwei Wochen lang in Cabopino auf dem Parkplatz hinter den Dünen standen, gleich neben Puerto Cabopino und gegenüber des Campingplatzes Cabopino. Viele Spaziergänge durch die Dünen waren mir beschieden, bei denen ich einige neue Vogelarten für meine Bildersammlung entdeckte. In dem flachen lockeren Bewuchs fühlen sich viele verschiedene Vögel wohl. Was man hier nicht sieht sind Möwen.
Noch eine Besonderheit zeichnet Cabopino aus. Hier steht ein Turm am Strand, der Torre Ladrones. Er ist vollkommen anders als die anderen Türme, die die Küste Spaniens säumen. Er ist etwas höher, schmaler und viereckig. Er diente jedoch genauso wie die anderen Türme der Verteidigung der Küste. Seit 1985 ist der Turm ein kulturelles Monument. Wenn abends die Sonne untergeht, schwärmen aus dem Torre Ladrones einige Fledermäuse zu ihrem nächtlichen Beutezug aus.

Sonnenuntergang und Gibraltar

Sonnenuntergang und Gibraltar

An diesem Abschnitt der Küste, an dem die A7 direkt entlangführt, irgendwohin zu wollen, kann dies schon einmal eine kleine Weltreise bedeuten. In ganz Spanien ist fast überall das Linksabbiegen verboten. Das heißt, man muss jedes Mal bis zum nächsten Kreisverkehr fahren und dort umdrehen. Hier ist es noch schwieriger, irgendwohin zu kommen, denn hier muss man bis zur nächsten Wendemöglichkeit fahren, was immer einige Kilometer Umweg bedeutet. Was in diesem Land unnötig an Sprit verfahren und Zeit vergeudet wird ist unglaublich.
Es sind in Cabopino viele schöne Sonnenuntergänge zu beobachten. Meistens bilden die Berge von Gibraltar und Ceuta die Kulisse dafür am Horizont. Der Sternenhimmel ist unglaublich, die Venus leuchtet im Moment unübersehbar hoch am Abendhimmel.

Golfplatz im Hinterland Calahonda

Golfplatz im Hinterland Calahonda

Ein kleiner Ausflug ins Hinterland von Calahonda gleich östlich von Cabopino führte uns zu einem gigantischen Golfplatz. Die Einrichtungen wie das Hotel und ein Shop nennen sich La Cala. Eigentlich sind es wohl zwei Golfplätze mit Namen Europa und Amerika. Das gesamte Areal ist unüberschaubar groß und sehr zergliedert. Dazu liegen viele Teile des Platzes an Berghängen einer herrlichen Landschaft. Zudem fließt der Río de Ojén durch das Gelände. Das muss Spaß machen, auf diesem Platz zu spielen, so abwechslungsreich, wie er ist. Schon der erste Abschlag ist außergewöhnlich: er liegt hoch über dem nächsten Spielfeld mit Blick über einen Großteil des Golfplatzes. Mit dem Golfcart geht es dann nach unten, wo die Bälle weitergespielt werden. Zwei Seen und ein kunstvoll angelegter Wasserfall gehören auch noch zum Gelände. Da kann man eine Weile damit zubringen, die Golfer bei ihrem Tun zu beobachten.
Durch das Wohngebiet La Mairena gelangten wir wieder zur Küste hinunter. Die Straße hat teilweise ein Gefälle von 17%. Überraschenderweise reicht von La Mairena aus der Blick bis zur Sierra Nevada mit ihren immer noch schneebedeckten Gipfeln.

Ronda

Marina Cabopino

Marina Cabopino

Während der nächsten Tage warten wir auf den neuen ACSI-Katalog 2017, damit wir auch weiterhin günstige Campingplätze anfahren können, sollte es nötig sein. Die Bestellung soll zum Campingplatz in Cabopino kurz vor Marbella gehen. Solange stehen wir auf dem Parkplatz zwischen Campingplatz und Strand. Es ist ein schöner großer, als Stellplatz ausgewiesener Platz von Bäumen umringt direkt hinter den Dünen. Es führen lange Bretterwege durch die Dünen und auch zu den Stränden hinunter. Das Gebiet ist als Naturmonument „Dunas de Artola“ ausgewiesen.
Gleich nebenan befindet sich die kleine Marina von Cabopino mit netten, nicht ganz billigen Restaurants. Wenn keine Nebelbank über dem Meer liegt, sieht man fast zum Greifen nahe die spanische Enklave Ceuta sowie Marokko. Der Felsen von Gibraltar auf dieser Seite zeichnet sich schon deutlich ab.

Sierra Ronda

Sierra Ronda

Im Rahmen einer Tagestour erkundeten wir die weiße Stadt Ronda und den Canyon El Chorro im Hinterland der Costa del Sol. Von Marbella aus führt die Straße durch eine traumhafte Filmkulisse, die Bergwelt der Sierra de Ronda, bis nach Ronda.

Ronda

Ronda

Ronda zählt zu den ältesten Städten Spaniens und liegt an einer 723m hohen senkrecht abfallenden Felskante, die man im Osten der Stadt findet. Am besten lenkt man seine Schritte zuerst zum Alameda del Tajo, einem kleinen Park im arabischen Stil. Am anderen Ende des Parks steht man dann am Balkon von Ronda, hoch über dem Tal. Wer will, kann erst einmal dem Weg Richtung Norden folgen, immer mit dem Blick in das weite Tal und die anschließenden Berge.

Stierkampfarena Ronda

Stierkampfarena Ronda

Lenkt man seine Schritte nach Süden, kommt man zur ältesten Stierkampfarena Spaniens aus 1785, die nach Entrichtung eines Eintrittsgeldes auch von innen zu besichtigen ist, inkl. Museum. Übrigens kostet in Ronda alles etwas, sogar die öffentlichen Toiletten verlangen 50 bis 60 Cent.

Puente Nuevo Ronda

Puente Nuevo Ronda

Um den Parador Nacional de Tourismo herum erreicht man einen Punkt, an dem man die berühmte Brücke Puente Nuevo von Ronda sehen kann. Hier leben auch ein paar der in Europa seltenen Alpenkrähen, die mit lautem Krächzen auf sich aufmerksam machen.
Wegen der Steilwand und der Brücke, die zwischen zwei Felswänden klemmt, kommen die meisten Menschen nach Ronda und es lohnt sich wirklich. Die Brücke ist ebenfalls für ein Eintrittsgeld zu besichtigen. Sie ist gleichzeitig die Verbindung zwischen der Altstadt und der Neustadt.
Da wir nun schon viele spanische Altstädte besichtigt haben, ließen wir den Stadtbummel hier aus. Um die Puente Nuevo von unten zu sehen, sollte man einen kleinen Abstecher in Kauf nehmen. Vom Plaza Maria Auxiliadora in der Altstadt erreicht man über einen Fußweg den auf halber Höhe gelegenen Aussichtspunkt. Von hier unten bietet sich ein gewaltiger Blick gegen die mächtigen Felswände und die Brücke, durch die zudem das Wasser des Río Guadalevín in einem Wasserfall in die Tiefe stürzt. Für diesen Anblick kommt man nach Ronda.

Wer noch kein arabisches Bad gesehen hat, wird hier ebenso fündig, natürlich gegen einen Obolus. Gut, die Preise sind nicht eben hoch, aber es summiert sich. Man sollte sich in der Touristinfo nach einem Sparticket erkundigen.

Mirador del Guarda Forestal

Mirador del Guarda Forestal

Nun mussten wir uns aber sputen, denn nach El Chorro ist es noch ein weiter Weg. Im Nordosten von Ronda finden sich Reste eines römischen Aquäduktes. Nachdem man diese hinter sich gelassen hat, heißt es wieder, Berge und Kurven. Kurz vor El Burgo lädt der Mirador del Guarda Forestal noch einmal zu einem Halt ein. Auf einem kleinen Rundweg um die Kuppe eines Felshügels liegt einem die Sierra de las Nieves zu Füßen, mit der weißen Stadt El Burgo. Hier blüht gerade die Minivariante einer Schwertlinie, sehr hübsch anzusehen. Eine Infotafel weist darauf hin, dass in diesen Bergen Steinböcke leben. Natürlich sind die Tiere viel zu scheu, um sich dem Menschen zu zeigen.

El Chorro

El Chorro

Immer weiter durch die Berge, durch Ardales hindurch und am Stausee del Chorro vorbei, biegt man nun nach El Chorro ab. Gleichzeitig ändert sich die Landschaft in dramatischer Weise. Die Berge rücken eng zusammen, große Felsen und ein tiefes Tal liegen dazwischen. Wer möchte, kann zu der alten Stadt Bobastro sowie mehreren Höhlen abbiegen. Uns fehlte nun leider die Zeit dafür. In den letzten Sonnenstrahlen des Tages durchfuhren wir eine der drei Schluchten El Chorros. Es sind tolle drei Kilometer. Hier führt sogar eine Eisenbahnlinie durch die Felsen hindurch. Dafür mussten etliche Tunnel und Brücken gebaut werden.
Am Ausgang der Schlucht sollte man noch einmal anhalten, um einen letzten Blick auf dieses Wunder der Natur und der Technik zu werfen.

Steinbock-Kalb

Steinbock-Kalb

Als wir schon weiterfahren wollten, hörten wir komische Geräusche über uns in den Felsen. Wir konnten nicht glauben, was wir dort sahen. Direkt über uns, auf der letzten Felskante stehend, knabberte ein Steinbockkalb an einem Busch und sah uns dabei an, keine 10 Meter hoch. Allein dieser Anblick war die ganze Tagesreise wert.
Nun fuhren wir auf schnellstem Weg über Álora, Pizzara und an dem an einem Berghang klebenden weißen Dorf Ojén vorbei zurück nach Marbella. Zum Sonnenuntergang kamen wir auf unserem derzeitigen Platz an. Ein wunderbarer, aber langer Tag ging zu Ende.

 

Malaga

Promenade Malaga

Promenade Malaga

In und um Malaga ist es schon Frühling: überall sprießt frisches Grün, die Vögel zwitschern, die Apfel- und Mandelbäume beginnen zu blühen. Die Temperaturen schwanken zwischen 15 und 25 Grad tagsüber und 6 bis 12 Grad nachts. Geregnet hat es seit dem großen Regen nicht mehr, aber die Feuchtigkeit, die die Nächte bringen, ist recht hoch.
Von Torre de Benagalbón fuhren wir mit dem Bus nach Malaga. Eine Fahrt kostet 1,65€ und dauert ca. ein halbe Stunde. Man steigt direkt am Fährhafen aus dem Bus. Von dort aus begannen wir unsere Runde durch die Stadt, zuerst entlang der Marina bis hin zum Leuchtturm. Malaga liegt eingebettet von Bergen direkt am Meer. Am rechten Rand der Marina sind auf einer Anhöhe die Alcazaba und das Castillo de Gibralfaro zu sehen.
Für eine Stadt wie Malaga liegen sehr wenige Boote in der Marina. Dafür legen hin und wieder Kreuzfahrtschiffe im Hafen an, für die es mehrere Terminals gibt.

Stierkampfarena Malaga

Stierkampfarena Malaga

Auf der anderen Seite des Leuchtturmes breitet sich der Stadtstrand aus, an dem wir ein Stück entlang schlenderten. Dann bogen wir in die Avenida Cánovas del Castillo ab, um zur Stierkampfarena zu gelangen. Da die Stierkampfarenen meist ziemlich verlassen aussehen, gingen wir davon aus, dass der Stierkampf inzwischen verboten wurde. Dem ist jedoch nicht so. Ein bis zwei Stierkämpfe im Jahr finden in den meisten Arenen immer noch statt. Die Fassade der Arena von Malaga ist recht hübsch gestaltet.

Alcazaba Malaga

Alcazaba Malaga

Von hier aus sieht man schon wieder die mächtigen Mauern der Alcazaba, zu der eine Serpentine hinaufführt. Man kann aber auch zu deren Füßen durch den hübschen Park wandeln. Am schönsten ist es wohl dort, wenn die Rosen blühen. Verschiedene Arten sind dann zu bewundern. Am Ende des Parks steht ein großer Palast, der heute Rathaus ist.

Amphitheater

Amphitheater

Nun folgt man weiter der Mauer der Alcazaba und gelangt so zum Plaza de la Aduana. Hier befindet sich der Eingang, oder einer der Eingänge, zur Alcazaba. Gleichzeitig befindet sich auch der Eingang zum römischen Amphitheater dort, welches gleich unterhalb der Festung liegt. Es ist fast vollständig ausgegraben. Man muss jedoch nicht unbedingt Eintritt bezahlen, wenn man davon etwas sehen möchte. Die Alcazabilla, eine Fußgängerstraße, verläuft direkt vor dem Theater vorbei. Grundmauern der Kulissenräume, die Arena und der gesamte Zuschauerraum sind so auch kostenlos zu bestaunen.

Plaza de Merced

Plaza de Merced

Hübsche kleine Kneipen laden zu einem Snack ein, bevor der Stadtbummel fortgesetzt wird. Am Ende der Alcazabilla steht eine der beiden Markthallen von Malaga. Ein Besuch lohnt jedoch kaum, ja ist sogar enttäuschend, nach dem was wir bisher so gewohnt sind.
Am Plaza de Merced, welcher mit wirklichen Prachtbauten aufwarten kann, findet man auch die Stiftung Pablo Picasso. Der Maler wurde in Malaga geboren.

Bodega El Pimpi

Bodega El Pimpi

Nun setzten wir unseren Weg am Museum Picasso Malaga vorbei fort und erreichten die Iglesia del Sagrario, etwas später die Kathedrale. Auf dem gleichen Platz steht auch der Palast Episcopal, ein sehr schönes, reich verziertes Bauwerk.
Zufällig stießen wir in einer der Gassen auf eine Bodega, die man unbedingt besuchen sollte, allein um sie zu sehen. Die Bodega heißt „El Pimpi“. Von außen kaum sehenswert, überrascht das Innere mit kleinen Innenhöfen, mehreren Gasträumen, großen Filmplakaten und jeder Menge alten Fotografien von berühmten Gästen der Bodega. Auf einem Bild sind Melanie Griffith und Antonio Banderas zu sehen, zusammen mit einer Widmung und dem Autogramm von Banderas.

Marqués de Larios

Marqués de Larios

Die Hauptgeschäftsstraße von Malaga ist wohl die Marqués de Larios, über die man wieder zur Plaza de la Marina gelangt. Wir bogen jedoch kurz vorher auf die Martinéz ab, auf der man zur attraktiveren Markthalle kommt. Der Mercado de Atarazanas ist von außen und von innen ein kleines Juwel und es ist für uns die erste Markthalle in Spanien, in der auch gegart wird und man den kleinen oder großen Hunger zwischendurch stillen kann.

deutsche Brücke über den Guadalmedina

deutsche Brücke über den Guadalmedina

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Fluss Guadalmedina und zur „deutschen Brücke“. Im Dezember 1900 sank vor Malaga das deutsche Schiff „Gneisenau“. Die spanischen Einwohner halfen bei der Bergung des Schiffes, der Versorgung der Überlebenden und der Beerdigung der Toten. Im Dezember 1907 bekamen die Deutschen Gelegenheit sich zu revanchieren. Malaga wurde von einer Überflutung heimgesucht und die Deutschen halfen ihrerseits. Zusätzlich bauten sie diese Brücke über den Fluss.

mirador PRINCESS

mirador PRINCESS

Hier beendeten wir den Stadtbummel durch Malaga und suchten den Busbahnhof auf, um nach Benagalbón zurückzufahren. Da wir den Bus um 5 Minuten verpassten und der nächste erst in einer dreiviertel Stunde fuhr, nutzten wir die Gelegenheit, mit dem Riesenrad „mirador PRINCESS“ zu fahren. Es ist 70 Meter hoch und ca. 12 Minuten Fahrt oder 3 Runden kosten 10,-€, für Rentner 6,-€. In einer der zahlreichen klimatisierten Gondeln blickten wir in aller Ruhe noch einmal aus der Höhe auf Malaga herab. Dieses Vergnügen sollte man sich gönnen.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: