Figueira da Foz
Das Zentrum des Sturmes „Kristin“ zog direkt durch die Landschaft, durch die wir von Batalha nach Figueira da Foz fuhren. Entsprechend schlimm sieht es überall aus. Schneisen der Verwüstung wohin man sieht. Abgedeckte Dächer, sämtliche Werbetafeln sind zerstört, direkt knapp über dem Boden abgeknickt, die Hälfte der Verkehrsschilder wurde umgeknickt, der halbe Wald existiert nicht mehr. Die Bäume, zumeist Kiefern, knickten wie Streichhölzer in der Mitte ab. Viele Bäume wurden aus der Erde gerissen. Es gibt nur wenige Häuser, die nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nicht ist mehr wie es war.





In einer portugiesischen Meldung wird berichtet, dass es im Gebiet Coimbra Windböen bis zu 208,8 km/h gab. Das ist neuer nationaler Rekord. Der Schaden, den der Sturm hinterlassen hat, wird mit mindestens 2,5 Milliarden Euro beziffert.
Dazu kommt der ewige Regen. Ganz Westportugal steht unter Wasser: Flüsse führen Hochwasser, Felder und Wälder sind geflutet. Die ganze Landschaft ist ein Schwamm.


Figuera da Foz ist ein großes Seebad mit Hafen und Stränden. Der Parkplatz auf der nördlichen Seite der Mündung des Rio Mondego bietet einen für Wohnmobile abgetrennten Bereich.
Das erste, was wir bei unserer Ankunft sahen, war ein umgefallenes Riesenrad auf dem nebenan liegenden PKW-Parkplatz, Totalschaden. Das hat wohl einen mächtigen Wumms gegeben, als es vom Sturm umgeworfen wurde.

Zudem beseitigte man die Sturmschäden an den Bäumen. Das Grünzeug lagerte man vorerst auch auf dem Parkplatz.

Am Abend zog dann der zweite Sturm über uns hinweg. Dieser war mit „nur“ 100 km/h recht harmlos.
Am nächsten Tag besichtigten wir einen Teil der Stadt Figueira da Foz. Wir begannen unseren Rundgang am Fort Santa Catarina da Figueira da Foz, 1585 erbaut. Dort verlief wohl auch die Stadtmauer, von der nur noch kurze Reste übrig sind. Um das Fort hat man Wasserbecken gebaut, um es etwas attraktiver zu machen.

Die Festung bildete zusammen mit den Festungen Buarcos und Palheiros einen strategischen Bestandteil des Verteidigungsdreiecks zwischen Porto und Baia da Figueira. Die dreieckige Festung Santa Catarina beherbergt im Inneren eine kleine Kapelle, zwei Kasernen und einen Leuchtturm.
Wir spazierten die Straße am Hafen entlang und kamen zu einer schmalen Querstraße. Dort war man gerade dabei eines der alten Häuser zu rekonstruieren. Der Sturm „Kristin“ warf jedoch den Baukran um, der sich um eines der Häuser wickelte. Das obere Ende des Kranes hing quer über die nächste Querstraße. Mit Hilfe eines anderen Kranes versuchte man den havarierten Kran zu bergen. Dabei war die Presse anwesend, um dieses Ereignis zu dokumentieren. Langsam kommen wir uns wie Katastrophen-Touristen vor. Portugal ist wirklich schwer getroffen.


Etwas weiter befindet sich die Markthalle der Stadt. Als wir dort ankamen waren schon fast alle Stände geschlossen. Nur ein paar Gemüsehändler boten noch ihre Ware an.

Eine der Sehenswürdigkeiten von Figueira da Foz ist die Casa do Paço, ebenfalls an der Uferstraße gelegen. Von außen eher unscheinbar, beherbergt das Gebäude 8000 Delfter Fliesen. Man hatte sie Ende des 17. Jahrhunderts von einem Schiff geborgen, welches Schiffbruch erlitt. Leider hatte es bei unserem Besuch geschlossen.
Dann bogen wir in die Straße Largo Luis de Camões ein. Dort fanden wir hinter dem Denkmal für die Gefallenen des Großen Krieges den alten Pranger aus dem Jahre 1782. Heute nennt man die gedrehte Säule „Das städtische und Gerichtsdenkmal“.

Zuletzt besichtigten wir noch die Katholische Kirche „Igreja Matriz de São Julião“, mit einem schönen Platz davor.


Innen ist die Kirche schlicht, wartet aber mit wunderschönen weiß-blauen Azelejos auf.
Direkt vor der Kirche steht das Gebäude der Feuerwehr.

Auf dem weiteren Rückweg kamen wir am Casino vorbei, einem schönen Altbau von Ende des 19. Jahrhunderts. Es war das erste Casino des Landes. Direkt daneben steht ein modernen Glasbau, worin sich das Casino heute befindet.


Unten am Strand, an der Avenida 25 de Abril steht der Uhrenturm, ein ziemlich neuer Bau, so Mitte des 20. Jahrhunderts.

Was uns bei diesem Rundgang auffiel ist, dass es eine Unmenge großer Paläste in der Stadt gibt. Viele von ihnen auch gut erhalten oder rekonstruiert. Die Einwohner der Stadt müssen einmal sehr reich gewesen sein. Ende des 19. Jahrhunderts war Figueira als mondänes Seebad bekannt.


Wegen der vielen Regengüsse verbrachten wir viel Zeit im Wohnmobil. Dabei konnten wir Möwen beobachten, die sich frische Miesmuscheln aus dem Wasser holten. Sie brachten sie zum Parkplatz, ließen sie aus einiger Höhe fallen und kamen so leicht an das Muschelfleisch heran.













































































































