A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Kolberg im Winter

Nachdem wir nun fast drei Jahre in Anklam festhängen, gönnten wir uns wenigstens eine kleine Auszeit über Weihnachten. Corona zum Trotz, die Pandemie verhinderte bisher jede Reiseambition, mussten wir endlich mal raus und etwas Anderes sehen. Eigentlich wollten wir über die Winter mehrere Monate irgendwo in den Süden, aber jedesmal machte man das Unmöglich. Da blieb nur noch Polen.

Vier Wochen vor Weihnachten buchten wir eine Woche Hotelaufenthalt in Kolberg. Da war abzusehen, dass die Grenzen nicht wieder dichtgemacht würden und einer Reise nichts weiter im Weg stehen würde. Tests und Quarantäne nahmen wir in Kauf.

Vor dreieinhalb Jahren waren wir schon einmal mit dem Wohnmobil dort. In drei Tagen waren Ausflüge an die Mole, die Promenade und die Altstadt möglich. Ich berichtete.

Dubois-Straße, eine der ältesten Gassen Kolbergs

Im nagelneuen Hotel Olymp 4 verbrachten wir diesmal eine Woche Erholungsurlaub mit Sauna, Schwimmbad und Whirlpool. In Polen ist zu Coronazeiten alles möglich, es gibt auch keine Beschränkungen beim Einkaufen. Eine wahre Erholung. Maske tragen ist zwar keine Pflicht, aber auf dem Markt oder in Geschäften setzten wir sie dann doch auf.

Schwimmbad und Saunabereich im Olymp 4

Bei unserem ersten Besuch in Kolberg besuchten wir das damals höchstgelegene Café im Hotel „Perla Bałtyku“. Diesen Rang hat nun das Café im 11. Stock unseres Hotels „Olymp 4“ eingenommen.

Blick aus dem neuen höchstgelegenen Café Kolbergs

Lange Strandspaziergänge bei teils eisigem Wind vertrieben uns die Zeit. Bis zum Leuchtturm sind es gut zwei Kilometer. In der anderen Richtung, hinter der Hotelfront, beginnt der Ekopark. Hier herrscht Ruhe und die Natur wird sich selbst überlassen. Im Winter sind zwar keine Vögel zu beobachten, aber die Landschaft macht den Spaziergang hinter den Dünen trotzdem zum Erlebnis. Der Sandstrand ist zu einem Kiesstrand geworden. Sollte es an diesem Küstenabschnitt Bernstein geben, ist die Wahrscheinlichkeit an diesem Kiesstrand größer, welchen zu finden. Das eiskalte Wetter und die sonnenlosen Tage hielten uns jedoch vom Bernsteinsuchen ab.

Ekopark bei Kolberg

Beim letzten Besuch hatten wir die Solequelle auf der Salzinsel, an der Solna-Brücke, nicht gesehen. Das holten wir diesmal nach. Die Quelle ist mit Steinen eingefasst. Das Wasser ist stark salzhaltig, deshalb kaum zu trinken. Es wird empfohlen, jeden Tag eine Tasse voll zu trinken. Keine Ahnung, ob das wirklich eine gute Idee ist.

Salzquelle auf Salzinsel

Gleich dahinter sind noch die Salzpfannen zu sehen, in denen das flüssige Salz solange erhitzt wurde, bis Salzkristalle entstanden. Der Salzhandel war für Kolberg ein großes Geschäft. Heute nutzen die Kurhotels das salzhaltige Quellwasser. Das Salzsieden wurde schon seit dem 7./8. Jahrhundert in Kolberg praktiziert.

Salzpfannen zum Salzsieden

Die Stadt Kolberg war lange Zeit eine Festungsstadt. Sie wurde von einer Stadtmauer und mehreren Festungen umgeben. Am östlichen Stadtrand stand die Waldenfels-Schanze. Sie wurde 1945 zerstört und anschließend abgerissen. Heute thront auf einem Hügel am Strand ein kleines Grillrestaurant.

Grillrestaurant auf dem ehemaligen Gelände der Waldenfels-Schanze

Am westlichen Stadtrand befindet sich noch heute die Morast-Redute aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Sie diente der Verteidigung des Hafens. In ihrer Nähe liegen auch die Marina und der Yachthafen.

Morast-Redute

Gegenüber lädt der Fischereihafen zum Bummeln ein. Normalerweise verkaufen die Fischer ihren Fang direkt vom Schiff und man kann das Treiben dort beobachten. Im Winter ist jedoch nichts los. Dafür hat man das „Fischerin-Bänkchen“ ganz für sich alleine, denn Besucher verirren sich kaum dorthin.

Fischerin-Bänkchen

Eine andere Sehenswürdigkeit ist der Wasserturm, um den sich eine Legende rankt. Vor über einhundert Jahren bekam die Stadt Kolberg ihren Wasserturm. Bis dahin nutzte man den Fluss Persante zum Fischen, Waschen, Baden und als Trinkwasserquelle. Als das Wasser über den Wasserturm in die Haushalte gelangte, kümmerte sich niemand mehr um den Fluss, in dem auch der Wassermann Persantus lebte. Der Fluss wurde als Müllkippe und Abwasserbecken missbraucht, bis der Wassermann dort nicht mehr leben konnte. Er wollte sich für die Unbedachtheit der Menschen rächen, kroch durch die Wasserleitungen in den Turm und schloss sich im Wassertank ein. Den Wasser-Absperrhahn drehte er zu und die Menschen saßen auf dem Trockenen. Er meinte, dass er den Wasserhahn erst wieder aufdrehen würde, wenn die Menschen sich Seiner erinnern und den Fluss reinigten. So geschah es. Persantus verschwand, aber bis heute soll man seltsame Geräusche und ein merkwürdiges Heulen im obersten Bereich des Wasserturmes hören.

Wasserturm mit Colberger Brauerei

Seit Beendigung der ursprünglichen Nutzung des Wasserturms im Jahre 2015 hat sich eine kleine Brauerei angesiedelt, die Colberger Brauerei. Sie stellt Craft-Bier in 5 verschiedenen Sorten her, alle sehr lecker. Wir lieben Craft-Bier und besuchen gerne die kleinen Privatbrauereien. Das haben wir uns seit unserer USA-Rundreise angewöhnt und sind nie enttäuscht worden.
Für umgerechnet knapp 6,-€ bekommt man ein Probierset mit je 100ml der 5 Sorten der Colberger Brauerei. Hervorragend dazu passen die frittierten Zwiebelringe mit Knobisoße. Das Ambiente des Gastraumes ist sehr einladend. Alte Fotos aus Kolbergs Vergangenheit versetzen in alte Zeiten. Es stimmt einfach alles.
Die Brauerei selbst ist noch ausgelagert, soll aber in naher Zukunft auch im Wasserturm ihre Heimat finden.
Zwischen der Decke des Gastraumes und dem Wassertank sind die Büros der Brauerei untergebracht. Ob man dort wirklich manchmal die seltsamen Geräusche hört, von denen die Legende spricht?

Craft-Bier-Sortiment

Eine andere Empfehlung, die in den grauen Zeiten des Winters eine echte Wohltat für die Augen ist, ist das „Café Americano“ in der Nähe des Leuchtturms, direkt an der Promenade. Ein Glas Glühwein wärmt dagegen die Seele im herrlich pastellfarbenen Ambiente mit jeder Menge tropischen Pflanzen.

Café Americano

Weitere winterliche Eindrücke von Kolberg:

 

 

Noch ´mal gut gegangen

Vor ca. 14 Tagen war eine der Birken, die am Rande unseres Wohnmobilstellplatzes auf Stadtgrund standen, umgefallen. Seitdem lag sie im Teich. Klaus zeigte dies der Stadtverwaltung an und wies darauf hin, dass untersucht werden sollte, ob die verbleibenen zwei Birken, eine davon tot, standsicher seien. Tatsächlich kamen zwei Leute von der Stadtverwaltung. Nach einer Inspektion waren sie der Meinung, dass alles gut sei. Die Bäume würden noch lange stehen.

Hier steht die Riesenbirke noch

Nur eine gute Woche später, vorgestern bei starkem Wind, fielen die verbliebenen zwei Birken um. Die lebende Birke war riesengroß. Beim Fallen verfehlten die Bäume nur knapp Klaus, der noch einmal nach dem Rechten sehen wollte. Zu unserem Glück fielen die Bäume direkt zwischen unser Wohnmobil und die Garage. Gott sei Dank standen keine Gast-Wohnmobile auf dem Platz. Am Vortag war das Letzte weggefahren.

Der ganze Wohnmobil-Stellplatz unter einer Birke begraben

Der einzige Schaden war an der Markise unseres Wohnmobiles zu finden, die komplett zerstört ist. So ist das, wenn Leute Urteile fällen, die von der Materie keine Ahnung haben. Bloß gut ist nicht mehr passiert. Unser neuer Gast für das Wohnmobil konnte sogar nach Freiräumen des Eingangs noch einziehen. Sie wurde heute Morgen jedoch zeitig von dem Lärm einer Motorsäge und Baumaschinen geweckt, die die Bäume zerkleinerten und wegschafften.

Aufräumen mit schwerem Gerät

Jetzt, wo der Wohnmobilstellplatz endlich geräumt ist, sieht er wie eine Kraterlandschaft aus. Mit Grassoden aus dem Garten habe ich versucht, wenigstens die größten Löcher zu füllen.

Neue Ansicht

Wir haben versucht, über die Versicherung der Stadt eine Ersatzmarkise erstattet zu bekommen, aber die lehnt katagorisch ab. Sie könne nicht dafür, dass die Bäume auf ihrem Grundstück durch Sturm umgefallen sind. Na großartig. So bleiben wir trotz mehrmaligem Nachhaken, dass die Stadt die Standfestigkeit der Bäume kontrolliert, auf den Kosten sitzen. Nur gut, dass der Baum nicht auf das Wohnmobil oder das neue Garagendach gefallen ist. Die Stadt gibt Millionen für irgendwelche unsinnigen Dinge aus, aber 1600,-€ für diesen Versicherungsschaden sind nicht übrig. Es gibt auch keine Möglichkeit, das Wohnmobil ansich zu versichern, da die Kasko nur für zugelassene Fahrzeuge greift. Hoffen wir, dass nicht noch etwas passiert.

100 Jahre alte Bäume fällen

Wir kämpfen für den Erhalt unserer mehr als 100 Jahre alten Pappeln und bitte euch um Unterstützung. Leider bleibt kaum noch Zeit. Deshalb habe ich auf der Facebookseite der Anklamfreunde folgendes gepostet:

„Hallo liebe Anklamer,

ihr habt vielleicht gestern schon im Nordkurier gelesen, dass die beiden größten Bäume Anklams, mehr 100 Jahre alt, am Kleinbahndamm stehend, gefällt werden sollen. Schon im letzten Frühjahr konnten wir Anlieger dieses Vorhaben der Stadt verhindern. Gestern war der nächste Termin. Auslöser ist, dass ein Nachbar Angst hat, dass ein Ast auf seine Kinder fallen könnte. Im letzten Jahr hatte man uns versprochen, ein Gutachten vorzulegen, welches wir bis heute nicht gesehen haben. Sind die Bäume gesund, und so sieht es aus, dürfen sie stehenbleiben. Sind sie krank ist es selbstverständlich, dass sie weg müssen. Zu bedenken es auch, dass jetzt die Vögel brüten und seit dem 1. April keine Bäume gefällt werden dürfen. Wenn wir die Hecken schneiden, werden wir kleinen Leute zur Verantwortung gezogen. Für die Stadt gilt die Regelung nicht?Wir finden, dass diese herrlichen Bäume erhalten werden müssen. Was spricht dagegen, dass mit einem Auslichten der sehr langen oder trockenen Äste Gewicht aus der Krone genommen wird? Damit ist die Gefahr von herunterfallenden Ästen gebannt und bei Sturm spielen auch keine Kinder mehr draußen. Sagt uns bitte eure Meinung dazu. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn wir Unterstützung in unserem Kampf um der Erhalt der alten Pappeln von euch bekommen würden. Die Zeit drängt, denn am Freitag kommen die Fäller wieder. Dann ist es zu spät, etwas zu unternehmen. Bitte helft uns, das Zuhause des Spechtes und der vielen anderen Vögel zu erhalten.“

Wenn auch ihr uns unterstützen wollt, schreibt doch bitte eure Meinung bei „Meine Heimatstadt Anklam“

Anmerkung 19.05.2021: Die Bäume stehen noch.

Anmerkung 20.05.2021: Heute früh bekamen wir einen Anruf aus dem Büro des Bürgermeisters. Der Bürgermeister sieht im Moment keinen Bedarf die Bäume zu fällen. Erst im Herbst wird noch einmal beraten, ob die Pappeln dann geschnitten oder gefällt werden. Dank eurer aller Unterstützung ist das Thema jetzt in der obersten Ebene angekommen und wird endlich ernst genommen. Vielen Dank.

Gefiederte Wintergäste

Letzte Woche erst tiefster Winter, dazu noch vom Feinsten, jetzt Frühling. Wir freuen uns sehr über die tolle Sonne und die warmen Temperaturen. Endlich wieder raus und sich um den Garten kümmern. Besser geht es nicht. Dies ist Grund genug, die letzten Winterwochen Revue passieren zu lassen. Über die phantastischen Winterbilder im Ostseebad Bansin berichtete ich bereits. Diesmal möchte ich weitere Bilder nachreichen, vor allem von unseren gefiederten Wintergästen im Garten, aber auch von den im Nordosten ungewöhnlich verschneiten Straßen vor unserer Haustüre. Am Ende betrug die Schneehöhe 27cm. So lassen wir uns Winter gefallen. Seht also selbst und freut euch mit uns.

Sibirisches Usedom

Unglaublich! Sensationell! Überall hört man Aah, Ooh, Tooll. So etwas hat die Welt seit mehr als einem halben Jahrhundert nicht mehr gesehen. Als Kind, in den 80er Jahren, hatte ich die Ostsee mit mittelgroßen Eisschollen an der Wasserlinie gesehen. Seitdem wartete ich auf den Moment, dieses Bild noch einmal sehen zu dürfen.

Heute, am 14. Februar 2021, seit mehr als zwei Wochen friert und schneit es, setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Bansin auf Usedom. Wir hofften, den Ostseestrand zugefroren vorzufinden, aber was uns da erwartete, sprengte unsere Vorstellungskraft. Ein sibirisches Wintermärchen verzückte alle Strandbesucher. Frost, Schnee und Wasser schufen eine Dünenlandschaft aus Eis. In der Ostsee schwimmen kleine „Eisberge“ und die Brandung zauberte Eiszapfenskulpturen an der Konstruktion der Seebrücke. Über allem legte sich ein im Winter des Nordostens äußerst seltener azurblauer, wolkenloser Himmel. Das war so unbeschreiblich schön, dass wir uns kaum davon trennen konnten.

Nun sollen aber die Bilder für sich sprechen.

Endlich raus

Yippieeee, kurz vor Ende diesen Jahres schafften wir es doch noch, wenigstens einmal die Ostsee zu sehen. Es sind zwar nur 40 Kilometer bis zur Küste, aber der Hausumbau hält uns fest im Griff. Dafür haben wir es fast geschafft. Ein Ende ist abzusehen.

Da ab Montag wieder einmal alles geschlossen und verboten wird, mussten wir die letzte Gelegenheit für den Ausflug an die Ostsee noch nutzen, obwohl das Wetter dafür nicht optimal war. Das Bild spricht Bände. Der Wind wehte so eisig, dass die Temperatur gefühlt bei -15 °C lag. Das Thermometer stand bei 2 °C.

Ein Glühwein sollte uns etwas aufwärmen, aber überall ist der Alkoholausschank verboten. Keine Chance. Die allermeisten Restaurants und Cafés hatten wegen Corona geschlossen. Das ist echt trostlos. Da hilft wohl beim nächsten Mal nur ein Verpflegungspaket von zu Hause.

Toller Sommer

Die erste Saison für unsere Ferienwohnung „amerikanisches Wohnmobil“ startete zwar wegen Corona etwas verspätet, entwickelte sich jedoch zu einer wundervollen Zeit. Wenn wir vorläufig nicht mehr in die Welt kommen, kommt die Welt eben zu uns.

Wir durften viele liebe Gäste begrüßen und hatten in den meisten Fällen viel Spaß zusammen. Wir freuen uns, dass wir so viel Zuspruch gefunden haben. Anfangs gab es zwar noch ein paar wenige Kinderkrankheiten, aber die konnten beseitig werden. Die meisten Gäste fühlten sich in dem geräumigen und gut ausgestatteten Wohnmobil wohl. Viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bieten die nahe gelegene Stadt und die grüne Umgebung. Nach all den Unternehmungen bietet die kleine Terrasse vor dem Wohnmobil eine kleine Auszeit in Ruhe mit Blick ins Grüne.

Aber auch unser Wohnmobilstellplatz wurde gut besucht. Selbst ebenfalls Camper, als A+K Weltenbummler unterwegs, ist ein sofortiges tolles Verständnis mit unseren Gästen selbstverständlich und wunderbar. Es war eine große Freude von all den verschiedenen Geschichten unserer Gäste zu hören, teilweise in gemütlichen Runden am Lagerfeuer oder bei Grillabenden.

In diesem Sinne hoffen wir sehr, dass die nächste Saison mindestens genauso erfolgreich wird und wir weitere neue und interessante Gäste begrüßen dürfen. Sehr freuen würden wir uns auch, wenn wir einige der diesjährigen Gäste wieder begrüßen dürften. Es wird jedenfalls eine sehr lange Zeit ohne Euch.

Wir danken Euch sehr für Euer Vertrauen und die überwiegend tollen Bewertungen.

Insektenhotel aus Fensterpalette

Im Zuge des Hausumbaues ließen wir uns neue Fenster liefern. Diese kamen auf einer extra für Fenster gezimmerten Lieferpalette. Sie war 2,50m lang und auch sonst riesengroß. Da sie nagelneu war, wollte ich sie nicht entsorgen. Sie war wie gemacht für das Insektenhotel, welches wir bauen wollten. Warum irgendetwas zusammenzimmern, wenn schon etwas fertig vor einem steht?

Zuerst trennten wir die Palette von der Halterung, an der die Fenster lehnten. Diese Halterung war das Grundgestell, auf dem wir aufbauten. Die Palette selbst nahmen wir auseinander und verwendeten die langen Bretter zur Stabilisierung der ganzen Konstruktion. Außerdem braucht es eine Art Auflage für die Füllungen, die den Insekten als Unterkunft dienen sollen, und das Dach. So verbauten wir fast alles aus der Palette als Halterung für die Auflage, als Trennung zwischen den verschiedenen Abteilungen oder als weitere Möglichkeiten zur Befüllung. Das Dach besteht aus alten Wandpaneelen und erhielt eine Deckung aus Schindeln aus dem Baumarkt.

Um das Holz in Bodennähe vor zu viel Feuchtigkeit zu schützen, steht die Konstruktion auf Lochziegeln, die aus dem Abriss stammten. Weitere Lochziegel und Ziegelbruch verteilten wir entlang des Insektenhotels auf dem Boden und bedeckten das Ganze mit etwas Erde. Mit der Zeit wird dies zuwachsen und bodenlebenden Insekten, Asseln und Käfern ein Versteck bieten.

Um die obere Etage zu befüllen, brachten wir Drahtgitter an. Das stand in einem der vielen Schuppen, die wir übernommen hatten. Die so entstandenen Hohlräume wurden mit kurzgeschnittenen Baumstämmen, in deren Schnittflächen Löcher gebohrt wurden, Tannenzapfen, Zweigen, naturbelassenem Furnier, welches als Zwischenlage auf den Dachziegelpaletten dienten, getrockneten Brennnesseln und Heu befüllt. Einige kleine Brettchen, ebenfalls einseitig mit Bohrlöchern versehen, ergänzen das Angebot an Unterkünften.

Zum Schluss brachten wir an der hinteren und vorderen Seite weiteres Drahtgitter an, um die Füllung vor Wind und Wetter zu schützen.

Das fertige Insektenhotel steht im hinteren Teil des Gartens, welcher oft im Schatten liegt und von großen Bäumen vor zu viel Wind geschützt liegt. Die ersten Gäste sind schon sehr bald dagewesen. Kleine Spinnen meldeten Besitzansprüche an. Mal sehen, wer da noch alles kommt und das wirklich imposante Insektenhotel bewohnen wird.

Seltsame Pflanzen

Im vergangenen Monat begegnete ich gleich zwei für uns neuen Baumarten, die nicht ganz gewöhnlich sind.

Im Arboretum der Universitätsklinik steht eine Cranston-Fichte. Ihr Erscheinungsbild ist sehr ungewöhnlich. Der Baum fällt durch die sehr langen, herabhängenden Zweige auf den ersten Blick auf. An vielen Zweigenden hängt jeweils ein langer Zapfen. Auf dem zugehörigen Schild steht, dass diese Baumart eine Mutation der Gemeinen Fichte ist.

Cranston-Fichte

Zapfen der Cranston-Fichte

Die zweite Entdeckung machten wir in Partschefeld, ca. 3km nördlich von Uhlstädt-Kirchhasel. Wir sind schon vielen Chilenischen Araukrien begegnet. Die größten und üppigsten von ihnen stehen im Norden der Britischen Inseln, z.B. in Inverness (Schottland). Die Zapfen sind da eher unauffällig. Laut Wikipedia sind dies männliche Zapfen.

Araukarie in Inverness (Schottland)

In Partschefeld steht dieses beeindruckende Exemplar in einem Vorgarten, mit ebenso beeindruckenden kugeligen Zapfen. Wikipedia spricht hier von weiblichen Zapfen. Solche Zapfen sahen wir an diesem Baum zum ersten Mal.

Araukarie (Affenbaum) mit kugelförmigen Zapfen

 

 

Pelsiner See

Eine Fahrradtour, meine erste seit eineinhalb Jahren, brachte mich zu einem nahegelegenen Badesee. Der Pelsiner See liegt in der Nähe des gleichnamigen Ortes unweit von Anklam. Der relativ kleine See liegt inmitten von Mutter Natur und dessen Ufer sind fast umlaufend von Schilf, Büschen und Bäumen bewachsen. Nur eine große Liegewiese und ein kleiner Strand bieten Zugang zum See. Picknickplätze laden zum Beispiel Fahrradfahrer zu einer entspannten Zeit ein. Ungern, aber möglich, ist auch die Zufahrt mit dem Auto über einen unbefestigten Fahrweg.

Pelsiner See Badestrand

Beim ersten Blick auf den See schwamm gerade eine kleine Ringelnatter nahe am Strand vorbei und verschwand bald darauf im Schilf. Der Anblick war so überwältigend, dass ich nicht an meine Kamera dachte. Schade. Dafür erregte ein Teichrohrsänger ganz in der Nähe meine Aufmerksamkeit. Sein wunderschöner Gesang ist wirklich fesselnd. Rund um den See hörte man weitere Teichrohrsänger.

Teichrohrsänger

Vom Badestrand aus rechtsherum führt ein weiterer Weg, mal mehr mal weniger weit vom Ufer entfernt, entlang. Dabei stößt man auf Spuren von Bibern. Angefressene und gefällte Bäume sowie eine Biberburg sind zu besichtigen.

 

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