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Archiv für das Schlagwort “New Mexico”

White Sands – New Mexico

am Rande des Tularosabeckens

am Rande des
Tularosabeckens

White Sands bezeichnet viele Dinge, die zwischen den San Andres und Sacramento Mountains im Tularosa Becken liegen. Fast alles davon gehört zur White Sands Missile Range, einem aktiven Testgelände für Raketen, Bomben und Lasertechnik, das seit 1949 besteht und das größte militärische Testgelände Amerikas ist. Zwei mal in der Woche wird die Straße ein bis zwei Stunden für den öffentlichen Verkehr gesperrt, immer dann, wenn Tests durchgeführt werden.Überhaupt dreht sich in dem Gebiet zwischen Las Cruces und Alamogordo alles um Weltraum- und Raketentechnik. Den neuen Weltraumbahnhof für Touristen nördlich von Las Cruces kann man allerdings nur nach Absprache besuchen. Wir hatten im Fernsehen einmal einen Bericht über den Spaceport America gesehen. Von hier aus sollen Flüge in den Orbit mit einer neuen Generation von Flugzeugen für jedermann möglich sein, der so um die 250.000,-Euro übrig hat. Das ist doch glatt ein Schnäppchen.
Das Testgelände für die erste Atombombe, Trinity Site, liegt im Norden der Range.

White Sands Missile Museum

White Sands
Missile Museum

Das Missile Museum der White Sands Missile Range war sogar für uns als Ausländer zugänglich. Von der A4 (V2) Wernher von Brauns über viele andere Exponate wird hier die Weiterentwicklung der militärischen Raketentechnik dargestellt. So ist auch die Fat Man Atombombe, die auf Nagasaki abgeworfen wurde, zu besichtigen. Sie war nach Little Boy, die auf Hiroshima niederging, die zweite Atombombe, die in der Kriegsführung eingesetzt wurde.
1945 wurden im Rahmen der Operation Paperclip deutsche Wissenschaftler und Techniker, die mit der Entwicklung der Raketentechnik zu tun hatten, hierher gebracht. Sie waren unter der Führung von Wernher von Braun maßgeblich an der Weiterentwicklung der zivilen und militärischen Raketentechnik der USA beteiligt. Wir durften sogar fotografieren, jedoch keine Anlagen und Gebäude.

White Sands National Monument

White Sands
National Monument

Weswegen wir jedoch hauptsächlich in diese Gegend kamen, ist das White Sands National Monument. Auf 275 Quadratmeilen breiten sich gleißend weiße Gipsdünen aus. Es ist das größte Gipsdünenfeld der Welt. Nur wenige Pflanzenarten wie die Soaptree Yuccas oder das Reisgras wachsen schnell genug, um gegen die ständige Bewegung der Dünen, die die starken Winde der Region verursachen, zu bestehen. Die wenigen kleinen Tiere, die in den Dünen leben können wie Füchse, Kaninchen oder Eidechsen, haben sich der Farbe der Dünen angepasst. Sie alle kommen meist nur nachts hervor, wenn die Sonne nicht mehr so brennt.

wir mittendrin

wir mittendrin

Gips ist nur sehr selten in Form von Sand zu finden. Regen und Schnee spülen seit etwa zehntausend Jahren die Gipspartikel aus den umliegenden Bergen in das Tularosa Basin. Damals senkte sich das Gebiet des Beckens und legte die in Millionen von Jahren abgelagerten Gipsschichten frei. Einen anderen Zufluss gibt es nicht. Wenn die Nässe verdunstet ist, bleibt der Sand übrig. In den ganz tief gelegenen Gebieten wie dem Lake Luzero und in den Alkali Flats entstehen durch die länger vorhandene Feuchtigkeit Selenitkristalle, die bis zu 90cm lang werden können. Diese zerfallen dann irgendwann ebenfalls zu Sand. So bauen sich die Dünen auf. Warum der Gipssand nicht weggeweht wird? Durch die Eigenschaften des Gips kann sich das Grundwasser bis knapp unter die Oberfläche halten. So ist die Konsistenz der Dünen recht fest. Nur die ausgedörrte Oberfläche kann dann von den Winden weggetragen werden, die dann schon 17 Meilen in der Stunde erreichen müssen. Wenn es regnet, ist auch die Oberfläche vor den Winden geschützt.
Es ist jedenfalls ein unglaubliches Erlebnis, sich mitten in den schneeweißen Dünen zu befinden und den Trails zu folgen oder Picknick zu machen.

Pistanzienranch

Pistanzienranch

Nördlich von Alamogordo befinden sich zwei Pistazienfarmen. Diese gehören zu den drei Gebieten, in denen in ganz Amerika überhaupt Pistazienbäume kultiviert werden. Eines liegt im Sacramento Valley, ein Winziges bei Tuscon und das dritte Anbaugebiet befindet sich im Großraum El Paso, zu dem auch Alamogordo gehört. Das PistachioLand wirbt mit der größten Pistazie der Welt, zu der zwei Farmen gehören: die McGinn´s Pistachio Tree Ranch und die Eagle Ranch, die zweimal am Tag kostenlose Führungen durch den Betrieb anbietet. Jedenfalls findet man hier Pistazien in vielen Geschmacksrichtungen. Neben Pistazien wird auch Wein aus der Umgebung angeboten, Gratisverkostungen inklusive.

Hummingbird

Hummingbird

Der Edgington RV Park hat einen schönen Teich angelegt, in dem einige große Fische leben, was Klaus freute. Mich begeisterten die zwei Hummingbirds, die sich den ganzen Tag schwirrend über dem Teich und seiner Umgebung aufhalten. Ihr Flug gleicht dem des Taubenschwänzchens, jene auffälligen Falter, die sich in sehr warmen Sommern inzwischen auch in Deutschland aufhalten. Die Hummingbirds kennen kaum Ruhe, deshalb ist es äußerst schwer, sie vor die Linse zu bekommen. Geduld wird aber belohnt, meistens jedenfalls. Woher nehmen sie nur all diese Energie?

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Las Cruces – New Mexico

Am Rio Grande

Am Rio Grande

In Las Cruces trafen wir den Rio Grande wieder. In Albuquerque führte er noch etwas Wasser, in Las Cruces ist er trocken, nur Sand. Schwalben brüten gerade an der Brücke, die sich über den Rio Grande spannt. Die Trockenheit wird immer schlimmer, bestätigen uns immer wieder Leute, die wir treffen.

Unterkonstruktion der alten Holzbrücke

Unterkonstruktion der
alten Holzbrücke

Da wir Zeit haben und auf der Karte einen Hinweis zu einem Damm bei Radium Springs fanden, fuhren wir die zehn Meilen kurzerhand dorthin. Einen Damm fanden wir nicht, aber eine alte Holzbrücke über den Rio Grande, in dessen Bett sich stellenweise doch noch Wasser befindet. Da die Holzbrücke nicht mehr befahren werden kann, baute man einfach eine neue Brücke daneben. Die Straße nach Radium Springs säumen in vollem Grün stehende Pecan Nussbäume, die im Winter ein sehr trauriges Bild abgeben.

in Mesilla

in Mesilla

In Las Cruces selbst gibt es nicht viel zu sehen, aber ein Abstecher nach Mesilla wird sehr empfohlen, wenn man authentisch mexikanisch essen gehen möchte. Natürlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen und fuhren nach Mesilla. Uns erwartete ein mexikanisch geprägter Ortskern mit den typischen Adobebauten, die in ganz New Mexico zu finden sind und wirklich das Auge erfreuen. Um einen Platz herum, an dessen einem Ende die Kirche steht, reihen sich kleine Boutiquen, Süßigkeitenläden und Souvenirshops. Zwei Restaurants bieten beste mexikanische Küche. Von außen sehen die Häuser winzig und nichtssagend aus, doch wenn man hineingeht, wird man von einer Pracht und Farbigkeit überrascht, die man nicht erwartet.

La Posta de Mesilla

La Posta de Mesilla

Wir entschieden uns für das La Posta de Mesilla. Mesilla war einst die größte Stadt zwischen San Diego, Kalifornien und San Antonio, Texas. Die alte Post war 150 Jahre lang ein beliebter Stop auf der berühmten Butterfield Stagecoach Line. 1939 machte eine junge, dynamische Lady ein Restaurant und Kantine daraus, welches mit vier Tischen, einem schmutzigen Boden und ohne fließendem Wasser begann. Die Dame sammelte Rezepte von den ansässigen Familien, nach denen heute noch die Speisen zubereitet werden. Authentischer geht es nicht mehr. Da wir an diesem Tag unseren 18. Hochzeitstag feierten, bestellten wir uns La Posta´s berühmte Fajitas mit gegrilltem Rind- und Geflügelfleisch, Tortillas und verschiedenen Beilagen. Zum Dessert ließen wir uns einen Cocktail bringen, den man nur im La Posta bekommt. Der Cocktail heißt Smoked Agave und ist ganz ´was Besonderes. Zutaten sind 100%iger Tequila aus der Blauen Agave, Agavennektar und Limonensaft mit einem Schuss Mescal. Der Rand des Glases wird leicht in eine Mischung aus rauchiger Grillsoße und Salz getaucht. Das Ganze ergibt dann einen mehr als außergewöhnlichen Cocktail.

Wiedersehen mit New Mexico

kurz vor Lordsburg

kurz vor Lordsburg

Das Gebiet direkt an der Grenze zu Arizona ist sehr trocken, stellenweise gibt es nur noch trockenes Gestrüpp. Ein großer ausgetrockneter See liegt bei Lordsburg in der Landschaft. Auf weiten Strecken der Interstate 10 wird vor Sandstürmen und Null Sicht gewarnt. Die Sandteufel sind hier sehr zahlreich und unvergleichlich höher. Unser erstes Ziel sollte die Geisterstadt Shakespeare sein. Wir erfuhren, dass die Stadt auf dem Gelände einer bewirtschafteten Ranch liegt, die nur an manchen Wochenenden Führungen durch das Gelände und Shakespeare durchführt. An diesem Wochenende gab es gerade keine Führung, schade.

Gerichtsgebäude in Deming

Gerichtsgebäude in Deming

Deming, früher Mimbres Junction genannt, lag an der Kreuzung der Santa Fe Railway und der Southern Pacific Railway. Später war die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz für die Land- und Viehwirtschaft sowie der Minenindustrie. Noch heute spielen Handel und Gewerbe eine wichtige Rolle. Zum ziemlich weit von der Hauptstraße entfernt stehenden Gerichtsgebäude, welches 1910 gebaut wurde, führt eine zwischen zwei Fahrstreifen gelegene Baumreihe. Rechts und links säumen kleine Häuschen die Straßen.

Deming Luna Mimbres Museum

Deming Luna
Mimbres Museum

In der gleichen Straße befindet sich auch das Deming Luna Mimbres Museum. Früher einmal Wohnhaus einer reichen Familie zeigt es den Besuchern eine sehr umfangreiche Sammlung. Ausstellungsstücke vieler Bereiche füllen fast zwei Etagen, angefangen von Töpfer-, Web- und weiteren Handarbeiten der Ureinwohner, über die Ausrüstung der alten Westmänner und -frauen bis hin zu viktorianischen Esszimmereinrichtungen. Steinesammlungen, Oldtimer, Gemälde eines Kriegsgefangenen in Japan, Militaria, die Liste ist endlos. Um sich alles anzusehen, muss man schon einen ganzen Tag einplanen. Eintritt wird nicht verlangt, über eine Spende freut man sich allerdings.

Weitere historische Gebäude wie das Hotel Baker lohnen einen Spaziergang. Im August jeden Jahres kommen tausende Besucher zum größten Entenrennen der Nation mit entsprechendem Rahmenprogramm.

Tucumcari – New Mexico

Im letzten Artikel hatte ich vergessen zu erwähnen, dass noch zwei Originalbrücken der Route 66 zu besichtigen sind. Die Straße ist im Laufe der Zeit unter der Landschaft verschwunden, so wie so viele Teile von ihr. Die Brücken stehen kurz hinter Adrian und kurz vor Glenrio knapp nördlich neben der Interstate.

Die wüstenartige Ebene setzt sich in New Mexico fort. Die meisten Orte wie Endee und Bard sind verlassen und nur noch Ruinen zeugen von einer lebhaften Zeit in dieser Einöde.
Tucumcari war für die meisten Reisenden auf der Route 66 das Tor zu New Mexico. Es entstanden wie überall an der Mutterstraße Motels, 20 waren es in Tucumcari, Service-und Tankstellen sowie Restaurants, alles wunderbar mit Neon-Werbeschildern versehen. Die Route 66 brachte mehr Menschen nach Tucumcari als die Bahn, die 1901 die Stadt erreichte. Vom Glanz dieser Zeit ist nicht mehr viel geblieben. Einige Dinge sind aber trotzdem noch zu besichtigen: mehrere Wandgemälde, Del´s Restaurant, der Kuriositäten- und Antikladen TeePee, der alte, aber aufgemöbelte und einer anderen Bestimmung übergebene Bahnhof und eine alte Texaco-Station, in der ebenfalls ein Antikladen untergebracht ist. Daneben sind das Historische Museum und das Dinosaurier Museum zu besichtigen. Den kleinen Tafelberg Tucumcari Mountain wollten wir uns näher ansehen, aber irgendwie ist wohl nicht gewollt, dass sich ihm Touristen nähern. Der Berg ist gespickt mit Antennen und die Interstate wird anscheinend auch schon mal zeitweise gesperrt, sehr mysteriös.

Wir haben im Cactus RV Park übernachtet, der im Hof eines alten, schon lange nicht mehr im Betrieb befindlichen Motels untergebracht ist. Wenn das Eine nicht mehr geht, muss eine andere Idee her, die anscheinend funktioniert. Um auf weitere Stellplätze zu kommen, die sich auf einer Wiese hinter dem Motel befinden, hat man einfach zwei der Reihenhäuser abgerissen. So sind Lücken entstanden, durch die man fahren kann.
Am Abend haben wir noch einen kleinen Spaziergang gemacht, um die leuchtenden Neon-Werbeschilder zu bewundern. Leider war die Enttäuschung groß. Ganze zwei buntleuchtende Reklamen konnten wir entdecken: die vom Blue Swallow Motel und vom TeePee.

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