Portimão
Langsam lief uns die Zeit davon, denn wir wollten in drei Tagen im Alentejo (Südportugal) sein. Deshalb fuhren wir auf der A22 durch die Algarve. In Portimão legten wir eine zweitägige Rast ein. Auf unserer ersten Fahrt entlang der Algarve vor neun Jahren hatten wir uns schon an dieser Küste umgesehen, in Portimão waren wir jedoch nicht.
Zuerst noch eine Anmerkung zur portugiesischen Autobahn A22. Sie ist seit dem 1. Januar 2025 mautfrei, allerdings sorgte die Station zur Registrierung für das portugiesische Autobahnnetz, die sich kurz hinter der Grenze befindet, für Verwirrung. Dort sind die Schranken geschlossen und die Automaten funktionieren, obwohl eine Tafel zeigt, dass die A22 mautfrei ist. Merkwürdig. Also registrierten wir uns, bezahlten aber nichts. Unterwegs stehen noch Mautbrücken, die allerdings nicht mehr aktiv sind. Auch unser Navi zeigte die Autobahn als mautfrei an. Nachdem wir eine ganze Strecke gefahren waren, waren wir sicher, dass die A22 tatsächlich mautfrei ist. Hervorragend.
In Parchal, am gegenüberliegenden Ufer des Flusses Arade liegt Portimão, fanden wir einen Stellplatz für 10,-€ mit allem. Dort verbrachten wir zwei Nächte, weil wir uns in der Gegend umsehen wollten.
In Parchal ist nicht viel los, aber man kann gut einkaufen. Einige Supermärkte und ein Einkaufszentrum bieten alles, was man braucht. Das Auffälligste sind die Störche, die sich zahlreich in der Stadt niedergelassen haben. Fast jeder Mast trägt ein Nest. Das riesige Staples-Werbeschild ist quasi das Storchenzentrum. Auch auf dem Lampenmast vor dem Stellplatz hat sich ein Storchenpaar niedergelassen.


Die alten Salinen entlang des Flusses werden gerade ausgebaggert und sich nicht in Betrieb. Auf den Wiesen entlang der Salinen und am Flussufer suchen sich die Störche, und auch Silber- und Graureiher, ihre Nahrung.


Etwas weiter den Fluss hinauf verbinden zwei Brücken die Ufer, eine Bogenbrücke und eine weiß strahlende Hängebrücke.


Überquert man die Ponte Velha gelangt man nach Portimão, eine der größten Städte der Algarve. Die Promenade Ribeirinha und die Altstadt sind ganz schön.


Der Naturhafen an der Mündung des Arade veranlasste schon die Römer hier zu siedeln. Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Tradition der Fischerei fortgesetzt. Dann kam der Aufschwung und das Bild des heutigen Zentrums entstand. Im Sommer starten von der Promenade aus viele Ausflugsschiffe. Jetzt ist gerade ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, auf dem man einen Glühwein bei Weihnachtsmusik genießen kann.


Wir spazierten anschließend eine Weile durch die Altstadt von Portimão und kamen zuerst zum Fonte do Jardim 1 de Dezembro, einem kleinen Park. An den Längsseiten des Parks stehen steinerne Bänke, die mit blau-weißen Fliesenbildern geschmückt sind. Sie stellen die Geschichte Portugals nach, beginnend mit der Unterzeichnung des Vertrages von Zamora am 5. Oktober 1143, in dem das Königreich Kastilien und Léon die Unabhängigkeit des Königreiches Portugal anerkennt. Portugal ist somit der älteste Nationalstaat Europas. 1910 löste die Portugiesische Republik die Monarchie ab. Dargestellt sind ebenso die maurische Besatzung wie auch die portugiesischen Entdeckungsfahrten auf den Meeren.



An der oberen Stirnseite des Platzes steht das Stadttheater.
Die gepflasterten Gassen der Altstadt sind verwinkelt, aber die Bausubstanz lässt an vielen Stellen sehr zu wünschen übrig. Einige Häuser wurden inzwischen rekonstruiert und zeigen sich von ihrer besten Seite, alt und neu folgen rasch aufeinander.

Auf der Hügelspitze steht die Kirche Nossa Senhora da Conceição. Die alte Kirche wurde 1755 durch ein Erdbeben zerstört. Danach baute man die Kirche wieder auf, nur der Portikus ist original. Eine große Freitreppe führt zur Terrasse, die sich vor der Kirche ausbreitet.

Nach deren Besuch schlenderten wir wieder zum Ufer und kamen so zum alten Fischerviertel, in dem heute mehrere Fischrestaurants um Gäste werben. Auf dem alten Schornstein befindet sich ein Storchennest. Um den Fuß des Schornsteines herum hat man einen großen Freiluftgrill gebaut.

An der alten Familienfischerei prangt ein schönes Fliesenbild aus dem Jahre 1922.

Der kleine Hof, in dem die Restaurants liegen, ist vollkommen von der Außenwelt abgeschlossen. Es führen nur zwei Durchgänge hinaus und hinein.


Sehr Schön!
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Dankeschön.
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