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Reisen rund um die Welt

Alcochete

Es wird Frühling in Portugal, die Tage werden länger, man hört mehr und neue Vogelstimmen, sieht neue Vogelarten, und neue Triebe an den Pflanzen sprießen hervor. Der Regen nimmt jedoch immer mehr zu. So viel Regen wie in den letzten zweieinhalb Monaten haben wir noch nie erlebt. Im Grunde hat es die Hälfte der Zeit seit Ende November geregnet. Wenn die Wasserspeicher jetzt nicht voll sind, dann wissen wir auch nicht. Wahrscheinlich reichen die gespeicherten Mengen für die nächsten zwei Jahre.

Auf jeden Fall heißt es jetzt weiter zu ziehen, in Richtung Heimat. Nach einem Monat auf dem Camping in Vila Nova de Milfonte fahren wir in Richtung Norden, die portugiesische Atlantikküste entlang. Auf der Halbinsel Setúbal fanden wir in Alcochete einen Platz zum Übernachten, doch vorher kehrten wir in das WOK-Restaurant „Quinta de Anjo“ in Quinta da Chapeleira ein, ziemlich in der Mitte der Halbinsel gelegen.
Wir besuchten schon vor neun Jahren ein WOK-Restaurant und waren begeistert. Für 10,95€ zum Mittag gibt es ein All-you-can-eat-Bufett vom Feinsten. Vorspeisen, Salate, Hauptspeisen, Desserts und Sushi, so viel man mag. Alles schmeckt super lecker. Frischen Fisch, Meeresfrüchte und Fleisch kann man sich am Grillstand braten lassen. Die Getränke kosten natürlich extra. Die Bedienung ist schnell und aufmerksam, aber der Gastraum ist groß und gut besucht.
Beim Bezahlen sahen wir, dass man sich für 3,-€ noch zwanzig Stück Sushi mitnehmen kann. Da griffen wir doch gleich noch einmal zu. Es ist sehr frisch. Manche Stücke sind mit Mango-, Asia- oder Granatapfelsoße verfeinert, was wunderbar mit dem Sushi harmoniert.

Glücklich und gesättigt fuhren wir nach Alcochete, am Nordrand der Halbinsel Setúbal, schräg gegenüber der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Die Stadt Setúbal hatten wir schon auf unserer ersten Reise durch Portugal besucht.

Von Alcochete aus ist die lange Vasco da Gama-Brücke über den Tejo nach Lissabon hinüber zu sehen. Sie kostet, wie die Hängebrücke 25. April, Maut, allerdings nur, wenn man sie von Süd nach Nord befährt. Der Tejo bildet in diesem Bereich eine Art Binnenmeer, bevor er sich zum Meer hin wieder zu einem Fluss formt und in den Atlantik mündet.

Alcochete ist eine Kreisstadt, die aber immer noch die Züge des ehemaligen Fischerdorfes trägt. Am Ufer des Tejo spazierten wir zum Pier, der weit in den Tejo hinein reicht. Um den Pier herum liegen kleine Fischerboote im Wasser, zu denen die Fischer durch das flache Wasser mit Anglerhosen gelangen, wenn der Wasserstand wegen der Gezeiten nicht zu hoch ist.

Seidenreiher

Am Pier steht die alte Kirche „Misericórdia“. Das Gebäude stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1933 wurde sie rekonstruiert und beherbergt heute eine bedeutende Sammlung sakraler Kunst.

An die alte Kirche schließt sich die Altstadt von Alcochete an, die sich zu einem großen Teil in sehr schlechtem Zustand befindet.

Gleich gegenüber der Kirche steht ein Denkmal zu Ehren Manuel I, auch Emanuel der Glückliche genannt. Er lebte von 1469 bis 1521 und gilt als einer der bedeutendsten Könige Portugals. Er verhalf Portugal zu einer wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Blüte, dem Goldenen Zeitalter. Unter seiner Regentschaft entdeckte man den Seeweg nach Indien, baute das erste Kolonialreich im Indischen Ozean auf und entdeckte Brasilien. Er begründete eine besondere Architektur, die bis heute in Portugal bestimmend ist. Sie zeichnet sich durch relative Schlichtheit aus, die mit maritimen Motiven und Ornamentik verziert ist. Praktisch an fast jedem historischen Bauwerk ist diese Architektur zu erkennen.

Durch den neueren Teil Alcochetes spazierten wir zum Parkplatz am Praia do Sal zurück, auf dem wir unser Wohnmobil abgestellt hatten. Er wird von vielen Kasuarinen beschattet, die uns schon vor neun Jahren an der Costa Blanca das erste Mal aufgefallen waren. Sie begeistern uns immer noch durch ihr ungewöhnliches Aussehen und die schachtelhalmartigen Nadeln. Trotzdem gehören sie zu den Buchenartigen.

Auf den linken Seite des Parkplatzes breiten sich ehemalige Salinen aus. Die Gebäude darin sind allesamt leer und verfallen. Das Gebiet ist heute nationales Schutzgebiet für Vögel. Dadurch, dass es ständig Regenschauer gibt, sind wir nicht so weit vorgedrungen, wie wir es eigentlich wollten. Deshalb bogen wir vor dem Eingang zur Parkverwaltung zum Tejoufer ab.

Es war gerade Ebbe und die Muschelsammler waren unterwegs. Im Hintergrund sind die Vasca da Gama-Brücke und der östliche Teil Lissabons zu sehen.

Am Ufer des Tejo spazierten wir wieder zurück bis zur Strand-Bar „7 Winde-Mühle“. Davor mündet ein kleiner Bach in den Tejo.

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