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Reisen rund um die Welt

Sturm in Portugal

Nachdem es schon eineinhalb Tage geregnet und gestürmt hat suchte ich nach der Live-Webcam von Nazaré. Nazaré ist bekannt für seine gigantischen Wellen, die bei bestimmten Wetterlagen an der Küste auftreten. Trotz vielen Windes, der von See kommt, sind die Wellen dort gerade nicht hoch.

Bei der Suche stieß ich zufällig auf eine Karte, die die aufziehenden Stürme zeigt. Nach dieser mussten wir in den nächsten Stunden, bis zum Mittag des nächsten Tages mit einer starken Sturmfront rechnen. In der portugiesischen Wettervorhersage nennt sich das „Extreme Warnung vor Küstenereignis“. Warnungen vor Küstenereignissen hatten wir auf dieser Reise schon viele, aber extrem? Das nahmen wir ernst und blieben vorerst auf dem Stellplatz in Foz do Arelho, da er etwas entfernt von der atlantischen Küste liegt. Denn es wurden neben großen Windstärken auch Wellen mit 7 bis 14 Metern vorausgesagt.

Der Abend verlief sehr ruhig, die berühmte Ruhe vor dem Sturm. In der Nacht dann, gegen 3.20 Uhr erreichte der Sturm „Kristin“ seinen Höhepunkt. Er fegte fast zweieinhalb Stunden mit Böen von 120 bis 140 km/h über uns hinweg. Zu allem Unglück boten wir ihm, der Stellplatzordnung geschuldet, unsere volle Breitseite. In solchen Fällen drehen wir das Wohnmobil mit der schmalen Seite in den Wind, was hier nicht möglich war.

Nach zweieinhalb Stunden, an Schlaf war nicht zu denken, denn wir wurden mächtig durchgeschüttelt, verlor der Sturm seine Kraft und machte in seinem normalen Tempo weiter. Am nächsten Morgen waren die Wohnmobile alle mit einer dicken Salz- und Schmutzschicht überzogen. Der Stellplatz stand ein weiteres Mal fast komplett unter Wasser. Der Strom war schon während dem Sturm ausgefallen. Wie wir am nächsten Morgen erfuhren hatte die ganze Stadt keinen Strom. Leider auch kein WLAN, so dass ich diesen Beitrag hätte zeitnah veröffentlichen können.

Als wir den Stellplatz verließen erkannten wir, dass wir trotzdem noch relativ geschützt standen, denn wir wurden wenigstens vom angewehten Sand verschont. Der hatte sich bis zum vorm Stellplatz liegenden Parkplatz vorgearbeitet und die geparkten Autos mit Sand zu geweht. Außerdem hatte der Sturm einige Kiefern aus dem Boden gerissen.

Nach der Wettervorhersage soll es noch ein paar Tage weiter stürmen und noch über eine weitere Woche regnen. Hört das denn nie mehr auf?

Das Zentrum des Sturms „Kristin“ lag knapp nördlich von uns, zwischen Nazaré und Porto. Sogar im südlichern gelegenen Lissabon stürzte ein Baum auf ein Auto und tötete einen Mann. Überall wurden Straßen unpassierbar. Am Ende des Sturmes waren sechs Tote zu beklagen.

Dieses Wettergeschehen nennt sich „explosive Zyklogenese“, oder Wetterbombe. Das heißt, die Intensivierung der Wetterereignisse laufen so schnell ab, dass sie eine zerstörerische Kraft entfalten.

Wir haben nun den Sturm überstanden, dafür baut sich ein Orkantief vom Atlantik kommend, durch die Straße von Gibraltar fegend, über dem gesamten Mittelmeerraum auf. Wir fahren erst einmal etwas weiter nach Norden, nach Nazaré.

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