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Archiv für die Kategorie “Mittelasien – Schätze der Seidenstraße”

Bischkek

Bischkek empfing uns mit kühlen 19 Grad und bewölktem Himmel. So konnten wir keinen Blick auf die 5000er-Bergkette des Tian-Schan-Gebirges werfen, welches gleich in der Nähe von Bischkek beginnt. Vom Flugzeug aus durften wir schon eine Vorstellung von diesen Bergen erhaschen, die einfach nur grandios sind.

Bischkek, ältere Leute kennen die Stadt sicher noch unter ihrem alten Namen Frunse (bis zur Unabhängigkeit 1991), ist die Hauptstadt Kirgistans. Inzwischen hat sich das Land mehrfach umbenannt. Unsere Reiseleiterin meint, dass es heute Kirgistan heißt, denn hier leben die Kirgisen. „Stan“ heißt einfach nur „Land“ übersetzt. Auch auf der Willkommens-Werbung am Flughafen stand Kirgistan.

Die Stadt entstand aus einer Karawanenstation der Seidenstraße. Hier kreuzten sich mehrere Wege, die alle in andere Himmelsrichtungen führten. Deshalb gewann die Stadt bald an Bedeutung. Über die Jahrhunderte gaben sich jedoch mehrere Eroberer im Land der Kirgisen die Klinke in die Hand. Seit 1991 ist Kirgistan unabhängig.

Die rote Nationalfahne zeigt ein gelbes Tündük, welches die Dachöffnung der Jurten symbolisieren soll. Während man alle Teile der Jurte verkaufen oder verschenken kann, muss das Tündük in der Familie bleiben und immer an die nächste Generation weiter gegeben werden.

Das Tündük ist von einem Kranz aus vierzig Strahlen umgeben. Die stellen die vierzig kirgisischen Volksstämme dar, die das Land aufbauten. Die Fahne steht für eine möglichst lange und friedliche Zukunft Kirgistans.

Auf dem riesigen Ala-Too-Platz, dem zentralen Platz von Bischkek, der von mehreren ehemaligen und noch existierenden Regierungsgebäuden und Ministerien begrenzt wird, steht ein einhundert Meter hoher Fahnenmast. Die Fahne selbst ist dreiunddreißig Meter lang.
Bewacht wird die Fahne von zwei Soldaten der Nationalgarde. Jede volle Stunde gibt es einen zeremoniellen Wachwechsel.

Im Zentrum Bischkeks stehen jede Menge große Gebäude aus der Stalinzeit (2- bis 3-geschossig) und dem Sozialismus. Viele vernichtete man inzwischen, weil man mit diesen Zeiten nichts mehr zu tun haben möchte. Die noch stehenden Gebäude aus dieser Vergangenheit werden von Menschen erhalten, die die Geschichte nicht ganz auslöschen wollen. Außerdem sind sie meistens wunderschön, zumindest die Gebäude aus der Stalinzeit.

Kulturministerium

Einige der sozialistischen Prunkbauten werden gerade rekonstruiert.

Historisches Museum

Jede Menge Denkmäler, nach sozialistischer Manier riesengroß gestaltet, prägen das Stadtbild, wie das Mahnmal des großen Vaterländischen Krieges, welches einer Jurte nachempfunden ist, der viele Pfosten und Dachstreben fehlen. Es ist bei den Kirgisen Brauch, wenn ein Mensch stirbt, für eine Weile einen Pfosten aus der Jurte zu entfernen. Die vielen entfernten Pfosten des Mahnmals symbolisieren also die vielen Opfer des Krieges.

Mahnmal des großen Vaterländischen Krieges

Vor dem Denkmal trainierte eine Gruppe von Mädchen in farbenprächtigen kirgisischen Kostümen für den Auftritt zur Parade am 9. Mai, dem Tag der Befreiung.

Sogar eine Lenin-Statue überlebte. Sie steht vor dem Regierungspalast der Kirgisischen Republik.

Zudem sorgen mehrere größere Parks und ehemalige Prachtstraßen für viel Grün und bunte Blumen in der Stadt.

Inzwischen ist auch die Sonne heraus gekommen, so dass doch alles viel schöner und prachtvoller aussieht.

Nach einer kurzen Erholungspause im recht angenehmen Damas-Hotel, unser Zimmer lag in der obersten Etage mit einem schönen Blick auf einen der ruhigen Randbezirke Bischkeks und ein weiteres Hotel, starteten wir noch einmal zu einer Besichtigung.

Die neue Zentralmoschee von Bischkek ist ein Geschenk der türkischen Regierung an Kirgistan. Sie wurde von 2012 bis 2017 erbaut und 2018 in Beisein des türkischen Präsidenten Erdoğan eröffnet. Die Moschee besitzt mehrere Kuppeln, vier 70 Meter hohe Minarette und bietet 20.000 Besuchern Platz.

Das Innere ist in weiß und blau gehalten und ziemlich prächtig ausgestaltet. Allerdings sind alle Verzierungen nur gemalt.

Die Stiftungsurkunde ist am Eingang zur Moschee zu sehen.

Anschließend kehrten wir zu einem kirgisischen Abendessen ein und gegen 22 Uhr in unser Hotel zurück.

Anreise nach Bischkek

Endlich hat es geklappt. Vor vierzig Jahren hatten wir schon einmal Gelegenheit bekommen, eine Reise nach Mittelasien zu unternehmen. Leider gab es Missverständnisse bei der Buchung, und als es soweit war, war die Reise anderweitig vergeben. Jetzt ergab sich endlich eine neue Möglichkeit, nach Mittelasien zu reisen, und es funktionierte. Wir waren glücklich.

Über den Reiseveranstalter Trendtours flogen wir mit Turkish Airlines via Istanbul nach Bischkek, in die Hauptstadt Kirgistans. Die Reise war sehr sehr lang und sehr kräftezehrend. Von zu Hause nach Berlin, über ein Parkhaus mit Shuttle zum Flughafen, den ersten 3-stündigen Flug nach Istanbul, dann mehr als fünf Stunden Wartezeit im Transitbereich, bis wir nach einem 5-stündigen Flug in Bischkek landeten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir schon 23 Stunden unterwegs, ohne Schlaf.

Flug am Tian-Shan-Gebirge vorbei

In Bischkek angekommen nahm uns die Reiseleitung in Empfang und wir fuhren mit dem niegel-nagelneuen Reisebus ins Zentrum von Bischkek, zum Frühstück. Das waren 25 Kilometer auf einer nicht guten Straße und mitten in der Rushhour.

Dann ging es mit einem Stadtrundgang weiter. Zum Mittag tauschten wir Geld im GUM in kirgisische Währung, damit wir uns Wasser und/oder Souvenirs kaufen können, oder um Geld für die Trinkgelder und die WC´s zu haben. Danach war Kaffeepause im „Kosu“.

Anschließend noch einen Stadtrundgang, und kurz nach 15 Uhr durften wir endlich unsere Hotelzimmer im Damas-Hotel beziehen. Alle waren fertig und müde.

Nach einer kurzen Ruhepause, und Gelegenheit zum Frischmachen, legten wir noch einen 5-minütigen Spaziergang zurück, um ein wirklich gutes, landestypisches Abendbrot zu genießen.

Letzte Vorbereitungen für den nächsten Tag, um 7 Uhr gibt es schon wieder Frühstück, und wir fielen ins Bett. Endlich schlafen, nach gut 48 Stunden.

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