Jurilovca
Nach dem Besuch des Donaudeltas richten wir unsere Reise jetzt immer gen Süden aus. Bevor wir ans Schwarze Meer kommen, müssen wir erst noch den Razimsee halb umrunden. Dort, wo der Razimsee in den Golovitasee übergeht, liegt die kleine Stadt Jurilovca. Im 18. Jahrhundert als Fischerdorf gegründet, ist es heute ein aufstrebender Ort. Die komplett neu gebaute Marina wird wahrscheinlich im nächsten Jahr in Betrieb genommen. Das Ferienhaus der Marina wird gerade neu mit Schilf gedeckt. Auf den Parkplätzen, jetzt noch kostenlos, stehen schon die Parkscheinautomaten.

Interessant für uns ist die Ausgrabungsstätte der Burg Arganum, am ca. 6 Kilometer von Jurilovca entfernt liegendem Kap Doloşman. Die Burg liegt hoch über dem Meer, durch eine Steilküste von diesem getrennt. Tatsächlich finden hier noch Grabungen statt und man kann den Ausgräbern und Ausgräberinnen, wie es aussieht sind es Einheimische, bei der Arbeit zusehen.

Die ältesten Teile der Burg stammen aus dem 7.-6. Jahrhundert vor Christus. Damals war die Anlage wohl noch eine Siedlung. Sie ist die älteste, in einer Urkunde erwähnte Siedlung und die erste griechische Kolonie auf rumänischem Boden. Später annektierten die Römer diese Siedlung in ihr Reich. Zu dieser Zeit erreichte die Siedlung eine Ausdehnung von 2,6 Hektar und erhielt eine dreieckige Form, umgeben von einer Mauer mit mehreren Türmen, wie es bei den Römern üblich war.
Übrigens: Rumänien war die letzte Kolonie, die nach Auflösung des römischen Reiches, noch übrig war. Daher der Name des Landes noch heute.
Auf dieser kleinen Fläche standen einmal drei Basilikas, unglaublich. Mehrere Häuser wurden schon ausgegraben. In einem kam eine riesige Amphore zum Vorschein, die immer noch so steht, wie sie gefunden wurde.

Im 5.-6. Jahrhundert unserer Zeit wurde Arganum zu einer Militärbasis und sie erhielt weitere, größere Bauten. Man kann die bessere Verarbeitung beim Bau erkennen. Alle Mauern, die alten, wie die neuen, bestehen aus Kalksteinen.
Wenn man die Ausgrabungsstätte vom Hügelfuß aus betrachtet, kann man die alte Festungsmauer noch erkennen. Steht man oben auf dem Hügel, sieht man, dass zu dem Ausgrabungsfeld noch ein Mehrfaches an Fläche dazukommt. Richtung Westen sind noch jede Menge alte Mauerreste unter der dünnen Vegetationsfläche zu erkennen.

Der Eintritt ist kostenlos, wie schon bei dem römischen Fort Halmyris in Murighiol.
Unser Wohnmobil parkten wir kurz vor der Ausgrabungsstätte auf einem anderen Hügel, mit einer großartigen 360°-Rundumsicht über Jurilovca und dem Razimsee.

Der Razimsee und der Golovitasee sind nur noch durch eine schmale Nehrung vom Schwarzen Meer getrennt. Diese Nehrung ist nur mit dem Boot zu erreichen und größtenteils Vogelschutzgebiet.





































































