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Archiv für das Schlagwort “Austern in Arcachon”

Arcachon

Im Fernsehen sahen wir schon Beiträge über die Austernregion Arcachon. Deshalb wollten wir uns jetzt selbst ein Bild machen. Vorher jedoch machten wir einen Abstecher zur Dune de Pilat (Düne von Pyla). Sie ist mit 110 Metern die höchste Düne Europas. Sie erstreckt sich zwischen dem Meer und dem Kiefernwald, der hier angesiedelt wurde. Allerdings hat man wohl festgestellt, dass der Kiefernwald die heimische Vegetation mit vielen endemischen Pflanzen, ähnlich der Macchia, verdrängt. Deshalb hat man schon große Flächen von den Kiefern befreit und ist dabei, diese Arbeit fortzusetzen.

Die Düne von Pyla wandert jedes Jahr rund fünf Meter landeinwärts und begräbt Teile des Kiefernwaldes unter sich. Auch die Höhe und die Lage des Gipfels der Düne verändern sich ständig. Die Düne wird daher ständig überwacht.

Der Sand stammt aus dem Zentralmassiv Frankreichs und den Pyrenäen. Über Millionen von Jahren wurden die Sedimente über die Flüsse zum Meer transportiert, dort durch die Naturkräfte geformt und weiter zerkleinert, bis der Sand hier an der Küste Aquitaniens abgelagert wurde. Die Düne ist mit viertausend Jahren geologisch gesehen noch sehr jung.

Parkmöglichkeiten gibt es vor der Düne, allerdings zu überhöhten Preisen. Es ist nur ein Tagesparkplatz, übernachten also verboten, was die Sache nicht besser macht. Wir haben für eine gute Stunde Aufenthalt 10,-€ bezahlt, statt der angegebenen 7,-€. Das ist der Preis für bis zu vier Stunden. Wer länger bleibt zahlt mehr.
Zwischen Parkplatz und Düne locken Snack- und Souvenirbuden die Touristen, auch Infobüro´s und Infotafeln gibt es.

Dann folgt der Aufstieg auf die fast himmelhoch erscheinende Düne. Das letzte Stück ist so steil, dass man es nur auf allen Vieren bewältigen kann: zwei Schritte vor, einer zurück.

Wenn man dann endlich oben ist, bietet sich ein toller Blick über das Bassin d´ Arcachon. Man sieht viele Sandbänke im Wasser, und gegenüber das Cap Ferret. Im Hinterland sind nur Kiefernwälder zu sehen.

Wer die Düne ein zweites Mal erklettern möchte, kann natürlich an den Strand hinunter gehen, oder rutschen. Leider schien die Sonne diesmal nicht, so dass die Düne nicht so beeindruckend erschien, wie sie es könnte. Trotzdem ist sie ein Erlebnis, so mit über einhundert Metern Sand unter den Füßen.

Jetzt fuhren wir nach Arcachon. Der kleine Stellplatz in der Stadt war voll, so dass wir uns auf den Parkplatz des Intermarché im benachbarten La Teste-de-Buch stellen mussten. Ohne es zu wissen, war dies die richtige Entscheidung, denn das Austern-Zentrum befindet sich am Hafen von La Teste-de-Buch.

Der Austernhafen wurde erst 1840 angelegt. Erweiterungen folgten bis 1885, wodurch er sein heutiges Aussehen erhielt. Hütte an Hütte der Austernfischer drängt sich heute auf dem gesamten Hafengelände. Die Austernzucht findet jedoch auf einem großen Gelände östlich des Hafens statt.

Es haben immer mehrere Restaurants offen, die von den Austernfischern betrieben werden. Manche Austernfischer bevorzugen den Direktverkauf der Austern, von denen ein Dutzend für 6,50€ angeboten werden. Bekommt man sie verzehrfertig, mit Zitrone, Brot und Butter, bezahlt man im Durchschnitt 13,-€ für das Dutzend, je nach Größe.

Die heimische Auster, die Gravette, wurde durch eingeschleppte Arten fast völlig verdrängt. Seit der Antike nutzte man die Austern im Arcachon-Becken. Man erntete sie direkt vom Boden. Dann kamen die portugiesischen Austern. Als eine Seuche auch diese Art dezimierte führte man Austern aus Japan und Kanada ein. Seit damals hat sich die japanische Auster „Giga“ im Arcachon-Becken behauptet. Sie ist die einzige Auster, die heute hier gezüchtet wird. Auch ließt man sie nicht mehr vom Boden auf, sondern züchtet sie auf Gestellen. Im Sommer laichen die Austern. Die Larven breiten sich aus und suchen einen Unterschlupf für den Winter. Die Austernfischer stellen ihnen gekalkte Dachziegel dafür zur Verfügung. Im nächsten Frühjahr werden sie eingesammelt und in die Trägergestelle gepflanzt, wo sie drei Jahre lang wachsen können. Dann werden sie geerntet, gereinigt und kommen auf die Teller.

Wir entschieden uns nach einem Rundgang durch den Hafen für das „Le Testut“. Auf einer Terrasse, mit direktem Blick auf eines der Hafenbecken, probierten wir die hiesigen Austern. Allerdings müssen wir sagen, dass sie mit denen aus Cancal in Nordfrankreich, und Bouzigues in Südfrankreich, nicht mithalten können. Ihnen fehlt das Eigenaroma und der Geschmack des Meerwassers. Deshalb waren wir etwas enttäuscht von den Austern Arcachons.

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