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Archiv für das Schlagwort “Azabache von Asturias”

Asturische Küste

Navia

Zuerst noch eine Erklärung zum „Fürstentum Asturien“, welches wir im letzten Beitrag erwähnt haben. Fürsten gibt es in Asturien schon lange nicht mehr. Eigentlich weiß niemand mehr, wie Asturien überhaupt zu diesem Namen kam. Es soll wohl irgendwelche alten Dokumente geben, aber eine richtige Erklärung liefern die irgendwie auch nicht. Das „Fürstentum Asturien“ hat sich aber bis heute erhalten.

Seit die Sonne wieder scheint haben wir keinen richtigen Stellplatz mehr angefahren. Es war also an der Zeit einige Dinge zu erledigen: Ver- und Entsorgen, Waschen, Einkaufen und Tanken. Man findet selten Plätze, an denen das alles möglich ist. In Navia, an der asturischen Küste, wurden wir fündig. Zudem wird die Stadt als ganz hübsch beschrieben.

Der Stellplatz ist weniger hübsch, direkt am Supermarkt und einer Tankstelle. Gegenüber befindet sich eine Schule. Der Stellplatz wird von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt, und besitzt eine Servicestation. Damit haben wir alles was wir brauchten. Eine SB-Wäscherei gibt es im Supermarkt.

Zum Fluss Navia sind es nur ein paar Schritte. Direkt rechts der Werft, wo gerade zwei Schlepper gebaut werden, beginnt ein schöner Weg am Flussufer entlang hin zum Meer. Seit Foz bewegen wir uns an der Costa Verde Nordspaniens, einem Teil der Biskaya.

Wir richteten unsere Schritte in die Stadt Navia. Die Brücke, über die wir in die Stadt kamen, bestimmt das Bild. Zwischen den dahinter liegenden Häuserzeilen lädt ein Park zum Ruhen ein, der von Platanen und Palmen bestimmt wird. Die Hecken aus rosa blühenden Kamelien sind besonders schön.

Die Häuser weisen die typische Architektur des spanischen Nordwestens auf, mit einem Hauch Orient. Auch hier zeigt sich noch das maurische Erbe.

Ein Stück weiter liegt der Park „Ramón de Campoamor“, wunderschön am Flussufer angelegt.

Bald darauf macht das Casino auf sich aufmerksam.

Den Rückweg nahmen wir durch die Altstadt, die auf einem kleinen Hügel liegt.

Cudillero

Wenn man etwas in Spanien gesehen haben muss, dann ist es der Ort Cudillero, eines der „schönsten Dörfer“ Spaniens. Das ist nicht übertrieben. Wir sind so von Cudillero begeistert, dass wir euch einen Besuch nur wärmstens empfehlen können.

Das Dorf ist mit dem Wohnmobil nur über eine Straße zu erreichen. Sie führt von der Höhe hinunter auf Meereshöhe. Dort kommt man zuerst zum Hafen, wo sich auch der Stellplatz befindet. Jetzt im Winter ist dieser kostenlos, ohne Service.

Auf der Mauer, die den Hafen umgibt, kann man entlang spazieren. Das Wasser im Hafen ist überraschend sauber.
Am anderen Ende der Bucht zieht sich Cudillero an den steilen Felshängen eines Einschnittes hinauf.

Geht man unterhalb der senkrechten Felswände, die die Bucht begrenzen, entlang, kommt man zu einem Tunnel. Er stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, ist dreihundert Meter lang und kanalisiert den Rio Piñera. Bei trockenem Wetter kann man durch den Tunnel gehen. Jetzt gerade tropft das Wasser überall herunter und der schmale Weg durch den Tunnel ist sehr glitschig. Eine Taschenlampe ist wahrscheinlich angeraten, denn die dreihundert Meter sehen dunkel aus.

Der Fluss ergießt sich am Tunnelausgang über mehrere Kaskaden und fließt dann ins Hafenbecken. Bei Ebbe baden gerne die Möwen in dem Süßwasser, um sich das Salz des Meeres abzuwaschen.

Hat man dann den Kreisverkehr passiert, der das Ende der öffentlichen Straße markiert, eröffnet sich ein wunderschönes Bild in den Ort Cudillero. Am linken Berghang ist ein Aussichtspunkt zu sehen, über dem gerade der Mond stand.

Über eine Brücke erreicht man das Dorf und erreicht dann den zentralen Platz. Staunend standen wir da und betrachteten die fast übereinander gestapelten Häuser, die alle sehr hübsch zurecht gemacht sind. Hier finden sich viele Restaurants, die typisch asturische Küche anbieten.

Wir folgten erst einmal der schmalen Straße hinauf, die nur von Einheimischen befahren werden darf. Es ist einfach viel zu eng in diesem Tal. Dabei kamen wir an der Kirche „San Pedro“ und dem gegenüber befindlichen Rathaus vorbei.

Rechts und links der Straße bieten viele Geschäfte ihre Waren an, zumeist Souvenirs und typisch asturische Produkte.

Eines dieser Geschäfte weckte unser Interesse. Im Schaufenster des „Relojería Ceballos“ lagen schwarze Steine mit einem merkwürdigen hellen Muster, welches wie Kleeblätter aussieht. Im Laden klärte man uns dann auf. Die Steine heißen „Azabache von Asturias“, besser bekannt als Gagat. Weitere Namen sind Jet(t) oder Schwarzer Bernstein. Im schwarzen Stein sind versteinerte Teile einer Schuppentannenart (Araukarie) aus dem Jura-Zeitalter eingeschlossen. Es gibt nur wenige Fundorte auf der Erde für Gagat. Die Steine aus Asturien weisen, neben der im englischen Whitby gefunden, die weltweit beste Qualität auf.

Dem Gagat, oder Schwarzen Bernstein, werden zahllose heilende und spirituelle Kräfte zugesprochen. Deshalb trugen viele Pilger auf ihrer Reise nach Santiago de Compostela diesen Stein als Amulett mit sich. Er wurde außerdem als Passierschein und Erkennungszeichen auf keltischem Boden gehandhabt.
Dieser Stein ist so außergewöhnlich und interessant, dass ich mir gleich einen Kettenanhänger und Ohrhänger kaufte. Zudem ist er nicht teuer. Glück kann man ja immer gebrauchen.

Folgt man der Hauptstraße nun noch ein Stück weiter nach oben, kommt man zur öffentlichen Waschstation. 1953 herrschte in diesem Gebiet eine Wasserknappheit. Deshalb baute man über dem Fluss eine Waschstation, an der bis zu fünfzig Frauen auf einmal ihre Wäsche waschen konnten. Es ist eine der größten Anlagen dieser Art in Asturien. Um den Frauen die harte Arbeit des Wäschewaschens zu erleichtern, erzählten sie Geschichten, trugen lokale Legenden vor oder sangen Lieder.

Durch die schmalen und sehr verwinkelten Gassen in zweiter oder dritter Reihe spazierten wir wieder nach unten. In diesen Gassen sind auch viele Gästehäuser zu finden. Da möchte man sich schon den Weg durch die Gassen merken, um sein Zimmer wieder zu finden.

Jetzt hatten wir Appetit auf eine asturische Spezialität: Chipirones. Das Ambiente und das Wetter passten gerade, also kehrten wir in die „Casa Mari Sidrería-Restaurante“ ein. Das Haus liegt ziemlich versteckt und ist sehr gemütlich. Wir bestellten Chipirones (Babytintenfisch) fritos (frittiert) und plancha (gegrillt). Bekommen haben wir große Portionen, die sehr appetitlich aussahen und super schmeckten. Für die zwei Portionen, leckeres Brot, ein Wasser und ein Bier bezahlten wir 40,-€, was ziemlich preiswert ist.

Rundum zufrieden mit dem Besuch eines der schönsten Dörfer Spaniens spazierten wir zum Wohnmobil zurück.

Llanes

Als Zwischenziel auf dem Weg nach Santillana de Mar suchten wir uns Llanes aus, ebenfalls an der asturischen Küste gelegen.
Die Stadt ist vollkommen anders als Cudillero, aber genauso sehenswert. Llanes liegt zwischen dem Gebirgszug „Picos de Europa“ und der Biskaya. Die Stadt wird durch einen Felsenkamm, der nicht mehr aus Schiefer besteht, sondern aus Kalkstein, vom Meer abgeschirmt. Auf diesem Felsenkamm verläuft ein Wanderweg mit herrlichen Aussichten und vielen Sitzgelegenheiten. Auf der einen Seite liegt das Meer, auf der anderen Seite blickt man auf die Stadt hinab. Im Hintergrund erheben sich die Berge. Allerdings verhindert die Sierra de Cuera einen Blick auf die schneebedeckten Zweieinhalbtausender der „Picos de Europa“.

Kurz vor dem Hafen breitet sich sichelförmig der „Playa de El Sablón“ aus, auf den man vom Aussichtspunkt „San Pedro“ einen schönen Blick hat.

Kurz vor dem Aussichtspunkt überrascht noch ein Felsbogen auf dem Wanderweg.

Wir hatten von den „Los Cubos de la Memoria“ erfahren, allerdings auch, dass diese Erinnerungswürfel von der gegenüberliegenden Seite besser zu sehen sein sollen. Diese Erinnerungswürfel befinden sich an der Spitze der nördlichen Begrenzung der Hafeneinfahrt. Sie wurden von einem baskischen Maler geschaffen und sollen an die kulturelle Vergangenheit der Stadt Llanes erinnern, sowie an die Kunst und die Region.

Dafür spaziert man über eine Fußgängerbrücke, weiter am südlichen Rand des Hafens entlang, bis hin zum Leuchtturm. Dort steht auch das Denkmal „die Fischersfrau“.

An der Landspitze schuf man einen schönen Aussichtspunkt.

Jetzt blieb noch der Besuch der Altstadt. Zahlreiche Denkmäler aus dem 13. bis zum 20. Jahrhundert ermöglichen eine Zeitreise durch die Geschichte von Llanes. Bis zum 18. Jahrhundert war das Leben in Llanes von Handel und Fischfang geprägt. Der Hafen war einer der bedeutendsten in Nordspanien, vor allem wegen des Walfangs, der die Fangboote bis nach Irland führte.

Der Santa Ana-Platz zeigt heute noch am besten, wie die Stadt im Mittelalter ausgesehen hat. Die Calle Mayor mündet in diesen Platz, die der Mittelpunkt des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens war. Hier stand das alte Sankt Nikolaus-Tor, eines der vier Stadttore. Nur die Zunft der Seefahrer hatte den Schlüssel zu diesem Tor.

Die Santa Ana-Kapelle (Schutzheilige der Seeleute) stand außerhalb der Stadtmauer. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde später aber mehrmals umgebaut. In einem der alten Häuser wurden die gefangenen Wale zerlegt und versteigert.

Auf der Südseite des Platzes steht der Gastañaga-Palast, dessen Struktur aus dem 14. Jahrhundert stammt, und die zwei verheerende Stadtbrände überstand. Mittels zweier erhöhter Übergänge ist der Palast mit dem Nachbargebäude verbunden, in dem sich Küchen, Keller und eine Kapelle befinden. Das alles ist schon sehr beeindruckend.

Eine Straßenbrücke überquert den Hafen an seinem Ende. Hier sind noch viele wunderbar restaurierte Paläste zu finden. In einem davon ist das Casino untergebracht. Daneben steht das Finanzamt.

Hinter dem Casino ragt der „Torreón de Llanes“ auf, der zusammen mit der Stadtmauer im 13. Jahrhundert entstand.

Steigt man die Stufen rechts vom Turm hoch, erreicht man die Basilica de Santa María del Concejo“. In einer der Stufen zum Eingang der Basilica fanden wir einen in den roten Marmor eingeschlossenen Ammoniten.

Hinter der Basilika sind die Ruinen des Palastes der Herzöge von Estrata zu sehen.

Das war wieder ein schöner Besuch, der viel Überraschendes für uns bereithielt. Das Wohnmobil parkten wir auf dem großen Platz am östlichen Stadtrand.

Llanes ist anscheinend eine große Station für die Pilger auf dem nördlichen Jakobsweg. Die Stadt bietet viele Unterkünfte und Hinweise für sie.

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