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Foz

Es ist traumhaft schön in Foz. Im Landesinneren ist es immer noch viel zu kalt, zumindest nachts. Dazu haben wir gerade ein Problem mit der Heizung. Deshalb wendeten wir uns schnell wieder der Küste zu, in dem Fall der Nordküste Spaniens. Foz liegt gerade noch in Galicien.


Kurz vor der Küste überquerten wir noch eine kleine Bergkette, mit wenig Vegetation und einigen Windrädern. Spanien besitzt angenehm wenige Windräder, die die Landschaft verschandeln. Wenn, dann stehen sie auf den Bergen.

Wieder einmal auf der Suche nach einem passenden Stellplatz fanden wir das Küstenstädtchen Foz, an der Meeresbucht Ría de Foz gelegen. Direkt an der Bucht befindet sich der schöne grüne Stellplatz, den die Stadt kostenlos zur Verfügung stellt, inkl. Ver- und Entsorgung.

Als wir ankamen schien herrlich die Sonne und es war Ebbe. Die Bucht lag also zum größten Teil trocken, der Untergrund besteht vollkommen aus Sand.

Dort wo die Bucht in das Meer übergeht enden die Sandbänke und die Wellen, die vom Meer kommen. Das Wetter ist ruhig, das Wasser auch. Das haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
Diese Küste gehört zum Kantabrischen Meer, welches ein Teil der Biskaya ist.

Zwischen Stadt und Küste führt ein wunderschöner Wanderweg entlang. Zuerst kommt man zum kleinen Fischerhafen, dann zu einem kleinen Park mit dem Monument „Á Muller Focega“. Es stellt eine Frau dar, die Fische zum Markt trägt.

Daran schließt sich die kleine Marina an, sowie die Mole und ein Strand. Gerade kommt das Wasser wieder. Es fließt sehr schnell, der Tidenhub beträgt jedoch nur knapp drei Meter.

Folgt man dem Weg weiter, führt er an einem schön gestalteten Picknick-Platz vorbei weiter die Felsenküste entlang. Der Blick über den Strand und die Sandbänke hinüber zum anderen Ufer der Bucht ist wunderschön.

An der Ecke der Küste beginnt ein herrliches Panorama. Hier liegen Felsen im Wasser, die aus Schiefer bestehen. Auf einem der Felsen brüten wohl die Möwen.

Nur ein paar Meter weiter kommt man zu einem Punkt, an dem man sich auf Irland wähnt. Kleine Buchten, grüne Klippen und eine Fußgängerbrücke, über die der Wanderweg weiter führt. Hier beendeten wir den Spaziergang und kehrten um.

Gegenüber des kleinen Parks, den ich erwähnte, steht ein Kiosk, der sehr gutes Eis anbietet. Die kleine Portion kostet 2,40€. Die entspricht aber mindestens zweieinhalb Kugeln Eis, die man in Deutschland bekommt. Das Erdbeer-Käsekuchen-Eis können wir nur wärmstens empfehlen.

Gegen Abend hat sich die Bucht Foz mit Wasser gefüllt. Nichts ist mehr von Sandbänken oder Steinen im Wasser zu sehen, nur eine geschlossene Wasserfläche.

Nach der schlimmsten Wetterlage der letzten Jahrzehnte, die uns in den letzten Monaten getroffen hat, ist die Sonne zurückgekehrt. Endlich können wir wieder längere Ausflüge machen, als nur eine halbe bis zwei Stunden. So führte uns ein zehn Kilometer langer Rundwanderweg von Foz aus zur ältesten Basilika Spaniens.
Der Hinweg führte uns durch Feld und Wald. Der Frühling nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Die Vögel singen und die Pflanzen sprießen. Blumen findet man in diesen Breiten ja den ganzen Winter über, was wirklich viel Freude macht.

Kommt man aus der Stadt heraus stellt man fest, dass früher fast jeder Hof einen der typisch galicischen Kornspeicher hatte. In einem mehr oder weniger guten Zustand haben manche von ihnen die Zeiten überstanden.

Mitten in der Hügellandschaft und westlich von Foz steht die Basilica de San Martiño de Mondoñedo. Ich glaube, dies ist die erste noch existierende Basilica, die wir bisher gesehen haben. Normalerweise sind von Basilica´s nur noch die Grundmauern übrig. Deshalb war dieser Besuch etwas ganz Besonderes.

Die heutige Struktur stammt aus dem 9. bis 12. Jahrhundert, im rein romanischen Stil. Im 9. Jahrhundert war sie sogar Sitz zweier Bistümer des Königreiches Galicien. Heute dient sie als Pfarrkirche und beherbergt das Pfarrmuseum der Gemeinde. Das Museum ist kostenlos zu besuchen, über eine kleine Spende freut man sich.
Die Geschichte des Bistums beginnt im 6. Jahrhundert, als eine Gruppe von Christen, die vor den Angelsachsen aus der römischen Provinz Britannien flohen, sich hier ansiedelten.

Im Museum sind uralte Schriftstücke ausgestellt, darunter das älteste Papier in Spaniens überhaupt. Im „Diploma do Rei Silo“ werden Ländereien an einige Mönche überschrieben. Das andere Dokument stammt aus dem Jahr 1195, und berichtet von der Heiligsprechung des Heiligen Rosendo 1172.

Zudem ist das Innere der Kirche zu besichtigen. Alte Fresken schmücken noch heute den Altarraum.

An einigen Stellen wurde das alte Mauerwerk freigelegt, welches römische Details zeigt.

Den Rückweg nahmen wir auf dem „Camino Natural de San Rosendo“ zurück nach Foz. Inmitten eines Eukalyptuswaldes ist noch die „Einsiedelei des Heiligen Bischofs“ zu finden. Der Überlieferung nach ist es der Geburtsort des Heiligen Gonzalo, Bischof von Mondoñedo, der gegen die normannische Invasion im 11./12. Jahrhundert kämpfte.

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