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Torroella de Montgri

In Torroella di Montgri waren wir wegen des Übernachtungsplatzes, bevor wir uns wieder in Richtung Küste bewegen. Zwischen der Altstadt und dem Fluss Ter steht ein großer freier Platz zur Verfügung, der nur wenig frequentiert wird. Die Stadt wollten wir am nächsten Tag besichtigen. Die Sonne schien herrlich und das Kastell del Montgri thront stolz auf dem Berg über der Stadt. Um es zu erreichen bedarf es eines Fußweges von ca. einer Stunde und die Überwindung von dreihundert Höhenmetern. Wir begnügten uns mit dem Anblick.

Am Abend rappelten plötzlich unsere Handy´s. Was ist jetzt los? Den durchdringenden Ton kennen wir von den Probealarmen zu Hause. Jetzt schickte der spanische Zivilschutz eine Warnung, allerdings auf spanisch, was wir erst einmal übersetzen mussten. Man warnte uns vor starken Gewittern mit noch stärkeren Platzregen am Abend oder in der Nacht. Sofort überprüften wir unseren Standort und befanden ihn für relativ sicher. Wo sollten wir auch hin, es gibt keine Parkmöglichkeiten für Wohnmobile. Also harrten wir der Dinge die da kommen sollten.
Weder am Abend noch in der Nacht geschah etwas. Glück gehabt.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen sah das Wetter immer noch gut aus. Wir überlegten zu unseren Stadtbummel aufzubrechen, konnten uns aber nicht recht entscheiden. Das Kastell auf dem Berg war in den Wolken verschwunden. Etwas später begann es dunkel zu werden und noch später begann das Gewitter, welches neben unzähligen Blitzen auch Unmengen an Regen mitbrachte. Immer wenn wir dachten, das war´s, begann es wieder. Es hatte sich an diesem Platz festgehakt. Na, da wären wir aber ganz schön nass geworden.

Am Nachmittag starteten wir dann doch den Bummel durch die Altstadt von Torroella. Diese ist nicht groß und so ist man schnell durch.

Torroella ist seit Menschengedenken besiedelt. Archäologische Funde zeigen, dass die Menschen damals Jagd auf Elefanten, Nashörner, Pferde und Hirsche machten. Das muss schon sehr lange her sein.

Etwa fünfhundert Jahre um den Beginn der Zeitrechnung siedelten die Römer hier. Die ersten Mauern baute man im 11. und 12. Jahrhundert, die die Pfarrkirche Sant Genis und den heiligen Platz um die Kirche schützten. Palau de Mirador, die Feudalburg, entstand 1085. 1385 ist sie auch als Aussichtspunkt mit Blick auf die Ebene und den Fluss Ter bekannt. Später entstand ein Gefängnis in der Burg, heute ist es ein Hotel.

Die Entwicklung von Torroella begann im 14. und 15. Jahrhundert unter der Krone von Aragon. Eine Textilwirtschaft brachte Aufschwung. Die Mauern wurden erweitert und fünf Tore entstanden.
Im 16. Jahrhundert entwickelten sich mehrere Handwerke. Reiche lokale Familien bauten ihre Paläste und z.B. ein Hospital. Reisanbau, Fischerei und Musik ließen Torroella weiter wachsen.

Auf der heutigen Placa del Lledoner befand sich das Portal de Mar, welches 1880 abgerissen wurde. Der alte Brunnen ist noch da, sowie ein Abschnitt der alten Stadtmauer. Von dieser Stelle aus bietet sich ein schöner Blick zu Burg und Kirche.

Die heutige Kirche Sant Genis steht auf den Ruinen der ehemaligen römischen Kirche. Der Bau begann 1305/06, dauerte jedoch dreihundert Jahre. Die erste Messe fand 1608 statt. Im 18. Jahrhundert ergänzte man die Kirche um die Sakristei, die Fonda-Kapelle, das Südportal und die Westfassade im Barockstil.

Wenn man in den Eingangsbereich des nebenan liegenden Hotels, ehemalige Burg, geht, wird man von einem beeindruckenden Innenhof empfangen. Teilweise ist das alte Pflaster noch erhalten.

Der Besuch hat sich gelohnt.

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