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Vagos

Die Stadt Vagos liegt knapp südlich von Aveiro. Die Römer nannten diese Gegend Vacuus. Der Begriff deutet auf ein ausgedehntes Lagunensystem hin, mit weiten offenen Wasserflächen.

Im Mittelalter existierte die Stadt so noch nicht, da es oft Überflutungen gab und das Meer großen Einfluss hatte. Mit der Zeit schufen Versandung und Meeresrückgang neue trockene Gebiete, die zudem fruchtbar waren. So siedelten sich hier Menschen an.
Noch heute ist das Gebiet rechts und links vom Rio Boco Schwemmland und Moor. Es ist ein Vogelparadies, in dem sich sogar der Schwarze Milan aufhält. Fischadler, Falken, Reiher und Regenpfeifer zählen zu den Gästen. Allerdings konnten wir bei unserem Aufenthalt keinen Vogel beobachten. Nur ein Storchenpaar baute gerade sein Nest zwischen Stadt und Uferlandschaft.

Auf einem Brettersteg hat man die Möglichkeit durch die Sumpflandschaft bis hin zum Rio Boco zu laufen.

Beim anschließenden Stadtbummel kamen wir durch einen Arkadengang zum „Amfitheater“ der Stadt. Darüber erfreut eine schöne künstliche Kaskade das Auge.

Neben dem Arkadengang hat man eine alte Feuerwehr ausgestellt, durch ein Glashaus vor Wind und Wetter geschützt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Kreisverkehres hat die Freiwillige Feuerwehr ihr Domizil.

Nur ein paar Schritte weiter steht die Pfarrkirche St. Jakobus von Vagos. Die heutige Kirche ist ein Neubau aus dem Jahre 1974. Auf Grund des Baus der Nationalstraße 109 riss man 1972 die alte Kirche aus dem 16. Jahrhundert ab, die im 18. Jahrhundert noch umfassend renoviert wurde. Nur wenige Teile der alten Kirche, wie die ästhetischen Elemente der alten Fassade, der Glockenturm, ein Kalksteinbogen und ein Grabstein mit Inschrift wurden wiederverwendet. Außerdem änderte man die Ausrichtung der Kirche.

Der Innenraum der Kirche sieht recht modern aus, aber auch hier verwendete man alte Teile, wie die Statuen und andere dekorative Teile wieder.

Sonst hat die Stadt Vagos nicht viel Sehenswertes zu bieten. Die städtische Bibliothek ist recht nett, und die kleine kreisrunde Kapelle des Heiligen Sebastian von Vagos. Laut der eingravierten Chronologie in der Türe stammt die Kapelle aus dem Jahre 1614.

Der Heilige Sebastian wird in Portugal sehr verehrt, vor allem in landwirtschaftlichen Gemeinden. Er schützt vor Hungersnot, Krieg und Pest. Diese drei Unglücksfälle prägten das Bild Portugals seit seiner Gründung. Ständige Eroberungskriege, Machtkämpfe, zwei Pestepidemien im 14. und 16. Jahrhundert und damit verbundene Ernteausfälle setzten dem Land sehr zu.

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