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Santiago de Compostela

Wir haben schon so viel von Santiago de Compostela gehört und gesehen, dass wir es kaum erwarten konnten, die Stadt mit eigenen Augen zu sehen. Vor allem ist es der Endpunkt aller Jakobswege, die quer durch Europa führen. Zudem ist Santiago de Compostela die Hauptstadt der Region Galicien.

Noch etwas zu Galicien: Als wir von Portugal kamen trafen wir auf dem Land immer wieder auf kleine Häuschen, die mit Kreuzen geschmückt sind und auf Stelzen stehen. Es sind alte Kornspeicher, ein typisches Merkmal für Galicien. Aber auch die weit ins Land reichenden Meeresarme der Rías-Küste und der Küste des Todes, die den nordwestlichsten Zipfel bildet, machen Galicien aus. Es ist eine Landschaft, die von Wind und Regen geprägt wird. Die Kultur Galiciens wurzelt im Keltentum. An manchen Ecken begegnet man Dudelsack und Kilt. Die Muschelzucht ist ein ganz großes Thema.

Wir stehen auf dem relativ neuen Stellplatz „Amencer Santiago“. Bis in die Stadt sind es rund drei Kilometer. Die kann man zu Fuß zurücklegen, oder für 1,-€ mit dem Bus fahren.
Da wir die Umgebung kennenlernen wollen gingen wir zu Fuß. Dadurch bekamen wir mit, dass sich die Stadt auf mehrere Hügel verteilt. Es geht immer wieder hoch und runter.

Die Stadt war schon weit vor dem Bau der Kathedrale Wallfahrtsort, da der Überlieferung nach der Apostel Jakobus hier begraben sein soll. Seit 1211 befinden sich dessen Gebeine in der Kathedrale Santiago de Compostela. Es weiß jedoch niemand, ob es wirklich Jakobus ist.

Bis heute veränderte man die Kathedrale durch Anbauten und Erweiterungen, so dass es sich heute um einen riesigen Komplex handelt. Die Besichtigung der Kathedrale selbst ist kostenlos. Möchte man sich alles andere ansehen, was dazu gehört, muss man Eintritt zahlen und sich einer Führung anschließen.

Unser erstes Ziel, als wir im Stadtzentrum ankamen, war die Kirche des Heiligen Franziskus, die zum Konvent des Heiligen Franziskus do Val de Deus gehört. Man betritt die Kirche durch ein mächtiges Säulenportal. Im Inneren ist sie zurückhaltend gestaltet. Gerade fand eine Messe statt.

Vor der Kirche steht das Monument des Heiligen Franziskus von Asisi.

Gegenüber der Kirche beginnt die Rúa de San Franciso, die rechts von der Medizinischen Fakultät gesäumt wird. Auf der anderen Seite reihen sich Souvenirgeschäfte und kleine Bar´s aneinander.

So kommt man zum Praza do Obradoiro, dem zentralen Platz von Santiago de Compostela. Dieser wird begrenzt von einem 5-Sterne-Hotel, welches gerade renoviert wird. Beeindruckend ist an diesem Bau das dem Platz zugewandte Portal.

Gegenüber der Kathedrale steht das Verwaltungsgebäude der Region Galicien.

Dem Hotel gegenüber befindet sich das Gebäude des Forschungsinstitutes der Universität Santiago de Compostelas. Hier hat man die Möglichkeit einen Blick in die Innenhöfe zu werfen, die Erinnerungen an die maurische Vergangenheit aufkommen lassen.

Der Blickfang auf dem Praza do Obradoiro ist natürlich die Kathedrale.

Von hier aus schlendert man durch die Gassen der Altstadt, deren Gebäude alle aus Granit bestehen. Souvenirläden, Schmuckläden, Restaurants, Bar´s und Café´s bestimmen das Bild, und immer wieder Kirchen. Die Stadt soll über zwanzig Kirchen und zwölf Klöster besitzen.

Zum Abschluss unseres Rundgangs durch Santiago de Compostela kamen wir noch am Kloster de San Martiño Pinario vorbei.

Das Schöne an der Innenstadt Santiagos ist, dass sie autofrei ist. So kann man sich voll auf die Sehenswürdigkeiten konzentrieren. So viel geballte Kirchenmacht muss man aber auch erst einmal verarbeiten. Immerhin hatten wir Glück mit dem Wetter. Bei der Ankunft regnete es immer noch, bis zum Vormittag des nächsten Tages. Zum Mittag kam dann endlich die Sonne heraus und es blieb die nächsten eineinhalb Tage regenfrei, das erste Mal seit zweieinhalb Monaten.

Noch etwas zum Pilgern: Bis Ende des 20. Jahrhunderts pilgerten die Menschen aus religiösen Gründen, wie den Heiligen Jakobus im Hilfe zu bitten. Seit dem Buch „Ich bin dann mal weg“, von einem bekannten Entertainer, pilgern die meisten Menschen um Abstand von der normalen Welt zu bekommen, oder sich selbst zu finden. Jetzt im Februar ist noch nicht viel los, aber wenn es im März wärmer wird, sind wieder zahlreiche Pilger auf dem Jakobsweg unterwegs, wie wir es vor neun Jahren auf unserer Tour durch Nordspanien gesehen haben.

Wer nach Santiago de Compostela kommt, der nennt im gleichen Atemzug auch den Namen „Kap Finisterre“. Es liegt ca. sechzig Kilometer entfernt an der Westküste. Leider ist das Wetter immer noch so schlecht, dass wir auch diesmal die galicische Westküste auslassen müssen. Die besucht man besser bei schönem Wetter, da hat man mehr davon. Wir versuchen jetzt, dem Regenwetter zu entkommen und fahren nach Norden weiter.

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