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Schiffshebewerk Rhein-Marne-Kanal

Seit wir vor wenigen Wochen Galicien verlassen haben, hatten wir fast immer schönes Wetter und ein paar warme Tage. Jetzt hat das Wetter wieder umgeschlagen. Es ist sehr kalt. Nach dem wärmsten Tag unserer Reise, der nur wenige Tage zurück liegt, erlebten wir nun den kältesten Tag. Um 10.30 Uhr zeigte das Thermometer immer noch 4°C an. Nachts lag die Temperatur um den Gefrierpunkt. So hatten wir uns das Mitte März nicht vorgestellt. Den Frühling hatten wir hinter uns gelassen. Im Osten Frankreichs beginnen gerade die Weidenkätzchen zu blühen, ein paar Narzissen lassen sich sehen. Alles ist immer noch im Winterschlaf und es ist ziemlich grau.

Das letzte große Ziel unserer Reise war das Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller am Rhein-Marne-Kanal, bei Sarrebourg (Saarburg). Die Landstraße von der N4 nach Saint-Louis ist recht eng. Dann noch ein paar Kurven bergab und man befindet sich im Tal des Rhein-Marne-Kanals.
Kurz vorher steht eine Sommerrodelbahn im Wald. Romantisch windet sie sich ins Tal.

In der Nähe des Schiffshebewerks bietet ein großer Parkplatz auch Wohnmobilstellplätze an. Hier wartete eine Überraschung auf uns: die Cristallerie Lehrer.

Im großen Verkaufsraum der Glasbläserei stehen jede Menge wunderschöner Dinge aus Glas. Lampen, Schmuck, Vasen, Trinkgläser, Glas mit gelaserten Fotos im Inneren und noch einiges mehr. Da fällt die Wahl schwer, zumal die Preise nicht überzogen sind. Vor allem die Tischlampen in Form eines großen Tropfens sind sehr dekorativ.

Es besteht sogar die Möglichkeit, den Glasbläsern bei der Arbeit zuzusehen. Da wir dies schon in Schweden getan haben, verzichteten wir diesmal darauf.

So lenkten wir unsere Schritte zum nahegelegenen Schiffshebewerk. Nach vierjähriger Bauzeit eröffnete 1969 dieses besondere Schiffshebewerk mit Schrägaufzug. Es ersetzte siebzehn Schleusen, die die Bootsfahrer vorher zeitintensiv bewältigen mussten. Mit Hilfe des Hebewerks wird ein Höhenunterschied von 44,55 Meter überwunden. Die Schräge hat eine Steigung von 41 Prozent.

Der die Schiffe transportierende Trog ist mehr als vierzig Meter lang, fünfeinhalb Meter breit und wiegt mit Wasser gefüllt neunhundert Tonnen. Der Trog liegt auf Rollen und wird durch Seile gehalten. Zwei Gegengewichte schaffen ein Gleichgewicht. Durch elektrisch angetriebene Winden wird der Trog auf einer schiefen Ebene hoch und runter bewegt.

Dieses Schiffshebewerk mit dem quer liegenden Trog ist einzigartig auf der Welt. Leider konnten wir es nicht in Betrieb sehen. Zu dieser Jahreszeit sind nicht so viele Boote auf dem Kanal unterwegs. Im Sommer dagegen drängen sich die Boote wohl hier, soviel ist sicher.

Am Ufer des unteren Kanals führt ein Fußweg entlang. Dem folgten wir eine Weile. Auf der anderen Seite des Weges fließt der Bach La Zorn.
Hinter dem Kanal steht eine alte Glasbläserei, die zum Teil noch heute genutzt wird.

Dann wird das Tal noch enger, denn auf der gegenüberliegenden Seite erheben sich Sandsteinfelsen, die Rocher du Corbeau. In diesen sind Löcher und von Menschenhand geschaffene Pfeiler zu sehen. Wir konnten jedoch nicht heraus bekommen, welchem Zweck sie einmal dienten. Heute führen dort Wanderwege hindurch, die zu Aussichtspunkten führen.

Am Bach, auf der rechten Seite des Fußweges, befindet sich ein Campingplatz, dann folgt eine Schleuse.

Hinter der Schleuse führt das Tal nach links. Hier führt eine Eisenbahnbrücke über den Rhein-Marne-Kanal. An dieser Stelle kehrten wir um, zurück zum Parkplatz. Es war ein schöner Spaziergang.

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