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St. Jean-d´Angély

Irgendwie hatten wir von der alten Abtei in St. Jean-d´Angély erfahren. Deshalb wollten wir uns das einmal ansehen. Das Wohnmobil stellten wir auf dem Mitfahrerparkplatz ab, der direkt am Stadtrand liegt. Nur ein paar Schritte und man hat das Altstadtzentrum erreicht. Die Häuser wurden aus Kalksandstein erbaut. Viele schöne Details, wie Haustüren, Fachwerk oder architektonische Details aus dem Mittelalter machen den Rundgang interessant.

St. Jean-d`Angély war schon sehr lange bewohnt, aber erst 817, mit der Gründung einer Benediktinerabtei, begann die Stadt an Bedeutung zu gewinnen. 1199 bekam der Ort die städtischen Rechte, die 1204 durch Philipp August bestätigt wurden. 1277 stellte man eine große Glocke auf, das Symbol der kommunalen Rechte. 1332 baute man einen Glockenturm, der bei Unruhen zerstört wurde. Zwischen 1406 und 1410 baute man den Glockenturm anstelle eines ehemaligen Stadttores wieder auf. Im 18. Jahrhundert dann diente der Turm als Gefängnis.

Die Stadt selbst wurde immer wieder durch verschiedene Ursachen zerstört und wieder aufgebaut.

Dann kamen wir zur Rue Grosse Horloge. Das Stadtzentrum hat sich bis heute seinen mittelalterlichen Grundriss bewahrt. Die ältesten Fachwerkhäuser stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurden nie richtig renoviert, so dass die meiste Bausubstanz noch original ist. In der Rue Grosse Horloge stehen zwei der alten Fachwerkhäuser. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass die Häuser als Fischmärkte genutzt wurden. Die unterschiedlichen Ausführungen der beiden Häuser zeugen von verschiedenen Zimmerleuten, die sie zügig errichteten.

Fachwerkhäuser waren durch den Einsatz von Holz billiger als Steinhäuser. In den Steinhäusern lebten eher betuchte Bewohner.
Typisch sind auch die auskragenden Obergeschosse. Damit sparte man Grundsteuer, die nach der bebauten Grundfläche berechnet wurde.

Nur ein paar Schritte weiter kommt man zur 1856 erbauten Markthalle.

Langsam lenkten wir unsere Schritte in Richtung Abtei. Dabei kamen wir zum Pilori-Brunnen, der am Rande eines kleinen Parks steht. Er stammt aus dem Jahre 1546 und wurde im Zuge der Verschönerung dieses Viertels an Stelle des Prangers errichtet.

Die Abtei von St. Jean-d´Angély war zum Ende des Mittelalters einer der bedeutendsten und schönsten Abteien im Westen. Sie wurde vermutlich ab dem 10. Jahrhundert erbaut, aber schon 1562 wieder zerstört. So verschwanden auch die Benediktinermönche. Später baute man nur die Kirche wieder auf.

Die Abtei beherbergte bei ihrer Gründung eine bedeutende Reliquie, den Kopf Johannes des Täufers. Dadurch lockte die Abtei Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela an. Auch dies trug zur Entwicklung der Stadt bei. In den späteren Wirren ging der Kopf verloren.
Auf jeden Fall ist die Ruine der Abtei, mit den zwei erhaltenen Türmen, immer noch sehenswert und man bekommt eine Vorstellung von ihrer ursprünglichen Größe.

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