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Parentis-en-Born

Das war wieder eine viel zu lange Etappe. Im französischen Baskenland ist die Situation die Gleiche wie im Spanischen Baskenland – kein Platz, keine Parkmöglichkeiten für Wohnmobile.
Also waren wir gezwungen bis nach Parentis-en-Born zu fahren, wo wir einen schönen und ruhigen Stellplatz am Parentis-Biscarrosse-See fanden. Für 9,50€ pro Nacht mit Service verbrachten wir zwei gute Nächte. Wir befinden uns jetzt in Aquitanien, der südwestlichen Provinz Frankreichs.

Auf der Fahrt dorthin waren Hinweise auf den großen Sturm Ende Februar, der über diesen Landstrich hinweggefegt ist, nicht zu übersehen. Überall laufen Aufräumarbeiten im Wald, außerdem steht fast alles unter Wasser.

Der Parentis-See, mit einer Fläche von 34,5 km², ist ein Gebiet mit einer großen Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Fischotter, mehrere Fledermausarten und sogar Sumpfschildkröten sind hier zu Hause. Die halten jedoch noch bis in den März hinein Winterruhe. Es ist die einzige Süßwasserschildkrötenart in Frankreich, und sie ist bedroht. Die in Europa eingeführte Rotwangen-Schmuckschildkröte aus Amerika ist größer und aggressiver und verdrängt deshalb zunehmend die heimischen Sumpfschildkröten.
Schildkröten lieben Feuchtgebiete, also Bereiche zwischen Wasser und Land. Im Moment herrscht am See Hochwasser, wodurch die Schildkröten mehr Lebensraum haben.

Am Parentis-See, und beim Besuch der Tourist-Info in der Stadt, stießen wir auf zwei völlig unerwartete Überraschungen dieser Gegend. Die eine ist, dass hier Öl gefördert wird, die zweite Überraschung ist die Stierkampfarena in der Stadt.

1960 errichtete man, nach Probebohrungen an Land und in Seen, Pumpstationen. Fast siebzig sind es heute noch. Rund fünfzig Oberflächenförderanlagen (Plattformen), darunter 28 auf Seen, produzieren täglich etwa 240.000 Liter Öl. Das Öl wird aus einer Tiefe von 2.500 Metern gefördert. Zuerst betrieb die ESSO REP das Geschäft, seit 1997 hat die kanadische VERMILLION ENERGY INC. die Hände drauf. Das Unternehmen zeichnet sich durch verantwortungsvolle und nachhaltige Produktion aus, und ist ein wichtiger Arbeitgeber der Region.

Der See birgt noch ein Geheimnis: parallel zum Ufer verlief eine alte Römerstraße, die heute unter Wasser liegt. Auch eine Kirche aus dem 5. Jahrhundert wurde geflutet.

Das war noch immer nicht alles, was den Parentis-Biscorrosse-See betrifft. In Biscarrosse entwickelte und erprobte man von 1930 bis 1955 die Wasserfliegerei. Bis heute finden von diesem See aus Ausbildungen auf Wasserflugzeugen statt.

Das Zentrum von Parentis-en-Born ist ganz hübsch, vor allem die Kirche Saint-Pierre de Parentis-en-Born. Deren Turm wird gerade restauriert, aber man kann sie trotzdem besuchen.

Im südlichen Teil der Stadt befindet sich die Stierkampfarena „Roland Portalier“. Neben den unblutigen Stierkämpfen werden auch bunte Shows gezeigt.

Das war jede Menge Neues auf so kleinem Raum, das uns in Parentis-en-Born erwartete.

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