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Zumaia

Bis Bilbao fuhren wir seit Foz immer die mautfreie Autobahn A8, auch „Via Cantabrico“ genannt, um Zeit zu sparen. Ab Bilbao kostet die Autobahn wieder Maut und wir wechselten auf die Landstraßen. Da das baskische Land ziemlich bergig ist, sind die Landstraßen entsprechend kurvig. Die Straßen sind allerdings besser als in Galicien und Asturien.

Den Großraum Bilbao umfuhren wir und legten eine Kaffeepause im Bergdorf Markina-Xemain ein. Das liegt zwischen Durango und Ondarroa an der Küste. In Markina-Xemain kommt man sich in die Alpen versetzt vor. Der Baustil und die Landschaft erinnern stark an die alpenländische Region. Die Bäume sind vom Winter kahl, aber die Erlen blühen schon, sowie der Löwenzahn und wilde Primeln.

Dann fuhren wir nach Zumaia weiter. An der Küstenstraße angekommen und ihr folgend, konnten wir kurze Blicke in die Buchten von Onarroa und Deba werfen. Da wir jedoch auf der küstenabgewandten Straßenseite fuhren, konnten wir nirgends halten, um uns die schönen Orte anzusehen.

Die Stadt Zumaia besuchten wir schon kurz vor neun Jahren, hatten aber irgendwie keine Erinnerung mehr daran. Das Wohnmobil stellten wir wieder am Hafen ab, mit einem schönen Blick auf die Altstadt von Zumaia, mit der normannischen Kirche „San Pedro“, die die Häuser überragt.

Wir spazierten von der Marina aus über die Fußgängerbrücke, die über den Urola-Fluss führt, und erreichten die Reste der ehemaligen Verladestation. Nach der Verlandung des alten Hafens baute man gegenüber einen neuen Hafen, was die Wirtschaft der Stadt und der Region wieder belebte.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude wird gerade restauriert und ist daher nicht zugänglich. Sein Erscheinungsbild ist beeindruckend. Die Quadersteinverkleidung im Erdgeschoss sowie an den Ecken, das aufgesetzte Fachwerk im Obergeschoss und die Türmchen auf den vier Ecken sind wunderschön.

Am Ufer des Flusses Narrondo Ibaia steht auch ein altes Gebäude. Es stammt aus dem Jahre 1926. Ein Foto zeigt dieses Gebäude mit davor festgemachten Schiffen.

Über die nahegelegene Brücke erreichten wir die Promenade entlang des Urola-Ufers. Ihr folgten wir nun bis zum Leuchtturm und zum Ende der Hafenmole, vorbei an sehr schönen Villen.

Von dort bietet sich ein schöner Blick zurück zur Stadt und man bekommt einen Eindruck, welch ein Aufwand betrieben wurde, diese Mole zu schaffen. Kleine Kunstwerke aus Marmor zieren sie hier und dort.

Auf dem Weg zurück zur Stadt kommt man an einer Steueruhr vorbei, die aus dem Jahre 1901 stammt und in der Kirche San Miguel de Artadi in Zumaia verbaut war. Über diese Uhr war die Bedienung der Turmuhr hoch oben einfacher. Sie verfügt über ein 12-Stunden-Uhrwerk, einen Motor zum Aufziehen der Gewichte und eine Glocke.

Die Altstadt von Zumaia ist gut erhalten.

Über den Amaia-Platz erreicht man die Kirche „Kepa Deunaren Parrokia“, die ein eindeutig normannisches Aussehen hat und wahrscheinlich im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Einige Stufen führen zum Eingang der Kirche hinauf, die leider geschlossen war. Von der Terrasse vor dem Eingang hat man einen schönen Blick in die Gassen.

Nicht weit von der Kirche entfernt steht ein großer Brunnen mit einer Bronzestatue einer Frau, die sich gerade den Eimer mit Wasser füllt. Der Brunnen trägt den Namen Sanjuanturri-Brunnen und ist von 1889.

Gleich daneben befindet sich der Olazabal-Palast. Juan Olaza-bal war der Sekretär von König Philipp IV von Spanien. Der Palast wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Die beiden Wappen an der Fassade gehören der Familie Olaza-bal.

Das war wirklich ein interessanter Spaziergang durch Zumaia. Die Stadt war zugleich das letzte Ziel in Spanien auf dieser Winterreise. Das spanische Baskenland bietet kaum Platz für größere Wohnmobile, zudem sind die meisten Parkplätze für Wohnmobile gesperrt. Das ist uns schon auf der ganzen Reise aufgefallen, dass es inzwischen den Wohnmobilfahrern sehr schwer gemacht wird, sich irgendwo umzusehen. Das war vor neun Jahren noch ganz anders. Inzwischen hat der Wohnmobilverkehr auch sehr zugenommen, da versteht man schon die Leute, die Wohnmobile überall verbieten. Wir haben aber auch Städte und Gemeinden kennengelernt, die ein Herz für Wohnmobilfahrer haben und ihnen genügend Raum zur Verfügung stellen, meist sogar kostenlos. Dafür danken wir ihnen sehr.

Noch eines: Auf fast dem gesamten Weg der Reise begleiteten uns Eukalyptusbäume, immer. Mit dem Überfahren der Kantabrisch-Baskischen Grenze gibt es kein Eukalyptus mehr. Die Basken haben wohl nichts für diese Baumart übrig.
Dafür ist die Vegetation gemischt – mediterran und mitteleuropäisch. Für mediterran stehen Stechginster, gelb blühende Mimosen und Kamelien. Für mitteleuropäisch stehen dagegen Forsythie, Zierquitte und Löwenzahn. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Also geht es jetzt nach Frankreich.

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