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Reisen rund um die Welt

Flusslandschaft Peenetal

Blick nach Anklam

Seit Ewigkeiten lag die Stadt Anklam, das Tor zur Insel Usedom, inmitten einer Sumpf- und Moorlandschaft, die die Peene geschaffen hatte. Zu DDR-Zeiten legte man den größten Teil dieser Nassflächen trocken, um Flächen für Ackerbau und Viehzucht zu gewinnen. Damit zerstörte man das Gleichgewicht der Natur. Tiere und wilde Pflanzen hatten keine Chance mehr.
Seit mehreren Jahren denkt man um und lässt der Peene wieder ihre Überflutungsflächen. Die Peene ist der einzige große Fluss Deutschlands, dessen Ufer über die ganze Zeit komplett unverbaut waren und sind. Nun darf sie sich wieder ausbreiten und schafft dadurch Paradiese vor allem für Wasservögel. Da müssen vollgelaufene Keller, die durch die Trockenlegung noch nutzbar waren, und Myriaden von Mücken durch den Menschen in Kauf genommen werden. Wälder, die während der trockenen Zeit gewachsen sind, sterben ab. Die toten Stämme ragen noch hilferufend in den Himmel. Diese unangenehmen Begleiterscheinungen der Renaturierung werden aber wohl mit der Zeit überwunden werden. Der ursprüngliche Zustand wird ein Gewinn für alle sein, die Natur, die Tiere und Pflanzen, und die Menschen.

Überflutungsfläche

Eine Möglichkeit, die Flusslandschaft Peenetal zu erfahren, bietet sich bei Anklam. Zum einen entsteht gerade ein Wander- und Radweg, die Vorpommersche Dorfstraße, entlang der dortigen Überflutungsflächen. Das ganze Jahr über lassen sich hier nun viele verschiedene Wasservogelarten beobachten. Das Gebiet dient ebenso den Zugvögeln im Herbst und Frühjahr als Rastplatz. Vor allem Kraniche verbringen auf den Peenewiesen einige Zeit, um sich für den langen Weiterflug auszuruhen und zu stärken. Viele Kraniche bleiben aber auch schon ganzjährig hier.

nette Ufergestaltung

Die zweite Art, die Peene kennenzulernen, ist eine Fahrt auf dem Fluss. In Anklam können dafür Kanus, Kajaks oder Wohnflöße ausgeliehen werden. Es werden sogar ganze Flusslandschafts-Arrangements angeboten.
Wir liehen uns ein Kanu am Wasserwander-Rastplatz von Anklam und fuhren flussauf über Menzlin bis nach Stolpe. Das sind 18km. Da die Peene kaum Strömung hat, ist es nicht schwer, gut voranzukommen. Hat man die Stadt erst einmal hinter sich gelassen, wird man von der einzigartigen Natur eingehüllt. Die Chance ist groß, einen der Seeadler zu sehen, die hier ungestört leben können. Der Kuckuck fühlt sich rund um Anklam sehr wohl und es ist aufregend, die Vögel auch einmal zu sehen und sie beim Fliegen zu beobachten. Normalerweise kennt man nur ihre Rufe.

Nerz

In Menzlin gibt es einen kleinen Bootshafen, wo man das Kanu liegen lassen kann. Die kleine Kneipe „Zum Wikinger“ lädt zum Verweilen ein, wenn denn einmal offen ist. Ansonsten erreicht man auf kurzen Wanderungen alte Wikingergräber oder einen Beobachtungsturm am Peeneufer. Die Türme der Stadt Anklam sind in der Ferne auszumachen. Zu unserer ganz besonderen Freude konnten wir kurz einen Nerz beobachten. Zuerst tippten wir bei dem schwimmenden Tier auf einen Nutria. Etwas später lief er über einen Weg und man konnte den pelzigen Schwanz erkennen. Dann versteckte er sich hinter ein paar Bohlen und sah dort hervor. Dabei konnte ich ihn fotografieren. Früher betrieb man in dem Gebiet Nerzzucht. Zur Wende schloss man die Farm und einige Tiere entkamen dabei. Seitdem sind sie im Peenetal heimisch.

„Stolper Fährkrug“

In Stolpe gibt es ebenfalls einen Wasserwander-Rastplatz. Der „Stolper Fährkrug“ bietet leckeres Essen, Kuchen oder Kaffee. Der kleine Ort Stolpe ist interessant genug, um ihn auf einem kleinen Spaziergang zu erkunden. Ziele sind da das Kloster zu Stolpe, die kleine Kirche mit dem Garten der Germanen, und das alte Gutshaus, welches zum Hotel umgebaut wurde.
Gestärkt und mit neuen Eindrücken lenkten wir das Kanu gemütlich zurück nach Anklam.

Die Vogelarten der Flusslandschaft Peenetal, die ich mit der Kamera einfangen konnte, könnt Ihr unter Vogelwelten sehen.

 

 

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