A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Valdresflye

Nun verließen wir die unglaubliche Hardangervidda, wobei es immer bergab geht. Der Ort Haugastøl markiert das Ende der Hardangerviddastraße. Ab hier hat sich die Landschaft geändert. Es gibt keine nackten Felswände mehr, die fast senkrecht abfallen. Die Landschaft ist immer noch sehr hügelig, aber die Hänge sind alle bewaldet. Hier und da sieht man eine Alm. Man fährt durch Geilo bis nach Gol und man möchte an jeder Kurve anhalten und Bilder machen. Alles hier ist Wintersportgebiet.

Hinter Gol bogen wir auf die Straße 51 ab und wieder ging es kilometerweit nach oben, mit 6%. Oben angekommen befindet man sich auf dem Golsfjell, einer Hochebene mit viel Wasser und Mooren, und auch Bäumen. Nadelbäume wachsen bevorzugt, aber auch viele Birken. Überall stehen die Hütten der Einheimischen und Feriengäste in der Landschaft verstreut. Es werden Pferdeausritte oder Eselwanderungen angeboten. Es ist eine liebliche Landschaft, nicht so rau wie die Hardangervidda.

Nach Fagernes fährt man nun wieder kilometerweit nach unten, immer an Seen vorbei. In Fagernes legten wir eine Kaffeepause hinter der Tankstelle am See ein. Dort kann man am Seeufer ausruhen und an Picknicktischen sitzen. In den letzten Orten, durch die wir fuhren, findet man nicht wirklich ein Zentrum, alles in weitläufig und offen angelegt.

Hinter Fagernes klettert man wieder die Berge nach oben, kommt durch den Wintersportort Beitostølen, in dem es zwei Skilifte gibt, und findet sich auf einer neuen Hochebene wieder. Diesmal heißt sie Valdresflye. Die Bäume werden weniger, die Schneereste mehr, die Aussichten sind ein weiteres Mal atemberaubend.

Diesmal führt die Straße am Nationalpark Jotunheimen vorbei, dem Heim der Riesen. Auf unserer Norwegenfahrt 2002 fuhren wir schon einmal am Jotunheimen-Nationalpark vorbei, damals westlich davon, von Lom nach Sogndal.
Die Berge des Nationalparks sind um einiges höher als auf dieser bisherigen Fahrt. Die höchsten Gipfel liegen auf über 2400 Meter. Die höchste Stelle des Valdresflye liegt auf 1389 Meter. Man kann auf unzähligen Parkplätzen anhalten und die unglaublichen Panoramen genießen, und immer wieder die beeindruckenden Berge und Schneefelder des Jotunheimen Nationalparks. Das muss man einfach einmal gesehen haben. Bilder können diese Landschaft nicht annähernd wiedergeben.

Das Wetter spielt mit, die Sonne strahlt, aber der Wind weht kräftig und relativ kühl. Deshalb entschieden wir uns, etwas weiter zu fahren und uns weiter unten ein Plätzchen für die Nacht zu suchen. Auf etwa 890m Höhe fanden wir einen schönen Parkplatz im Grünen, an einem wilden Bach gelegen, dessen Stromschnellen in der Sonne türkis leuchten. Selten steht man so schön.

Am nächsten Morgen, es regnete schon ein paar Stunden und es wehte ein kalter Wind, verließen wir die Hochebene Valdresflye. Das Wetter besserte sich inzwischen. Das ganze Gebiet, bis hinunter nach Vågåmo im Ottatal ist Wandergebiet. Überall finden sich Wanderparkplätze und Wegweiser, allerdings denken wir, dass das Wandern hier nicht ganz so leicht ist. Was man so an Wegen sieht, sind es eher Trampelpfade über Stock und Stein.
Am Straßenrand trifft man immer wieder auf Schafe und Kühe, die sich überhaupt nicht vom vorbeirollenden Verkehr stören lassen. Manchmal müssen die Autos halten, um ihnen Platz zu machen. Die Tiere können hier machen, was sie wollen. Sogar unser erstes Rentier auf dieser Reise suchte sein Futter am Straßenrand.

Ein paar Kilometer hinter Vågåmo liegt der Campingplatz Holungsøy direkt am Fluss. Hier kamen wir nach nur 50 gefahrenen Kilometern dieses Tages am Vormittag an und hatten so genügend Zeit, die Dinge zu erledigen, die in den letzten Tagen liegengeblieben sind.
Es ist ein richtig schöner Platz, mit 34,-€ sogar günstig. Es gibt genug Freiraum für die Camper, warme Duschen ohne Zeitbegrenzung und Zusatzkosten, und weit genug von der Straße weg. Endlich mal ein Ruhetag.

 

Hardangervidda

Von Eidfjord ab führt die touristische Straße 7 auf die Hardangervidda, der größten Hochebene Europas. Der größte Teil der Hochebene ist Nationalpark und nicht befahrbar. Hier leben Moschusochsen. Um die zu sehen, muss man sich allerdings auf lange Wanderungen begeben. Wahrscheinlich wissen eh nur die Führer, wo man sie findet. Allein hat man da wohl keine Chance.

Das Norsk Naturzentrum, am Beginn der Straße, bietet ein Museum rund um Informationen zur Handangervidda. Der Eintritt kostet 18,-€ pro Person. Gleich gegenüber gibt es ein Restaurant und einen Souvenirshop. Die Preise sind noch höher als ohnehin schon in Norwegen. In der Regel liegen die Preise doppelt so hoch wie in Deutschland.

Von hier ab steigt die Straße kontinuierlich an. Kurz für dem höchsten Punkt auf der Hardangervidda befindet man sich auf 1250m Höhe. Kein Baum wächst hier, nur selten ein paar Büsche. Überall liegen Seen und fließen Bäche, sogar eine Talsperre gibt es hier oben. Es ist einfach nur atemberaubend. An vielen Stellen gibt es Parkplätze, eine Aussicht ist schöner als die nächste. Die Landschaft ist hügelig und noch immer liegen verstreut viele Schneereste.

Den Parkplatz kurz vor dem Souvenirgeschäft der einheimischen Samen suchten wir uns zur Übernachtung aus. Nach dem Abendessen genossen wir draußen noch die Sonne und den Ausblick über den See, der vor uns lag. Trotz der Höhe war es relativ warm, der Wind wehte nur leicht.

Von Erfjord nach Eidfjord

Nun fuhren wir die Straße 13 immer weiter Richtung Norden, über Sand, Nesflaten, Røldal, Odda, bis wir kurz vor Eidfjord auf die Straße 7 abbogen.
Die Straße 13 ist als touristisch schöne Straße ausgewiesen. Leider kann man nicht ungehindert fahren. Immer wieder behindern Einengungen den Verkehr und man muss ständig anhalten, weil keine zwei Autos aneinander vorbei kommen. Es gibt zwar ausreichend Ausweichstellen, aber ein Vorwärtskommen ist kaum möglich. Alle Engstellen zusammen genommen machen wohl so ziemlich die halbe Wegstrecke aus. So benötigten wir für 60 km den halben Tag, anstrengend ist es dazu auch.

Den ersten Halt nach Erfjord legten wir am Lovra-Rastplatz ein. Dort steht etwas zurück gesetzt ein Steintisch mit einer Steinbank davor. Darüber hinweg öffnet sich der Blick über den Lovrafjord.

Auf fast der gesamten Strecke fährt man ständig durch kurze und lange Tunnel. Einer von Ihnen hatte fast 5km Länge. Ansonsten eröffnen sich um jede Kurve gewaltige An- und Aussichten.
Im Suldal zu fahren ist nach den vielen nahen und steilen Felswänden eine Augenweide, denn dieses Tal ist grün, romantisch und weit geöffnet. An einem kleinen Rastplatz, direkt zwischen Straße und Fluss mussten wir wieder halten und ein paar Fotos machen. An der Flussbiegung kamen gerade ein paar Kühe an das Ufer, um zu trinken. Denen geht es richtig gut, saftiges Grün, Bäume für Schatten und den Fluss direkt vor der Haustüre.

Am Suldalsvatnat, einem langen See, legten wir auf einem wunderschönen, unterhalb der Straße gelegenen Rastplatz, eine Kaffeepause ein und genossen die Sonne. Heute war es richtig schön warm.

Zufrieden setzten wir die Fahrt fort. Irgendwann kamen wir zum Bradlandstal. Auf einem winzigen Parkplatz steht eine Infotafel mit alten Bildern. Sie informiert, dass diese Straße 1887 als ein Stück der Verbindung zwischen Stavanger und Odda eingeweiht wurde. Damals diente sie Pferdefuhrwerken. Erst 1990 baute man die heutige Straße, die durch das sehr enge Tal führt und zum schönsten Stück der Verbindung gehört.

Nicht weit entfernt stürzt der Flesåna-Wasserfall von der obersten Kante des Berges bis ganz nach unten in den Bach. Den Anblick kann man vom schön gestalteten Rastplatz genießen. Von hier aus sieht man auch die ersten Schneefelder, die die Touristen erwarten.

Kurz vor Røldal biegt die E134/13 in die Berge ab. Gleich hier befindet sich ein Skigebiet, mit Hütten, einer Bergstation und Skiliften. Das Ganze liegt auf ca. 660m Höhe.
Gegenüber den Røldal-Terrassen ist der Røldal-Wasserfall zu sehen. Es ist einfach nur schön hier, so wie bis jetzt überall in Südnorwegen.

Hinter Skare wollten wir den Doppelwasserfall Latefossen besuchen und noch einmal fotografieren. Auf unserer Reise durch Norwegen 2002 waren wir schon einmal hier. Inzwischen sind über 20 Jahre vergangen und die Touristen sind nicht mehr zu zählen. Jedenfalls staute es sich vor dem Wasserfall und es ging nichts mehr. Jeder wollte halten und ein Foto machen. Es ist sowieso schon ein Kunststück, auf die kurze Distanz ein vernünftiges Foto hinzubekommen. Jetzt jedenfalls ist es unmöglich, denn man sieht nur noch Autos und Wohnmobile. Unverrichteter Dinge mussten wir weiterfahren.

Seit einiger Zeit suchten wir einen Platz zum Übernachten, aber es ist auf der ganzen Strecke kein Platz zu finden, der zum Übernachten freigegeben ist.
Irgendwann kamen wir nach Odda. Bisher waren wir es gewohnt, genügend Platz zu haben. Die Stadt Odda liegt eingequetscht zwischen steilen Felswänden in einem schmalen Tal. Sie ist überhaupt nicht schön, voll mit Industrie und überfüllt mit Touristen. Die Wohnmobile fahren hier in Schlange und jeder sucht einen Platz. So ließen wir uns durch die Stadt schieben, bis sich ein Nebenfjord des Hardangerfjordes, der Sørfjor öffnet. Das Fahren ist immer noch anstrengend, die Einengungen nehmen kein Ende. Wir hingegen waren es, mit unseren Nerven. Wir waren nur noch müde, aber Kilometer um Kilometer ist kein Platz zu finden, an dem übernachtet werden darf.

Kurz vor Ullensvang wurde 2022 ein neuer und wunderschöner Rastplatz eröffnet. Egal wie, wir fuhren kein Stück mehr weiter. Hier steht zwar auch ein „Campen verboten“-Schild, aber das war uns jetzt egal, wir konnten jedenfalls nicht mehr. Wofür ist ein Rastplatz da, wenn man nicht übernachten darf. Wir wollen nicht campen, wir wollen nur rasten und unsere Fahrtüchtigkeit wieder herstellen. Die meisten Wohnmobile fuhren wegen des Schildes weiter, aber zwei kleine Womo´s leisteten uns über Nacht Gesellschaft. Wir blieben alle ungestört. Wäre das Schild nicht da, wäre der Platz mit Wohnmobilen überfüllt, der eigentlich nur für PKWs und Busse vorgesehen ist.

Wir hatten jedenfalls eine gute Nacht und wachten am nächsten Morgen mit Sonnenschein und dem Blick auf den Sørfjord und die mit kleinen Schneefeldern bedeckten Berge dahinter auf. Die Welt war wieder in Ordnung.

Kurz vor Eidfjord legten wir noch eine kleine Rast bei der Hardangerbrücke ein. Kurz vor dem Parkplatz fährt man durch einen mehr als 2km langen Tunnel, in dem sich ein Kreisverkehr befindet. So etwas hatten wir auch noch nie. An diesem Kreisverkehr zweigt die Straße 7 ab, während die 13 nach Bergen führt.
Inzwischen haben wir schon einige filigrane Hängebrücken über Fjorde gesehen, aber nur während der Fahrt. Hier hatten wir Gelegenheit, die 1380m lange Brücke aus der Nähe zu sehen und Fotos zu machen. Das ist schon ein Erlebnis.

Jetzt endlich kamen wir nach Eidfjord. Kurz vor dem Örtchen stellten wir das Womo auf einem kleinen Parkplatz neben der Straße ab. Ein Kreuzfahrtschiff, in dem Fall die AIDAperla, hatte am Kai festgemacht.

Zu Fuß gingen wir einen knappen Kilometer in den Ort. Trotz den Touristen vom Kreuzfahrtschiff lief alles ruhig und gemächlich ab. Man kann sich Eidfjord bei einem Spaziergang ansehen, ein Fahrrad oder Kanu ausleihen oder man fährt mit der kleinen Stadtbahn mit. Es ist wirklich nur ein kleiner, aber sehr schöner und schön gelegener Ort.

Da es gerade Kaffeezeit für uns war, kehrten wir ins „Burger og Brus“ ein, dass mit Softeis und Kaffee für „nur“ 7,-€ wirbt. Das Softeis ist groß und sehr schmackhaft, sogar mit Streuseln, und der Kaffee gut und stark. Das war ein gelungener Abschluss des Besuches von Eidfjord.

Von Tronvik nach Erfjord

Unser nächstes Ziel sollte eigentlich Preikestolen sein, der berühmte, hoch über dem Lysefjord stehende Felsen mit dem glatten Plateau. Daher fuhren wir zuerst immer die E39 in Richtung Stavanger weiter. Da es gerade Sonntag war und wir nicht unbedingt an einem Wochenende zu dem stark besuchten Ausflugsziel wollten, legten wir vorher noch einmal eine Übernachtungspause ein, und zwar in Kyllingstad. Am Gemeindehaus der lockeren Ansammlung von Wohnhäusern und Firmen, am Ufer des langgezogenen See´s, befindet sich ein kleiner Platz mit Picknicktischen, einem Sandstrand und einer öffentlichen Toilette. Das Wetter war nicht so toll. Hier verbrachten wir den Tag mit einem Spaziergang und ruhten uns von der bisherigen Reise aus.

Beim Spaziergang fanden wir einige Pflanzen, die uns sonst fremd waren. Hier wachsen sie so üppig, dass wir nachsahen, was es für Pflanzen sind. Es sind der Echte Baldrian und das Echte Mädesüss. Den Baldrian ließen wir links liegen, aber von dem Mädesüss ernteten wir einige Blüten. Die schmecken nach Mandeln und etwas Zitrone. Man kann sie für Tee verwenden, Wasser aromatisieren oder in Süßspeisen verarbeiten. Wir bereiteten davon einen leckeren Tee.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter, bogen kurz vor Algard auf die 450 und später auf die 508 nach Lauvvik ab. Dort setzt eine Autofähre nach Oanes über. Für unser Wohnmobil mit 8m Länge zahlten wir stolze 35,-€ für 10 Minuten Fahrt. Die Sonne scheint heute vom blauen Himmel, alles sieht supertoll aus.

Bei unserer Recherche zum Preikestolen stellten wir fest, dass man nur auf Parkplätzen für 25,-€ Gebühr stehen kann, ansonsten ist das Parken überall verboten. Die 25,-€ sind aber nur für tagsüber, übernachten ausgeschlossen. Das sind schon mal 60,-€, um zum Preikestolen zu kommen. Dann muss man noch eine 2-Stunden-Wanderung absolvieren, nur um ein paar Minuten auf dem völlig überfüllten Stück Felsen zu stehen. So überlegten wir uns die Sache und sahen von einem Besuch dann doch ab.

Nun fuhren wir auf der 523 über Jørpeland nach Solbakk. Kurz hinter Oanes lädt der Høllesli-Rastplatz dazu ein, das traumhafte Panorama den Lysefjord entlang zu genießen. Der Ausblick ist überwältigend.

Hinter Solbakk biegt die Straße 13 nach Røldal ab. Sie führt durch eine wunderschöne Landschaft mit vielen Seen, Fjorden, Felsen und Feldern. Ab und zu erspäht man auch einmal einen Wasserfall in der Entfernung.

Kurz vor Hjelmelandsvagen liegt links der kleine Picknickplatz Hauske. Dort steht eine historische Steinbrücke aus dem Jahre 1905, die trocken gemauert wurde. Sie ist 14 Meter lang und 2,50m breit und war bis 1985 in Gebrauch. Sie überspannt den wilden Bach Hauskeas, daneben steht eine winzige Holzhütte. Hier legten wir unsere Kaffeepause ein und fuhren dann zur Fähre nach Hjelmelandsvagen.

Diese wartete schon auf uns und für 19,-€ setzten wir in 15 Minuten nach Nesvik über. Immer entlang eines Fjordarmes mit beeindruckenden Aussichten suchten wir eine Möglichkeit zum Übernachten. Leider sind die Plätze alle winzig und liegen direkt neben der Straße. Also fuhren wir weiter nach Erfjord. Das gemütliche und hübsche Örtchen meinte, dass wir doch einmal anhalten und uns umsehen sollten. Dabei entdeckten wir den Stellplatz auf der anderen Seite der Flussmündung. Für nur 15,-€ steht man dort vom Feinsten. Es gibt zwar keinen Service, dafür ist das Ambiente umso besser, direkt am Fjordufer. Inzwischen wurde es so warm, dass man in Badeklamotten sitzen konnte, das erste Mal auf dieser Reise, die gestern eine Woche dauerte.

Auf der Suche nach dem heutigen Abendessen stießen wir auf eine Fischtheke im Supermarkt, die Rochen verkaufte. Das Kilo kostete erfrischende 12,-€ und wir kauften ein Stück davon. Gewürzt, mehliert und in der Pfanne kurz mit Butter angebraten – ein Gedicht, dazu bunte Möhren. Die Welt ist gerade vollkommen.

Flekkefjord

Eine weitere schöne Stadt ist Flekkefjord, die einen Besuch lohnt. Vorher legten wir eine Kaffeepause auf dem wunderschön gelegenen Rastplatz am Ufer des Skolandsvatnet, kurz hinter Lyngdal ein.

Kurz vor Flekkefjord, am Selurasee, steht an einem Parkplatz eine Infotafel. Sie gibt bekannt, dass ab hier der „Magma Geopark“ beginnt und bis hinter die Stadt Bjerkreim reicht. Vor Urzeiten formte sich hier ein mächtiges Gebirge, ähnlich des Himalaya. Durch das Gewicht der Gesteinsmassen drückten sich die unteren Schichten 20-30 Kilometer tief unter die Erdoberfläche. Dort schmolz das Gestein. Die Erosion trug dann soviel oberes Gestein ab, dass sich das zu Magma gewordene Gestein tief in der Erde wieder ans Tageslicht hob und zu Gneis geworden war. Dieses ist heute überall zu sehen. Sehr interessant.

In Flekkefjord ist der Bahnhof für die Flekkefjordenbanen, eine Draisinenstrecke. Eine Draisine für 2 Personen kostet 70,-€. Es gibt eine 1,5 Stunden-Strecke oder eine 3,5 Stunden-Strecke, die jeweils mit vielen Tunneln gespickt sind. Das gilt auch für die E39, die über viele Brücken und durch noch viel mehr Tunnel führt. Einer davon ist über 3 Kilometer lang.

Über eine Fußgängerbrücke erreicht man das alte Zentrum von Flekkefjord, autofrei, wieder mit hübschen weißen Holzhäusern und liebevoller Gestaltung. In aller Ruhe kann man durch die Gassen schlendern und trifft doch irgendwann wieder auf Wasser.

Auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit fuhren wir in Richtung Stavanger weiter. Am nördlichen Ufer des Lundevatnat, kurz vor Moi, liegt der Rastplatz Tronvik, etwas abseits der Straße. Zum Abendbrot kochten wir den in Spangereit geernteten Meerkohl und aßen eine Bockwurst dazu. Der Meerkohl muss mindestens 20 Minuten gegart werden, um den übermäßigen Gehalt an Senfölen abzubauen. Ich habe ihn mit Zwiebel angebraten und mit Kümmel und etwas Brühe gekocht. Schmeckt gut nach Kohl, aber nicht unangenehm. Bei den modernen Gemüsesorten sind ja inzwischen die bitteren Stoffe weitestgehend weg gezüchtet.

 

Rastplatz Tronvik

Nachdem wir auf diesem Rastplatz übernachtet hatten, erkundeten wir die Umgebung und stellten fest, dass es hier neben einem kleinen Wasserfall einiges mehr zu entdecken gibt.
Am nördlichen Ende des Platzes beginnt ein gut 1 Kilometer langer Wanderweg zur Bringedalshütte, die für jedermann offen steht, mit Schlafplätzen und Gemeinschaftsraum. Man kann sich Feuerholz machen und kochen. Hinter der Hütte führt ein Trampelpfad zu einer steinernen Brücke, die einen steil bergab fließenden Bach überquert. Der Bach mündet etwas unterhalb in einen See. Am Ende des See´s tritt der Bach wieder aus und fließt weiter bis in den Fjord am Rastplatz. Das heißt aber auch, dass der Wanderweg gut nach oben führt.

An der Hütte teilen sich mehrere weitere Wanderwege auf. Auf dem Gelände der Hütte wächst Sauerampfer. Ich kostete davon und war begeistert. Noch nie habe ich solch einen saftigen und aromatischen Sauerampfer gekostet. Selbstverständlich nahmen wir etwas davon mit, für die Sauerampfersuppe am Abend. Auf der Wanderung pflückten wir die ersten reif gewordenen Blaubeeren als Wegzehrung.
Nach der Kaffeepause nahm ich die Panoramastraße, die südlich des Rastplatzes beginnt, in Angriff.

Am Beginn der Straße steht ein Warnschild, dass diese eng, steil und sehr kurvig ist. Sie ist 5 km lang und darf nicht von Campern, Bussen und LKWs befahren werden. Außerdem ist sie in den Monaten Oktober bis April nur von morgens 8 Uhr bis abends 20 Uhr offen, ansonsten wird sie von einer Schranke verschlossen.

Da ich zu Fuß unterwegs war, dauerte der Aufstieg, die Steigung beträgt 1:4, ca. 40 Minuten, mit Pausen versteht sich. Die Steigung bleibt dabei immer gleich.

An manchen Stellen bieten sich tolle Aussichten auf den Fjord und den Rastplatz. Nach 1,2 km hatte ich den Scheitelpunkt erreicht, auf dem die Grenze zwischen den Bezirken Agder und Rogaland liegt.

Ab hier geht es 3,8 km wieder nach unten. Die Panoramastraße endet bei Sirnes an einer historischen Hängebrücke. Die Straße wurde 1835-1840 als Verbindungsstraße für Postkutschen nach Stavanger gebaut, seither mehrmals erneuert. Das war ganz sicher nicht einfach, die Pferde mit den Wagen auf diesem Gefälle im Griff zu halten. Heutzutage ist die Abfahrt selbst für PKWs und Motorräder gesperrt. Wer also von der anderen Seite die Panoramastraße fährt, muss wieder umdrehen.

Spangereit

Auf dem Weg zurück in Richtung E39, der Hauptstraße an der Südküste Norwegens, fährt man durch den kleinen Ort Spangereit. Dort hielten wir noch einmal, um uns den Strand anzusehen. Nach so viel Felsenküste war ein Strand eine gute Abwechslung. Wir stellten das Womo auf dem großen Parkplatz ab und gingen den kurzen Weg zum Strand. Es ist einfach nur herrlich hier. Picknicktische laden zum Verweilen ein, aber das Wasser ist ziemlich frisch.

Zu unserer Verwunderung wächst dort Meerkohl, den wir schon von der estnischen Insel Saaremaa kennen. Gleich „ernteten“ wir etwas davon, für das Abendessen.

Da wir schon einmal einen Stopp in Spangereit eingelegt hatten, wollten wir uns den Ort ansehen. Wir überquerten einen kleinen Kanal, der die Nordsee mit einen See verbindet und bogen am zweiten Kreisverkehr Richtung Küste ab. Würde die norwegische Riviera, wie die Südküste genannt wird, irgendwo im warmen Süden Europas liegen, würden wir sofort dort hinziehen. Es ist einfach nur wunderschön hier. Die kleinen Holzhäuser, alles sehr gepflegt und sehr grün, das viele Wasser, die Felsenlandschaft, selten findet man solch eine abwechslungsreiche Landschaft. Allerdings ist es im Sommer sehr voll, vor allem an den touristischen Orten.

Im Supermarkt gingen wir noch etwas einkaufen, dann setzten wir die Fahrt in Richtung Stavanger fort.

Lindesnes

Das nächste Ziel war das Kap Lindesnes, der südlichste Punkt des norwegischen Festlandes. Kurz vor dem Kap liegt der Campingplatz Lindesnes. Nach einigen Nächten Freistehens fuhren wir den Campingplatz an, um dessen Annehmlichkeiten wie Duschen, Strom und WLAN zu nutzen.
Während es am Vormittag noch dunkel war, kam die Sonne zum Mittag heraus. Trotzdem ist es kühl in Südnorwegen, das eigentlich wegen seiner angenehmen Sommertemperaturen bekannt ist. Doch in diesem Jahr hat der Sommer so seine Anlaufschwierigkeiten, auch in Deutschland.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, begaben wir uns auf einen Spaziergang nach Lillehavn, gerade 200 Meter weiter. Das ist ein kleiner Fischerort, der inzwischen jedoch zum Ferienort geworden ist. Schicke Holzhäuser mit kleinen Terrassen und der kleinen Marina davor bieten eine prima Möglichkeit zum Entspannen. Gerne wird diese Möglichkeit von Anglern genutzt, die sich in die Häuschen einmieten und mit einem gemieteten Boot auf Angeltour gehen. Gerade putzten zwei Deutsche ihre Fische. Sie hatten Makrelen, Seelachs und einen Dorsch gefangen.

Eine Eiderente mit ihren Jungen schwamm in der Nähe der Felsenküste. Es ist echt schön hier.

Nur 3,5 Kilometer die Hauptstraße weiter, kommt man zum Leuchtturm von Lindesnes, dem „Lindesnes Fyr“. Er wurde 1655 gebaut und ist somit der älteste Leuchtturm Norwegens. Davor befindet sich ein riesengroßer Parkplatz.
Auf dem Weg zum Leuchtturm stellten wir fest, dass das Gebiet um den Leuchtturm Lindesnes Fyr abgesperrt ist und man nur mit der Zahlung eines Eintrittsgeldes dort hinein kommt. Pro Erwachsener werden da 12,-€ fällig, Rentner bezahlen 6,-€. Dafür bekommt man den Zutritt zum Leuchtturm, in dem ein Museum rund um die Geschichte desselben untergebracht ist. Zudem ist der ganze Felsen mit Bunkern durchlöchert, die einmal zum Atlantikwall gehörten. Da wir schon jede Menge Leuchttürme besucht haben und auch schon mehrfach Bekanntschaft mit Anlagen des Atlantikwalls machten, ließen wir den Besuch aus.

Es gibt auch noch ein paar Wanderwege, die man laufen kann. Eine Infotafel gibt darüber Aufschluss. Die Wanderwege sind um die 2 Kilometer lang, aber durch deren Beschaffenheit, über die Felsen der Küste, sollte man schon eine gute Fitness mitbringen. Die Aussichten sind ganz sicher atemberaubend.

Mandal

Am 19. Juni, um 12.15 Uhr, fuhr die Fähre der ColorLine, die wir ein paar Tage vorher schon gebucht hatten, in Hirsthals (Dänemark) ab. Die Anfahrt war einfach, der CheckIn auch. Dann warteten wir, bis wir auf die Fähre fahren konnten. Diese legte erst eineinhalb Stunden vor Abfahrt an und die tausende Autos, Wohnmobile und LKWs mussten erst einmal herunterfahren. Na, das konnte dauern, die Verspätung wird erheblich sein, dachten wir. Eine halbe Stunde vor Abfahrt fuhren die wartenden Fahrzeuge dann auf die Fähre. Die Abfahrt konnte nicht pünktlich vonstatten gehen, dachten wir immer noch, unmöglich.

Die Beladung verlief reibungslos und in aller Ruhe und kaum hat man sich versehen, war der Wartebereich leer. Alle Leute mussten ihre Fahrzeuge verlassen und sich zu den Aufenthaltsdecks begeben. Unglaublich, aber um 12.15 Uhr startete die Fähre pünktlich in Richtung Kristiansand (Norwegen).
Die Fahrt dauerte 3 Stunden und 15 Minuten. Wir fuhren von der Fähre, und dann ging erst einmal nichts mehr. Die Fahrzeuge mussten sich von sieben Spuren auf zwei Spuren zusammen fädeln. Etwas später wurde aus den zwei Spuren nur noch eine. Die Zollkontrolle beschränkte sich auf die Sichtung der Fahrzeuge. Dann konnte es endlich losgehen, das Abenteuer in Norwegen.

Unser erstes Ziel war Mandal, die weiße Stadt, knapp 30 Kilometer östlich von Kristiansand. Die Fahrt dorthin führte durch eine schöne Landschaft mit vielen Felsen und viel Wasser. Wir mieden dabei die mautpflichtige Strecke und fuhren stattdessen die in der Nähe führende mautfreie Strecke. Diese ist allerdings etwas kurvenreicher und länger, aber sicher auch schöner.

Kurz vor Mandal, vor dem MarnaFjord, bogen wir zu dem riesengroßen Parkplatz ab, der auch für Wohnmobile vorgesehen ist. Ein 24 Stunden-Ticket kostet 25,-€, ohne Dienstleistungen, dafür ist der Weg in die Altstadt kurz. Ein Fußweg führt am Fjord entlang, dann über eine schicke moderne Brücke und schon ist man da. Überall stehen Sitzmöglichkeiten am Ufer, Boote liegen zu beiden Seiten.

Mandal ist als weiße Stadt bekannt, weil die meisten der schicken Holzhäuser weiß angestrichen sind. Die Gassen sind autofrei. Auffallend viele Elektroautos sind in Norwegen unterwegs, was den Straßenlärm enorm beruhigt.

Die Altstadt ist nicht groß, die weiße Holzkirche mit dem Friedhof steht etwas entfernt, am Hang, der sich hinter Mandal hinauf zieht.

Über Mandal thront der Berg Uranienborg mit einem Aussichtspunkt. Von dort oben hat man sicher einen atemberaubenden Rundblick.

Rubjerg Knude

Dank Google Maps fanden wir bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe von Hirtshals den „begrabenen Leuchtturm“ Rubjerg Knude, an der Westküste gelegen. Der Leuchtturm steht inmitten einer Wanderdüne, allerdings wurde er 2019 um 70 Meter landeinwärts versetzt. Das Leuchtturmwärterhaus ist wohl der Nordseebrandung zum Opfer gefallen, der Leuchtturm selbst wurde unter dem Sand begraben und drohte ebenfalls bald in die Tiefe zu fallen. Er steht an einer Steilküste, 90 Meter über dem Meer. Deshalb rettete man ihn, grub ihn aus und versetzte ihn ein Stück. Dafür räumte man den Sand zur Seite, den man anschließend mit Faschinen aus Kiefernreisig befestigte. Das heißt, man steckte mehrere Reihen Kiefernreisig in einiger Entfernung zueinander in den Sand, was dessen Bewegung etwas verlangsamen soll. Der Wind weht jedenfalls ordentlich.

Vom Parkplatz ist es noch ein Stück bis zum Leuchtturm zu laufen. Zuerst durch von Gestrüpp befestigte alte Dünen, dann die Wanderdüne weiter hinauf. Oder man nutzt die Mitfahrgelegenheit, die ein Bauer mit seinem Traktor und einer Art Planwagen anbietet. Die Fahrt kostet ca. 3,50€ pro Person.

Hat man den Leuchtturm erreicht, kann man diesen noch erklimmen, oder man genießt die Aussicht auf die Küste und die Nordsee vom Kopf der Wanderdüne aus.

Da man auf dem Parkplatz nicht übernachten kann, und der nur ein paar Meter weiter gelegene Parkplatz ebenfalls voll war, fuhren wir weiter. Einen Halt legten wir noch kurz an der Vennebjerg-Mühle ein, um einen Kaffee zu trinken. Die Mühle kann auch besichtigt werden. Vom Rastplatz aus hat man einen schönen Blick über das Land bis hin zum Meer.

Dann fuhren wir zum Nørlev-Strand weiter. Oberhalb des Feriendorfes ist ein kleiner Parkplatz mit Aussicht. Bis zum Strand sind es noch ca. 800 Meter zu laufen. Der Wind bläst heftig, das Spazieren gehen macht nicht wirklich Spaß, aber einen Abstecher zur Nordsee wollten wir doch unternehmen.

Unten angekommen, wartet ein relativ breiter Strand mit vielen Steinen. Der meiste Sand wird vom Wind weggeblasen. Dahinter türmen sich die Dünen auf. Gleich am Beginn des Strandes lag ein toter Schweinswal, etwa 1,5 Meter lang. Wir haben noch nie einen Schweinswal gesehen, aber ein totes Tier musste es dann auch nicht sein. Er lag wohl noch nicht hier, aber der Kopf war schon angefressen.

Die Häuser, die locker hinter den Dünen stehen, sind zumeist Ferienhäuser.

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