A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Costa Calida

Inzwischen hat uns die Kälteblase aus Mitteleuropa eingeholt und wir müssen weiter nach Süden fahren. Immerhin haben wir nur zwei kalte Nächte mit 6°C bzw. 8°C mitgemacht. Dreihundert Kilometer weiter oben wären es fünf Nächte gewesen, also hat sich die Fahrt nach Süden schon gelohnt.

Wir befinden uns inzwischen an der Costa Calida. Vom Mar Menor bis zur Costa Calida fährt man durch einen hügeligen Landstrich, hin und wieder von Vulkanen durchsetzt, in dem viele alte Mühlen, oder besser gesagt, Mühlenruinen zu sehen sind. Außerdem wird hier eher Gemüse angebaut, wie Kohl und Tomaten.

Der erste Anlaufpunkt war der winzige, aber wunderschön gelegene Ort Isla Plana, wo ein kostenloser freier Platz als Womo-Stellplatz genutzt wird. Er liegt direkt am Wasser, mit einer kleinen Steilküste davor. Den von Flusssteinen durchsetzten Strand erreicht man über eine kurze Treppe. In der Nähe liegt die kleine Insel Isla Plana, die nicht betreten werden darf.

Bei unserer Ankunft spielten sogar einige Delfine in der Bucht unterhalb des Stellplatzes.
Am Abend erlebten wir einen herrlichen Sonnenuntergang, der einen schönen nächsten Tag verhieß.

An dem erkundeten wir die nähere Umgebung zu Fuß. Der Ort Isla Plana hat viele schöne Ecken zu bieten, die zum Erholen einladen, wie mehrere Wege am Meer entlang, mehrere Buchten und kleine Strände.

Ganz besonders ist jedoch die Cueva del Aqua. Diese Höhle liegt abseits von der Küste, direkt an der Straße, die durch den Ort führt. Die Länge der Höhlengänge soll sich auf sechzehn Kilometer summieren. Noch dazu ist sie betauchbar, was auch rege genutzt wird. Das traurige daran ist, dass dies schon viele Taucher mit ihrem Leben bezahlt haben. Diese Höhle zu betauchen ist sehr lebensgefährlich. Schon der Zugang ist eine Herausforderung und der Einstieg ist sehr dunkel.

Das Wasser ist Thermalwasser, das ist auf der Tafel davor zu lesen. Die Wassertemperatur beträgt an der Oberfläche 23°C, in neunundzwanzig Metern Tiefe schon 29°C.

Auf dem Rückweg kamen wir an der kleinen Kirche „Ermita de Nuestra“ vorbei, die erhöht auf einem Plateau zwischen zwei Buchten steht.

Gleich dahinter hat man 2003 bis 2006 Grundmauern einer römischen Siedlung ausgegraben. Der Ort heißt Los Tintoros, weil es dort einige Lagerhäuser gab und Fischer der Gegend ihre Netze pflegten und aufbewahrten, sowie ihre Flöße färbten, so heißt es in der Erläuterung. Vielleicht heißt es auch: ihre Boote bemalten. Dazu gab es eine Töpferei mit mehreren Räumen und sieben Brennöfen, um Keramiken herzustellen. Es wurden Töpfe, Schüsseln, aber auch Fliesen und Ziegel gefertigt. Die Brennöfen waren nicht alle gleichzeitig in Betrieb, sondern wurden nach und nach aufgebaut, wenn die alten Öfen nicht mehr brauchbar waren.
Die ganze Anlage stammt aus dem 1. bis 2. Jahrhundert n.Chr..

Gleich daneben befanden sich Badeanlagen, die ihre Dienste einkommensschwachen Kunden anbot, die sich die anderen Badeanlagen nicht leisten konnten.

Auffallend ist ein langes Gebäude mit einem Tonnendach. Dies sieht aus, als stamme es aus maurischer Zeit.

Der Besuch des kleinen Ortes Isla Plana, westlich von Cartagena ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Als nächstes verbrachten wir ein paar Tage auf dem Campingplatz „Playa Parazuelos“ östlich von Puntas de Calnegre. Gute Bekannte verbringen hier eine längere Zeit des Winters, deshalb wollten wir sie besuchen.

Um zu diesem Campingplatz zu gelangen biegt man hinter Mazarron in die „Landschaft der Gewächshäuser“ ein, die sich bis zur Küste ausbreitet. Außer den winzigen Orten Puntas de Calnegre und Canada de Gallego gibt es hier nichts. Es ist ein sehr ruhiger Ort mit einem langen Strand und herrlichen Sonnenuntergängen.

Bei einem Spaziergang durch die Gewächshäuser erfährt man, dass hier hauptsächlich Tomaten angebaut werden. Auf den Feldern zwischen den Gewächshäusern wächst noch Kohl.

Tomaten brauchen sehr viel Wasser, aber in den letzten Jahren wurde und wird die Bewässerung umgestellt, zuerst mit Tröpfchenbewässerung, jetzt werden die neuen Tomatenpflanzen nur in Säcken mit Erde gezogen, nicht mehr direkt im Boden. Aber man sieht auch, wie viel Überproduktion es gibt, was sinnlose Wasserverschwendung bedeutet. Außerdem muss viel mit Chemie gearbeitet werden, um Pflanzenschädlinge abzuwehren. Dies weiß man und arrangiert sich damit, aber wenn man die Massen sieht, die solche Gewächshauslandschaften hervorbringen, dann bekommt man doch große Bedenken.

An einem Tag hatten wir uns ein Auto gemietet. Damit fuhren wir nach Bolnuevo, um uns nur umzusehen. Dabei trafen wir auf eine wunderschöne Felsformation, direkt am Strand. Es ist das Naturdenkmal „die Tonlecken von Bolnuevo“. Tektonik und Geologie haben diese Schönheit geschaffen. So etwas ist so selten, dass sie zu einem der bedeutendsten Landschaften, Kulturstätten und wissenschaftlichen Wahrzeichen des gesamten Mittelmeerraumes zählen.

Vor 5,3 Millionen Jahren, als sich die Straße von Gibraltar bildete und den Mittelmeerraum mit Atlantikwasser flutete, sammelten sich Sedimente und setzten sich ab. Diese sind heute die sichtbaren gelblichen Materialien (Mergel, Schluff, Sandsteine und Kies).

Vor 2,5 Millionen Jahren flossen dann aus den Kanälen, die die Landschaft durchzogen und durch weitere tektonische Ereignisse gebildet wurden, rote Sedimente aus den Bergen der Sierra de las Moreras ins Meer und lagerten sich dort ebenfalls ab. Aufeinanderfolgende Meeresspiegelschwankungen führten zur Bildung einer Steilküste. Die stetigen Wellenbewegungen und Winde an der Küste formten so die nun freiliegenden Sedimente.

Auf jeden Fall ist diese Formation einen Besuch wert.

In Bolnuevo ist aber auch noch der „Pferdeturm“ mit einer Kapelle zu besichtigen. Der Turm stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente dem Schutz der Küste und ihrer Bewohner, vor allem der Abwehr der Piratenangriffe der Berber.

Später baute man den Turm mehrfach um. Im 18. Jahrhundert rekonstruierte man ihn im Rahmen eines Restaurierungsprogramms, welches viele der Türme entlang der Mittelmeerküste betraf. Mitte des 20. Jahrhunderts kam die Kapelle dazu. Im Turm selbst ist ein kleines Museum, die Kapelle betreffend, untergebracht.

Im Nachbarort Salado lockt ein Aussichtspunkt am Strand, der wunderschön ist. Auffallend ist der vulkanische Ursprung. Schwarze Lavazungen, mit weißer Asche durchsetzt ragen ins Meer hinein. Auf einer der Zungen, dem Pico del Aquila, wurde ein Aussichtspunkt errichtet, von dem aus man einen schönen Blick entlang der felsigen Küste hat, die mit Sandstränden durchsetzt ist. Das Wasser ist glasklar, so dass die Seegraswiesen darin zu erkennen sind.

Im nahen Hinterland erhebt sich eine Hügellandschaft.

Das letzte Ziel des Tages waren die „Minas de Mazarron“, die sich westlich an die gleichnamige Stadt anschließen. Leider gibt es so gut wie keine Informationen dazu, nur dass schon die Römer hier Erden und Metalle abbauten, die bis zum Tiber in Italien und nach Karthago im heutigen Tunesien gehandelt wurden. In mehreren in der Nähe befindlichen Produktionsstätten wurde das Material verarbeitet.

Man arbeitete viele Jahrhunderte in diesen Minen, auch die Franzosen waren beteiligt. Der Abbau fand noch bis mindestens 1880 statt.

Es ist ein riesiges Gelände, welches von der Ebene bis auf die umliegenden Hügelspitzen reicht und einen Durchmesser von mehreren hundert Metern hat. Eigentlich sind es die Reste eines Vulkans. Zu sehen sind das Wohnhaus des Minenbesitzers, Unterkünfte für die Arbeiter, Produktionsstätten und Abraumhalden.

Beeindruckend ist das Farbspiel der verschiedenen Erden der Halden, die heute durch Wind und Regen geformt werden. Es haben sich inzwischen viele Canyons gebildet, über die das Wasser die Hänge hinab läuft. Ein Teil des roten bis ockerfarbenen Wassers sammelt sich in einem Teich ganz unten.

Man kann sich gut einen halben Tag auf dem Gelände aufhalten und alles erkunden. Eintritt wird nicht verlangt. Es ist ein atemberaubender „Lost Place“, wie man heute so schön sagt.

San Pedro del Pinatar

Unser nächstes Ziel war das Mar Menor. Und zwar deshalb, weil es heiße Quellen und ein kostenloses Schlammbad verspricht. Außerdem soll es zum heißesten Teil Spaniens gehören.

Ein kostenloser Stellplatz steht in San Javier, gleich neben dem Einkaufszentrum „Dos Mares“ zur Verfügung. Als wir dort ankamen herrschte schon jede Menge Betrieb. Viele Wohnmobilisten stehen dort wahrscheinlich eine längere Zeit. Als kleine Zugabe bietet eine Niederländerin vor ihrem großen und auffälligen Wohnmobil einen günstigen Haarschnitt (15,-€) an, was gerne angenommen wird.

Am nächsten Tag suchten wir uns einen Parkplatz aus, der näher an der Stelle liegt, an dem die Schlammbadestellen sind. Die befinden sich im Stadtteil Lo Pagan, am Mar Menor. Zu dieser Jahreszeit ist das möglich.

Mit dem Fahrrad fuhren wir dort hin, direkt zwischen dem Wohnviertel und einem großen Salinengelände.

Am Mar Menor angekommen ist zuerst die Mühle „Molino Quintin“ zu sehen. Dahinter öffnet sich die große Wasserfläche des Mar Menor, einem Binnenmeer, welches durch eine lange Nehrung vom Meer abgetrennt ist. Ein breiter Strand ist auch da.

Gleich hinter der Mühle befindet sich das Wasserbecken mit dem Heilschlamm, der gut gegen Haut- und Gelenkserkrankungen sein soll. Der feine und sehr feine Sand im Schlamm weist viele Mineralien und einen basischen pH-Wert auf. Der Salzgehalt der Salzteiche ist ähnlich dem des Toten Meeres.

Ich hatte mir fest vorgenommen mich mit dem Schlamm einzureiben, aber das Wasser ist eiskalt, auch die Lufttemperaturen lassen gerade zu wünschen übrig. Außerdem sieht der Schlammboden nicht gerade einladend aus. Den Schlamm kann man mit einem Eimer aus dem Wasser holen, aber zum Abwaschen des Schlammes muss man dann schon in das Wasser steigen. Der Schlamm soll ja nicht aus dem Becken getragen werden, damit er den Nachkommenden erhalten bleibt.

So genossen wir nur ein Stück der Nehrung, bis kurz vor die Ortschaft, die den oberen Teil der Nehrung abschließt. Will man den Rest der Nehrung erkunden muss man dies von Süden her tun. Zwischen beiden Teilen geschieht der Wasseraustausch zwischen dem Mar Menor und dem Mittelmeer.

Blickt man über die Salinen in Richtung Meeresküste strahlen dort mehrere weiße Salzberge in der Sonne.

Was die Thermalquellen angeht, so sind diese leider nur im Rahmen von Hotel- und Spa-Besuchen nutzbar.

So legten wir eine kleine Pause mit Kaffee und Churro´s am Strand ein, bevor wir entlang der Salinen zurück zum Wohnmobil fuhren. Neben der Straße verläuft ein Wassergraben, in dem sich Stelzenläufer, Reiher und Enten aufhalten.

An einem der Kreisverkehre, dort wo man zu den Stränden am Meer abbiegt, wurde ein Beobachtungspunkt eingerichtet. Hier lassen sich einige Flamingos und andere Vögel beobachten.

Verlässt man das Mar Menor in Richtung Süden erkennt man eine Vulkankette, die vom Festland bis weit in die Nehrung des Mar Menor reicht. Somit erklärt sich auch die Anwesenheit der heißen Quellen in diesem Gebiet.

Elx/Elche

Die Palmenstadt Elche besuchten wir schon auf unserer Reise vor neun Jahren. Schon bei der Einfahrt kommt man sich wie in einer Oase vor. Alle großen Straßen sind Palmenalleen, alle anderen Straßen werden großzügig von Palmen flankiert. In der Stadt laden mehrere Palmenparks zum Bummeln ein. Sehr schön ist der Stadtpark „El Palmeral“.

Gut zwei Kilometer nach Osten kann man auf einem Parkplatz ziemlich ruhig stehen und auch übernachten, mit einem kleinen Park in der Nachbarschaft.

Entlang der vierspurigen und palmengesäumten Straße läuft man zum „El Palmeral“ zurück, an Universitätseinrichtungen und „Oasen“ vorbei, sowie an einer riesigen Dampflokomotive. Leider haben die Fotos, die ich gemacht habe, bei der Bearbeitung Schaden genommen, so dass ich die Kommentare nicht durch Fotos unterstützen kann.

Der Stadtpark wartet nicht nur mit jeder Menge verschiedenen Palmen- und anderen Pflanzenarten auf, sondern auch mit anderen Sehenswürdigkeiten. Verschiedene Brunnen, ein maurisch anmutender Kuppelbau, der einmal für eine Ausstellung erbaut wurde und heute als touristischer Anlaufpunkt dient, sowie ein Taubenhaus und ein Kulturpavillon sorgen für Abwechslung beim Parkbesuch. Der Park ist wirklich schön und recht groß. Schon vor zweitausend Jahren standen hier mehr als eine Million dieser Bäume, die komplette Stadt war von Palmen umgeben. Dies ist in einer Chronik zu lesen.

Verlässt man den Stadtpark im Süden steht man schon vor der Festung „Palau dels Altamira“. Heute ist das Archäologiemuseum darin untergebracht.

Gleich daneben ist noch ein Stück Stadtmauer erhalten und teilweise rekonstruiert, die durch eine eher unauffällige Springbrunnenanlage aufgelockert wird.

Auf der anderen Straßenseite ist schon die Basilica de Santa Maria zu sehen, die von einer großen blauen Kuppel gekrönt ist.

Am 2. Juli 1673 legte man den Grundstein für die Kirche, die nach einhundertundelf Jahren fertiggestellt wurde. Der große vergoldete Altar ist beeindruckend. Die große Orgel weist neben den üblichen senkrechten Orgelpfeifen auch querstehende Orgelpfeifen auf. So etwas haben wir in der Eiskathedrale in Tromsø gesehen.

Für 2.-€ pro Person kann man den Glockenturm besteigen, was etwas herausfordernd ist. Die Wendeltreppe zieht sich über drei Etagen, auf denen man weitere Einblicke in die Kirche bekommt.
In der ersten Etage steht man auf der Galerie, auf der zweiten Etage klärt ein kleines Museum über den Bau und die Geschichte der Basilaka auf, und auf der dritten Etage hängen die drei Glocken. Früher zog man mit Seilen an ihnen, um sie zum Läuten zu bringen. Heute geschieht dies elektrisch. In dem Raum mit dem Museum steht zudem ein Bett. Wahrscheinlich war dies die Unterkunft des Glöckners.

Jetzt kommt das schwierigste Stück der Wendeltreppe, denn sie ist gerade so breit wie meine Schultern, echt eng und steil. Ist man oben angekommen wird man mit einem wunderschönen 360°-Blick entschädigt. Während die Besteigung des Glockenturms doch recht schwierig ist, kommt man besser hinunter.

Jetzt kann man noch ein wenig durch die Altstadt von Elche wandeln.

Kurz vor unserem Parkplatz kamen wir an einer kleinen Siedlung vorbei, die im viktorianischen Stil gebaut wurde. Ist dies eine englische Siedlung oder wieso hat man sich in Spanien für diesen Baustil entschieden? Wir wissen es nicht.

Costa Blanca

In den nächsten Tagen soll sich eine Kälteblase über halb Spanien legen, die aus Nordosten kommt. Grund genug noch weiter in den Süden zu fahren, genauer gesagt 180 Kilometer, bis an die Costa Blanca. Dort besuchten wir die Stadt Calp oder Calpe.

Wie in der Region Katalonien gelten auch in der Region Valencia zwei Sprachen: das Spanische und das Valencianische, welches außerhalb der Region „Katalanisch“ genannt wird.

Wir kamen von Norden her, auch durch Nutzung der teilweise mautfreien Streckenabschnitte der AP7.
Man fährt durch eine herrliche Hügellandschaft. Bei Cullera erhebt sich ein Berg, an dessen Flanke der Schriftzug der Stadt zu lesen ist.

Dann kommt man bald an der auf einem kleinen Hügel gelegenen Altstadt von Benissa vorbei. Das sieht ganz nett aus, aber wir hatten einen Stellplatz in Calp herausgesucht.
Bei der Abfahrt nach Calp bietet sich ein herrlicher Blick auf einen einzelnen Felsen und jede Menge Hochhäuser. Der einzelne Felsen erinnert spontan an den Felsen von Gibraltar.

Als wir bei dem Stellplatz ankamen stand schon in großen Buchstaben: completo. Auf der Suche nach dem zweiten Stellplatz stießen wir auf einen großen freien Platz, den wir sofort anfuhren. Es stehen keine Verbotsschilder, also haben wir dort übernachtet. Er kostet nichts und ist der Parkplatz für die Bauarbeiter der angrenzenden Baustellen. Gleich nebenan werden mehrere neue Hochhäuser hochgezogen. Da gibt es viel zu beobachten.

Schöner ist jedoch die Saline auf der anderen Seite des Parkplatzes, die sich hinter einigem Grün verbirgt. Man kann die Saline auf einem gut zwei Kilometer langen Weg umrunden, hat aber nur an ganz wenigen Stellen Gelegenheit einen Blick auf sie zu werfen. Selbst dort, praktisch mitten in der Stadt, halten sich Flamingos auf. Der Blick auf die Saline und die angrenzenden Hochhäuser ist schon besonders.

Vor zwei Millionen Jahren war der Felsen, der den Namen Ifac trägt, eine Insel im Meer. Nach und nach lagerte sich an beiden Seiten der Insel Sand ab, der so langsam die Bucht verschloss und ein See entstand.
Die Römer begründeten dann den Salzabbau, der bis 1988 erfolgte. Die Saline war in dieser Gegend ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Salzgewinnung war möglich indem man Meerwasser in den See leitete. Dies geschieht auch heute aus Gründen des Naturschutzes noch. Inzwischen ist die Saline ein einzigartiges Biotop. Von der vorbeiführenden Straße aus kann man die verschiedenen Vögel, die sich in der Saline aufhalten, wunderbar beobachten.

Calpe war früher ein Fischerdorf, heute besteht die Stadt fast nur aus schlanken Hochhäusern. Manche von ihnen haben geschwungene Formen, manche sind traditionell, andere wieder modern geradlinig. Dazwischen finden sich einige ältere Häuser, die optisch von den „Riesen“ verschluckt werden.

Interessant ist, dass der Bau der Hochhäuser von mehreren Gewerken gleichzeitig voran getrieben wird. Während oben am Rohbau gearbeitet wird, ist weiter unten schon der Ausbau im Gange, und ganz unten wird die Fassade fertig gestellt. Irgendwo im Hochhaus ist sogar schon eine „Show-Wohnung“ fertig, damit der Verkauf der Wohnungen in Gang gebracht wird. Solch eine Arbeitsweise haben wir in Deutschland noch nicht gesehen.

Wir spazierten zuerst zum einzelnen Felsen Ifac, der, je weiter man heran kommt, immer höher wird. Er ist der Naturpark del Penyal d´Ifac. Unwillkürlich reisen die Gedanken wegen der Ähnlichkeit nach Gibraltar.

Unterhalb breitet sich ein kleinerer Strand und der alte Fischerhafen aus, an dem Hotels und Restaurants liegen. Daran schließen sich kleine Felsbuchten an, bevor man den Hauptstrand von Calpe erreicht.

Kurz vorher wurden römische Grundmauern ausgegraben, die „Banys de la Reina“. Dabei handelt es sich um römische Häuser aus dem 2. Jahrhundert n.Chr., mit zentralem Innenhof und bemalten Wänden. Im Rahmen einer kleinen Führung, die man wahrscheinlich im Touristenbüro bucht, kann man sich die Ruinen ansehen.

Das Besondere an dieser Stätte ist das Vorhandensein von Wasserbauwerken, die das Anwesen mit Trinkwasser versorgte.

Ganz in der Nähe des Parkplatzes fanden wir dann auch noch einen deutschen Bäcker. Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen und kauften ein paar Brötchen, Pflaumen- und Käsekuchen mit Mandarinen ein. Eine wunderbare Abwechslung im Einerlei der spanischen Kuchen.

Am nächsten Morgen machten wir einen Abstecher in die nahe Altstadt von Calpe. Vor allem die Carrer de Puchalt, eine Gasse unterhalb der Burg, ist sehenswert. Die Gasse ist eine Treppe, deren Setzstufen in den spanischen Farben erstrahlen. Die Trittstufen sind auf maurische Art mit Flusskieseln gestaltet. Die netten Eingänge der Häuser und die Grünpflanzen machen die Gasse zu einem Hingucker.

Geht man weiter nach oben gelangt man zur Burg mit dem Tor „Torreo de la Peça“. Es ist eine sehr schöne und ruhige Ecke, die man genießen sollte, bevor man wieder hinunter in den Trubel geht.

An einem der Kreisverkehre der vierspurigen Umgehungsstraße nördlich der Stadt steht ein alter Brunnen. Auf einem Fliesenbild ist zu lesen, dass die Einwohner von Calpe diesen Brunnen viele Jahre lang nutzten, um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Restauriert wurde er im Jahre 1996.

Das war ein interessanter und unerwarteter Aufenthalt.

Eigentlich wollten wir uns die „weiße Stadt“ Altea ansehen, aber es war unmöglich einen Parkplatz für ein Wohnmobil zu finden. Also fuhren wir nach Villajoyosa weiter, der Schokoladenstadt.
Auf dem Weg dorthin führt die Straße durch eine felsige Landschaft und an Benidorm vorbei. Die Stadt ist an einem besonderen Hochhaus erkennbar, welches wir schon vor neun Jahren sahen. Überhaupt zeichnen sich die Städte an der Costa Blanca durch sehr viele Hochhäuser aus.

Unser Wohnmobil stellten wir in Villajoyosa gegenüber der Schokoladenfabrik Perez auf dem Parkplatz ab. In der ganzen Stadt sind Läden und Bar´s zu finden, die die Schokoladen von Villajoyosa anbieten. Wir besuchten aber zuerst die Schokoladenfabrik Perez, die gleichzeitig Museum ist, die kleine Führungen anbietet.

Betritt man den Verkaufsraum wird man sofort von einem angenehmen Schokoladenduft umhüllt. Tafelschokolade, Schoko-Pralinen, Trinkschokolade, was das Herz begehrt wird angeboten. Der sehr nette Verkäufer des Familienbetriebes lädt zur Verkostung des kompletten Angebotes ein, was wir gerne annahmen. Neben normalen Schokoladen, mit wenig oder viel Kakaoanteil, stehen auch außergewöhnliche Schokoladen in den Regalen. Da sind Mandeln, Zimt, Ingwer, Olivenöl und sogar Absinth verarbeitet. Ein Traumland für jeden Schokoladenfan, und das zu sehr akzeptablen Preisen. Natürlich kauften auch wir eine kleine Auswahl ein.

Nach diesem Besuch spazierten wir zum langen Sandstrand von Villajoyosa, an dem hier und da Palmen stehen. Auch entlang der Promenade stehen Palmen.

Die lange Häuserfront der Altstadt, die sich am Strand entlang zieht, zeigt sich kräftig bunt. Hier hat man Mut zur Farbe, was sehr gut ankommt. Auf den Platz davor wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Auch ein schöner Ort in Villajoyosa ist der Park Censal, der die Fernstraße N332a und die Strandpromenade verbindet. Er ist sehr modern, mit Brunnen und großen Aufenthaltsflächen. Um vom Strand wieder nach oben zu gelangen, bieten sich Treppen oder sogar Laufbänder an. Laufbänder in einem Park haben wir auch noch nicht gesehen.

Xilxes

Jetzt war es an der Zeit wieder eine größere Etappe in Richtung Süden zurück zu legen. Außerdem haben wir Probleme mit der Stromversorgung, so dass wir öfter als gewohnt Stell- oder Campingplätze anfahren müssen. Inzwischen haben wir uns doch wieder bei ACSI angemeldet. In Süditalien ist das nicht nötig, da die meisten Plätze geschlossen haben oder die Preise sowieso im Winter gesenkt sind. Hier in Spanien ist die ACSI-Mitgliedschaft wieder ein Thema. Bisher hatten wir Kataloge, die jedoch nur vom 1.1. bis zum 31.12. eines jeden Jahres gelten. Das hieß für uns bisher, dass wir zwei Kataloge für eine Reise brauchten. Jetzt haben wir die ACSI-App und die gilt netterweise von der Anmeldung ein Jahr lang. Nach etwas ausprobieren ist sie auch ganz brauchbar und recht übersichtlich.

So landeten wir auf dem „Mediterraneo“-Campingplatz in Xilxes (gespr.: Chilches), nördlich von Valencia.

Xilxes ist ein kleiner gemütlicher Urlaubsort an der Costa del Azahar. Auf der sehr schönen Promenade mit schöner Bepflanzung lässt es sich gut spazieren. Am Strand stehen Palmen, als Hain oder in kleinen Gruppen. An einer Stelle sieht es sogar aus als wäre man in der Karibik – Palmen, weißer Sand und blaues Meer. Der Strand ist aber kein Sandstrand, sondern er besteht aus groben Flusssteinen. Das ist nicht ganz so komfortabel. Die Ruhe macht das wieder wett.

Die Gassen des Ortes sind alle rechtwinklig, was die Orientierung erleichtert. Die meisten Häuser sind klein und haben nur ein bis drei Geschosse. Alles ist hell und freundlich. Man sollte sich aber vor der Anreise mit dem Nötigsten versorgen, denn Einkaufsmöglichkeiten sind jetzt im Herbst mehr als rar.

Wir unternahmen eine kleine Fahrradtour nordwärts, erst durch Xilxes durch, dann am Moncofa-Strand entlang, bis zum Belcaire-Fluss, der ins Meer mündet. Sein Flussbett ist bis weit in Landesinnere hinein betoniert. Junge Orangenplantagen liegen an seinen Ufern.

Nördlich von Castello de la Plana beginnt der massive Orangenanbau. Viele neue Pflanzungen fallen auf. Auf dem ein oder anderen Berg ist eine Burg auszumachen. Man fährt durch ein weites Tal, rechts und links ragen Berge auf. Es ist eine schöne Landschaft, aber viel Sehenswertes an dieser Küste ist uns nicht aufgefallen.

Hier hatte ich Zeit um Kastaniencreme herzustellen. Wir hatten vor ein paar Tagen kleine Kastanien gekauft. Diese verwendet man für Aufstriche, Marmeladen usw., während man die großen Kastanien zum Rösten verwendet.

Trotz langer Forschungen im Internet ist es mir nicht gelungen heraus zu finden, wie man die Kastanien am einfachsten verarbeitet. Ich habe sie kreuzweise eingeschnitten, vierzig Minuten gekocht und abgegossen, um sie abkühlen zu lassen. Das war jedoch keine gute Idee, denn die Schalen werden schnell wieder hart. Also kochten wir den Rest noch einmal auf und ließen sie im Wasser abkühlen. Dann schälen sie sich wesentlich leichter, was trotzdem noch eine Heidenarbeit ist.
Dann zerkleinert man sie, gibt Sahne hinzu sowie weiche Butter, Zucker, Vanille und etwas Zimt. Das Ganze wird püriert und abgefüllt. Trotz der Arbeit lohnt sich der Aufwand, denn die Kastaniencreme schmeckt. Kastanien an sich sich auch sehr gesund, da sie viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten.

Wir verbrachten drei Nächte auf dem Campingplatz, bezahlten aber nur zwei. Das ist ein Angebot von ACSI. Das heißt, wir bezahlten mit allem Komfort nur 10,-€ pro Nacht.

Ebrodelta

Zwischen der Costa Dorada und der Costa del Azahar schiebt sich das Ebrodelta ins Meer. Es ist ein sehr flaches und vor allem wasserreiches Gebiet. Das Hauptprodukt, welches hier angebaut wird, ist Reis. Leider ist jetzt im Herbst schon alles abgeerntet und es stehen nur noch die Stoppeln im Wasser. Dafür haben die Wasservögel die Regierung in den Feldern übernommen. Neben tausenden Flamingos halten sich auch fast so viele Braune Ibisse auf. Beide Vogelarten nehmen mich immer wieder gefangen. Ewig könnte ich ihnen zusehen.

Aber auch Störche, Seiden-, Silber- und Graureiher, Kiebitze und Strandläufer sind gerade jetzt zu finden. Dazu Kormorane und verschiedene Entenarten. Wir haben gehört, dass sich im Dezember die meisten Zugvögel im Delta aufhalten. Es sollen über 300 Arten sein.

Unsere erste Station war die kleine Stadt Deltebro, die direkt am Ebro und mitten im Delta liegt. Direkt an der einzigen Brücke über den Ebro weit und breit kann ein Womo-Stellplatz genutzt werden, der zur Zeit kostenlos ist. Wir hatten das Glück einen Platz in erster Reihe zu bekommen, mit freiem Blick auf den Fluss und die Brücke.

Das Sehenswerteste in Deltebro ist eben diese filigrane Brücke. Sie trägt den Namen „Lo Passador“ und ist eine Hängebrücke mit 250 Metern Länge und 19,5 Metern Breite. Begonnen wurde der Bau 2008, eingeweiht wurde die Brücke am 30. September 2010. Das Besondere daran ist, dass eine Hälfte für den Verkehr gedacht ist, die andere Hälfte jedoch für Fußgänger und Radfahrer reserviert bleibt. Dort stehen einige Bänke zum Ausruhen, mit Blick auf den Ebro in Richtung dessen Mündung.

Mit dem Namen der Brücke würdigt man den Fährmann (Lo dor), der viele Jahre lang die beiden Flussufer miteinander verband.
Auf der Seite von Deltebre beherbergt die Brücke ein Informationszentrum zum Naturpark Ebrodelta, welches bei unserem Besuch geschlossen war.

Auf der anderen Seite des Flusses kann man Touren buchen, oder Fahrräder und Kajaks ausleihen.
Abends erlebten wir einen schönen Sonnenuntergang am Ebro.

Am nächsten Tag fuhren wir in den Süden des Deltas, zum Strand Trabucador, der den Beginn der Nehrung kennzeichnet. Dort steht ein riesiger Parkplatz zur Verfügung, allerdings nur tagsüber. Übernachten ist dort verboten. Also genossen wir die endlose Sandlandschaft, die zu beiden Seiten von Wasser begrenzt wird.

Im Sommer lädt ein kleines Café ein, und eine Kitesurf-Schule bietet ihre Dienste an.
Durch diesen Parkplatz donnern auch LKW´s, die das Salz von der vorgelagerten Halbinsel abholen. In der Ferne kann man große Salzberge ausmachen, wo noch aktuelle Salinen sind.

Stillgelegte Salinen breiten sich ca. einen Kilometer weiter an der Straße nach El Poble Nou del Delta aus. Sie sind heute Naturschutzgebiet, in denen sich so viele Flamingos aufhalten, dass es scheint, als hätte man hellrosa Schneefelder vor sich. Wir fanden mehrere Gruppen vor: die eine Gruppe ruhte sich aus, die zweite Gruppe fraß und eine kleine dritte Gruppe hielt wohl mit lang gestreckten Hälsen Wache. Wir haben inzwischen schon viele Flamingos gesehen, aber das waren mit großem Abstand die meisten an einer Stelle.

Da kein Übernachten am Strand möglich ist fuhren wir zur Casa de Fusta weiter, an der Lagunde El Clot. Erst dort merkten wir, dass wir hier schon vor acht Jahren waren, als wir das erste Mal in Spaniens Süden fuhren.
Von dem kostenlosen Stellplatz der Casa de Fusta aus lassen sich mit dem Fahrrad schöne Touren durch die Reisfelder und Salinen machen. Von einem Aussichtsturm aus bietet sich ein schöner Blick über das Gebiet.

Das Informationszentrum in einem traditionellen Haus hat geschlossen. Die Casa de Fusta stammt aus dem Jahr 1926. Drei Herren aus Barcelona wurden von der großen Anzahl der Wasservögel angelockt. Sie beschlossen daraufhin eine Jagdgesellschaft zu gründen und erhielten eine Konzession für zehn Jahre. Der vorläufige Vertrag und die Notwendigkeit, ein Haus für diese Zeit ihres Aufenthaltes im Delta zu benötigen, führte zum Bau einer zeitweiligen festen Unterkunft. Eigens zu diesem Zweck kauften die Drei ein transportables Holzhaus in Kanada und brachten es hierher. Heute ist das Casa de Fusta eines der Wahrzeichen des Ebrodeltas.

Weitere Informationen könnt Ihr in unserem Beitrag von vor acht Jahren über das Ebrodelta nachlesen, wenn Ihr möchtet.

Costa Dorada

Bevor wir zur Costa Dorada kamen, legten wir in Gava Mar, südlich von Barcelona, einen Zwischenhalt ein. Unser Ziel war es eigentlich den Park Güell zu besuchen. In Barcelona selbst sahen wir uns schon vor 8 Jahren um.

Der Park Güell ist eine Schöpfung von Antoni Gaudi, in dem es keine geraden Kanten gibt. Alles ist geschwungen und es wurde viel mit Mosaiken gearbeitet. Gebäude, Skulpturen und vieles mehr sind zu bestaunen. Zudem bietet sich eine herrliche Aussicht auf Barcelona selbst.

Wir hatten uns den Campingplatz „3 Estrellas“ in Gava Mar ausgesucht, weil man von dort aus per Busverbindung zum Park kommt. Als wir jedoch den Eintrittspreis sahen nahmen wir von diesem Besuch Abstand. Die Tickets kann man online buchen. Für uns beide kam ein Preis von 51,50€ heraus. Das war uns die Sache nicht wert. Dafür grüßte uns ein Wiedehopf zum Abschied.

Also fuhren wir weiter gen Süden, nach Salou. Dabei kamen wir im Norden Tarragonas zur Teufels-Brücke, einem sehenswerten römischen Aquädukt aus dem 1. Jahrhundert. Der Parkplatz liegt direkt an der Straße, von dem aus man einen ersten Blick auf das Aquädukt werfen kann. Es hat eine Länge von 217 Metern, eine maximale Höhe von 56,8 Metern und wurde aus Sandstein erbaut. Es besteht auch die Möglichkeit das Aquädukt entlang des Wasserkanals zu überqueren, aber im Moment standen dort zu viele Pfützen.

Warum trägt das Aquädukt den Namen „Teufelsbrücke“? Dazu gibt es eine Legende. Der Baumeister hatte die Brücke schon fast fertig, als sie von einer Windböe wieder zerstört wurde. In seiner Verzweiflung sagte der Baumeister: Nur der Teufel kann etwas bauen das tausend Jahre hält. Da erschien ihm der Teufel und versicherte ihm, dass er die Brücke in einer Nacht wieder aufbauen könnte. Er würde dafür die Seele des Ersten nehmen, der das Wasser trank, welches über die Brücke floss. Ein armer Esel trank zuerst von dem Wasser und musste seine Seele an den Teufel abgeben. Beeindruckend ist das Aquädukt auf jeden Fall, auch wenn es offensichtlich schon einige Restaurierungsarbeiten hinter sich hat.

In der Nähe des riesigen Abenteuerlandes stellt die Stadt Salou einen Womo-Stellplatz für 6,-€ die Nacht zur Verfügung. Von dort aus sind es ca. zwei Kilometer durch die Stadt bis zum Strand.

Salou ist die Kulturhauptstadt Kataloniens. Es gibt kaum Altes zu bewundern. Die Stadt ist modern und nicht so groß. Zwischen der Häuserfront und dem langen Sandstrand kann man auf drei Promenaden wandeln. Viele Brunnen und Skulpturen sorgen für Abwechslung. Alles ist ganz schön angelegt und jeder kann seine Freizeit nach seinen Vorstellungen genießen.

Das nächste Ziel fanden wir bei Sant Jordi d`Alfama. Bisher hatten wir nur lange Sandstrände gesehen. Hier sind mehrere wunderschöne und zu dieser Jahreszeit ruhige kleine Buchten zu erleben.
An der Bucht Cala Vidre steht ebenfalls ein Womo-Stellplatz zur Verfügung, direkt an der felsigen Küste. Schon als wir dort ankamen stand fest: das ist ein traumhaftes Stückchen Land. Zu dieser Jahreszeit ist es zudem sehr ruhig.

Wir erkundeten die Küste von der Marina Sant Jordi südwärts, über das Kastell Sant Jordi, die Buchten Cala Vidre, Cala Forn, Cala Mosques bis zum Playa Naturista mit dem Fahrrad. Es ist einfach nur fantastisch hier, die Ruhe, der blaue Himmel, das blaue Wasser und die kleinen Buchten. Unsere zwei Favoriten sind dabei die Cala Vidre und die Cala Forn.

Sogar unser Traumhaus haben wir gefunden: nicht zu groß, südspanischer Baustil, wunderschöne Wohngegend, große Palmen, und einige schön mit Mosaiken gestaltete Elemente im Garten. Das Beste daran ist, dass es zu verkaufen ist. Das Schlechte: uns fehlen so … 2 bis 3 Millionen.

Einen Nachmittag verbrachten wir am Strand der Cala Vidre. Klaus nahm sogar ein Bad im Meer, dessen Wassertemperatur in dieser Bucht ganz leicht höher ist als bisher.
Das Gestein, in welches die Buchten vom Meer gearbeitet wurden, ist Lösgestein, mit jeder Menge Flusssteinen und Muscheln darin.

Die Vegetation erinnert an die sardische Macchia. Überall wächst und blüht zudem Rosmarin.

Es ist einfach nur toll, hier an diesem Abschnitt der Costa Dorada.

Torroella de Montgri

In Torroella di Montgri waren wir wegen des Übernachtungsplatzes, bevor wir uns wieder in Richtung Küste bewegen. Zwischen der Altstadt und dem Fluss Ter steht ein großer freier Platz zur Verfügung, der nur wenig frequentiert wird. Die Stadt wollten wir am nächsten Tag besichtigen. Die Sonne schien herrlich und das Kastell del Montgri thront stolz auf dem Berg über der Stadt. Um es zu erreichen bedarf es eines Fußweges von ca. einer Stunde und die Überwindung von dreihundert Höhenmetern. Wir begnügten uns mit dem Anblick.

Am Abend rappelten plötzlich unsere Handy´s. Was ist jetzt los? Den durchdringenden Ton kennen wir von den Probealarmen zu Hause. Jetzt schickte der spanische Zivilschutz eine Warnung, allerdings auf spanisch, was wir erst einmal übersetzen mussten. Man warnte uns vor starken Gewittern mit noch stärkeren Platzregen am Abend oder in der Nacht. Sofort überprüften wir unseren Standort und befanden ihn für relativ sicher. Wo sollten wir auch hin, es gibt keine Parkmöglichkeiten für Wohnmobile. Also harrten wir der Dinge die da kommen sollten.
Weder am Abend noch in der Nacht geschah etwas. Glück gehabt.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen sah das Wetter immer noch gut aus. Wir überlegten zu unseren Stadtbummel aufzubrechen, konnten uns aber nicht recht entscheiden. Das Kastell auf dem Berg war in den Wolken verschwunden. Etwas später begann es dunkel zu werden und noch später begann das Gewitter, welches neben unzähligen Blitzen auch Unmengen an Regen mitbrachte. Immer wenn wir dachten, das war´s, begann es wieder. Es hatte sich an diesem Platz festgehakt. Na, da wären wir aber ganz schön nass geworden.

Am Nachmittag starteten wir dann doch den Bummel durch die Altstadt von Torroella. Diese ist nicht groß und so ist man schnell durch.

Torroella ist seit Menschengedenken besiedelt. Archäologische Funde zeigen, dass die Menschen damals Jagd auf Elefanten, Nashörner, Pferde und Hirsche machten. Das muss schon sehr lange her sein.

Etwa fünfhundert Jahre um den Beginn der Zeitrechnung siedelten die Römer hier. Die ersten Mauern baute man im 11. und 12. Jahrhundert, die die Pfarrkirche Sant Genis und den heiligen Platz um die Kirche schützten. Palau de Mirador, die Feudalburg, entstand 1085. 1385 ist sie auch als Aussichtspunkt mit Blick auf die Ebene und den Fluss Ter bekannt. Später entstand ein Gefängnis in der Burg, heute ist es ein Hotel.

Die Entwicklung von Torroella begann im 14. und 15. Jahrhundert unter der Krone von Aragon. Eine Textilwirtschaft brachte Aufschwung. Die Mauern wurden erweitert und fünf Tore entstanden.
Im 16. Jahrhundert entwickelten sich mehrere Handwerke. Reiche lokale Familien bauten ihre Paläste und z.B. ein Hospital. Reisanbau, Fischerei und Musik ließen Torroella weiter wachsen.

Auf der heutigen Placa del Lledoner befand sich das Portal de Mar, welches 1880 abgerissen wurde. Der alte Brunnen ist noch da, sowie ein Abschnitt der alten Stadtmauer. Von dieser Stelle aus bietet sich ein schöner Blick zu Burg und Kirche.

Die heutige Kirche Sant Genis steht auf den Ruinen der ehemaligen römischen Kirche. Der Bau begann 1305/06, dauerte jedoch dreihundert Jahre. Die erste Messe fand 1608 statt. Im 18. Jahrhundert ergänzte man die Kirche um die Sakristei, die Fonda-Kapelle, das Südportal und die Westfassade im Barockstil.

Wenn man in den Eingangsbereich des nebenan liegenden Hotels, ehemalige Burg, geht, wird man von einem beeindruckenden Innenhof empfangen. Teilweise ist das alte Pflaster noch erhalten.

Der Besuch hat sich gelohnt.

Banyoles-See

Der zwei Kilometer lange Natursee von Banyoles ist ein perfekter Naherholungsort. Ruhig, saubere Luft, viel Grün, zwei Strände, zu Fuß oder per Fahrrad lässt sich das Gebiet erkunden. Der westliche Teil ist Schutzgebiet, der östliche Teil ist für Bootsfahrten und Wassersport freigegeben, und in der Mitte ist eine Landebahn für Wasserflugzeuge reserviert. Es gibt also jede Menge Möglichkeiten.

Auffallend sind die schönen und massiven Bootshäuser mit Wohnmöglichkeit, die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen.

Das Wohnmobil parkten wir auf dem großen und ruhigen Parkplatz an der Schule in Porqueres. Von dort aus starteten wir zur Erkundungstour entlang des südlichen Seeufers.

Das erste Ziel, welches uns in die Augen fiel, war der Torre de l´Esperanca (Turm der Hoffnung), der sich auf dem Gelände einer evangelischen Schule befindet. Da es Privatgrund ist, sollte man sich ruhig und reserviert verhalten. Um den Turm, es handelt sich um einen Andachtsturm, zu erreichen, spaziert man auf einer Allee, die mit Khaki-Bäumen gesäumt ist. Die leuchtend orangen Früchte und das rote Laub sehen im Sonnenlicht großartig aus. Obwohl die Früchte reif aussehen sind sie steinhart.

Danach spazierten wir weiter am Ufer entlang, durch einen Park und an zwei dieser wie kleine Wasserschlösschen anmutenden Bootshäusern vorbei.
Die Aussichten über den See sind toll. Im Hintergrund erheben sich einige Berge.

Dann spazierten wir zurück, um die kleine Kirche Santa Maria de Porqueres zu besichtigen, die vom Seeufer aus zu sehen ist. Sie ist schlicht, von außen wie auch innen, aber sie ist anheimelnd. Das Taufbecken wurde aus einem Kalksteinblock hergestellt und mit einem Holzdeckel, der schöne Stahlbeschläge aufweist, verschlossen.

Neben der Kirche befindet sich der noch kleinere Friedhof. Gleich gegenüber steht das alte Kastell, welches heute wohl ein Hotel ist.

Nachdem wir uns diese Seite des Banyoles-See´s angesehen haben, fuhren wir auf die andere Seite nach Banyoles. Hier besuchten wir noch den Draga-Park. Es handelt sich dabei eher um Wiesen, die von Bäumen begrenzt werden. Einige parallele Wege führen durch den Park, der an das Seeufer grenzt. Es gibt einen Spielplatz, eine Wasserfläche und eine rekonstruierte Steinzeit-Siedlung, die allerdings Eintritt kostet und wohl gerne von Schulklassen besucht wird.

Naturpark Garrotxa

„Land der Vulkane“ nennt sich dieses Gebiet zwischen Girona und Andorra. Wir sind in Spanien angekommen. Andorra stand mal wieder auf der Besuchsliste, aber zu dieser Jahreszeit ist es dort oben in den Bergen viel zu kalt, gerade nachts.

Welche Stadt, neben Neapel, kann sich schon rühmen einen eigenen Vulkan zu haben? Wir kennen jetzt die Antwort: Olot. Direkt hinter dem Friedhof, mitten in der Stadt, erhebt sich der Vulkan Montsacopa. Es ist der erste Vulkan, den ich bestiegen habe und den ich auf dem Kraterrand umrundet habe. Na ja, er ist nicht hoch. Da bot sich eine „Besteigung“ an.

Die dem Friedhof zugewandte Seite des Vulkans zeigt einen schönen Schnitt in sein Inneres, mit erstarrter Lava und den verschiedenfarbigen Bimssteinschichten.
Ein Weg führt nun die Flanke hinauf. Das letzte Stück ist als eine Art Kreuzweg angelegt. Ganz oben steht die Kapelle Sant Francesc, eine von ehemals drei Kapellen auf dem Vulkan. Sie stammt aus dem Jahre 1817 und verfügt über ein einziges Kirchenschiff, einen Glockenturm und Unterkünfte für die Pilger.

Von hier oben bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Stadt Olot und die Vulkane der Umgebung.

Direkt hinter dem Gelände der Kapelle liegt der Krater, den man über einen Zugang erreicht. Inzwischen ist alles zugewachsen. Der Kratergrund ist eine Wiese.

Der Name des Vulkans, Montsacopa, rührt von der tassenförmigen Form seines Kraters (Copa) her. Er ist das Ergebnis der Vulkanausbrüche von vor 30.000 bis 100.000 Jahren, die abwechselnd relativ schwach und dann wieder hochexplosiv waren. Seine kreisförmige Struktur ist einzigartig in diesem Vulkangebiet, da sie von den post-eruptiven Lavaströmen unbeschädigt blieb. Der Krater hat einen Durchmesser von zwanzig Metern und ist zwölf Meter tief.

Auf dem Kraterrand stehen noch die Reste zweier Türme, die Sant Francesc-Towers. Sie wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut, um die Stadt im einem regionalen Krieg 1872 bis 1876 zu schützen. Mit Hilfe von Stahltreppen im Inneren lassen sich die Türme besteigen, um weitere Aussichten auf die Umgebung zu genießen.

Am Fuße des Vulkans lädt das Espai-Cratercenter zu einer interaktiven Vulkantour ein. Es werden Vulkanausbrüche erklärt und die Beziehungen der Vulkane zu ihrer Umgebung erläutert, vor allem auf das Gebiet Garrotxa bezogen. Leider ist Montags geschlossen.

Nach diesem sehr interessanten Besuch fuhren wir die landschaftlich schöne Straße von Olot nach Banyoles zurück in Richtung Küste. Sie ist kurvenreich und führt an unzähligen Vulkanen vorbei. Wer dies nicht weiß, der vermutet nur eine grüne Hügellandschaft.

An mehreren Stellen sind Parkplätze eingerichtet, alle kosten 8,-€, um die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden, und weitere Vulkane zu besteigen. Im Sommer fährt auch eine kleine Bahn durch diese Landschaft.

Mit unserem Wohnmobil fuhren wir auf dem Stellplatz des Ortes Santa Pau, da wir hier übernachten durften. Die Vulkanhügel geben in Santa Pau eine größere Ebene frei, die jetzt im Herbst ihr schönstes Gesicht zeigt.

Santa Pau kann auf eine tausendjährige Geschichte zurück blicken. Sie ist aber berühmt für ihr mittelalterliches Dorfzentrum, welches inmitten von Vulkanen eingebettet liegt.

Die imposante Burg, der Hauptplatz mit seinem Arkadengang, die verschlungenen Gassen und die alten, aus Natursteinen bestehenden Häuser, versetzen den Besucher direkt ins Mittelalter. Weite Teile der Stadtmauer sind noch erhalten. Die zwei Tore waren die einzigen Zugänge zur Stadt.

Der Hauptplatz, der Plaza Major, dient seit dem 13. Jahrhundert als Markt- und Messeplatz.

Die Kirche Santa Maria de Santa Pau stammt auch aus dieser Zeit und zeigt einen Stilmix von katalanischen Elementen und Gotik. Die Kirche wurde durch Erdbeben 1427/28 in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Teile stammen aus der Rekonstruktion im 16. Jahrhundert, in dem die Gotik bevorzugt wurde.

In der Nachbarschaft der Kirche steht die Burg aus dem Jahre 1278. Hier lebten die Barone von Santa Pau. Später baute man die Stadtmauer um die Burg, dann die ersten Häuser. Erweiterungen der Burg fanden im 13. und 18. Jahrhundert statt. Der Burgturm diente auch als Kapelle.

Viele der Häuser der Altstadt stammen aus dem 18./19. Jahrhundert. Über den Hauseingängen sind die Berufe oder Lebensstile der Bewohner samt Jahreszahl der Erbauung eingemeißelt.

Das Interessante an dem alten Dorfzentrum Santa Pau´s sind die vielen Durchgänge, Bögen und Ausblicke auf das Umland. Viele Häuser sind über die Jahre verlassen worden, aber es wird inzwischen einiges rekonstruiert und wieder bewohnbar gemacht.

Unterhalb der Burg, auf der Ostseite, befindet sich der kleine Friedhof.

Im Tal westlich des Dorfkerns kann man den Aufschluss eines Lavastromes bewundern. Er stammt aus der letzten Eruptionsphase des Vulkans Rocanegra, der sich in direkter Nachbarschaft zu Santa Pau erhebt. Das war vor ca. 28.100 Jahren.
In dem Aufschluss ist auch die schlackige Basis des Lavastromes zu erkennen. Lavaströme, die etwa 1100°C heiß sind, sind relativ flüssig. Während sie sich fortbewegen erstarrt die Basis schnell, während das flüssige Innere weiter vorrückt und irgendwann zu Basaltsäulen erstarrt.

Wer in Santa Pau ist, sollte die Spezialität des Ortes probieren. Fesols i Pa amb tomaquet, weiße Bohnen mit Tomatenbrot. Die weißen Bohnen, die im direkten Umland angebaut werden, kann man entweder getrocknet oder als Konserve kaufen. Das Tomatenbrot ist eine allgegenwärtige Beilage.

Wir befinden uns im Gebiet Katalonien. Bevorzugte Sprache ist daher katalanisch. Geschrieben ähnelt sie dem spanischen, gesprochen klingt sie völlig anders. Wer also etwas übersetzen will, muss den katalanischen Übersetzer bemühen.

Von der Terrasse der Bar „Can Pauet“ hat man einen schönen Blick auf das mittelalterliche Dorfzentrum mit seiner Stadtmauer, der Burg und den alten Häusern. Hier kann man die weißen Bohnen mit Würstchen und Tomatenbrot probieren und den Ausblick genießen, sowie einen Zwiebeltest „nach Pauet“ kennenlernen. Mit Hilfe von halben Zwiebelschichten und Salz lässt sich das kommende Wetter für den nächsten Monat vorhersagen.

Nach diesem Besuch fuhren wir auf der landschaftlich schönen und kurvenreichen Straße in Richtung Banyoles weiter, und verließen dabei den Naturpark Garrotxa.

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