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Alcantara-Schlucht

Eine grandiose Szenerie bietet der Naturpark „Gole Alcantara“ (Eintritt im Winter pro Person: 6,-€), zwischen Giardini-Naxos und Francavilla di Sicilia gelegen. Der Fluss Alcantara hat sich an dieser Stelle in drei übereinanderliegende Lavaflüsse gegraben, deren Entstehung vor 8000 Jahren begann. Die Aussichtsplattform am Hafen von Naxos, am Capo Schisó, wurde auf dem Ausläufer des ältesten Lavastromes gebaut.
Die Schlucht ist bis zu 30 Meter tief und sehr sehenswert. Den oberen Eingang zur Schlucht bildet die Quelle der Venus. In diesen Pools soll die Göttin Venus gebadet haben. Ihr Geliebter, der Vulkangott, hatte extra für sie das Wasser erwärmt, damit das Bad recht angenehm ist. Irgendwann betrog Venus ihren Geliebten, der dann das Wasser des Alcanara-Flusses wieder erkalten ließ.

„Pool der Venus“, Eingang zur Alcantara-Schlucht

Am Balkon „Quelle der Venus“ beginnt der schmalste und höchste Teil der Schlucht, der sehr kurvenreich ist. Basaltsäulen in vielen Formen, die da Namen wie „Holzstapel“, „Harfen“, „Rosetten“ und „Orgelpfeifen“ tragen, säumen den Weg des wilden Wassers. Das allerbeste Bild der Schlucht findet man am Aussichtspunkt „Der Aufruhr von Vulkano“.

„Der Aufruhr des Vulkano“

Da es vor ein paar Tagen heftig und anhaltend geregnet hat, fließt jetzt entsprechend viel Wasser durch die Schlucht. Das heißt auch, dass sämtliche Zugänge nach unten, an den Strand und zum Eingang der Schlucht, geschlossen sind. Im Sommer starten dort unten Touren durch den Grund der Schlucht. Von oben sieht das alles schon gigantisch aus, aber von unten muss das unfassbar sein.
Es gibt noch weitere Balkone, von denen aus man in die Schlucht sehen kann und man immer wieder andere Einblicke erhält. Ich will jetzt nicht weiter darüber schreiben, da ich sowieso kaum ausdrücken kann, was die Natur hier in der Alcantara-Schlucht geschaffen hat, ich lasse einfach mal die Bilder sprechen.

Ausgang der Alcantara-Schlucht

Der Park „Gole Alcantara“ bietet jedoch noch einiges mehr. Es ist gleichzeitig ein Botanischer Garten. Im Multimediasaal und in Ausstellungsräumen wird gezeigt, wie die Schlucht entstand. Ob diese jetzt im Winter geöffnet hat, wissen wir nicht, da wir sie nicht besucht haben. Ein Glamping-Platz gehört auch zum Park, im Winter geschlossen.
Nach Berichten von Mitreisenden ist der Zugang „Comunale“ ein paar hundert Meter weiter in Richtung Francavilla kostenlos. Wir wissen es nicht, da wir es dort nicht versucht haben.

Eigentlich wollten wir noch ein Stück am nördlichen Hang des Ätna hochfahren. Deshalb nahmen wir den Rückweg nach Naxos über Francavilla und der auf einem Berg gelegenen Stadt Castiglione di Sicilia. In Castiglione lohnen einige Stopps, denn die Aussicht auf das sizilianische Hinterland ist wunderschön. Obst und Wein gedeihen auf den Lavahängen prächtig. Überall stehen kleine Händler mit ihren kleinen Lastwägelchen, zumeist Piaggios AP 50, und verkaufen, was sie geerntet haben. Die Preise liegen um 1,-€ pro Kilo, egal was.

Castiglione di Sicilia

Von Rovitello aus sind es noch 19 Kilometer bis nach Etna-Nord. Da sich der Vulkan heute mehr oder weniger in Wolken hüllte, lohnte die Auffahrt nicht. Trotzdem fuhren wir wenigstens noch die 1,5km den Hang hinauf, wo es eine weitere Straße gibt, die wenig später wieder zurück nach Linguaglossa führt. Allein dieser kurze Weg entführt in die Lavawelt, die der Ätna vor langer Zeit hinterlassen hat. Bäume, die ums Überleben kämpfen, und Gestrüpp sind in den Lavaflüssen noch zu finden. Die Lava sieht aus, als lägen Millionen kleiner Steinbälle in der Gegend herum, die große Berge bilden. In den USA lernten wir diese Lava als AA-Lava kennen, ich nenne sie Bröckellava. Wenn man einen der kantigen Bälle anhebt, stellt man fest, das die Lava sehr schwer ist.

Lava am Nordhang des Ätna

Jetzt haben wir einen kleinen Eindruck bekommen, wie es am Ätna aussieht. Wir werden bei sonnigem Wetter auf jeden Fall noch einmal den Südhang hinauffahren, der allerdings der Hauptweg für die Touristenbusse ist. Wir sind sehr gespannt.

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