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Caltagirone

Auf unserer bisherigen Reise durch Sizilien sahen wir inzwischen schon eine Menge schöner Städte, aber wir finden, dass der Besuch von Caltagirone ein Muss ist. Wie die meisten alten Stadtkerne liegt auch der von Caltagirone auf einer Bergspitze. Die Stadt gehört zu den spätbarocken Städten wie Ragusa, Noto oder Scicli und ist ebenfalls UNESCO-Welterbe.

Schon die Anfahrt von Gela aus ist spannend, denn der größte Teil der Strecke führt durch eine dünn besiedelte Berglandschaft. Kurz hinter Gela kommt man aber erst noch an der Burgruine Castelluccio di Gela vorbei. Fast auf gleicher Höhe kreuzt man eine Linie von MG-Bunkern aus dem 2. Weltkrieg, der wir schon auf dem Weg nach Gela begegnet sind. Dann wird es einsamer. Auf der linken Straßenseite erhebt sich eine karge Karstlandschaft, in der man sich in Kroatien wähnt. Sieht man nach rechts, kommt man sich wie in Irland vor, mit zerklüfteten grünen Bergketten und saftigen Weideflächen.

Caltagirone erreicht man dann am oberen Ende der Stadt. Oberhalb der Kirche Santa Maria del Monte ist ein kleiner kostenloser Parkplatz. Der ist ein guter Startpunkt für die Stadtbesichtigung. Vom Vorplatz der Kirche Santa Maria del Monte blickt man über einen Teil der Unterstadt.

Blick vom Vorplatz der Kirche Santa Maria del Monte

Um dorthin zu gelangen, steigt man die berühmte Treppe von Caltagirone, die Scala Santa Maria del Monte, herunter. Das Besondere an dieser Treppe? – Jede Stirnseite der 142 Stufen wurde mit handgemalten Keramikfliesen belegt, die immer andere Motive zeigen. Keine zwei Stufen weisen das gleiche Motiv auf. Die Treppe wurde 1606 gebaut, aber erst 1954/55 bekam sie ihr heutiges Aussehen.

handgemalte Keramikfliesen an der Scala Santa Maria del Monte

Am Ende dieser Treppe liegt die Piazza Municipio mit dem Rathaus. Daneben befindet sich die Stadthalle. Neben einem kleinen Café wird an berühmte Bürger der Stadt gedacht, von der Antike an. Das Innere der Halle wurde wunderschön mit bunten Keramikfliesen oder -mosaiken gestaltet.

in der Stadthalle

Folgt man der Scala Santa Maria del Monte weiter nach unten, folgen weitere Treppen, bis man die Ponte San Francesco, eine Bogenbrücke aus dem 17. Jahrhundert erreicht. Rechts und links des gesamten Weges kann man typische Keramik aus Caltagirone kaufen. Die Stadt ist die Keramikhauptstadt Siziliens, und das ist überall zu sehen. Schon im 15. Jahrhundert war Caltagirone für seine Töpferkunst berühmt. Getöpfert wurde an dieser Stelle jedoch schon seit der Jungsteinzeit.

Ponte San Francesco

Die Ponte San Francesco mit der Via Roma, auch wieder mit Keramikfriesen und -wappen geschmückt, führt nun zur Diözese von Caltagirone. Das Kloster beherbergt ein Museum zu seiner Geschichte. Zum Kloster gehört die Kirche San Francesco d`Assisi aus dem 18. Jahrhundert. Von deren Eingang aus hat man einen schönen Blick in Richtung Oberstadt mit der Ponte San Francesco im Vordergrund. Spätestens jetzt sagt man sich, dass Caltagirone die wohl schönste Stadt Siziliens ist. Man ist einfach begeistert von der barocken Architektur, den Treppen, den Brücken, der Keramik und den vielen schönen An- und Aussichten. Manchmal kommt es sogar vor, dass man gleich drei Kirchen in einem Blickfeld hat. Kirchen hat Caltagirone jedenfalls genug. Das ist jedenfalls jetzt unsere Meinung. Mal sehen, was uns auf der restlichen Strecke um Sizilien herum erwartet.

Blick von der Kirche San Francesco d`Assisi zur Oberstadt

Wer auf farbenfrohes und schmackhaftes Kaffee-Gebäck steht, der wird in der Escalier-Bar an der Piazza Municipio fündig. Das Kilo kostet zwar 30,-€, aber das ein oder andere Häppchen sollte man sich dort schon gönnen. Schließlich braucht es einiges Gebäck, um auf ein Kilo zu kommen. Dazu ein Kaffee und alles ist gut, bis man die Treppen der Scala Santa Maria del Monte wieder hinauf steigen muss, um zum Parkplatz zu kommen. Wenn man sich dabei noch einmal mit der Vielfalt der handbemalten Keramikfliesen beschäftigt oder sich in einem der Keramikläden umsieht, merkt man kaum, dass man schon oben angekommen ist.

leckeres Kaffee-Gebäck in der Escalier-Bar

Für Keramik-Begeisterte sei ein Besuch des Regionalen Keramikmuseums Caltagirone empfohlen.

Den Rückweg nach Gela nahmen wir über die kleine Stadt Niscemi. Die Straße von Caltagirone nach Nescemi ist ebenfalls wunderschön. Zuerst ragt das mit 40 Metern Höhe drittgrößte Kreuz der Welt in den Himmel. Es ist einige Kilometer südwestlich von Caltagirone zu finden, westlich der Gemeinde Crescimanno.

drittgrößte Kreuz der Welt bei Caltagirone

Manche Eisenbahn-Bogenbrücke ist auf der Strecke auszumachen. Der Weg durch oder über dem Valle delle Ferla ist traumhaft.

Abgesehen von der Piazza Vittorio Emanuele mit seinen zwei großen barocken Kirchen hat Niscemi wahrscheinlich nicht mehr viel zu bieten. Trotzdem ist sie besonders, denn während man sich in all den anderen sizilianischen Altstadtlabyrinthen schnell verläuft, ist Nescemi im Schachbrettmuster angelegt. Dies erleichtert die Orientierung ungemein.

Piazza Vittorio Emanuele in Niscemi

Der Grund, weshalb wir die Stadt besuchten, war der Aussichtspunkt Terrazzo del Belvedere. Seit Januar 1997 erlebt man an diesem Punkt eine der schönsten Aussichten Siziliens.

Aussichtspunkt Terrazzo del Belvedere

 

 

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