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Natur im Garten Frühjahr/Sommer 2022

Es ist aufregend zu sehen, wie die Vögel und anderes Getier im Garten den Frühling verbringen. Für sie ist es eine geschäftige Zeit, denn es ist Zeit für den Nachwuchs. Erst der Nestbau, dann die Hochzeit und wenig später liegen schon die Eier im Nest. Nach dem Schlüpfen der Jungen wird es richtig stressig für die Vogeleltern, denn es muss ununterbrochen Futter herangeschafft werden.

Hauswurz

Zu unserer großen Freude zog ein Pärchen Gartenrotschwänze in unser Winterfuttervogelhaus ein. Klaus hatte extra eine obere Etage für eine Vogelwohnung eingebaut. Bis jetzt brüteten nur die weniger farbenfrohen Hausrotschwänze in unserem Garten. Deshalb freuten wir uns umso mehr über die hübschen Gartenrotschwänze.
Das Männchen übernahm die Rolle des Soldaten, um seine Frau und später seine ganze Familie zu beschützen. Er saß immer direkt gegenüber dem Nest auf dem Kabel, welches wir quer über unseren Garten gespannt haben. Manchmal saßen auch Beide dort.
Nach etwa zwei Wochen Fütterung steckte ein Junges manchmal den Kopf aus dem Nest, um Futter entgegen zu nehmen. Eines Tages war das Nest leer und die Gartenrotschwanz-Familie, ohne sich zu verabschieden, weg. Sie schauten nur sehr selten mal wieder bei uns vorbei. Das fanden wir sehr schade, denn die Jungen der Hausrotschwänze hielten sich immer noch mehrere Wochen im Garten auf, um gefüttert zu werden oder selbst Futter zu suchen.

Als die Gartenrotschwänze beim Brutgeschäft waren, trafen die Rauchschwalben ein. Herr Gartenrotschwanz startete gleich Attacken gegen die Schwalben, bis sich beide Arten darauf verständigten, sich unseren Garten zu teilen.
Ein Schwalbenpärchen zog wieder in unserem Gartenhäuschen ein. Sie versuchten mehrere Tage und an mehreren Stellen, ein Nest zu bauen. Leider hielt das Gebilde irgendwie nicht zusammen. Eines Tages fanden sich mehrere andere Schwalben ein und zeigten dem wohl unerfahrenen Pärchen, wie es geht. Und siehe da, in wenigen Tagen war doch noch ein schönes Nest entstanden. Von solcher Zusammenarbeit hatten wir noch nie gehört. Das junge Pärchen erhielt über die ganze Brutzeit immer wieder Unterstützung durch Artgenossen, die wahrscheinlich zur gleichen Familie gehören. Es brüten schon viele Jahre auf unserem und den Nachbargrundstücken Schwalben.
Nach relativ kurzer Zeit schlüpften die Jungen. Sie hielten sich stets geduckt und ruhig, wenn wir nachsahen. Nur wenn die Eltern mit Nahrung kamen hörte man erst ein leises Piepsen, welches später immer lauter wurde. Dann wurden die Hälse gestreckt und die kleinen Schnäbel mit dem gelben Inneren aufgerissen. Die Futterübergabe geht sehr schnell, fast im Fluge vonstatten.
Wenn die Kleinen groß genug sind, werden sie von den Eltern dazu animiert, das Nest zu verlassen.
In den vergangenen Jahren ließen sich die Jungen auf unserem gespannten Kabel nieder und warteten auf Futter von den Eltern, bis sie sich selbst etwas fangen konnten. Diesmal flogen alle aus und kamen nur sporadisch wieder, um sich im Nest auszuruhen. Merkwürdig.

Im August brütete unser Schwalbenpärchen ein zweites Mal. Als die Kleinen heranwuchsen, schwirrten schon um die 18 Schwalben aus der näheren Nachbarschaft um das Gartenhäuschen herum, in dem sich das Nest befindet. Wir hatten den Eindruck, als könnten sie nicht erwarten, dass die Kleinen flügge werden. Nach ein paar Wochen verließ das erste Junge das Nest und flog schon mit den anderen mit. Bald darauf saßen alle vier Jungen auf der Türe des Gartenhäuschens, wie die Orgelpfeifen. Sie schauten nach den Eltern, die fast im Minutentakt Futter heranschafften. Es war ein Bild für die Götter. Die Kleinen rissen alle gleichzeitig ihre Schnäbel auf, wenn ein Altvogel auch nur in die Nähe kam. Dann konnte man, wenn man genau hinschaute, so etwas wie Enttäuschung in den Gesichtern der Jungen sehen. Dieses Schauspiel dauerte ein paar Tage. Inzwischen war die Schar der Rauchschwalben auf 24 angewachsen. Dazu kamen dann unsere vier. Eines Tages hatten alle das Nest verlassen.

Rauchschwalben sind sehr soziale Tiere. Sich helfen sich gegenseitig, spornen sich an, muntern sich auf und haben Spaß miteinander. Es ist einfach nur eine Freude, den Flugmanövern der Schwalben zuzusehen. Sie sind, wie kaum ein anderer Vogel, für das Fliegen geschaffen. Da braucht man kein Fernsehen oder Kino mehr.

Aber nicht nur Vögel erfordern unsere Aufmerksamkeit. Eines Tages fanden wir eine kleine Kugel am Dachüberstand neben der Haustüre. Bei näherer Betrachtung stellte sich diese Kugel als Wespennest heraus. Schwarze Wespen bauten daran und fügten Schicht für Schicht dazu, so dass die Kugel wuchs. Man konnte nicht lange daneben stehen und beobachten. Die schwarzen Wespen waren ziemlich aggressiv und flogen Scheinangriffe gegen uns. Unter dem Nest fanden wir getötete Wespen und Fliegen.
Irgendwann fiel mir dann auf, dass das Nest in einem anderen Baustil weiter wuchs und sich die Wespenart gewechselt hatte. Es waren jetzt normale gelbe Wespen am Werk und diese bauten kleine Taschen um das Nest, Schicht für Schicht. Was war da passiert? Keine Ahnung. Die gelben Wespen sind friedlich und so lassen wir sie ihr Nest weiter bewirtschaften.

Auf den weiteren Bildern: Hummeln lieben die Blüten der Stockrose, Herr Hausrotschwanz nutzt die Badegelegenheit, geheimnisvolle schwarze Bienen oder Fliegen nisten im Schilfröhricht, Stieglitze schätzen die Samen des Frühlingsblumenbeetes, liebkosende Ringeltauben, bunte Blüten veredeln so manche Mahlzeit.

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