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Talmont-sur-Gironde

Von Arcachon aus umfuhren wir Bordeaux, die Stadt besuchten wir schon vor neun Jahren, und hielten uns nun am östlichen Ufer der Gironde-Mündung. Als nächstes hatten wir den Küstenort Meschers-sur-Gironde auf dem Plan. Da wir jedoch viel Landstraße fuhren, verging die Zeit und wir legten einen Zwischenstopp in Le Pontet, östlich von Blaye gelegen. Es ist ein winziges Dorf mitten in der Weingegend von Bordeaux. Unzählige Weingüter säumen die Landstraßen, hier und da fanden wir Hinweise auf Cognac-Destillerien. Weidewirtschaft ist das zweite Standbein in der ganz leicht hügeligen Landschaft.

Das bestimmende Gebäude in Le Pontet ist das „Château Pontet d´Eyrans“, ein Hotel in typisch französischen Stil. Eine Vorstellung der vergangenen Pracht des Ortes liefert das wohl seit langem geschlossene „Hotel des Voyageurs“.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Meschers-sur-Gironde weiter. Kurz davor erregten geparkte Wohnmobile und eine Kirche unsere Aufmerksamkeit. Grund genug abzubiegen und dieses Ziel zu erkunden.
Ganz überraschend landeten wir in einem der schönsten Dörfer Frankreichs: Talmont-sur-Gironde. Bevor man das Dorf erreicht, stellt man das Auto auf dem großen Parkplatz davor ab.

Ein kurzer Fußweg führt dann zum Dorfeingang, wo ein kleines Restaurant einlädt. Auf der anderen Seite hat die Weinkellerei „Talmont“ ihr zu Hause.

Dann taucht man in eine lange vergangene Zeit ein. In diesen Gassen ist die Zeit stehengeblieben. Durch andauernde Erhaltungsmaßnahmen erstrahlt das Dorf Talmont in neuem Glanz.

Man kann aber auch an der Außenseite, entlang der Stadtmauer spazieren, mit dem Blick über eine Bucht der Gironde-Mündung hinüber nach Meschers-sur-Gironde. Gerade war Ebbe, man hätte auch hinüber laufen können.

Auf der vordersten Spitze der Landzunge, auf der Talmont liegt, steht die Kirche „Sainte-Radegonde de Talmont-sur-Gironde“. Dem Baustil nach ist es eine Basilika.

Der angeschlossene Friedhof ist Jahrhunderte alt. Auffallend sind hier steinerne Särge, die jeweils auf zwei Stützen stehen. Dies sind sogenannte Kenotaphe, mehr oder weniger stilisierte und verzierte Steine in Sargform. Selbstverständlich enthielten sie weder Leichen noch Gebeine. Es waren Grabsteine. Vermutlich wurde dieser Brauch von Reisenden aus Italien mitgebracht. Die Verwendung von Kenotaphen war ein in Rom gängiger Brauch.

Die Pflege und Instandhaltung der alten Gräber wird von den Familien aus Talmont übernommen. 1934 erklärte man den Friedhof zum historischen Denkmal. Die Kirche wurde schon 1890, zusammen mit Notre Dame in Paris unter Denkmalschutz gestellt.
Das Innere der Kirche aus hellem Sandstein ist sehr schlicht, mit einfachen, aber hübschen Verzierungen.

Am anderen Ende von Talmont erreicht man ein altes Stadttor, welches den Zugang zu einer weiteren Bucht gewährt. Heute befinden sich unterhalb einige Fischerhütten auf Stelzen, mit „chinesischen Netzen“. Chinesische Netze deshalb, weil wir sie in Indien unter diesem Namen kennenlernten. Inzwischen sind wir ihnen schon an mehreren Orten in Italien, und jetzt auch hier, begegnet.

Auf der anderen Seite der südlich von Talmont gelegenen Bucht liegt das Dorf „Le Caillaud“. Auch hier findet man eine kleine Weinhandlung und ein Restaurant, beides gerade geschlossen.

Oberhalb des Dorfes führt ein Weg entlang der Klippen von Caillaud, auf der landeinwärts gelegenen Seite des Plateaus breiten sich kleine Weinfelder aus.

Am Fuße der Klippen stehen ebenfalls viele der Fischerhütten auf Stelzen.

Auf der anderen Seite dieser Bucht ist wieder die Kirche Sainte Radegonde zu sehen. Es ist eine friedliche Ecke, in der es sich wunderbar entspannen lässt.

Am Ende unseres Rundganges durch Le Caillaud kamen wir noch an einer alten Villa vorbei, und dem Brunnen de la Fond.

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