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Turda

Endlich konnten wir Kilometer machen, denn wir haben diesmal nicht unbegrenzt Zeit. Auf dieser Tour überquerten wir die Grenze zwischen der Region Maramures und der Region Siebenbürgen.
Unser nächstes Ziel war Turda (Thorenburg), besser gesagt das Salzbergwerk. Im Reiseführer, gleich auf der ersten Seite steht: Riesenrad unter Tage. Das wollten wir unbedingt sehen.
Stellt man sich auf den etwas entfernteren Parkplatz, kostet das nichts. Der Weg ist nicht weit bis zum neuen Eingang in die ehemalige Mine.

Neuer Eingang zum Salzbergwerk Turda

Schon 1075 erwähnte man die Salzvorkommen urkundlich. Bis 1832 wurde das Salz hier abgebaut. Für 30,-Lei (Seniorenticket) betritt man die stattliche Salzmine, die inzwischen zum touristischen Spektakel umgebaut ist.
Zuerst führen gut 100 Stufen in die Tiefe. Daran schließt sich der Franz-Josef Tunnel an, über den damals das abgebaute Salz nach draußen befördert wurde. Nach einer späteren Verlängerung ist er heute 917m lang. Seit 1910 gibt es elektrischen Strom.

Das Salz wurde in verschiedenen Stollen abgebaut. Heute gibt es zwei große Hallen. Der Boden der einen Halle liegt bei 90m unter der Erde, die tiefere Halle, die Terezia-Mine endet in 112m Tiefe. In dieser Tiefe füllte sich die Mine dann mit Wasser, welches heute bis zu 8m hoch steht. In der Mitte der Halle erhebt sich eine Salzinsel, die heute als Anleger für Ruderboote dient. Es ist recht dunkel dort unten.

Was die beiden Salzhallen auszeichnet ist die Maserung an den Wänden. Helle und dunkle Salzschichten wechseln sich ab, liegen manchmal gerade und manchmal vollziehen sie wunderschöne Wellenzeichnungen. Das allein lohnt schon den Besuch in der Salzmine von Turda. Aber es geht noch besser. Fahrstühle bringen die Besucher in die Tiefe und auch wieder hinauf. Das Ganze geht auch per Treppe. Man muss sich dann allerdings 13 Etagen hinauf- oder herunter bemühen.

In der oberen Halle steht dann das Riesenrad. Wo kann man schon Riesenrad unter der Erde fahren? Die staunenden Gäste können auch Mini-Golf, Tischtennis und Billard spielen oder die Kinder an Spielgeräten turnen. Es gibt ein kleines Amphitheater oder einen Verkaufsstand mit Dingen, die aus Salz hergestellt wurden.
Immer wieder schweifen die Blicke zu den phantastischen Salzschichten und den kleinen Stalagmiten.

Fährt man dann mit den Fahrstuhl wieder in die Höhe, in der der Franz-Josef-Tunnel liegt, erreicht man auch über eine kleine Treppe noch den Teil des Bergwerkes, der den Salzarbeitern und der Technik im Bergwerk gewidmet ist. Früher gelangten das abgebaute Salz, die Menschen und die Technik durch einen Schacht in die Tiefe, gehalten von dicken Seilen. Pferde trieben den Aufzug, der aus Büffellederkörben bestand, über eine komplizierte Technik an. Das Salzbergwerk in Turda ist die einzige Mine, in der diese Technik noch original erhalten ist.

Modell des alten Aufzugl-Antriebes

Der Besuch der Mine hat auch noch einen positiven Effekt. Die Luft ist nicht zu knapp mit Salz angereichert. Die Salzkristalle legen sich auf alles, was sich in der Mine befindet. Dort unten jahrelang zu arbeiten, war dann wahrscheinlich das Gegenteil von gesund.
Es ist jedenfalls auch für Leute ohne Kinder ein Erlebnis, sich das Salzbergwerk von Turda anzusehen.

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