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Zyklopenküste

Die Küste um Acireale nennt man auch die Zyklopenküste. Einstige Lavaströme gelangten bis an das Meer heran und bilden heute eine bizarre Küste, mit vielen spitzen Felsen, die einzeln oder in Gruppen vor der Küste stehen. Der Sage nach, wobei wir wieder bei der Odyssee wären, lebte der einäugige Riese Polyphem an den Hängen des Ätna. Er hielt Odysseus und seine Gefährten gefangen. Mit List gelang es Odysseus, Polyphem zu blenden und zu fliehen. Aus lauter Wut schleuderte der Riese große Felsen Odysseus hinterher. So liegen sie heute immer noch dort, wo sie niedergefallen waren.

Lavabrocken bestimmen die Zyklopenküste

Das Zentrum der Zyklopenküste ist Aci Trezzo. Dort liegen gleich hinter der Hafenausfahrt die Isole die Ciclopi, die Zyklopeninseln. Die meisten von ihnen ragen als spitze, schwarze Lavabrocken aus dem Meer. Nur die größte der Inseln ist bewohnt. Die Inseln und das Wasser drumherum sind als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Die auf einer Halbinsel liegende Altstadt ist von einer breiten Promenade eingerahmt. Von dort aus lässt sich die Aussicht auf die Lavaküste gut genießen. Selbst die Häuser an der Wasserkante sind in einem guten Zustand, was in Sizilien nicht eben selbstverständlich ist.

Zyklopeninseln vor Aci Trezzo

Gleich südlich von Aci Trezzo schließt sich das schön gestaltete Kap von Aci Castello an. Die kleine normannische Festung, die auf dem Ende einer Lavazunge aus dem Jahre 1169 steht, ist über das Winterhalbjahr geschlossen. Sie beherbergt ein kleines Museum. Auch hier lässt es sich trefflich an der Promenade, die über einer schwarzen Steilküste liegt, bummeln. Wenn man an der Festung vorbeischaut, sieht man in einiger Entfernung Aci Trezzo mit den Zyklopeninseln.

Piazzo Castello mit dem Castello Svevo in Aci Castello

Ein wahres Kleinod ist der Hafen von Santa Maria la Scala. In die kleine Bucht laufen unverhältnismäßig große Wellen ein, und das im Zeitlupentempo und sehr geräuschvoll. Die hohe Steilwand hinter der Bucht bricht das Geräusch der Wellen und wirft es zurück. Es gibt kaum Touristen, die nicht begeistert von diesem Szenario sind.

Santa Maria la Scala

Links von der Bucht liegt der kleine Fischerort, der sich den Hang hinaufzieht. Rechts baute man eine Aussichtsplattform. Hier ist die Straße zu Ende und man blickt nach Süden, entlang der rauen, schwarzen Steilküste.
Als letztes Haus steht eine alte Mühle. Etwas links davon kommt man zu einem Wasserfall, der die Mühle einst antrieb. Heute wird das herabstürzende Wasser durch Rohre geführt. Nur ein Teil des Wasser erreicht rauschend das Meer. Umgeben ist der Wasserfall, wie der gesamte Hang, von dichtem südländischen Urwald.

die Gischt kriecht an der Steilküste aus Lava nach oben

Es ist ein grandioser Anblick nach beiden Seiten der Aussichtsplattform. Anschließend spaziert man durch die Gassen von Santa Maria la Scala, bis hin zur Mole. Aus diesem Winkel stellt sich der Ort, mit den vielen kleinen Booten davor, noch einmal anders dar. Es hat uns ausnehmend gut dort gefallen und es ist ein echter Geheimtipp. Es führt nur eine kleine kurvige Straße hinunter zu den Parkplätzen.

der kleine Hafen von Santa Maria la Scala

Auf der Hintour fuhren wir auf der ss114 entlang. Man darf keine zwei Sekunden woanders hinsehen, denn ständig muss man ausweichen, anhalten oder sonst wie reagieren. Deshalb folgten wir auf der Rücktour nach Giardini-Naxos der kleinen Küstenstraße. Hier geht es ruhiger zu. Teilweise ist die kleine Straße geräumiger als die Fernstraße. Man hat also Zeit, sich die Gegend anzusehen und die Aussichten zu genießen. Zitrusplantagen, Baumschulen und Gewächshäuser sind die Hauptzutaten auf der Strecke.

Hafen von Stazzo

Bei Santa Tecla und Stazzo bogen wir noch einmal ans Meer und zu den kleinen Häfen ab. Überall zeigt sich die schwarze Lava. Bei Santa Tecla zeigt sich weit oben im Hang das Ende einer Lavazunge, in der mehrere Höhlen, besser gesagt: Lavablasen, zu sehen sind.

das Ende einer Lavazunge

In Riposto mit dem „Hafen am Ätna“ legten wir eine letzte Pause ein. Der Hafen ist gleichzeitig der Hafen der großen Stadt Giarre. Entsprechend groß ist der Hafen und zahlreich sind die Boote in allen Klassen.

Uferstraße von Riposto

Langsam ziehen wieder dunkle Wolken über dem Ätna auf und wir müssen sehen, dass wir zum Stellplatz in Naxos zurückkommen. Von Riposto in Richtung Giardini-Naxos zieht sich ein endloser Strand an der Küste entlang. Nach der Zyklopenküste ist das richtig langweilig.

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