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Bran – Die Törzburg

Wer nach Rumänien fährt hat auf jeden Fall ein Ziel: Schloss Bran, das Dracula-Schloss. Bram Stoker, der irische Autor des Romans „Dracula“ hatte zwei Vorbilder: dieses Schloss, jedenfalls sind sich darin die meisten Leute einig, und Vlad Tepes, der Pfähler. Seine Person ist allerdings von zwei Seiten zu sehen. Er war im 15. Jahrhundert in Transsilvanien aufgewachsen und wurde später zum Fürsten der Walachei. In dieser Funktion kam ihm zu, sein Land gegen die Feinde zu verteidigen, die schon immer versuchten, das rumänische Territorium zu vereinnahmen, wie die Römer, die Osmanen usw. Mit seinen gefangengenommenen Feinden ging er nicht eben sanft um. Am liebsten pfählte Vlad sie. Dies brachte ihm den Beinamen“Tepes“, den Pfähler ein. Den zweiten Beinamen, Dracula erhielt Vlad Tepes von seinem Vater, der wegen der Verteidigung seines Landes im Besitz des Drachenordens war.

Bildnis von Vlad Tepes

Ein weiteres Detail für „Dracula“ war der fast grenzenlose Aberglaube der Einwohner Transsilvaniens. Der Umgang mit ihren Toten brachte sie dazu, zu glauben, dass wenn jemand nicht verweste, er irgendwie zu Blut kommen müsste, er untot sei. Das beste Mittel dagegen, war dem „Untoten“ einen Pflock ins Herz zu stoßen. Knoblauch und das heilige Kreuz konnten dann auch nicht falsch sein. Dieser Aberglaube hielt sich in den Tiefen Transsilvaniens bis in die Neuzeit.

Der Eintritt ins Schloss Bran oder auch die „Törzburg“ kostet 9,-€. Bevor man zur Kasse kommt, muss man sich allerdings erst durch die Souvenirstände kämpfen. Das Schloss liegt auf einer Felsspitze, deren Fuß von einem Garten umgeben ist.

Schloss Bran (Törzburg)

Gebaut wurde Mitte des 14. Jahrhunderts zuerst eine Burg zur Verteidigung Siebenbürgens gegen die Osmanen. Anfang des 15. Jahrhunderts gelangte die Burg in den Besitz des Fürsten der angrenzenden Walachei, der die Verteidigung gegen die Osmanen fortsetzte. 1459 übernahm dann Vlad Tepes die Burg. Es folgten weitere Eigentümer, die Bedrohungen schwanden und die Burg verlor an Bedeutung.
Inzwischen hatte sich die Grenze zwischen Siebenbürgen und der Walachei etwas nach Süden verschoben, nach dort, wo sie heute noch ist.
Am 1. Dezember 1920 verschenkten die damaligen Eigentümer die Burg an die neuen Landesherren Großrumäniens. Königin Maria ließ die Burg zum Schloss umgestalten, den Garten neu anlegen, die Nebengebäude neu herrichten und machte Schloss Bran zum königlichen Wohnsitz, der er heute wieder ist. Zu sozialistischen Zeiten gehörte das Schloss dem Staat.
Am 1. Juni 2009 wurde das Schloss den Kindern von Königin Maria zurückgegeben und den Besuchern geöffnet. Man kann es fast so bestaunen, wie es die königliche Familie bewohnt hat. Im Erdgeschoss befinden sich die Wachstube, die Küche, das Esszimmer und der Brunnen. Das erste Geschoss gehörte Königin Maria, das zweite Geschoss König Ferdinand I.. Beide Etagen sind durch eine sehr schmale Geheimtreppe, die man ebenfalls besichtigen und hinaufsteigen kann, verbunden. Das dritte Geschoss diente der Bibliothek, dem Musikzimmer und anderen Gemeinschaftszimmern. Die vierte Etage war wahrscheinlich den Kindern des Königspaares vorbehalten.

Um dem Mythos von Dracula dann doch noch gerecht zu werden, hat man Bram Stoker ein Zimmer gewidmet. Nebenan spuken Geister durch die Mauern oder werden Ausschnitte aus Dracula, dem Wehrwolf und anderen Schauergeschichten gezeigt. Dazu ist es fast stockdunkel.

Das meiste des Schlosses ist den Besuchern zugänglich. Für zusätzliches Eintrittsgeld kann man die Folterkammer besichtigen. Hier wurden 50 Folterinstrumente verschiedenster Art aus 40 Ländern zusammengetragen.
Für ein weiteres Eintrittsgeld besucht man einen Tunnel 31 Meter unter dem Schloss. Hier befinden sich z.B. die Zisterne und „ruht“ Dracula.

Das Teehaus und der Garten mit dem großen Teich laden vor der Kulisse des Schlosses Bran zum Verweilen ein.

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