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Palermo

Entgegen unseren kühnsten Vorstellungen haben wir einen Womo-Stellplatz in Palermo gefunden, ohne weiteres anfahrbar und dazu bezahlbar. Es ist der Idea Vacanze Di Giuseppe Di Piazza, der für kleine Womo´s 15,-€, für ab 8m-Mobile 18,-€ kostet, inkl. Strom und Wasser. Der Platz befindet sich am Fuße des Monte Pellegrino und ist am besten über Mondello zu erreichen. Zum Platz gehört auch eine Womo-Werkstatt mit Campingmobil-Bedarf. Per Bus und mit einer 3,50€-Tagesfahrkarte gelangt man einfach ins Stadtzentrum von Palermo, und wieder zurück.

Womo-Stellplatz in Palermo

Mit der Linie 107 fährt man bis zur Endstation Stazione Centrale. Von dort aus wendet man sich zur Piazza Cesare. Links um den Platz herum erreicht man die Via Maqueda, der man bis zur Piazza Quadro Canti folgt. Bis dahin ist man an mehreren Tourist-Infos vorbei gekommen, in denen man sich mit Stadtplänen und einem Buslinienplan eindecken kann.
Aber schon kurz hinter der Piazza Cesare stößt man auf den Mercato Ballaró, der sich in den Gassen der Altstadt verteilt. Die Gebäude sehen zum Erbarmen aus, aber der Markt bietet gute, frische Waren zu sehr günstigen Preisen, von Obst und Gemüse, über Fleisch bis hin zu Fisch.

Mercato Ballaró

Irgendwann sollte man sich jedoch wieder auf die Via Maqueda begeben, um den Faden nicht zu verlieren. Die Gassen sind eng und verwinkelt, schnell verliert man sich darin.
An der Piazza Quadro Canti, die durch vier gleiche barocke Fassaden auffällt, die die vier gegenüberliegenden Häuserblockecken zieren, muss man sich entscheiden, was man von Palermo sehen möchte. Kurz vorher ist die Fontana Pretoria zu bewundern, ein barocker Brunnen mit weißen Marmorstatuen, der von mehreren Kirchen und dem Rathaus umringt ist.

Fontana Pretoria

Um die Kathedrale zu sehen, muss man nun nach links abbiegen. Die Via Vittorio Emanuele ist eine Fußgängerzone, in der man endlich mal entspannt gehen kann. Hier finden sich jede Menge Souvenirläden. Hin und wieder sollte man einen Blick in die Eingänge der Paläste werfen. Die Innenhöfe sind meist recht schön gestaltet.
Rechter Hand kommt man dann an der National-Bibliothek vorbei, dem Gebäude, in dem am 19.07.1812 die Unabhängigkeit Siziliens proklamiert und die radikale Reform der Staatsstruktur beschlossen wurde.

Innenhof der National-Bibliothek

Ziemlich unvermittelt öffnet sich etwas später rechts ein Platz, an dem sich die wunderschöne und filigrane Kathedrale aus dem Jahre 1185 erhebt. Mit feinsten Verzierungen, normannische und arabische Einflüsse sind in der Gestaltung der Fassade zu erkennen, verzaubert dieser Bau. Der Uhrturm erinnert an Big Ben in London. Am nördlichen Ende verbinden zwei Bögen die Kathedrale mit einem benachbarten Bau auf der anderen Straßenseite.

Eingang zur Kathedrale Palermos

Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenpflichtig und gestaffelt, je nach dem, was man sehen möchte. Es ist auch möglich, auf das Dach zu steigen. In der Kathedrale hat der Staufferkaiser Friedrich II., von dem wir überall in Sizilien schon gehört haben, seine letzte Ruhestätte gefunden, zusammen mit weiteren Familienmitgliedern. Die Kaiserkrone Friedrichs II. ist in der Schatzkammer zu sehen.

Wenn man nun der Via Vittorio Emanuele weiter folgt, gelangt man zum Palazzo Reale, oder Palazzo Normanni, seit 1947 Regierungssitz Siziliens. Vor dem Gebäude wurde ein schöner Garten angelegt.

Palazzo Reale, oder Palazzo Normanni

Gleich rechts daneben steht das alte Stadttor Porta Nuova, ebenfalls ein prachtvoller Bau, an dem die Jahreszahl 1668 prangt.

Porta Nuova

Hinter der Porta Nuova haben wir uns nun rechts gehalten und sind der Via Cappucchini gefolgt. Unser Ziel waren die berühmten Kapuziner-Katakomben von Palermo unter dem Nonnenkloster dei Cappucchini. Wie viele Einrichtungen Siziliens gibt es auch hier eine Mittagspause, von 13-15 Uhr. Wir waren zehn Minuten zu spät, aber eine kleine Gruppe Neugieriger erreichte es, dass für Sie kurz geöffnet wurde. Ihnen schlossen wir uns an und bekamen so für zehn Minuten Gelegenheit, uns in den Katakomben umzusehen. Für 4,-€ Eintritt bekommt man um die 8000 Mumien aus mehreren Jahrhunderten zu sehen. Zu Lebzeiten gehörten diese Menschen allen gesellschaftlichen Schichten an, sogar Kinder sind dabei. Die Mumien sind entweder immer noch in ihren Särgen bestattet, liegen in den Aussparungen der Wände oder wurden einfach aufrecht an die Wand gehängt. Der Zustand der Mumien, vor allem der der Kleidung, ist meist sehr schlecht, trotzdem löst dieses, wie einige Besucher meinen: „Gruselkabinett“, gemischte Gefühle aus. Für uns waren es nicht die ersten Mumien, die wir gesehen haben, aber bei den anderen Besuchern kann man alle Arten von Gefühlsregungen beobachten.

Kapuziner-Katakomben

Nun lenkten wir unsere Schritte zum Castello della Zisa, welches eindeutig normannische Züge trägt. Davor kann man durch den gleichnamigen Garten, der sehr modern angelegt wurde, spazieren.

Castello della Zisa mit gleichnamigem Garten

Nun gingen wir Richtung Hafen zurück, vorbei am modernen Gerichtsgebäude zum Teatro Massimo. Das attraktive Opernhaus Palermos wurde 1897 eröffnet und war nach der Mailänder Scala die zweitbedeutendste Bühne Italiens.

Teatro Massimo (Rückansicht)

Das war eine schöne Runde für einen Tag. Palermo hat noch viel mehr zu bieten, wie den Antikmarkt Il Mercato delle Pulci in der Nähe der Kathedrale, des Teatro Politeama, archäologische Museen oder den Botanischen Garten. Nachdem, was wir im Vorfeld über Palermo gehört hatten, überraschte uns diese Stadt. Außer in der innersten Altstadt, wo es aussieht, als würden viele Häuser bald zusammenfallen, ist der Zustand recht ordentlich. Palermo ist nicht so groß, wie man denkt und es gibt auch Ecken, in denen man Luft holen kann, wie an der Terrazza Mare oder der Straße am Fährhafen entlang. Wer nicht so viel laufen will, kann entweder den Hoppon-Hoppoff-Bus nehmen, mit der Kleinbahn fahren oder die Kutsche nehmen.

Die Frage, die wahrscheinlich viele von Euch interessiert ist wohl: Ist Palermo sicher? Das können wir mit einem eindeutigen Ja beantworten. Unserem Gefühl nach sind die Zeiten der Mafia und Gewalt endgültig vorbei, die Stadt ist genauso sicher oder unsicher wie jede andere Stadt auf der Welt auch.

Es gibt jedoch nicht nur die Stadt Palermo zu sehen. Vor allem lohnt ein Abstecher nach Mondello ca. 10 km Richtung Norden. Um 1900 blühte der kleine Fischerort dank seines schönen Strandes und seiner Lage zu einem Belle Epoche-Badeort auf. Die ein oder andere Villa aus dieser Zeit ist noch zu sehen und wurde liebevoll erhalten. Den Blickfang bildet jedoch die Badeanstalt aus dem Jahre 1912, die auf Stelzen im Wasser der Bucht steht, ziemlich in der Mitte des langen Sandstrandes. Die architektonischen Verzierungen sind schon fast kitschig bemalt. Bevor man die Badeanstalt erreicht, in der sich heute ein Restaurant befindet, passiert man einen halbrunden Schmuckbogen.

Badeanstalt von Mondello

Ein alter runder Turm und ein kleiner Fischereihafen gehören ebenso zu Mondello. Wir möchten dringend den Ratschlag geben, nicht sonntags und bei schönem Wetter nach Mondello zu fahren, denn dann sind die Straßen von Autos und Menschen verstopft.

kleiner Fischerhafen von Mondello

Wir wollten anschließend noch den Leuchtturm am Capo Gallo besuchen. Um die Straße dort hinter zu befahren, muss man allerdings 5,-€ berappen. Selbst als Fußgänger muss man bezahlen.

Mich zog es aber auch auf den Monte Pellegrino, um von dort oben einen Blick auf Palermo zu werfen. Leider sind die Aussichtspunkte nicht zu erreichen, da es vor wenigen Jahren auf dem Berg gebrannt hat. Das ist noch zu sehen. Viele Bäume sind umgefallen und versperren die Wege. Die Aufräumarbeiten laufen immer noch.

Serpentinen-Fußweg zum Monte Pellegrino

Da ich schon dort oben war, lief ich den restlichen guten Kilometer zum sehr besonderen Heiligtum der Heiligen Rosalia. Von außen ist die Kirche nichts besonderes, überrascht aber im Inneren. Der kleine Altarraum mit dem Altar und dem Schrein für die Heilige Rosalia befindet sich in einer natürlichen Grotte und ist wunderschön illuminiert.

Altar der Grotte des Heiligtums Santa Rosalia

An dieser Stelle wurden am 15.07.1624 die Gebeine der Heiligen Rosalia gefunden. 1667 errichtete man den Altar. Zwei Reliquien, einen Zahn und ein Knochenfragment, werden in der Grotte aufbewahrt. Die restlichen Gebeine befinden sich in der Kathedrale Palermo.

Da ich ungern den gleichen Weg wieder zurück gehe, nahm ich den direkten Weg Richtung Süden nach unten. Da hatte ich mich auf etwas eingelassen. Der Weg ist 1,1km lang und kommt an der Ausfallstraße nach Mondello heraus. Was ich nicht wusste und erst merkte, als es zu spät war, war, dass der horizontale Weg auf die 1,1km keine 100m beträgt. Das heißt, der Weg ist ein fast senkrechter Klettersteig zwischen zwei Steilwänden, über den eigentlich ein Bach nach unten stürzt. Über eine Stunde kostete mich die „Abkürzung“, die mir so ziemlich alles abverlangte.

durch diese hohle Gasse kam ich

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