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Mikolajki (Nikolaiken)

Fußgängerbrücke Mikolajki

Die Wälder sind nun noch tiefer, die Seen noch größer. Der größte See Polens, der Spirdingsee, grenzt an die Stadt Mikolajki. In der Stadt herrscht Gedrängel von Menschen, auf dem Wasser Gedrängel von Booten. Unzählige Bootsverleihe reihen sich am Ufer des Spirdingsees, dort wo sich die Promenade von Mikolajki befindet. Kleine Boote, große Boote, Ausflugsboote, Segelboote, Tretboote, es ist kaum noch ein freies Fleckchen auf der Wasserfläche in der Nähe der Stadt zu finden. Im Zentrum drängen sich die Touristen an den zahllosen Souvenirständen. Restaurants und Cafés gibt es ebenso viele, die alle nicht über Gäste klagen können. So geht es jedenfalls sonntags und bei schönem Wetter zu. Am Montag, als wir noch einmal in der Stadt waren, wirkte alles wie ausgestorben. Nur wenige Leute sind unterwegs, die Boote haben Ruhetag.
An der schmalen Stelle, wo sich Spirdingsee und Tałtysee treffen, führen drei Brücken von einem Ufer zum anderen. Dies sind eine Fußgängerbrücke, eine Autobrücke und eine Eisenbahnbrücke. Auffallend sind im Stadtbild die neue Fußgängerbrücke und das moderne Hotel Mikolajki.

Enten statt Schwäne

Fünf Kilometer östlich von Mikolajki liegt der Luknainer See, ein Biospährenreservat. Nach unterschiedlichen Angaben sollen auf und am See 1300 bis 2000 Höckerschwäne leben. Dies soll die größte Kolonie Europas sein. Neugierig auf dieses Schauspiel fuhren wir die absolut katastrophale Straße bis nach Luknaino. Neben einem Restaurant steht ca. 100m weiter ein Aussichtsturm. Dieser ist jedoch soweit vom Seeufer entfernt, dass man die Schwäne eigentlich nur als kleine weiße Flecken ausmachen kann. Davon gab es jedoch so wenige, dass wir zum Aussichtsturm am Westufer des Luknainer Sees fuhren. Der Weg ist zwar auch unbefestigt, aber deutlich besser und wesentlich kürzer als die Katastrophenstraße nach Luknaino. Auf den Turm gestiegen, konnten wir aber auch hier nur knapp 30 Schwäne ausmachen. Auch auf den umliegenden Feldern waren keine Schwäne zu finden. Hat sich die Kolonie einen neuen See gesucht?

Polnische Pferde

Ein anderes Ziel im Masuren Park Krajobrazowy ist der Ort Krutyń. Die kleine Rundfahrt dorthin begannen wir an der einzigen Seilfähre der Großen Masurischen Seen bei Popielno. Seit 1. Juni fährt sie, täglich ab 10 Uhr, wochentags ab 11 Uhr.
Ein kurzer Stopp in Popielno brachte uns zu einer Station, die sich für den Schutz der Polnischen Pferde einsetzt. Ich weiß nicht, wie groß die Herde ist, denn auf dem Gelände standen nur vier Tiere. Gleich hinter dem Ortsausgang nach Süden schließt sich ein großer Wald an, in dem die Pferde halbwild leben können.

Schleuse Guzianka

Durch noch mehr Wald fuhren wir nach Wejsuny weiter. Kurz vor dem Ort überquert man eine kleine Brücke. Unter der Brücke befindet sich die Schleuse Guzianka, die zwei Seen miteinander verbindet. Wer Zeit hat, kann sich eine der Schleusungen ansehen.
Gleich neben der Brücke ist ein Restaurant an einen alten Maschinengewehrbunker gebaut worden. Der Bunker weist in drei Etagen nach drei Seiten mehrere Schießscharten auf, durch die Maschinengewehre für die Sicherheit der Schleuse sorgten.

Startpunkt Stakfahrt

Nun fährt man über Ruciane-Nida nach Ukta. Der Ort liegt an einem kleinen Fluss und besteht eigentlich nur aus Kajak- und Kanuverleihen. Das Ziel der allermeisten Touristen ist jedoch Krutyń am idyllischen Flüsschen Krutynia (Kruttinna). Wenn man dort ankommt, wird man aber von den vielen Kajak- und Kanuverleihen regelrecht erschlagen. Unser Ziel war eine Fahrt in einem der Stakboote. Nach einigem Durchfragen fanden wir den Anbieter an der Brücke im Ort. Dort ist auch der Startpunkt der Bootstour. Wir bezahlten 80,-Zl für beide und buchten damit eine Privatfahrt. Hätten wir auf weitere zwei Teilnehmer gewartet, die vielleicht mehr als eine Stunde hätten auf sich warten lassen, hätten wir nur 60,-Zl bezahlt.

seltene Rotalge

Unser deutschsprechender Bootsführer stakte uns zuerst flussaufwärts. Das Wasser ist sehr flach und sehr sauber. Es ist so sauber, dass es Trinkwasserqualität hat. Das hat der Fluss dem Schutz zu danken, der ihm zukommt. Der Mensch darf nicht in die Natur eingreifen. Der Fluss und seine Ufer bis in eine Tiefe von 250m bleiben sich selbst überlassen. Selbst das tote Holz und umgefallene Bäume dürfen nicht weggeräumt werden. Felder liegen soweit entfernt, dass keine Düngemittel in den Fluss gelangen können. Ein Indikator für solch sauberes Wasser ist eine besondere Rotalge, die auf den Kieseln im Fluss lebt.
Jede Menge Fische, sogar einen Hecht sahen wir, Wasserpflanzen und verschiedene Libellenarten sorgen für Kurzweil während der Fahrt, natürlich auch die Erläuterungen des Bootsführers. Sehr angenehm war, dass es keine Mücken an dem Fluss gibt. Nach Auskunft des Bootsführers gibt es eigentlich nur zweimal im Jahr, im Mai und im August, eine 14tägige Mückenplage. Ansonsten halten allerlei Tiere wie Vögel, Libellen und Fledermäuse die Mücken in Schach.

Flüsschen Kruttinna

Irgendwann, im Bereich des goldenen Sandes, eine beliebte Badestelle, ist der Wendepunkt der Bootstour erreicht und der Bootsführer hat mit dem Staken nur noch wenig Arbeit. Die Strömung lässt das Boot ganz ruhig dahingleiten. Nach einer Stunde ist die Tour zu Ende.
Noch einen Tipp: Am besten kommt man in den frühen Morgenstunden oder nach 16 Uhr nach Krutyń, besser noch wochentags. Dann herrscht mehr Ruhe als tagsüber, als wir unterwegs waren.

Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Vagabundo in Mikolajki. Für uns war der billiger als der Stellplatz in der Stadt, wo man dazu noch abgezockt wird. Ein Fußweg führt in 10min zum Strand und in einer viertel Stunde in die Stadt.

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