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Archiv für das Schlagwort “von Italien über den Gotthard”

Rückfahrt über die Schweiz

Also, in Norditalien selbst Ende März einen Stellplatz oder Campingplatz zu finden, der geöffnet und auch noch groß genug ist, ist sehr schwierig. Immer wieder versuchten wir, irgendwo einen Platz zu finden, wo wir noch ein paar Nächte bleiben konnten, bevor wir zurück nach Deutschland fahren. Das funktionierte nicht und so fuhren wir über Genua, Mailand und Como (290km) in die Schweiz. Entlang der Riviera di Levante, also von Cinque Terre bis Genua war es eigentlich eine Tunnelfahrt. Von der Landschaft bekommt man dort nur wenig zu sehen.

Vor dem Grenzübertritt mussten wir uns schlau machen, was für die Maut in der Schweiz nötig ist. Für unser Womo über 3,5t brauchten wir eine Schwerverkehrsabgabe, für den kleinen Anhänger eine Vignette. Beides zusammen bekamen wir am Grenzübergang und kostete ca. 60,-€.

auf dem Weg zum Gotthard-Tunnel

Auf der ersten Raststätte hinter der Schweizer Grenze übernachteten wir, kostenlos. Wie sich auf der Durchfahrt durch die Schweiz herausstellte, werden normalerweise auf den Parkplätzen der Raststätten 15,-€ für die Zeit von 19-5 Uhr fällig. Da hatten wir nochmal Glück.

Die Preise in den Läden und Tankstellen der Schweiz sind unsagbar teuer. Als wir die Preise sahen, war uns klar, dass wir uns nicht lange in der Schweiz aufhalten werden. Eine Nacht wollten wir aber doch noch irgendwo übernachten, wo es schön wäre. Genauso wenig wie schon in Italien fanden wir auch in der Schweiz nahe der Autobahn keinen Platz. Nur vorm Gotthard-Tunnel legten wir eine Pause am Parkplatz der Seilbahn ein, wo wir eigentlich eine Übernachtung geplant hatten. Das Panorama ist wunderschön, mit den schneebedeckten schroffen Gipfeln der Alpen. Ich konnte nicht umhin, wenigstens einmal durch den Schnee zu stapfen. Die Seilbahn mit zwei gegenläufigen großen Kabinen bringt die Leute hoch in die weiße Winterwelt. Es stand am Schalter kein Preis für die Seilbahnfahrt, den ich hier nennen könnte.

letzter Parkplatz vorm Gotthard-Tunnel, an der Seilbahn

Eine Käserei mit Restaurant wartet auf Gäste. Bis zum Gotthard-Tunnel scheint die Schweiz noch zu Italien zu gehören, denn die Schilder sind auf italienisch und es wird italienisch gesprochen. Die Preise in der Käserei sind doppelt so hoch, wie wir sie von Italien her gewohnt sind.

Die Kälte der Alpen, der Schnee reichte bis an die Tunneleinfahrt heran und der Raureif der Nacht lag noch auf den Bäumen, ließ uns dann doch weiterfahren.

Die Durchfahrt durch den Gotthard-Tunnel ist in der Vignette/Schwerverkehrsabgabe enthalten, kostet also nicht extra. Als wir nachsahen, wie wir am besten über die Alpen kommen, blieb nur der Gotthard-Tunnel. Auf der Strecke über Turin in die Schweiz liegen der Fréjus-Tunnel und der Mont Blanc-Tunnel. Beide dürfen nicht von Fahrzeugen mit Emissionsklasse 0 befahren werden. So blieb uns nur die Strecke mit dem Gotthard-Tunnel. Die Steigungen sind moderat, da war die Überquerung des Brenner wesentlich kniffliger. Der Gotthard-Pass ist bis Mitte Mai geschlossen.

derzeitige Einfahrt in den Gotthard-Tunnel von Süden

Der Gotthard-Tunnel ist mit 16,9km der viertlängste Tunnel der Welt. Die LKWs werden nur einzeln, per Ampel gesteuert, in den Tunnel gelassen. Sie müssen einen Sicherheitsabstand von 150m zueinander einhalten. Da Überholverbot im Tunnel herrscht, müssen sich die PKWs einordnen und im Tempo der LKWs mitfahren. Erst in einigen Jahren wird es möglich sein, beide Tunnelröhren und dann jeweils beide Fahrspuren zu nutzen. Nach vielen schrecklichen Unfällen im Tunnel wurde viel für die Sicherheit unternommen. Mit den großen Abständen und dem relativ geringen Verkehr zur Zeit, fühlten wir uns schon ziemlich sicher. Nach 16 Minuten kamen wir endlich wieder ans Tageslicht.

Am Vierwaldstätter See wartet ein 9,25km langer Tunnel. Es folgen dann noch viele Tunnel. Die meisten zwischen 1-3km lang, aber auch längere Tunnel. Irgendwann hat man dann einfach keine Lust mehr auf die Dinger. Schade um die schöne Bergwelt, die ständig aus dem Blickfeld verschwindet. Lange wird man von den schneebedeckten Gipfeln begleitet. Leider ist das Tal, welches sich vom Gotthard bis zum Vierwaldstätter See anschließt, von Stromtrassen verschandelt.

am Vierwaldstätter See

Irgendwann passiert man den Sempacher See, wo wir eine Pause auf dem Parkplatz einlegten, und schon bald ist man in Basel. Am Grenzübergang nach Deutschland nahmen wir die Busspur, weil wir ja kein PKW sind, und standen vor einer roten Ampel. Die Ampel wurde nicht grün und es kam auch niemand, der sich um uns kümmerte. So ging ich ins Büro und fragte, ob wir weiterfahren könnten. Als dann der deutsche Zollbeamte zu sprechen war, fragte er nur, ob wir aus der Schweiz etwas zu verzollen hätten. Ich sagte ihm, dass wir aus Italien kommen. Dann könnten wir durchfahren, Gute Fahrt. So weit wollten wir am Stück (330km) gar nicht fahren, aber was soll man machen.

Ausflug von Müllheim nach Neuenburg – Narrenbrunnen

Erst in Müllheim-Hügelheim, am Kräuterhof, fanden wir ein Plätzchen zum Stehen und Übernachten. In dem großen freundlichen Laden wird alles was mit und aus Kräutern gemacht ist verkauft. Die Preise sind in Ordnung. Beim Fleischer, nicht weit weg, konnten wir etwas gegen unseren Heißhunger für Fleischsalat, Leberwurst und Sülze tun. In Italien gibt es nur an die 50 Sorten Salami und Schinken, aber sonst nix. Das wird für Abwechslungs-Fetischisten wie uns zur Tortur. Jetzt werden wir uns erst einmal wieder mit richtigen deutschen Gerichten verwöhnen. Immer nur Pasta wird auf die Dauer auch langweilig. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, dass wir auf Sizilien sehr viele gute Gerichte probiert haben, weil dort alles sehr günstig ist.

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