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Otepää

Eine Hitzewelle hat ganz Europa im Griff. Am späten Nachmittag, der heißesten Tageszeit, werden 34° gemessen. Jeden Tag wurde es jetzt heißer. Uns gefällt es, auch wenn das bei jeder Bewegung schwitzen bedeutet, denn die Luftfeuchtigkeit ist dazu durch die vielen Moore und Sümpfe sehr hoch. Nur nachts könnte es doch etwas mehr abkühlen. Die Luft steht in unserem Wohnmobil und schlafen ist kaum möglich. Es ist wirklich ein Supersommer und das seit Ende April, mit nur ganz wenigen Unterbrechungen. Wir glauben, so etwas gab es noch nie in Europa.

Schanze von Otepää

Inzwischen sind wir wieder im Süden Estlands. Die Stadt Otepää, zwischen Tartu und Vöru gelegen, liegt in einer wunderschönen Berglandschaft, in der überall Seen versteckt sind. Wobei Berglandschaft relativ ist. Otepää liegt auf etwa 165m Höhe über NN. Das klingt lächerlich, trotzdem ist die Stadt internationales Wintersportgebiet, sogar Worldcups werden hier ausgetragen. Das Tehvandi Sportzentrum bietet im Sommer Trainingsmöglichkeiten für alle Sportler. Im Winter ist das Gelände von Loipen durchzogen. Sogar eine Sprungschanze gibt es. Die Plattform, die auch von Touristen besucht werden kann, befindet sich 33,36m über dem Gelände. Der Schanzenkopf hat eine Höhe von knapp 55m. Die besten Sprungweiten liegen bei um die 100m. Die Aussicht von der Plattform ist überwältigend. Der Eintritt kostet per Treppe (10 Etagen) 2,-€ und per Aufzug 3,-€. Wir konnten sogar Skispringer beim Training hautnah beobachten. Die Anlaufspuren auf der Schanze bestehen aus Keramik, das Landestück ist mit Plastikmatten ausgelegt, die nass gehalten werden, und das Auslaufstück ist mit Holzspänen aufgefüllt. Diese Kombi ermöglicht ein optimales Skispringen, wenn kein Schnee liegt. Dieser Besuch war mehr als interessant.

Auf jeden Fall ist es das schönste Gelände, das ich überhaupt gesehen habe: verschlungene Wege durch Wald, bergauf- und bergab, Über- und Unterführungen, Lichtungen und Teiche. Markierte Hauptwege von 3-5km Länge und zahlreiche kleinere Wege durch Wald und Flur sorgen für jede Menge Abwechslung beim Laufen. Skilangläufer und Biathlonläufer finden in Otepää ideale Bedingungen.

Hügel mit Fort

Otepää, eine der ältesten Siedlungen Estlands, besaß schon vor 2000 Jahren ein Fort, welches auf einem 30m hohen Hügel errichtet wurde. Der Hügel an sich ist rätselhaft, da er sich mitten in einem ziemlich runden Tal erhebt. Von hier aus konnte die Besatzung des Forts die beiden großen, sich kreuzenden Handelswege kontrollieren. 1116 übernahmen die Russen das Fort, Anfang des 13. Jahrhunderts baute der Bischof von Tartu, Hermann, das Fort zu einer Burg aus. Von der ist jedoch so gut wie nichts mehr übrig, aber man hat einen schönen Blick auf die Stadt und die Umgebung.

St. Mary´s

Die St. Marys Lutherian Church, der Kirche Otepääs, ist der Ursprungsort der Estnischen Nationalflagge. Am 4. Juni 1884 „erfand“ die Estonische Studentengesellschaft die blau-schwarz-weiße Flagge, die 1992 zur Nationalflagge der Republik Estland wurde.
Otepää hat uns also vollauf überrascht. Übernachtet haben wir auf dem großen Parkplatz des Tehvandi Sportzentrums. 

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