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Reisen rund um die Welt

Route 66 Chicago-Lincoln – Illinois

Die legendäre Route 66, betitelt auch als „Mutterstraße“ der Straßen in den USA, „Traumstraße“, die 8 Bundesstaaten miteinander verbindet, oder auch als „Nostalgiestraße“, die das alte, aufstrebende Amerika wieder aufleben lässt. Wie auch immer, unser schon sehr lang gehegter Traum, einmal die Route 66 entlang zu fahren, ist nun in Erfüllung gegangen. An deren Anfang in Chicago haben wir ja schon gestanden. 1926 begann der Bau, an dem die 8 Bundesländer gleichzeitig beteiligt waren. In Abständen von mehreren Jahrzehnten wurde die Strecke mehrfach umgestaltet oder bekam eine neue Streckenführung. Dadurch kommt es oft vor, dass es mehrere „Route 66“ nebeneinander gibt. Dazu kommt die „Historic Route 66“, die Originalstraße, die noch an vielen Stellen neben der neuen Streckenführung liegt. Nur manchmal kann die Originalstraße, so sie noch erhalten ist, befahren werden.

In Joliet führt das Besucherzentrum für die Route 66, mit angeschlossenem Historischem Museum, die angehenden Entdecker dieser Straße in alles Wissenswerte ein, allerdings nur bis St. Louis, wo sie Illinois verlässt. Von Joliet aus starteten wir dann auch unsere Reise auf der Straße aller Straßen. Die Chicago Street und die Ottawa Street in Joliet sind Teile der Route 66, wo man alte, aufgemöbelte Tanksäulen und die braun-weißen Schilder mit der Aufschrift „ Historic Route 66“ findet.

In Dwight besuchten wir die „Amber-Becker Texaco Gas Station“, im Jahre 1932 gebaut. Diese Tankstelle gilt als die am längsten operierende Tankstelle entlang der Route 66.  66 Jahre, von 1933 – 1999. Nach allgemeinen Restaurationsarbeiten wurde sie 2007 als Besucherzentrum wiedereröffnet.

Pontiac glänzt mit seiner Downtown und seiner interessanten Hall of Fame und Museum. Vor dem Museum liegt ein Stück des Klinkerplasters, mit dem die Historic Route 66 streckenweise ausgestattet war, bevor es mit einer Betondecke überzogen wurde. Ein als Besucherzentrum umgestalteter alter Schulbus, total crazy, lässt die Besucher staunen. Rund um das Museum stehen noch die kleinen alten Häuser. Aber auch die großen Bauten, wie das Gerichtsgebäude aus dem Jahre 1875, beeindrucken.

In Towanda haben Studenten und Lehrer der dortigen High School auf einem 1,6 Meilen langen Originalstück der Route 66 eine „Geographische Reise“ durch die acht Route 66-Staaten aufgebaut. Jeder Bundesstaat hat eine eigene Tafel mit entsprechenden Informationen.

Atlanta ist ein kleiner Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie den Atlanta´s Bunyon Giant, den J.H. Howes Grain Elevator (Getreidespeicher mit Aufzug) & Museum und wieder historische Bauten wie den Glockenturm und die Bücherei von 1908. In der  Gunnar Mast Trading Post, einem kleinen Laden mit sehr interessanten alten Dingen zur Route 66, trafen wir Gene Martin, einen absoluten Liebhaber von Marianne Rosenberg. Er gab uns eine Ansichtskarte mit einer Botschaft für Marianne mit, die wir ihr übergeben sollten. Seine Vorfahren waren vor langer Zeit aus Deutschland über die Schweiz in die USA ausgewandert. 

Lincoln ist der einzige Ort, in dem Abraham Lincoln gelebt und gearbeitet hat, bevor er Präsident wurde. Am 27. August 1853 taufte Lincoln, der wohl in den USA einen sehr guten Ruf hat, beim Verkauf des ersten Stückes Land in der Nähe der heutigen Amtrak-Station, die Stadt mit dem Saft einer Wassermelone. Sehenswert ist der Logan-County Courthouse Square mit dem beeindruckenden Gerichtsgebäude in der Mitte. In mancher Straße stehen noch viele alte Gebäude.

Das Postville Courthouse, die Stadt Lincoln hieß vorher Postville, ist eine Reproduktion des ersten Logan-County Courthouse, das von 1840-1847 benutzt wurde. Abraham Lincoln diente dort als Anwalt.

 

Das Mühlen-Restaurant eröffnete 1929 unter dem Namen „Blue Mill“ und servierte gegrillte Sandwiches. 1945 wurde die Mühle verkauft, bekam eine Bar und eine Tanzhalle und wurde zudem Scheunen-Rot angemalt. Berühmt wurde sie dann durch die gebratenen Schnitzel. 1996 wurde sie geschlossen und seit 2007 restauriert.

Der weltgrößte Planwagen mit seinem Fahrer Abraham Lincoln ist im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen und von Reader´s Digest zur Nr. 1 der zahlreichen Roadside Attractions entlang der Route 66 gewählt. Der Planwagen wurde 2001 gebaut. Nach zweimaligem Umsetzen bekam er im Dezember 2009 seinen heutigen Standort. Er ist 12,2 m lang und 7,6 m hoch, wirklich gigantisch.

Alle wirklichen Fans der Route 66 lesen diesen Absatz bitte nicht. Südlich von Lincoln findet man die „Lincoln Ghost Bridge“, die einmal den Salt Creek überspannte. Schon der Weg dorthin, zwischen den Holy Cross und Old Union Friedhöfen hindurch, ist deprimierend. Während die Cobblestone Avenue noch das originale Klinkerpflaster zeigt, ist die alte Route 66 am Ende der Straße mit Beton überzogen und führt mitten in einen Urwald. Kein Mensch kümmert sich mehr um die alte Straße, der Wald nimmt sie langsam in Beschlag. Irgendwann erreicht man die Überreste der alten Brücke. Die Fahrbahn ist komplett verschwunden, wahrscheinlich abmontiert. Stattdessen wachsen Bäume zwischen den Pfeilern. Dem Salt Creek ist das wohl egal. Wir kamen uns wirklich wie in einem Urwald vor. Am Boden liegende Brotfrüchte und Johannisbrote zeigen an, dass wir uns jetzt doch schon einige Kilometer weit Richtung Süden bewegt haben.

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