A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Mississippi bei St.Louis – Illinois

Wir sind mal kurz von der Route 66 abgebogen und befinden uns nun für ein paar Tage im Pere Marquette State Park am Mississippi, der sich an dieser Stelle mit dem Illinois River verbindet. Um dorthin zu gelangen, fuhren wir von Wood River westlich den Great Rivers National Scenic Byway. Der führt direkt zwischen dem großen Mississippi und hohen Kalksteinwänden entlang. Da kommt man sich fast vor wie an der Cote Azur. Im Winter kommen die Weißkopf-Seeadler aus dem kalten Norden hierher, haben wir erfahren. Da gibt es richtige Events, um die Vögel zu beobachten. An ein paar Terminen im Jahr werden Flussfahrten auf einem stilechten Mississippi-Dampfer angeboten. Der letzte Termin ist der 9.Oktober, leider zu spät für uns. 

Alton ist eine historische Stadt mit jeder Menge Antikläden auf dem Broadway, einem knallbunten Casino, für das 2 Mississippi-Dampfer umgebaut wurden und dem Platz, an dem Lincoln seine letzte Debatte mit seinem Konkurrenten zur Präsidentenwahl führte. 5000 Menschen folgten damals dem überzeugenden Kandidaten Lincoln. Die Clark Bridge, eine über 1 km lange Hängebrücke über den Mississippi  verbindet Alton mit St. Louis. Sie ist mit ihrer Konstruktion einzigartig in den USA.

Im Piasa Park finden sich ein paar Kalksteinhöhlen. Die Entdecker Joliet und Marquette, die den Mississippi hochfuhren, um einen Wasserweg zum Pazifik zu suchen, fanden ein an einer der Kalksteinwände gemaltes „Monster“. Die Illini Indianer hatte diesen großen „Männerverschlingenden“ Vogel (Pi-a-saw) gemalt, der Hörner auf dem Kopf, einen furchtbaren Blick und rote Augen hatte. Im Ganzen sah er aus wie ein Tiger, der einen sehr langen Schwanz hat, der in einem Fischschwanz endete. Die Illini nutzten die damals noch natürlich entstandenen Höhlen als Lager oder Zeremonialräume. Als die Siedler kamen, nutze man den Kalkstein als Baumaterial.

Grafton war im frühen 19. Jahrhundert einer größten Süßwasser-Fischereihäfen am Mississipi. Da gab es viele Mühlen, Werften, Docks und Bootsverkehr. Heute ist es ein verschlafener Ort mit einem Weinladen und Brauerei sowie einem Leuchtturm. Die Fähre, auf die hingewiesen wird, gibt es nicht mehr.

Unser Ausflug zum Delta des Illinois River war ein Ausflug in die Wildnis, wie man sie sich um St. Louis herum vorstellt: große Zypressen, winzige Mimosen und Mücken. Reiher, Falken, sogar weiße Pelikane und Schwalben, die auf der Flussoberfläche nach Insekten schnappen, das ist Natur pur. Das andauernde Zirpen der Grillen ist in gewohntem Maße wieder da. Hat es hier auch einmal Alligatoren gegeben?

Der Melvin Price Dam mit 2 Schleusen reguliert mit 2 weiteren Anlagen flussaufwärts um St. Louis herum den Mississippi, der in manchem Frühjahr trotz großzügiger Auen und Polder immer noch große Überschwemmungen mit sich bringt. Außerdem werden die Stromschnellen schiffbar gemacht. Im National Great Rivers Museum wird gezeigt, mit welchen weiteren Maßnahmen der große Fluss so gestaltet wird, wie der Mensch das braucht. Eigentlich ist der Mississippi in diesem Bereich viel zu flach und hat zudem viele Untiefen und Sandbänke. Der Aufwand muss sich wohl lohnen, denn die Schifffahrt ist wesentlich effektiver und umweltschonender als LKW oder Bahn. Um diese Zeit im Jahr halten sich die Weißen Pelikane hier auf, die wir manchmal in einer großen Schar fliegen sehen konnten. Die großen Vögel so zu sehen, war schon ein Erlebnis. Bisher kannten wir von unseren Reisen nur die kleineren Braunpelikane.

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