A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Anza Trail – Arizona

Die spanisch-koloniale Eroberungs-Expedition unter der Führung von Juan Bautista de Anza reiste in den 1700ern von Culiacan in Mexico über das heutige Kalifornien nach Arizona (oder von Arizona nach Kalifornien, die Quellen wiedersprechen sich da), durch unbesiedelte Wüste und Küstenregionen. Anza gründete 1776 die Stadt San Francisco. Eine Station dieser Reise war Tubac. Hier lebt die spanische Geschichte noch.

Das erste Ziel entlang des Anza Trails zwischen Tucson und Tumacacori auf der Interstate 19 ist die Mission San Xavier del Bac. Es ist eine von 24 Missionen, die der spanische Missionar, Jesuit und Entdecker Father Eusebio Francisco Kino im heutigen Mexico und Arizona etablierte. Er war solange unterwegs, dass er irgendwann als „Pater zu Pferde“ bekannt wurde. Die Mission San Xavier del Bac wurde von 1732 gegründet, die Kirche 1797 fertiggestellt, und zwar für die Tohono O´odham, die heute in mehreren Reservationen innerhalb ihrer angestammten Gebiete leben. Heute wie damals ist die Mission von den gleichen Menschen mit Leben erfüllt, Gäste sind herzlich willkommen. Zu der Mission gehören die wunderschöne Kirche im spanisch-maurischen Baustil, eine niedliche Kapelle, eine Schule, ein Museum und ein Marktplatz. Wer möchte, kann fry bread, ausgebackenes Brot mit verschiedenen Auflagen direkt aus der Hand der Tohono O´odham essen. Das ist ähnlich der mexikanischen Tacos. Die Kirche ist jedoch das Herzstück des Ganzen. Von außen schon sehr schön anzusehen, ist sie im Inneren reich bemalt und hat einen prunkvollen Altar. Sie wird als das beste Beispiel der Missionsarchitektur in den Vereinigten Staaten bezeichnet und ist die älteste katholische Kirche der Vereinigten Staaten.
San Xavier del BacSan Xavier del Bac innen

 

 

 

 

Tubac wurde 1752 als spanisches Fort gegründet, das die Mission Tumacácori, die nach einem Aufstand der Pima, wie die Tohono O´odham von den Spaniern genannt wurden, und den gerade aus dem Norden eingetroffenen Apachen, verlegt und neu errichtet wurde, schützen sollte. Diese Mission liegt nur ein paar Meilen südlich von Tubac. Tubac ist die älteste von Europäern gegründete Siedlung in Arizona. In mehreren kleinen, dicht beieinanderliegenden Vierteln lässt es sich gut Bummeln. Da gibt es das Kunstzentrum mit jeder Menge Galerien, die ein vielfältiges und ansprechendes Angebot haben, die St. Ann´s Kirche, das Museum zur Vergangenheit Tubacs und den Historischen Distrikt mit schönen, alten Häusern. Das Zentrum von Tubac wird in der Vorweihnachtszeit nach alter spanisch-mexikanischer Tradition abends illuminiert, und zwar mit in Papiertüten gestellten Kerzen. Die mit Sand gefüllten Papiertüten stehen überall, als Parkplatz- und Grundstücksbegrenzung sowie auf den Dach- und Mauergesimsen.
TubacTubac - die Papiertüten dienen der Illuminierung

 

 

 

Wie schon geschrieben, liegt die Mission San José de Tumacácori, wie sie richtig heißt, nur ein paar Meilen südlich von Tubac. Father Kino kam 1691 in das kleine „Pimadorf“. Die Pima waren Halbnomaden, die Getreide anpflanzten und Vieh hielten. Father Kino verstand sich gut mit den Pima, die sich nach und nach missionieren ließen. 1751 wurde das Dorf nach dem oben erwähnten Aufstand verlegt und eine kleine Mission gebaut, in der bis zu 40 Pima-Familien Platz hatten. Ein kleiner Obstgarten und Felder gehörten ebenfalls dazu. Der Bau der heute zu besichtigenden Kirche, die nie vollendet wurde und inzwischen halb verfallen ist, wurde um 1800 begonnen. Inzwischen änderte sich die politische Situation mehrfach und die Kirche wurde in ihren Rechten beschnitten. 1848 wurde die Mission Tumacácori verlassen und verfiel. Schatzsucher, Viehtreiber und die Witterung taten ein Übriges. Der National Historische Park wurde 1908 gegründet und 1921 die nötigsten Maßnahmen zum Erhalt der noch bestehenden Bausubstanz durchgeführt.
die Mission Tumacácoriheutiger Bewohner der Mission

 

 

 

Noganles - mexikanische SeiteEinen Ausflug nach Mexiko hat man in Nogales empfohlen. Die Stadt ist geteilt, eine Hälfte liegt in Amerika, die andere Hälfte gehört zu Mexiko. Während die amerikanische Seite Luft zum Atmen lässt, ist die mexikanische Seite eng und laut. Gleich hinter der Grenze reihen sich Apotheken und Zahnärzte, dahinter Kunst und Krempel, Menschen ohne Ende. Alles ist auf den Grenztourismus ausgerichtet. Ein paar alte Bauten lassen die spanische Vergangenheit erahnen. Wir hatten uns jedenfalls etwas anderes unter diesem Ausflug vorgestellt. Einen traditionellen Taco an einer Straßenecke konnten wir uns aber nicht entgehen lassen.

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: