A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Tombstone – Arizona

Nachdem wir 4 Tage zwischen Whetstone und Tombstone in einem weitläufigen RV-Park festgesessen haben, konnten wir endlich nach Tombstone fahren, um uns in Ruhe umzusehen. Bei unserer kurzen Stippvisite vor 4 Tagen sind wir ja von allen Seiten angesprochen wurden, was wir alles besuchen sollten – Gunshows, Duelle, Saloons usw. Da ich nicht vorbereitet war, ging uns das alles viel zu schnell. Jetzt hatten wir Zeit, die Allen Street hoch und runter zu laufen. Sie ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt, denn auf dieser Straße lebt der alte wilde Westen noch fort. Wie zu Zeiten von Wyatt Earp und Doc Holliday gekleidete Herren laden zu den Shows ein, in einer nostalgischen Kutsche kann man sich Tombstone zeigen lassen oder man kann sich selbst wie die Damen und Herren am Ende des 19.Jahrhunderts kleiden, wenn man das nötige Kleingeld hat. Alles ist möglich. Die Westernstiefel, handgemacht und sehr teuer, sind aus verschiedenen Ledern gemacht, haben wir uns aufklären lassen: Krokodil, Schlange, Strauß, aber auch Deer (Reh), Hai, Stachelrochen und Echsen. Wahrscheinlich gibt es noch mehr Möglichkeiten. Um keine Schwierigkeiten am Zoll zu bekommen, gibt es dies alles auch als Imitate.
Tombstone - Allen StreetTombstone - Kutsche für Rundfahrten

 

 

 

Tombstone - O.K.CorralTombstone – die berühmteste Westernstadt der Welt. Sie wirbt mit dem Slogan „Die Stadt, die zu zäh zum Sterben ist“. Dreimal täglich wird in einer halbstündigen Vorstellung im O.K.Corral, dem Originalschauplatz, unter anderem die berüchtigste Schießerei des 19. Jahrhunderts nachgestellt. Weihnachten 1881 bereiteten Wyatt Earp, zu der Zeit Sheriff von Tombstone, und Doc Holliday dem Treiben der Clanton Gang und der McLaurys ein Ende. Mitten am Tage auf offener Straße fielen 32 Schüsse in einer ganz knappen Minute, und Bill Clanton sowie Tom und Frank McLaury waren Geschichte. Das hatte soviel Eindruck hinterlassen, dass diese Schießerei bis heute lebt. Diverse Tafeln am Rand der Allen Street künden von weiteren Duellen, die in mehreren Örtlichkeiten dem Publikum dargeboten werden. Dazu war Tombstone ein Sündenpfuhl mit über 100 fragwürdigen Institutionen vom Saloon bis zum Bordell.

Auf dem Boothill Graveyard, dem von 1878 – 1884 genutzten Friedhof, beerdigte man die auf allerlei Art Verstorbenen. Nur wenige starben eines natürlichen Todes oder an diversen Krankheiten. Die Meisten von ihnen wurden im Duell erschossen, einfach getötet, von Indianern umgebracht, gelyncht oder rechtmäßig gehängt, mancheiner hat Selbstmord begangen. Allerdings haben die Toten dort einen Platz mit einer sehr schönen Aussicht gefunden. Die Grabsteine wurden in den 1920ern erneuert, nur selten findet man Blumen auf den Gräbern. Die Jahre 1881 und vor allem 1882 sind offensichtlich die ungesündesten Jahre gewesen, weswegen sich wohl das Gerichtsgebäude erforderlich machte. 
Tombstone - Boothill GraveyardEiner der ClantonsEr wurde "aus Versehen" gehängt

Schieffelin MonumentWarum heißt die Stadt nun Tombstone? Ihr Gründer, Ed Schieffelin, steckte 1878 trotz der Warnung seiner Freunde, er würde dort seinen eigenen Grabstein finden, seinen Claim im Nirgendwo zwischen Apachen und giftigen Schlangen ab. Er und die Stadt überlebten. Es folgten der Silberboom und 15000 Menschen. Irgendwann gab es nichts mehr zu holen und nur wenige blieben, die jedoch die Stadt und ihre Geschichte erhielten. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten lassen Tombstone in neuem Glanz erstrahlen, allerdings mit wenig fragwürdigem Treiben hinter den Türen.  

Weitere Sehenwürdigkeiten von Tombstone sind unter anderem: das 1882 gebaute Gerichtsgebäude, in dem ein Museum über die Geschichte der Stadt untergebracht ist und den Galgen im Hinterhof, das 1881 gebaute Birdcage Theater Museum, das Rose Tree Museum mit dem größten Rosenbusch der Welt, und die „Gut Genug Mine“, in der 90 Mann Gold und Silber zu Tage förderten.
Tombstone CourthouseBird Cage Theatre

 

 

 

The Tombstone EpitaphThe Tombstone Epitaph“ wurde 1880 gegründet und war die berühmteste Zeitung des alten Westens. Im kostenlosen Museum werden die alten Druckmaschinen und weiteres Zubehör gezeigt. In den originalen Zeitungen ließt man über den berühmten Schusswechsel am O.K.Corral, den Apachenkrieg unter Geronimo und das große Feuer in Tombstone.

Tombstone - Allen StreetIm Silver Strike Weingeschäft haben wir für ein kleines Entgelt Weine aus eigenem Anbau probiert.
Auf meine Frage, wo wir denn die Weingüter finden könnten, wurden wir auf Gebiete 30 Meilen östlich und 50 Meilen westlich verwiesen. Allerdings sind es nur kleine Weinfelder, die nur wenige Flaschen im Jahr abwerfen. Deshalb kostet eine Flasche dieses Weines von 50 Dollars aufwärts. Mehr als 100 Dollars sind nicht selten, es darf auch noch teurer sein. Aus einem ganz kleinen Anteil der Weine wird dann auch noch innerhalb von 4 Jahren eine Spezialität nach Art des Portweins hergestellt. Wir möchten nicht wissen, was die dann kostet.
Da wir in Tombstone übernachtet haben, hatten wir auch Gelegenheit, einen Spaziergang am Abend zu machen. Dann ist kaum noch jemand auf der Straße, nur in den Saloons und Restaurants ist noch Leben. Es ist wie zu Zeiten des alten wilden Westens, als es gefährlich war, sich nachts auf den Straßen aufzuhalten.

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