A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Del Norte – Kalifornien

Point St. George

Point St. George

In Crescent City stießen wir endlich wieder auf das Meer, den Pazifischen Ozean. Leider hatten wir zwei Tage lang solch einen starken Wind, dass sich die auf dem Thermometer angezeigten 12°C wie -12°C anfühlten. Selbst bis zu 5-lagige Kleidung schützte uns nicht 100%ig. Während wir wie die Eskimos angezogen waren, spazierten viele Einheimische kurzärmelig oder gar mit kurzen Hosen und barfuß durch die Gegend. Wir kamen uns vor wie im falschen Film.

Seeanemone

Seeanemone

Crescent City ist eine schöne, kleine und gemütliche Stadt mit einer wunderschönen Küste. Auf unserer bisher schönsten Fahrradfahrt auf dieser Reise entdeckten wir den Point St. George, die ehemalige Heimat der Tolowa Indianer. Bei Ebbe kann man auf dem Meeresgrund über die Steine klettern. In den Gezeitenpools sieht man Seeanemonen, kleine Taschenkrebse, Einsiedlerkrebse, Seesterne, Muscheln und Schnecken. Sehr interessant ist das angespülte Treibholz. Da lässt sich jede Menge Material für Kunstwerke sammeln.

Battery Point Lighthouse

Battery Point Lighthouse

Am Castle Rock tummeln sich Seelöwen und Seevögel wie Lummen und Kormorane. Aleutengänse, sehen aus wie Kanadagänse, sind nur kleiner, fliegen in Scharen in der Bucht von Crescent City. Sandstrände und Felsen wechseln sich bis zum Battery Point Lighthouse ab. Dieser Leuchtturm, der nur bei Ebbe zu erreichen ist, ist in Privatbesitz und bietet interessierten Besuchern Führungen an.

Seelöwen im Hafen von Crescent City

Seelöwen im Hafen von Crescent City

Segelschiff in Crescent City

Segelschiff in Crescent City

Im kleinen Hafen liegen neben vielen Fangschiffen auch zwei alte Segelschiffe, die Rundfahrten anbieten. Eine Tafel erzählt von dem Tsunami, der in Folge des Erdbebens bei Fukushima im März 2011 neun Stunden später den kleinen Hafen traf, der großes Glück im Unglück hatte. Der Tsunami kam in mehr als einem Dutzend kleiner Wellen in eineinhalb Tagen, die nur großen Schaden im Hafenbecken selbst anrichteten. Die Stadt an sich blieb verschont.

am Klamath River

am Klamath River

Bei Klamath, mitten im Yurok Indianergebiet, blieben wir ein paar Tage im Chinook RV Resort. Die Landschaft des Redwoodparks und um die Mündung des Klamath River in den Ozean ist einfach zu schön. In der Zeit der Lachse muss hier die Hölle los sein. Angler überschwemmen dann hier die zahlreichen Campingplätze und fischen riesige Lachse aus dem Fluss. Jetzt tummeln sich zahlreiche Vogelarten im Gras, Fischadler, Weißkopfseeadler und Geier überfliegen den Klamath River und ab und zu schwimmen Seelöwen spielend den Fluss hinauf, wenn die Flut genügend Salzwasser hinein gedrückt hat. Sonst liegen sie faul auf der Sandbank, die den Fluss vom Ozean trennt.

Trees of Mystery

Trees of Mystery

Der nahegelegene Park „Trees of Mystery“ ist sehr zu empfehlen. Dieses Stück Wald nannten die Indianer „Ein Platz der Geister“. Er beherbergt jede Menge Merkwürdigkeiten der Baumwelt, wie den weltgrößten Familienbaum. Dieser Baum ist schon uralt und auf ihm und seinen Ästen wachsen 12 weitere Bäume. Diese neueren Bäume holen sich die Nährstoffe vom alten Baum und versorgen diesen wiederum mit entsprechender Photosynthese. So leben alle diese 12 Bäume. Auf einem 3000 Jahre alten Riesen, der vor langer Zeit umgefallen ist, wachsen neue Bäume, die zum Teil schon selbst das Zeitliche gesegnet haben. Von einem Giganten hat ein gewaltiger Blitzschlag nur noch einen zackigen Überrest übrig gelassen. Weitere Bäume sind von Blitzen gezeichnet, leben aber noch. So geht es weiter, den ganzen Park hindurch.      

Kathedrale aus Bäumen

Kathedrale aus Bäumen

Die Redwoodbäume wachsen sehr häufig in sogenannten Kathedralen, dass heißt, mehrere Bäume wachsen um einen zentralen Baum herum, der in den meisten Fällen schon fehlt. In einer der größten Kathedralen dieser Art auf der Welt werden Oster- und Hochzeitszeremonien abgehalten. Da diese Gruppe schon ziemlich alt ist, hat man sich nach einer neuen Kathedrale umgesehen, die irgendwann die Nachfolge antreten soll. An dieser noch jungen Baumgruppe steht ein Schild, dass schon jetzt Reservierungen für Hochzeitstermine in ungefähr 600 Jahren entgegengenommen werden.

Sky Trail

Sky Trail

Der Sky Trail, eine kleine Kabinenbahn, bringt die Besucher in 7-9 Minuten zirka 500 Meter hoch auf einen Berg. Vom dortigen Aussichtsdeck hat man wunderschöne Aussichten in der einen Richtung auf das Meer und in der anderen Richtung in die Berge. Hinunter gelangt man entweder wieder mit dem Sky Trail oder man wandert, dabei sollte man keine Probleme mit den Knien haben, auf einem eine Meile langen Wanderweg mutterseelenallein durch den Urwald des Berghanges wieder hinab. Wanderstöcke werden gestellt und sollten unbedingt genutzt werden.

Paul Bunyan und die Packratten

Paul Bunyan und die Packratten

Am Ende des Rundweges durch den Trees of Mystery wird die Geschichte vom legendär riesengroßen und titanenstarken Paul Bunyan, einem amerikanischen Holzfäller, erzählt. Eine der größten Figuren von ihm und seinem blauen Ochsen Babe steht vor dem Eingang des Parks. Die Geschichte wird durch große Holzreliefs und Figuren erzählt, die mit der Kettensäge geschaffen wurden, wunderschön. Ganz zum Schluss kann man sich noch die größte, private Sammlung von Artefakten der amerikanischen Ureinwohner ansehen.
Zudem haben wir dort erfahren, Zweifler und Ablehner lesen diesen Absatz bitte nicht, dass wir uns am Rande eines Bigfootgebietes befinden. In den tiefen Wäldern zwischen Klamath und Orick gibt es immer wieder Begegnungen oder werden Fußabdrücke gefunden. Um jedoch eine Chance auf Kontakt mit den um die 2,40m großen Menschenriesen zu haben, muss man sich allerdings schon sehr weit in einsame Gegenden hinein wagen und Zeit darin verbringen.

Tour Thru Tree bei Klamath

Tour Thru Tree bei Klamath

Noch eine Besonderheit, allerdings 1976 künstlich geschaffen, ist der „Tour Thru Tree“. Das ist ein 900-1000 Jahre alter Redwoodbaum, in den ein Tunnel geschnitten wurde, der gerade so groß ist, um mit einem PKW oder kleinen Van hindurch zu fahren. Trotz dieses massiven Eingriffes lebt der riesige Baum.

Auf einem sehr anstrengenden Abschnitt des Coastal Trails südlich der Klamath-Mündung hat man herrliche Aussichten auf die Küste und den Ozean.  Die Seelöwen badeten jetzt auf der Meeresseite. Am Strand befindet sich ein zeremonieller Ort der Yurok, der nach dem Winter gerade wieder in Schuss gebracht wurde. Überhaupt ist hier in der Gegend großes Putzen angesagt, damit für die in Kürze beginnende Saison alles vorbereitet ist.

Eine Farm, die Keine war

Eine Farm, die Keine war

Mitten am Trail liegt eine kleine Farm, die keine Farm ist. Im 2. Weltkrieg baute man zwei Farmhäuser dorthin, in denen jedoch eine Radarstation untergebracht war. In dem einen Gebäude stand der Generator, in dem anderen befanden sich die elektronischen Geräte. Die Meldungen wurden an San Francisco weitergeleitet. Die Japaner operierten mit ihren U-Booten, von denen aus Kamikazeflieger starten konnten, auch in den kalifornischen Gewässern.

2,50m hoher Schachtelhalm

2,50m hoher Schachtelhalm

Kommen unsere Gartenerdbeeren eigentlich auch aus Amerika? Hier wachsen überall wilde Erdbeeren. Wilden Fenchel haben wir um Klamath gefunden und gleich ein paar Stengel für ein leckeres Mal verwendet. Einen schönen Teil froren wir ein. Überhaupt gleicht die Natur hier einem Schlaraffenland. Es gibt Himbeeren und Brombeeren in Hülle und Fülle. Ein an die 2,50m hoher, grasähnlicher Schachtelhalm wächst in Flussnähe, sieht aus wie Bambus, nur viel kleiner.

Die Wälder hier an der Küste sind Nebelwälder, deshalb sind sie so artenreich. Sehr oft legt sich dichter Nebel über die Küstenwälder und lässt Flechten und Moose auf den Bäumen sprießen. Farne und andere feuchteliebende Pflanzen bedecken den Boden. Es ist ein echter Urwald, in dem alles so ist, wie die Natur es vorsieht. Niemand legt Hand an.
Einen Tag verbrachten wir noch im Kamp Klamath an der südlichen Seite der Klamath Mündung. Dieser Park wird von Aussteigern geführt, die fast autark leben. Es ist eine Gruppe von Freunden, von denen der Eine sich um die Hühner und Kaninchen kümmert, die für die Küche gedacht sind, der Andere einen kleinen Gemüsegarten betreibt und wieder ein Anderer sich um die Technik kümmert. Alle zusammen kümmern sich um den Campingplatz, sorgen für Holz, mähen Rasen usw. Die Lachse schwimmen zum Fangen an Ihnen vorbei, Bären und Rehe werden gejagt. Mehr braucht der Mensch fast nicht. Die haben ein gutes Leben. Richtig kalt wird es hier nie, Minustemperaturen sind eine Ausnahme, richtig heiß aber auch nicht.

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