A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Perpignan

im Roussillon

im Roussillon

Inzwischen ist der Herbst auch hier angekommen. Es ist kalt, nachts um die 8-10°, tagsüber 11-15°, also nicht unbedingt etwas für Camper. Allerdings scheint oft die Sonne, die wenigstens die Gemütsstimmung oben hält. Auf den höchsten Bergen hat es inzwischen geschneit. Die weißen Kuppen strahlen gegen den blauen Himmel.
Die Gegend um Perpignan bis zur spanischen Grenze ist ein sehr schönes Gebiet, zwischen dem Mittelmeer und den Bergen des Roussillon sowie der Albéres-Kette. Um diese Jahreszeit bewegt man sich überall fast allein. Die allermeisten Touristen haben diese Gegend bis Ende Oktober verlassen. Jetzt sind eigentlich nur noch Durchreisende nach Spanien unterwegs, die hier einen kurzen Stopp einlegen.
Die Provinz Roussillon ist zum großen Teil zweisprachig, einmal französisch, zum anderen katalanisch. Bis gegen Ende des Mittelalters gehörte die Gegend zu Katalonien. Seit 1659 ist sie französisches Territorium. Die Menschen hier blieben in ihren Herzen jedoch immer Katalanen, was die allerorten wehenden katalanischen Flaggen, und wie gesagt, die zweisprachigen Schilder beweisen.

Le Castillet

Le Castillet

Perpignan ist die wärmste Stadt Frankreichs. Sie liegt am Fluss Tet, der aus den Bergen kommt und sehr klares Wasser bei Canet ins Mittelmeer führt. Die Altstadt weist zumeist enge Gassen auf, in die durch die relativ hohen Bauten kaum Sonne scheint. Im Sommer mag das bei den heißen Temperaturen recht schön sein, aber im Winter ist es nur kalt und dunkel.
Auffallende Bauten sind Le Castillet und die Kathedrale St-Jean. Le Castillet, am Fluss gelegen, war einmal ein Stadttor. Als die Franzosen kamen, nutzten sie es als Gefängnis, noch bis 1963. Heute ist es ein Museum. Louis XVI baute seinerzeit noch das Portal an.

Place de Cathedrale

Place de Cathedrale

Die Kathedrale ist etwas ganz besonderes, wie wir es bisher so noch nicht gesehen haben. Eigentlich als dreischiffiges Bauwerk konzipiert, wurde es dann doch nur einschiffig. Auf beiden Seiten sind jedoch zwischen jeder Säulenreihe Kapellen eingelassen. In jeder Kapelle thront ein mehr oder weniger prunkvoller Altar. Der Kirchturm ist einzigartig. Er ist nicht massiv, sondern ein filigranes Gebilde aus Stahl, welches eine große Glocke trägt.

Am südlichen Rand der Altstadt breitet sich die Zitadelle aus, die die älteste Residenz Frankreichs samt Kapelle beherbergt. Der Palast und die Kapelle stammen aus dem 13. Jahrhundert, als Perpignan noch Hauptstadt des Königreiches von Mallorca war, die Zitadelle baute man im 17. Jahrhundert drumherum.

St-Cyprien-Plage

St-Cyprien-Plage

Endlich bekamen wir nun hier das Mittelmeer zu Gesicht, und zwar bei St-Cyprien-Plage. Der kleine Ort St. Cyprien ist zwar schön anzusehen, mit den alten, teilweise engen Gassen, dann wieder offenen und modernen Teilen, aber ein Highlight ist er nicht. Dafür wachsen überall im Ort verschiedene Zitrusfrüchte. Sogar einen Gummibaum mit Fruchtständen sahen wir.
St-Cyprien-Plage ist ein Touristenort, relativ neu dazu. In der gesamten Küstenregion von Narbonne bis zur spanischen Grenze gab es bis Mitte der 1960er Jahre nur ein paar verschlafene Fischerdörfer. Dann erklärte die französische Regierung den Bereich zur Urlaubsregion und es wurde gebaut, was das Zeug hielt, Hotels, Restaurants, Geschäfte, Ferienhäuser usw. Dementsprechend wenig attraktiv sind die großen Urlaubsorte des Roussillon. Die Strände sind dafür umso länger, das Wasser sehr sauber. Der Blick in die angrenzenden Berge ist fast überall gegeben. Der Yachthafen von St-Cyprien-Plage ist riesengroß und jetzt im Winter vollgestopft mit allen Arten von Booten. Nur sehr vereinzelt trifft man jetzt auf andere Menschen, während im Sommer offensichtlich hier die Hölle los ist.

Elne

Elne

Einen Besuch wert ist dagegen Elne. Die Altstadt breitet sich auf einem Hügel aus. Am höchsten Punkt steht die Touristinfo. Ganz in der Nähe wurde nach zwei Seiten eine Art Balkon gebaut, von dem aus man über die ganze Stadt sehen kann, die von den Bergen des Roussillon umrahmt wird.
Während die Hautstraße der Altstadt relativ stark frequentiert wird, waren wir in den Gassen rund um die Kirche als Touristen ganz allein unterwegs. Elne ist die Stadt der Kunst, deshalb trifft man überall auf Galerien und Werkstätten verschiedener Art. Wer sich also für Kunst interessiert, der ist in Elne richtig.

Fischerdorf bei Canet

Fischerdorf bei Canet

Ein letzter Ausflug im Roussillon, beim schönsten Wetter seit unserer Ankunft vor 14 Tagen hier, 27°, blauer Himmel und so gut wie kein Wind, brachte uns nach Canet. Zwischen St. Cyprien-Plage und Canet trennt ein schmaler Landstreifen eine Lagune vom Meer. Sie nennt sich Etang de Canet et de St. Nazeire. Im Frühjahr und im Herbst treffen sich hier viele Vogelarten zur Rast. Jetzt ist die Lagune fast verwaist, bis auf ein paar Schmuckreiher und Möwen. Auf dem Marschland trifft man auf Lerchen und Stieglitze. Am Auslass der Lagune, die von vier Flüssen aus den Bergen gespeist wird, steht ein altes Fischerdorf. Die Hütten werden noch heute von den Fischern genutzt, die mit ihren kleinen Booten in der Lagune auf Fischfang gehen. Die haben sich ein wirklich idyllisches Plätzchen ausgesucht.

Promenade von Canet

Promenade von Canet

Canet an sich ist zwar auch ein neuer Badeort, aber er ist wesentlich einladender als Argeles-Plage. An der Promenade, direkt hinter dem breiten Strand, gibt es ein paar Restaurants und Geschäfte, aber alles hält sich noch im Rahmen. Bei einem Spaziergang auf der Mole hat man einen schönen Blick auf die Wasserfront von Canet, den langen Strand und die Berge im Hintergrund. Die Mole ist eine der Begrenzungen für die Hafeneinfahrt in den Yachthafen, der ziemlich groß ist. Im Sommer starten, wie von vielen großen Urlaubsorten aus, Bootsfahrten entlang der Küste.

Advertisements

Einzelbeitrag-Navigation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: