A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Ponferrada

Rio Sil

Das Höhenprofil zwischen Monforte und Ponferrada sah auch wieder vielversprechend aus. Diesmal fährt man die meiste Zeit am Rio Sil entlang, aber nicht hoch oben, wie sonst, sondern fast auf gleicher Höhe. Die Straße führt zuerst durch eine schöne Berglandschaft bis an den Rio Sil heran, den sie dann bis O Barco begleitet. Dort schneidet die Straße die Flussbiegung ab und trifft ihn dann bei Cova wieder. Unsere Quellen berichten, dass der Rio Sil ein Goldfluss war.
Nun noch einmal über einen Berg hinüber und wir hatten es geschafft. Nun öffnet sich das Tal zu einer weiten Ebene, in der Ponferrada liegt.

Templerfestung

Ponferrada ist einer der Orte, die auf dem Jakobsweg liegen. Der Womo-Stellplatz befindet sich direkt neben der Herberge für die Pilger, am südöstlichen Rand der Altstadt. Es ist nur ein kurzer Fußweg dorthin. Beeindruckend sind die Basilika und die Templerfestung. An der Stelle einer alten keltischen Anlage bauten Ende des 12. Jahrhunderts die Tempelritter eine Festung, die sie bis zur Auflösung des Templerordens im Jahre 1307 mehr oder weniger in Besitz hatten. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte zweimal erweitert. Der Haupteingang sieht wie ein Märchenschloss aus.

Prozession zu Karfreitag

Viele alte Häuser, verfallen oder rekonstruiert, zieren die Gassen der Altstadt. Da in dieser Gegend Schiefer vorherrscht, sind fast alle Häuser mit Schiefer gedeckt, aber nicht fein säuberlich und einheitlich, wie in Deutschland, sondern mit größeren und unregelmäßigen Platten. Dies sieht sehr natürlich aus und passt in die Landschaft.
Am Vorabend des Karfreitag fand in Ponferrada eine Prozession statt. Ein Wagen mit der Darstellung des Abendmahls wurde von Personen begleitet, die allesamt in Kutten der Templer gekleidet und gruppenweise verschiedenfarbige, hohe Kapuzen auf dem Kopf hatten. Am nächsten Tag hörten wir wieder die melancholischen Klänge der Blasinstrumente und Trommeln. Wahrscheinlich findet wohl bis einschließlich Ostermontag jeweils eine Prozession statt.

Valdefrancos

Ein Ausflug von Ponferrada in die nahen Berge im Süden zeigte uns eine vollkommen andere Seite Spaniens. Eine schmale Landstraße führt durch idyllische kleine Bergdörfer in die Montes Aquilanos, die ein Teil der Sierra del Teleno sind. In Valdefrancos hielten wir zum ersten Mal. Das kleine Dorf liegt an einem Bach, besitzt eine kleine Kirche mit Storchennest darauf, eine alte Bogenbrücke und viele traditionelle Häuschen. Die Häuser sind aus Natursteinen gebaut. Alle über die Steinfassade herausragenden Anbauten, Balkone, Erker usw. bestehen aus Holz. Das sieht toll aus.

San Clemente de Valdueza

In San Clemente de Valdueza stoppten wir zum zweiten Mal. Ein Stück der Straße durch das Dorf ist gerade einmal breit genug für ein Auto. Man sieht beim Durchfahren nicht, ob jemand entgegen kommt. Wenn ja, dann muss jemand von den Beiden zurück, denn Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Der rechte Teil des Dorfes ist sehr hübsch, geradezu dekorativ. Viele der alten Häuser sind rekonstruiert und heute wieder schöne Schmuckstücke. Die Gassen sind so eng, dass es keinem Auto möglich ist, hindurchzufahren.

Montes de Valdueza

Kurz vor dem Ende der Bergstraße, biegt eine weitere Straße zum Kloster Montes de Valdueza ab. Mitten im Nirgendwo der Bergwelt liegt das idyllischste Dorf der Strecke. Das Kloster wird zwar gerade rekonstruiert, aber der Rest des Dorfes sollte Stück für Stück erkundet werden. Die Häuser gruppieren sich in einem weiten Bogen über dem Tal, mit einer herrlichen Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge. Im Moment liegt sogar noch teilweise Schnee. Man gewinnt den Eindruck, als würde sich das Dorf für den Titel Weltkulturerbe bewerben. An allen Ecken wird rekonstruiert.
In der Nähe der Kirche findet man die kleine Cantina. Die ist so hübsch, dass wir für einen Café einkehren mussten. Als die zwei Tassen kamen, standen auch ein Zuckerdöschen und eine kleine gläserne Flasche mit einem kleinen Ausgießer auf dem Tisch. Was ist das wohl? Wasser mit einem Ausgießer? Essig? Nur eine Probe konnte die Frage beantworten. In der kleinen Flasche war Selbstgebrannter. Das war etwas Neues für uns, Kaffee mit Selbstgebranntem verfeinern. Wir nutzten auch gleich wieder die Gelegenheit und kauften sehr günstig etwas davon, in einer Weinflasche abgefüllt.

Nichts geht mehr

Auf dem Weg zum Ende der Straße ins Dorf Peñalbe de Santiago war es dann soweit. Es war eingetreten, was wir befürchtet hatten. Nichts ging mehr. Ein paar Autos hatten sich auf der engen Straße so verkeilt, dass niemand mehr vor oder zurück kam. Sollte unsere Tour hier, so kurz vor dem Ziel zu Ende sein? Während Klaus umdrehte und ein Stück zurück fuhr, lief ich weiter. Es waren nur noch knapp drei Kilometer Weg bis oben. Irgendwann kam dann das ein oder andere Auto von unten an mir vorbei. Als ich einen kleinen Wasserfall erreicht hatte, etwa auf halbem Weg, kam Klaus und sammelte mich auf. Es wäre keine schlechte Idee, wenn man festlegen würde, dass die Autos vormittags nach oben und nachmittags nach unten fahren würden. Denn gäbe es keine Knäule von Autos unterwegs.

Peñalbe de Santiago

Peñalbe de Santiago ist ein Vorzeigedorf. Fast alle Häuser sind im gleichen traditionellen Stil wie in den anderen Dörfer gebaut und in bestem Zustand. Die Cantina ist überfüllt, aber es gibt noch andere kleine Kneipen. Der Ort liegt nicht so hoch, wie wir erwartet hatten. Bis zur derzeitigen Schneegrenze sind es noch viele Meter Höhenunterschied, so dass es diesmal nicht für eine Schneeballschlacht reichte. Der höchste Berg hier hat keinen Namen und ist 2135m hoch.
Trotz des touristischen Flairs macht es Spaß, durch die hübschen Gassen zu schlendern oder vom höchsten Punkt über die Schieferdächer hinweg in die Bergwelt zu schauen.
Auf den Rückweg gab es weniger Probleme mit der schmalen Straße, denn die meisten Autos wollten nun wieder nach unten.

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