A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Südlicher Oberrhein

Wir haben unsere diesjährige Winterreise begonnen. Unser Weg soll uns über Südfrankreich, Korsika, Italien bis nach Sizilien führen.

Zwei Übernachtungen legten wir am Südlichen Oberrhein bei Karlsruhe und Lahr ein. Bei Karlsruhe fanden wir einen Platz direkt am Maxau-Ufer. Gegenüber liegt Maximiliansau. Beide Ufer verbindet die Rheinbrücke Maxau, die heute eine moderne Hängebrücke ist. Gleich daneben spannt sich eine Fachwerkbrücke aus Stahl für die Eisenbahn über den Fluss. Diese Brücken verbinden auch die Gebiete Baden und die Pfalz.

Bevor die heutige Konstruktion entstand, weihte man am 8. Mai 1865 eine Eisenbahn-Schiffsbrücke ein, die ihrerseits eine aus dem Jahr 1840 stammende Straßen-Pontonbrücke ersetzte.

Die Eisenbahn-Schiffsbrücke, ich gebe hier den Inhalt einer Informationstafel weiter, war eine Technische Meisterleistung, die erste in Europa, wenn nicht sogar weltweit. Auf der Weltausstellung 1867 zeigte man ein Modell der Brücke, welches mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

Die 362 Meter lange Brücke bestand aus 36 Pontons. In der Mitte der Fahrbahn befanden sich Schienen, rechts und links davon Fahr- und Gehweg. Die Brücke konnte sogar für die Schiffe zu bestimmten Zeiten geöffnet werden. Dies dauerte ein bis zwei Stunden und richtete sich nach dem Zugfahrplan.
Da die Brücke nur eine leichte Konstruktion war, konnte sie auch nur von einer leichten Lokomotive befahren werden, der „Brückenhexe“. Zwölf Mal am Tag überquerte sie die Brücke.
Mit dem zunehmenden Straßenverkehr musste die alte Brücke 1938 der heutigen Hängebrücke weichen.

Der in der Nähe liegende kleine Yachthafen wird durch einen schmalen Damm vom Rhein getrennt. Auf dessen Spitze hat sich die Wasserwacht eingerichtet. Der dort befindliche Rheinpegel Maxau steht direkt hinter dem Zaun, so dass man ihn sich wenigstens von einer Seite ansehen kann.

Durch den niedrigen Rheinpegel derzeit sind die Befestigungen entlang des Ufers gut zu sehen.

Die nächste Übernachtung legten wir auf der Rheininsel Marckolsheim südlich von Lahr ein, wodurch wir uns schon auf französischem Gebiet befanden. Die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich führt entlang der Mitte der Altrheinarmes zwischen dem deutschen Festland und der Rheininsel Marckolsheim.

Im nördlichen Teil der Rheininsel liegt die alte Zollstation, bei der sich einst eine Brücke befand. Gleich hinter der Zollstation darf man mit dem Wohnmobil stehen und auch übernachten. Es ist ein schönes, ruhiges Fleckchen Erde.

Am östlichen Ufer der Insel führt ein Weg zu deren Spitze, wo sich der Altrheinarm und der Rhein treffen.

Läuft man auf der westlichen Seite der Insel zurück, kommt man zur Marckolsheimer Schleuse, die sich zwischen der Rheininsel Marckolsheim und einer sehr schmalen weiteren Rheininsel befindet.

Der Stellplatz kann Ausgangspunkt für einige sehr interessante Ziele in der Nähe sein, wie die Burgruine Limburg, ein Westwallbunker und das Sasbacher Altrheinwehr.

Um dorthin zu gelangen spaziert man zuerst an der alten Zollstation vorbei. Früher führte eine einspurige Schiffsbrücke ans andere Ufer. Die letzte Konstruktion stammte aus dem Jahr 1945. 1986 baute man diese Brücke ab, nachdem die heutige Betonbrücke zwei Jahre zuvor eingeweiht wurde.

Nun führt der Weg entlang des Altrheinufers in Richtung Wehr, durch einen schönen Auenwald.

Das Wehr ist recht beeindruckend. Auf der anderen Seite ist die Burgruine Limburg zu sehen. Ein paar Kormorane sonnen sich auf dem Wehr.

Jetzt folgt man dem Weg weiter, auf der einen Seite der Altrhein, auf der anderen der Auwald. Die Walnüsse sind gerade reif und wir sammelten einige für unseren Vorrat.

Auf dem letzten Stück läuft man an einem alten Gieß entlang. Gieß ist eine alte Bezeichnung für einen abgeschnitten, toten Oberrheinarm. Es gibt nur noch ganz wenige davon.

Nach diesem Erholungstag, der Weg von Anklam hier herunter war weit, fuhren wir nach Colmar im Elsass weiter.

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