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Reisen rund um die Welt

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Colmar

Seit mehr als zwanzig Jahren stand Colmar auf meiner Liste der Reiseziele. Jetzt endlich haben wir es geschafft, dort hinzufahren.

Das erste Ziel war ein Kreisverkehr in direkter Nähe des Flugplatzes im Norden der Stadt an der Elsässer Weinstraße. Dort steht eine Kopie der Freiheitsstatue, die das französische Volk zum Gedenken an die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten dem amerikanischen Volk schenkte. Initiator der Statue war der Colmarer Auguste Bertholdi. Erst vor Kurzem sahen wir eine Dokumentation über Bartholdi, der einen Großteil seines Lebens dem Entwurf und der Ausführung der Freiheitsstatue widmete. Er hatte viele Probleme zu lösen. Wie soll die Statue aussehen, wie bekommt man die Aufmerksamkeit der Amerikaner, denn diese sollten für den Sockel der Statue sorgen, wo soll sie aufgestellt werden und wie soll das ganze finanziert werden. Als das alles nach einer unendlich langen Zeit geklärt war, musste die Statue auch noch entstehen, und zwar aus einem Stahlgestell, welches von Gustave Eiffel entworfen wurde, und Kupferplatten, die mit Hilfe von Terrakotta-Model geformt wurden. Um die zweihundertfünfzig Kisten waren nötig, alle Einzelteile zu verpacken und nach New York zu verschiffen. 1886 wurde die Statue im Hafen von New York enthüllt. Es war ein Mammutvorhaben.

Bild senkrecht ausgerichtet

Es gibt viele Nachbildungen der Freiheitsstatue auf der Welt, aber die in Colmar ist mit zwölf Metern Höhe die Größte.

Das Bartholdi-Museum im Stadtzentrum zeigt das Leben und bewahrt die bedeutendste Sammlung von Werken und persönliche Stücken des großen Bildhauers. Bei unserem Besuch montags war es leider geschlossen. Das Haus, in dem das Museum untergebracht ist, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert baute man es zu einem vornehmen Patrizierhaus um.

Diesmal haben wir den Smart im Schlepptau. Das Wohnmobil ließen wir auf einem der Parkplätze in der Nähe des Kreisverkehres stehen, wo man auch übernachten kann.
Mit dem Smart fuhren wir ins Zentrum von Colmar zu einem der vielen Parkplätze. Von dort aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zur Markthalle, die für uns Beginn und Ende des Stadtrundganges war.

An der Markthalle vorbei fließt das Flüsschen Lauch. Von ihm zweigt ein Kanal ab, der sich durch die Altstadt zieht und hübsch gepflegt und dekoriert ist.

Vorbei an urigen Kneipen und Restaurants sowie Souvenirgeschäften, die sich in wunderschönen Fachwerkhäusern befinden, kommt man zum alten Zollplatz. In dessen Mitte steht ein Brunnen, der Schwendi-Brunnen aus dem 19. Jahrhundert.

Von hier aus weiß man nicht wohin man seine Schritte lenken soll. Auf jeder Ecke stehen wunderschöne Fachwerkhäuser, auch mit Bogendurchgängen. Hier und da hängen große Zunftzeichen an den Fassaden.

Wir bogen dann links in die Kirchgasse ein, an deren Ende das Martinsmünster steht. Die Ursprünge der Stiftskirche stammen aus dem 10. und 12. Jahrhundert. Ihr heutiges Aussehen bekam die Kirche im 13. Jahrhundert. Sie ist dem Heiligen Martin gewidmet, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte.

Im Inneren der Kirche sind viele verschiedene Dinge zu besichtigen, wie die alten, kleinteiligen Bleiglasfenster, Schnitzereien, Malereien und Figuren.

Nun setzten wir unseren Rundgang über die Rue des Tourneurs zum Bartholdi-Museum fort. Im Süden der Altstadt ist das Klein-Venedig Colmars zu finden. Entlang der Lauch entstand das Stadtviertel Krutenau. Die Häuser entlang des Flusses sind mit der Barke zu erreichen, was die Bezeichnung „Klein-Venedig“ rechtfertigt.

In der Nähe der Brücke über die Lauch starten idyllische Bootsfahrten auf dem Fluss.

Durch eine schmale Gasse mit kleinen alten Häuschen erreicht man wieder die Markthalle. Es war ein wundervoller Rundgang. Der Besuch Colmars lohnt sich wirklich sehr, vor allem, weil man immer wieder auf Wasser stößt. Beim Spazieren verliert man sich in den Gassen, der Geschichte und vergisst dabei die moderne Außenwelt.

Da Colmar an der Elsässer Weinstraße liegt ist natürlich Wein das Hauptthema der Gegend.

Südlicher Oberrhein

Wir haben unsere diesjährige Winterreise begonnen. Unser Weg soll uns über Südfrankreich, Korsika, Italien bis nach Sizilien führen.

Zwei Übernachtungen legten wir am Südlichen Oberrhein bei Karlsruhe und Lahr ein. Bei Karlsruhe fanden wir einen Platz direkt am Maxau-Ufer. Gegenüber liegt Maximiliansau. Beide Ufer verbindet die Rheinbrücke Maxau, die heute eine moderne Hängebrücke ist. Gleich daneben spannt sich eine Fachwerkbrücke aus Stahl für die Eisenbahn über den Fluss. Diese Brücken verbinden auch die Gebiete Baden und die Pfalz.

Bevor die heutige Konstruktion entstand, weihte man am 8. Mai 1865 eine Eisenbahn-Schiffsbrücke ein, die ihrerseits eine aus dem Jahr 1840 stammende Straßen-Pontonbrücke ersetzte.

Die Eisenbahn-Schiffsbrücke, ich gebe hier den Inhalt einer Informationstafel weiter, war eine Technische Meisterleistung, die erste in Europa, wenn nicht sogar weltweit. Auf der Weltausstellung 1867 zeigte man ein Modell der Brücke, welches mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde.

Die 362 Meter lange Brücke bestand aus 36 Pontons. In der Mitte der Fahrbahn befanden sich Schienen, rechts und links davon Fahr- und Gehweg. Die Brücke konnte sogar für die Schiffe zu bestimmten Zeiten geöffnet werden. Dies dauerte ein bis zwei Stunden und richtete sich nach dem Zugfahrplan.
Da die Brücke nur eine leichte Konstruktion war, konnte sie auch nur von einer leichten Lokomotive befahren werden, der „Brückenhexe“. Zwölf Mal am Tag überquerte sie die Brücke.
Mit dem zunehmenden Straßenverkehr musste die alte Brücke 1938 der heutigen Hängebrücke weichen.

Der in der Nähe liegende kleine Yachthafen wird durch einen schmalen Damm vom Rhein getrennt. Auf dessen Spitze hat sich die Wasserwacht eingerichtet. Der dort befindliche Rheinpegel Maxau steht direkt hinter dem Zaun, so dass man ihn sich wenigstens von einer Seite ansehen kann.

Durch den niedrigen Rheinpegel derzeit sind die Befestigungen entlang des Ufers gut zu sehen.

Die nächste Übernachtung legten wir auf der Rheininsel Marckolsheim südlich von Lahr ein, wodurch wir uns schon auf französischem Gebiet befanden. Die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich führt entlang der Mitte der Altrheinarmes zwischen dem deutschen Festland und der Rheininsel Marckolsheim.

Im nördlichen Teil der Rheininsel liegt die alte Zollstation, bei der sich einst eine Brücke befand. Gleich hinter der Zollstation darf man mit dem Wohnmobil stehen und auch übernachten. Es ist ein schönes, ruhiges Fleckchen Erde.

Am östlichen Ufer der Insel führt ein Weg zu deren Spitze, wo sich der Altrheinarm und der Rhein treffen.

Läuft man auf der westlichen Seite der Insel zurück, kommt man zur Marckolsheimer Schleuse, die sich zwischen der Rheininsel Marckolsheim und einer sehr schmalen weiteren Rheininsel befindet.

Der Stellplatz kann Ausgangspunkt für einige sehr interessante Ziele in der Nähe sein, wie die Burgruine Limburg, ein Westwallbunker und das Sasbacher Altrheinwehr.

Um dorthin zu gelangen spaziert man zuerst an der alten Zollstation vorbei. Früher führte eine einspurige Schiffsbrücke ans andere Ufer. Die letzte Konstruktion stammte aus dem Jahr 1945. 1986 baute man diese Brücke ab, nachdem die heutige Betonbrücke zwei Jahre zuvor eingeweiht wurde.

Nun führt der Weg entlang des Altrheinufers in Richtung Wehr, durch einen schönen Auenwald.

Das Wehr ist recht beeindruckend. Auf der anderen Seite ist die Burgruine Limburg zu sehen. Ein paar Kormorane sonnen sich auf dem Wehr.

Jetzt folgt man dem Weg weiter, auf der einen Seite der Altrhein, auf der anderen der Auwald. Die Walnüsse sind gerade reif und wir sammelten einige für unseren Vorrat.

Auf dem letzten Stück läuft man an einem alten Gieß entlang. Gieß ist eine alte Bezeichnung für einen abgeschnitten, toten Oberrheinarm. Es gibt nur noch ganz wenige davon.

Nach diesem Erholungstag, der Weg von Anklam hier herunter war weit, fuhren wir nach Colmar im Elsass weiter.

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