A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Jordberga

In einem der letzten Touristenbüro´s, welche wir besucht haben, fanden wir einen Hinweis auf eine Mikrobrauerei. Schon lange sind wir nicht mehr auf eine solche gestoßen, deshalb wollten wir uns diese in Jordberga nicht entgehen lassen. Wir lieben Craft-Bier, weil es andere Geschmackserlebnisse bietet als die Biere aus dem Supermarkt.

In der Hönsinge Hantwerksbryggeri 2012 eröffnete ein junger Mann in einem Teil des Jordberga-Schlosses eine kleine Brauerei. Er lernte das Handwerk in den USA, wo es solche Mikrobrauereien überall gibt. In den USA haben wir auch das Craft Bier lieben gelernt, wo man Bier zwar auch mit Malz, Hefe und Wasser braut, aber auch verschiedene Geschmacksrichtungen, wie z.B. Kürbisbier zu haben sind.

Der junge Mann betreibt die Brauerei alleine. Aus verschiedenen Malzen, die er in mehreren Ländern einkauft, stellt er 14 verschiedene Biere in all ihren Arbeitsschritten her. Die Biere sind hell, dunkel, klar oder trüb, und vom Pilsener bis zum Ale ist alles dabei.

Gleich neben dem Brauraum liegt der Verkaufsraum, wo er seine Erzeugnisse zum Probieren und Kaufen anbietet. In Schweden ist es allerdings so, dass er nur Biere mit einem Alkoholgehalt von bis zu 3,5% selbst verkaufen darf. Alle stärkeren Sorten müssen in „Alkoholläden“ verkauft werden, zumeist im „Systembolag“. Der nächstgelegene Systembolag ist in Skurup zu finden. Der Ort liegt ca. 9km nordöstlich von Jordberga.

Nach dem Besuch der Mikrobrauerei schlenderten wir noch durch den großen Schlossgarten. Wir wissen nicht, ob das Schloss für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Bei unserem Besuch war es jedenfalls geschlossen, aber man kann sich den Park mit seinen vielen Nebengebäuden, den Karpfenteich und den alten Bäumen ansehen.

Hier fanden wir auch die Baumart wieder, die wir schon im Stadtpark von Katrineholm bewundert haben. Da in Jordberga mehrere dieser Bäume stehen, schauten wir nach, was es wohl sein könnte. Auffallend sind die langen grünen, herabhängenden und sehr hübschen Fruchtstände. Es stellte sich heraus, dass es eine kaukasische Flügelnuss ist.

Nun fuhren wir kurz nach Skurup, um ein paar höherprozentrige Hönsinge-Biere zu kaufen und den jungen Brauer zu unterstützen, dann setzten wir unsere Fahrt zurück an die Ostseeküste fort.

Ystad

Auf unserer ersten Skandinavienreise vor 22 Jahren besuchten wir schon einmal Ystad. Damals war es die erste Station auf unserer Reise zum Nordkapp. Da wir uns überhaupt nicht mehr an den Besuch der Altstadt erinnern konnten, besuchten wir sie ein zweites Mal. Das Wohnmobil stellten wir auf dem Stellplatz direkt am Fährhafen ab.

Bisher hatten wir immer Parkplätze, auf denen es möglich war, bar oder per Kreditkarte zu zahlen. Die Bezahlung per App hatten wir bisher immer abgelehnt. Dieser Parkplatz gehört zum Anbieter Aimo, der uns auch schon unterwegs ein paar Mal begegnete. Allerdings muss man in Ystad per App bezahlen, obwohl auch die Kreditkartenmöglichkeit bei park4night angegeben ist. Es war ziemlich kompliziert, sich bei der App anzumelden. Damit standen wir nicht alleine, viele weitere Wohnmobilisten standen vor dem Problem. Gemeinsam schafften wir es dann doch, die Formalitäten und Bezahlung, ca. 3,-€ für 24 Stunden, abzuschließen.

Bis in die Altstadt sind es nur ein paar Schritte und sie ist immer noch so schön wie damals, nur dass heute die meisten Gassen asphaltiert sind. Nur die Gehwege besitzen noch das alte Pflaster. Fast alle Häuser sind Fachwerk- oder Backsteinbauten. Die ältesten Fachwerkhäuser stammen aus dem 17. Jahrhundert. Es gibt aber auch wunderschöne Hinterhöfe. Auffallend sind die vielen Stufengiebel.

Ein schönes Ensemble bildet die Sankt-Marien-Kirche mit dem benachbarten Kloster, welches heute das Stadtmuseum beherbergt. Die Kirche ist im Inneren eher schlicht. Hier und da haben sich alte Fresken erhalten.

Der große Marktplatz mit dem schönen Brunnen verwirrt die Sinne allerdings. So viele verschiedene Baustile sind hier zusammengewürfelt, dass das Gefühl der Harmonie verloren geht.

Das ist auch so, wenn man sich in die Gassen auf der anderen Seite begibt. Dieses Viertel ist neueren Datums und wurde aus alten Häusern, Gebäuden aus der 20. Jahrhundertwende und zum großen Teil aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts zusammengewürfelt. So viele verschiedene Baustile in einem Viertel haben wir noch nirgendwo gesehen. Schön geht anders.

Skåne Tranås

Auf dem Weg nach Ystad mussten wir noch einen kleinen Umweg nach Skåne Tranås machen. Der kleine Ort liegt nördlich von Ystad an der Straße 19. Dort interessierte uns die Österlen-Schokoladenfabrik. In der alten Dorfschule von 1893 werden Kakaobohnen zu feinster Schokolade veredelt. Die Produktion kann durch Glastüren beobachtet werden. Es ist nur eine kleine Fabrik mit einem kleinen Sortiment, welches zu Fabrikpreisen verkauft wird. Es geht sehr ruhig vonstatten. Hergestellt werden Schokoladentafeln, Pralinen, Trinkschokolade und Kuchen. Im Garten lassen sich die Spezialitäten dann auch bei einem Kaffee genießen.

Etwas südlich von Skåne Tranås liegt Tomelilla. Hier beginnt eine Draisinenstrecke. Bei unserer Ankunft am kleinen Bahnhof war alles geschlossen und es stehen kaum Info´s zur Verfügung. Auf der Webseite der Draisinenstrecke ist etwas mehr zu erfahren. Die Fahrt soll sehr abwechslungsreich sein, mit Möglichkeiten für Picknick oder Wanderungen. Die Buchung erfolgt online.

Wir dachten, dass die Draisinensaison, wie so viele in Schweden, inzwischen zu Ende wäre und so fuhren wir weiter. Gerade, als wir losfuhren, kam eine Gruppe mit mehreren Draisinen zurück. Die Leute sahen sehr zufrieden aus und das Wetter war schön.

Simrishamn

Am nördlichen Stadtrand von Simrishamn breitet sich das Bäckahalladalen-Naturschutzgebiet aus, mit einem alten Steinbruch. Das Naturschutzgebiet zeichnet sich durch trockene Areale und feuchte Senken aus, in dem sich verschiedenste angepasste Pflanzen- und Tierarten angesiedelt haben.

Auf der linken Seite des Weges dahin sind die sogenannten Rippeln zu finden. Das sind versteinerte Wellen im Meeresboden, wie man sie heute noch im Wasser vor sandigen Stränden sieht. Die versteinerten Rippeln sind allerdings gut 500 Millionen Jahre alt und in dieser Ausdehnung weltweit einzigartig. Sie waren unter einer dünnen Pflanzenschicht verborgen und wurden zufällig entdeckt.

Sie sind heute frei zugänglich, aber den Weg dorthin muss man schon suchen. Es gibt keinen Hinweis. Also spazierten wir den Weg solange weiter, bis wir gegenüber dem Steinbruch, der eingezäunt ist, einen kaum sichtbaren Trampelpfad fanden. Der teilt sich in mehrere Trampelpfädchen auf, bis man nur noch durch das Gestrüpp den kleinen Hang erklettert. Dann steht man vor einem Zaun, über den, je nach dem wo man heraus kommt, in Sichtweite ein Übergang führt. Die Rippeln sind auf den kahlen Kalksteinfeldern zu finden, die verstreut auf dem Gelände liegen. Die Größe der Rippeln ist schon beeindruckend, die Größe des Areals, auf dem sie sich verteilen, riesengroß. Wie es aussieht, breiten sich die Rippeln noch viel weiter aus, wenn man weitere Pflanzenteppiche entfernen würde.

Beim Erkunden der Rippeln sollte man nicht vergessen, wo man den Zaun überquert hat, denn dorthin muss man wieder zurück.

Eine andere Sehenswürdigkeit ist das „Autoseum – Nisse Nielsson“ in Simrishamn selbst. Nisse Nilsson war ein berühmter schwedischer Eishockeyspieler, der viele Erfolge verzeichnen konnte. Er sammelte jede Menge Autos und Motorräder verschiedener Epochen und verschiedener Marken. Es ist weltweit eine der größten Autosammlungen. Zu jedem Auto gibt eine Tafel Aufschluss über technische Daten und dessen Geschichte.

Oft stehen Schaufensterpuppen mit der entsprechenden Kleidung der Zeit neben den ausgestellten Fahrzeugen. Es gibt viele Raritäten zu bestaunen, wie eine Suziki Katana, die zu einem „Weltraum-Projekt“ wurde. Man sollte also einige Zeit mitbringen, um sich alles in Ruhe ansehen zu können.

Das ist aber nicht alles, was das Autoseum zu bieten hat. Es ist nebenbei eine wechselnde Ausstellung für verschiedene andere Bereiche. Da sind zum Beispiel Sonderausstellungen des schwedischen Motorsports, eine Modellflugzeug-Ausstellung, eine Spielzeugausstellung oder ein Musikmuseum. Alles ist sehr interessant und so üppig und überraschend, das es nicht langweilig wird. Der Eintritt von knapp 15,-€ ist da schon angemessen.

Am nächsten Tag besichtigten wir den Hafen von Simrishamn, mit den kleinen Stadtstrand, und spazierten durch das hübsche Zentrum. Hier fanden wir ein weiteres Mal ein Reichstelefon-Häuschen. Die wir bisher gesehen haben besitzen alle die gleiche wunderschöne Form.

Am südlichen Stadtrand von Simrishamn sind weitere, kleinere Rippeln im Felsen zu finden. Direkt hinter „Yxornas häll“ (Fels der Äxte). Gleich neben der Straße wurde bei Steinbrucharbeiten Ende des 19. Jahrhunderts ein kleines Felsplateau freigelegt, in dem sich Felsritzungen befinden. Sie stammen aus der Bronzezeit und sind etwas anders, als die, die wir in Himmelstalund (Norrköping) besichtigt haben. Erst einmal wurden sie nicht übermalt, weshalb sie etwas schwieriger zu erkennen sind. Deshalb ist es gut, bei tiefstehender Sonne dort zu sein. Dann sind die Kontraste besser. Zweitens überwiegen bei Yxornas häll Beile. Es sind zwar auch mehrere Langschiffe und Tiere zu erkennen, aber die Beile überwiegen. Es ist sogar ein Mann mit einem Beil dargestellt, welches ihn weit überragt.

Auch diese Sehenswürdigkeit ist frei zugänglich. Leider sind durch die vielen Besucher viele Ritzungen, gerade an den Rändern des Plateaus, schon kaum noch zu erkennen. Das ist sehr schade, aber zu verurteilen sind die modernen Ritzungen von Leuten, die dem Ganzen respektlos gegenüberstehen.

Neben der Fischfabrik ist ein Parkplatz mit Stellplätzen für Wohnmobile ausgewiesen, kostenlos. Gegenüber befindet sich der Fabrikverkauf der Fischfabrik, in dem viele frische Fische und leckere Salate angeboten werden.

Kivik

In Kivik fuhren wir zum letzten Mal vor der Fährüberfahrt nach Swinemünde auf einen Campingplatz, und zwar den Kiviks Familjecamping. Inzwischen ist es ruhiger in Schweden geworden, die Ferien sind zu Ende, und man bekommt wieder ausreichend Platz überall. Die Parzellen sind groß und der Platz liegt nur gut einhundert Meter vom Meer entfernt. Dort laden mehrere kleine Strände zum Baden ein. Ein paar alte Bunker sind entlang der Küste verteilt. Sie wurden verschlossen, manche besitzen noch die kleinen Aufsätze für die Schützen.

Auf der küstenabgewandten Seite steht eine kleine Kapelle mit einem hölzernen Glockenturm.

Bis ins Stadtzentrum sind es noch ca. eineinhalb Kilometer zu laufen. Dabei kommt man an einem alten Meilenstein vorbei. Solche Art von Meilensteinen haben wir seit Norrköping immer wieder einmal gesehen. Besonders häufig sind sie auf der Insel Öland.

Kivik selbst zeigt sich sehr luftig: kleine Häuser, breite Straßen, viel Grün. Das Leben spielt sich jedoch am Hafen ab. Dort steht eine Fischräucherei, die die Aufmerksamkeit mit einem gedrehten Schornstein auf sich zieht. Der Fisch ist wie überall in Skandinavien teuer. Neben Räucherfisch werden auch Frischfisch, Fischsalate, Krustentiere und die entsprechenden Gewürze angeboten.

Links von Hafen liegt der lange Sandstrand von Kivik.

Wenn man vom Campingplatz aus links an der Küste am Strand entlang läuft, erreicht man bald den kleinen Ort Vitemölla. Es gibt dort Ende August keinen Tourismus mehr und man kann die hübschen kleinen Häuschen in aller Ruhe bewundern, wenn man durch die wenigen Gassen schlendert.

In Kivik ist auch das Königsgrab zu finden, welches wir vor 22 Jahren besuchten. Damals war alles noch frei zugänglich. Heute bezahlt man ein kleines Eintrittsgeld, um das beeindruckende Hügelgrab zu besichtigen.

Die Landschaft rund um Kivik ist vom Apfelanbau geprägt. Die Bauernläden bieten gerade überall Äpfel, Apfelsaft und Apfelmus an.

Südlich von Kivik liegt der kleine Fischerort Vik. Dort wollten wir uns Prästens Badkar ansehen, „des Priesters Bad“. Auf den Bildern ist eine kleine runde Felsformation an der Wasserlinie zu erkennen. Bei unserem Besuch war der Wasserstand der Ostsee sehr niedrig. Vielleicht konnten wir diese deshalb nicht erkennen. Trotzdem lohnt ein Besuch, denn die Küste wird wieder durch waagerechte Kalksteinplateaus gebildet, wie wir sie schon an der Steinküste auf Öland gesehen haben. Allerdings ist der Kalkstein hier sehr dunkel und sehr löchrig.

 

Bromölla

Nach einer Übernachtung auf dem Stellplatz am Bootshafen in Norje, gegen eine Spende, fuhren wir nach Bromölla weiter. Wir parkten das Wohnmobil auf dem Parkplatz Pyntvägen, der direkt am Ufer das Ivösees liegt. Von hier aus sind es nur siebenhundert Meter bis zum „Scanisaurus“-Brunnen. Dieser Brunnen wurde wunderschön mit aufwändig gestalteten Keramikfliesen errichtet.

Warum diese Saurier? Vor 60 Millionen Jahren lag dieses Gebiet unter Wasser und die Schwanenhalssaurier, später Scanisaurus genannt, bevölkerten das Meer. Damals lag Bromölla etwa in Höhe des Mittelmeeres und das Wasser war warm. Es werden immer wieder Saurierfossilien rund um Bromölla gefunden, besser noch: Bromölla ist der Ort mit der höchsten Dinosaurierdichte in Schweden. Im Havsdrakarnas Hus, wo die gefundenen Fossilien ausgestellt werden, haben die Besucher selbst die Möglichkeit, Fossilien zu suchen, zu finden und mit nach Hause zu nehmen.

Warum Keramik? Der Brunnen besteht aus ca. 3000 Keramikteilen. Der Entwurf und die Ausführung lagen 1971 in der Verantwortung der in Bromölla ansässigen Ifö-Werke.

Das Keramikwerk entstand 1887, als ein Kalkofen errichtet wurde. Später schlämmte man Kaolin, Porzellanerde. Beides fand man praktisch vor der Haustüre. Man stellte Schamottesteine und Isolatoren her. In den 1930er Jahren stieg man auf Bodenfliesen, Sicherungen und Sanitärporzellan um. Seit 1972 konzentriert man sich nur noch auf die Herstellung von Sanitärteilen. Die Ifö-Werke waren der größte Arbeitgeber der Region. Im Stadtzentrum sind mehrere Gebäude verteilt, die die Firma für die Angestellten oder Nebenarbeiten, wie eine Wäscherei, gebaut hat. Sogar ein Hotel gab es. Vor diesen Gebäude stehen Infotafeln mit der jeweiligen Geschichte. Heute sieht man fast überall nur noch Geberit auf den Werksgebäuden prangen.

Ronneby

Der Besuch der Kurstadt Ronneby bietet viele verschiedene Möglichkeiten. Sehr schön ist der Kurpark Brunnspark. Das Wohnmobil kann man am Freizeitbad abstellen, auch eine Übernachtung ist möglich.

Der Kurpark ist sehr groß und besticht durch seine vielen alten Bäume und die Blumenbepflanzung. Die alten Kurbauten und Wohngebäude sind erhalten, wie das Badehaus 1, der Wandelgang mit dem Rosengarten und die auf einer Anhöhe stehende Direktoren-Villa.

In einem anderen Gebäude ist das naturum untergebracht. Hier gibt es viele, zum Teil interaktive Informationen zur Natur und deren Bewohner rund um Ronneby. Dort erfährt man auch, wo die ältesten Eichen von Blekinge stehen. Sie alle sind nummeriert.

Hinter dem Kurpark steigen Felsen auf. Unterhalb der Felswand wurde ein großer Teich angelegt. An einer Stelle stürzt ein kleiner Wasserfall von oben in den Teich.

Ein Waldlehrpfad führt über die Felsen. Zuerst bietet sich ein schöner Blick hinunter über den Park, dann führt der Pfad durch den Wald. Mehrere Tafeln zeigen die verschiedenen Waldbewohner auf. Manchmal sind diese als Holzfiguren in den Wald integriert, wie ein Uhu, ein Schwarzspecht oder ein Fuchs. Ein Teil des Pfades führt durch eine enge kleine Klamm. Irgendwann endet der Pfad an einem Teich mit Seerosen und Picknick-Stegen.

Im Wald versteckt findet man auch einen Japanischen Garten und einen Duftgarten.

Ronneby ist die älteste Stadt der Region Blekinge. Der Fluss Rönnebyån umfließt die Altstadt. Im Norden der Altstadt beeindruckt der große Wasserfall, der allerdings durch ein Stauwehr verunstaltet wurde. Durch diese Maßnahme darf nur noch ein kleines Rinnsal den Wasserfall passieren.

Ganz in der Nähe steht die Heliga Kors Kyrka aus dem 12. Jahrhundert. Mittelalterliche Kalkmalereien im Inneren machen diese Kirche besonders. Unterhalb der Kirche wurde eine Art Mauer mit einer Brunnennische errichtet, in einem vollkommen anderen Stil. Eine Infotafel erklärt, dass die Stadt Ronneby bis 1658 unter dänischer Herrschaft stand.

Rund um die Kirche stehen noch schöne alte Holzhäuser zu beiden Seiten kleiner Gassen. Am Kurpark fließt ein Kanal entlang, mit schön zugewachsenen Ufern und kleinen Booten, die am Ufer festgemacht sind.

Karlskrona

In Karlskrona wollten wir das Marinemuseum besuchen. Dafür parkten wir das Wohnmobil auf dem Parkplatz des Handelshafens, für knapp 50 Cent pro Stunde. Von dort aus ist es zu Fuß nicht mehr weit bis zur Insel Stumholmen, auf der sich das Marinemuseum befindet. Außerdem sind auf dieser Insel eine alte Festung, ein kleiner Badestrand und ein Leuchtturm zu finden.

Das Thema des Marinemuseums, kostet ca. 15,-€ Eintritt, ist die Geschichte der schwedischen Marine in verschiedenen Ausstellungen. Am Kai vor dem Museum liegen drei Museumsschiffe: das Schnellboot HMS Västervik aus dem Jahre 1975, welches später zu einem Raketenschnellboot umgebaut wurde; das Minensuchboot HMS Bremön und das Vollschiff Jarramas, ein Dreimastsegler. Alle drei Schiffe können kostenlos besucht werden. Ein Besuch ist interessant, allein um einmal eine Vorstellung von deren Größe zu bekommen.

Das Torpedoschnellboot T38 liegt etwas abseits, in der Nähe des Leuchtturmes.

In dem alten Schaluppen- und Barkassenschuppen aus dem Jahre 1787 werden verschiedene Beiboote für die schwedische Marine gezeigt und deren Funktion erläutert. Jeweils hinter den Beibooten zeigen Bilder deren Hauptschiff.

Ein Stück Bordwand eines sehr alten Kriegsschiffes, welches irgendwann vom Meeresboden geborgen wurde, vermittelt eine Vorstellung vom Aufbau solcher Bordwände, die aus gewaltigen Balken und mehreren Bohlenschichten bestehen.

Sehr interessant ist die Scheune, in der die Volkshochschule Bootsbau-Kurse anbietet. In drei Jahren können Interessierte lernen, wie man kleine Boote baut, vom Kiel bis zur Bordwand. Man kann Fragen stellen, beim Bootsbau zuschauen, Materialien und Werkzeuge kennenlernen. Es werden aber auch alte Schätzchen rekonstruiert. Bei unserem Besuch wurde gerade der Holzofen angeheizt, um Dampf für einen Dämpfkasten zu erzeugen. Darin werden Bretter geschmeidig gemacht, damit sie an die Spanten des Bootes angepasst werden können. Das dauert in der Regel bei diesem Abmaßen zwanzig Minuten, oder auch etwas mehr.

Ein fertiges kleines Ruderboot mit einer Länge von 4,31m und einer Breite von 1,42m wurde gerade zum Verkauf angeboten. Für unsere Vorstellung für einen viel zu kleinen Preis von 20.000 Schwedischen Kronen, das sind keine 2000,-€.

Öland

Endlich haben wir es einmal geschafft, auf eine kleinere Insel zu fahren. Normalerweise lassen wir Inseln aus, weil einfach die Zeit fehlt. Jetzt sind wir auf Öland und es war eine großartige Idee. Diese Insel erreicht man mit dem Auto über die Ölandbrücke. Sie stammt aus dem Jahre 1972 und ist Schwedens längste Brücke. Sie ist über sechs Kilometer lang und an der höchsten Stelle knapp zweiundvierzig Meter hoch.

Öland ist rund 130 Kilometer lang, misst an der breitesten Stelle 16 Kilometer, ist sehr flach und besitzt ein vollkommen eigenes Gesicht. Die Insel unterscheidet sich komplett von Schweden, in jeder Hinsicht.

Auffallend sind die kleinen Steinmauern überall, und es ist die Insel der Kühe. Fast auf Schritt und Tritt trifft man auf Jahrtausende alte Relikte, wie 2500 Jahre alte Grabfelder, manchmal sind die Monolithen darauf noch erhalten. Auch Ringwälle findet man, z.B. die Sandby-Burg bei Södra Sandby.

Steinmauern und Grabhügel auf Öland

Dort fanden wir einen Platz für den Nachmittag und die Nacht. Der Strand ist allerdings gar nicht einladend, denn die Kühe sind dort oft unterwegs. Außerdem haben sich Seegras, verrottende Rotalgen und tote Quallen am Wasserrand angesammelt. Mancherorts riecht es sehr unangenehm. Interessant sind aber die Kalksteinplateaus am Ufer und die vielen Steine im Wasser, die sich Kormorane und Möwen als Sitzplätze ausgesucht haben.

Am Abend saßen wir bei einem Feuerchen am Strand, langsam ging die Sonne unter. Flache Nebelbänke bildeten sich über der See und der Küste. Sehr langsam, aber unaufhörlich, schlichen sie sich an uns heran und ließen Dinge verschwinden und wieder auftauchen. Es war schon etwas gespenstisch. Der Sonnenuntergang war dadurch ebenfalls etwas Besonderes.

Öland ist aber auch die Insel der Mühlen. Die älteste Mühle, die Königsmühle, steht in Björnhovda. Sie trägt den Namen „Kvarnkungen“ und ist die größte Bock-Windmühle Skandinaviens. Gleich in der Nachbarschaft stehen die Holländer-Windmühle „Drottningen“ und die klassische Bock-Windmühle Ölands namens „Kronprinsen“. Die Holländer-Windmühle wurde in den 1880ern aus Kalmar hier her gebracht. Alle drei Windmühlen sind kostenlos zu besichtigen und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Königsmühle Björnhovda

Weitere Windmühlen stehen manchmal in Reihe, so die fünf Windmühlen von Lerkaka, oder die sieben Windmühlen von Störlinge. Es ist die längste erhalten gebliebene Mühlenreihe Ölands. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es etwa 350 Windmühlen, so viele wie heute noch übrig sind. Um 1850 herum soll es an die 2000 Mühlen gegeben haben. Auf jeden Fall stehen überall in der Landschaft verteilt kleine Windmühlen auf Öland.

Sieben Windmühlen in Störlinge

Die mit Abstand größte Windmühle Nordeuropas, und eine der größten Windmühlen der Welt, steht in Sandvik. Sie besitzt acht Etagen. Sie wurde 1856 in Vimmerby auf Schwedens Festland erbaut. Dort ging sie ziemlich schnell kaputt, wurde verkauft, demontiert und 1885 in Sandvik auf ein zweistöckiges Gebäude aufgesetzt. Bis in die 1950er-Jahre wurde sie betrieben und dann zu einem Café umgebaut. Für 3,-€ kann sie besichtigt werden.

In Störlinge ist auch das Landwirtschafts- und Motormuseum zu besichtigen. Der Eintritt kostet knapp 10,-€.

Was man auf Öland ebenfalls überall findet sind Hofläden, die Gårdbutiken. Je nach dem, was für ein Hof den Laden führt gibt es Gemüse, Fleisch, Milch oder Kunsthandwerk. Fast überall sind auch kleine Kunstgalerien zu finden. Vielerorts stehen kleine Verkaufsstände am Straßenrand, in denen man Honig, Obst oder Gemüse per Kasse des Vertrauens kaufen kann, ganz frisch vom Feld.

Was uns am meisten interessiert hätte, ist die Karamellkocherei in Bredsättra. Leider hat die gerade vor vier Tagen die Saison beendet und somit dauerhaft geschlossen.

Bei Ismantorp liegt die Ismantorp Borg. Diese ringförmige Burg wurde 300-600 n.Chr. aus dem Kalkstein der Insel erbaut und misst im Durchmesser knapp 130 Meter. Das Besondere an dieser Burg sind die 95 ovalen Grundmauern im Inneren, die sich erhalten haben. Die ganze Anlage war wohl vom Aufbau römischer Heerlager inspiriert. Die Nutzung war ebenfalls militärisch, diente aber auch als Lager für die Kriegsbeute. Es gab Wohnhäuser, Lager und Viehställe, also ein komplettes kleines Fort. Gewaltig ist es schon.

Eine noch größere Burg, allerdings ohne innenliegende Grundmauern, ist die Gråborg. Ihre Abmessungen liegen bei 210×160 Metern im Durchmesser. Die Mauern waren einmal 4-7 Meter hoch.

Öland besitzt sogar eine eigene Riviera, den kilometerlangen Sandstrand entlang der Bödabucht. Der größte Teil ist Schutzgebiet, deshalb gibt es wenige Zufahrten zum schmalen Strand. Dahinter türmen sich große Sanddünen, auf denen sich ein Kiefernwald gebildet hat. Zwischen den Bäumen wachsen Blaubeeren und Preiselbeeren, die inzwischen auch schon reif sind.

Preiselbeeren und Rentierflechte im Kiefernwald

Das Wasser der Ostsee ist gerade nicht einladend, weil viel totes Seegras in Strandnähe schwimmt. Komischerweise wird es nicht an den Strand gespült.

Kirchen spielen auf Öland auch eine große Rolle. In Källa ist eine verlassene Kirche zu besichtigen. Der Innenraum ist ausgeräumt und die Kirche geschlossen, trotzdem ist sie interessant. Sie wird heute noch für sommerliche Events und Hochzeiten genutzt. Auf dem ehemaligen Friedhof liegen viele große Kalksteinplatten. Es sind Grabplatten, aber nur auf wenigen sind die gravierten Inschriften noch zu erkennen.

Auf dem Gelände ist noch die kleine Quelle zu sehen, die dem Ort seinen Namen gab, denn Källa heißt Quelle.
Ein Runenstein auf Öland berichtet von der Konvertierung der Insulaner im späten 11. Jahrhundert zum Christentum. Ungefähr zu dieser Zeit baute man an dieser Stelle eine Holzkirche. Sie wurde irgendwann durch Feuer und unruhige Zeiten vollends zerstört und eine Kirche aus Stein ersetzte sie. Die wiederum blieb bis 1888 in Dienst, bis die neue Kirche von Källa fertiggestellt war.

An der Küste liegt der kleine Hafen von Källa. Von 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war dies der wichtigste Hafen von Öland. Von hier aus transportierte man den heimischen Kalkstein bis ins Baltikum, welches teilweise schwedischer Besitz war. Der Betrieb endete, als in Sandvik auf der anderen Inselseite, der neue Steinhafen öffnete.

Heute stehen in Källahamn ein paar Hütten, die vermietet werden. Am kleinen Steg lag ein Fischerboot, welches gerade Flundern gelandet hatte. Wir kauften ihnen drei Flundern ab. Die kosteten uns keine 2,-€.

Auf Öland muss man eines gesehen haben: Trollskogen, auf der nordöstlichsten Spitze der Insel. Ein kleines Museum, eher etwas für Kinder, führt die Besucher in die Flora und Fauna des Trollwaldes ein. Auf dem anschließenden 4,5km langen Rundweg erkundet man verschiedene Ziele, die im Trollskogen zu sehen sind. Da ist zunächst der sehr artenreiche Wald selbst, mit Tannen, Kiefern, Fichten, Eichen, Birken, Wildapfel, Hagebutten, Haselnuss, wilde Johannisbeeren und noch andere. Manche Bäume werden von Efeu in den Würgegriff genommen, aber auch von Würgefeigen, die wir hier im Norden nie vermutet hätten. Wir können es immer noch nicht glauben, aber die Blätter sind eindeutig Feigenblätter.

Am Ufer der Ostseite liegt ein Stück Wrack. Es gehörte einst zu einem Dreimaster-Segelschiff, welches 1926 vor der Küste in einen Wintersturm geriet und sank. Die sieben Mann Besatzung konnte sich an Land retten.

Ein weiteres Highlight ist die 900-jährige Eiche „Trolleken“. In den Wäldern Nordölands stehen viele sehr alte Eichen. Als es früher noch nicht solch einen dichten Wald gab, konnten sich die Eichen gut entwickeln und so sehr alt werden. Die gewaltige Trolleiche steht allerdings kurz vor ihrem Ende.

Außerdem sind mehrere Grabhügel aus der Steinzeit erhalten, eine Teergrube aus der neueren Zeit und andere interessante Sachen.

Absolut irre ist der Wald an der nördlichsten Spitze des Trollskogen. Wir kennen verkorkste Bäume, durch Wind und Wetter klein gehaltene Bäume oder sonst wie verunstaltete Bäume, aber was hier auf dem Gelände steht ist einzigartig. Die Bäume sind derart verwachsen, wie es eigentlich nicht möglich ist. Der einzige Grund, warum diese Bäume so aussehen, kann nur der sein, dass die Trolle sie nach ihren Vorstellungen geformt haben, unglaublich. Sicher, Wind und Wetter kommen aus drei Richtungen, aber dieses Wetter kann nicht die Ursache für solch einen absurden Wuchs sein. Das muss man gesehen haben.

Von der äußersten Nordspitze des Trollskogen überblickt man die Inseln, die die Grankullavikbucht abschließen, und den Leuchtturm Långe Erik auf der anderen Seite der Bucht.

Der Leuchtturm Långe Erik, am nordwestlichsten Ende Ölands, kann über 138 Stufen bestiegen werden, allerdings gegen eine Gebühr. Was auffällt, sind die vielen Mehlbeerbäume, die uns schon vielerorts auf Öland begegneten. Zudem wächst viel Wacholder auf der Insel.

Folgt man nun der Westküste Ölands Richtung Süden, kommt man zuerst zu den Neptunsfeldern. Das ist eine Schotterlandschaft, die sich in einem breiten Streifen entlang der Kalksteinküste ausbreitet. Dort wächst so gut wie nichts, seltsam.

Der nächste Ort ist Byxelkrok, ein alter Fischerhafen. Die alten Hütten stehen noch am Hafen, nur dass heute Souvenirs und Kunsthandwerk darin verkauft werden, oder es sind Restaurants und Café´s untergebracht. Auf jeden Fall ist das schön anzusehen. Gerade lief eine Fähre ein, die Öland mit dem schwedischen Festland verbindet.

Bevor es an der Küste weitergeht, bogen wir zu den Steinzeitdörfern Rosendal und Skäftekärr ab. Viele Orte auf Öland wurden in der Steinzeit gegründet, darüber gibt eine Infotafel Aufschluss. Zu sehen ist vom Boden aus nicht viel. In Rosendal zeigen Tafeln, wie die ziemlich große Siedlung, inkl. Grabfeld, einmal ausgesehen haben mag. Sieht man Luftaufnahmen von Rosendal, kann man doch vieles gut zuordnen.

In Skäftekärr wurde ein steinzeitlicher Hof rekonstruiert. Für ein paar Wochen im Sommer füllt ein Verein diesen Hof mit Leben. Dann können sich Besucher ins Steinzeitleben zurück versetzen lassen. Das ist bestimmt interessant. Leider schloss der Hof vor wenigen Tagen seine Pforten.

Einen Besuch sollen man jedoch dem Fossilienmuseum abstatten. Der Eintritt kostet ca. 5,-€ pro Person. Da wir alleine waren, machte der Eigentümer, Amateurgeologe Gösta Toreld, eine Privatführung mit uns und erklärte uns auch gleich, dass es eine der größten Privatsammlungen von Fossilien weltweit ist. Er arbeitet seit über 45 Jahren mit Sammlern, Organisationen usw. weltweit zusammen, um seine eigene Sammlung immer noch zu erweitern. Die beinhaltet Meteoriten, Stücke davon, verschiedene schöne Steine, Fossilien aller Art und eine Replik des kleinen Mammutbabys, welches vor Jahren in Sibirien gefunden wurde. Der Eigentümer zeigte uns ein Foto vom Originalfund. Über eine weltweite Zusammenarbeit entstand letztendlich das kleine Mammut in China, welches sein Museum krönt und das Maskottchen des Museums ist.

Das alles wird auf Anschauungstafeln erläutert und es gibt weiterführende Informationen zu den Ausstellungsstücken, von der Urzeit bis zur Eiszeit. Sehr interessant.
Das Foto habe ich mit seiner Erlaubnis gemacht und veröffentlicht.

Im noblen Landhaus kann man dann einen Kaffee trinken oder sich ein Stück Kuchen oder ein Eis schmecken lassen.

Zurück an der Westküste erreicht man die nächste Sehenswürdigkeit, die Rauken von Byrum. Das sind Kalksteinformationen, die von Wind und Wellen geschaffen wurden. Hier kann man die einzelnen Schichten im Kalkstein genau erkennen.

Von nun an führt ein mal asphaltierter Weg, mal waschbrettmäßiger Schotterweg immer an der Küste entlang. Immer kommen neue Sehenswürdigkeiten in Sicht, wie aus Kalkstein errichtete kleine Fischerhütten, verschiedene Kalksteinbrüche, eine Scheuermühle und kleine Fischerdörfer.

Den großen Steinbruch Gillberga darf man teilweise besichtigen. Hier wird noch heute in großem Stil Kalkstein abgebaut. Die Grube wird von 18 Meter hohen senkrechten Kalksteinwänden begrenzt. Das heißt, man erhält Einblick in 18 Millionen Jahre Erdgeschichte. Ein Lehrpfad erklärt die Entstehung der Erde, über die Entstehung der verschiedenen Gesteinsschichten auf Öland bis hin zur Entwicklung der Tiere und des Menschen.

Der Kalkstein an der Westküste hat sogar einen eigenen Namen: Ortocer-Kalkstein. Ortoceren waren eine Art Tintenfische, deren versteinerte Überreste in Unmengen am Ufer des Kalmarsunds zu Tage treten. In den Kalksteinplateaus, die bis ins Wasser reichen, sind sie so zahlreich vorhanden, dass man kaum einen Schritt setzen kann, ohne ein Fossil zu erwischen. Diese Tintenfische wurden bis zu einem Meter lang und der größte, den wir fanden, hatte am Kopf einen Durchmesser von ca. 10 Zentimetern.

Als Fossilienbegeisterte war ich hier im Paradies, aber es sind auch viele Überreste von Trilobiten zu sehen. Leider sind die meisten Fossilien herausgebrochen und nur noch die Abdrücke vorhanden. Nach einiger Suche fanden wir sogar Abdrücke von großen Seelilien.

Wer einen Blick für Geologie hat und schon einmal auf der estnischen Insel Saaremaa war, erkennt sofort Parallelen. Im Fossilienmuseum in Skäftekärr zeigte eine Tafel, wieso das so ist. Der Boden, bestehend aus Sandstein, Lehmschiefer, Alaunschiefer und Kalkstein in übereinanderliegenden Schichten, reicht von Öland quer über die Ostsee bis nach Saaremaa. Deshalb sind beide Inseln vom Aufbau her gleich. Sehr interessant.

Manche Kalksteinplatten wurden zu Fußbodenplatten verarbeitet. Dafür schliff man mit Hilfe einer Windmühle, der Scheuermühle von Jordhamn, die Oberflächen glatt. 2005 feierte diese Mühle ihren 100sten Geburtstag. Vor dem Betrieb der Mühle besorgten Ochsen und Pferde mit der gleichen Schleiftechnik die Arbeit. Sie brauchten für einen Durchgang eine Woche. Die Mühle schaffte die gleiche Arbeit dann an einem Tag.

Kleinere Steinbrüche mit grauem oder rotem Kalkstein sind an der gesamten Steinküste zu finden. Eigentlich wurde die ganze Küste angeknabbert. Den Abraum kippte man an den Abbaustellen wieder ab.

An einer Stelle zwischen Sandvik und Djupvik steht ein ganzer Wald Steinmännchen aus rotem Kalkstein, direkt an der Küste. Hat man hier einen Wettkampf veranstaltet oder warum steht dieser Wald gerade an dieser Stelle?

Bei Äleklinta endet der Küstenweg. Auf der ganzen Länge, außer in den Bereichen der Naturparks, stehen viele Parkmöglichkeiten am Rande des Weges zur Verfügung, auf denen man auch übernachten kann. Es sind wunderbare Plätze zwischen dem mehr oder weniger grünen Land und der Steinküste. Auf der einen Seite kann man Sonnenuntergänge beobachten, auf der anderen Seite die Mondaufgänge, wenn das Wetter mitspielt, versteht sich.

Zusammenfassend gibt es auf Öland mehr zu sehen und zu erleben, als auf dem schwedischen Festland, haben wir den Eindruck. Es ist eine sehr interessante und abwechslungsreiche Insel. Neben den erwähnten Zielen locken viele Naturparks und Moorlandschaften, oder sogar eine Kamelranch. Viele Ziele schließen jedoch spätestens am 15. August, so dass der touristische Betrieb auf der Insel rasch abnimmt, was gut für die Wohnmobilfahrer ist. Wir hatten jedenfalls eine wunderbare Zeit auf Öland.

Kalmar

Kalmar ist das Tor zur Insel Öland, aber selbst auch einen Besuch wert. Vor allem das Schloss Kalmar mit seinem schönen Park, und der Insel Kvarnholmen mit der Kathedrale in der Mitte. Die Straßen des alten Stadtviertels sind rechtwinklig angelegt, so dass die Orientierung leicht fällt. In der Norra Långgatan stehen noch sehr alte Holzhäuser, die beide Seiten der Straße säumen. Die meisten Gebäude stammen aus dem Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Größtenteils sind noch die alten Pflasterstraßen aus Flusssteinen erhalten.

Am südlichen Rand von Kvarnholmen sind der Fähranlager zur Insel Öland zu finden, wie auch ein Ausbildungszentrum der Marine. Verschiedene Museen haben hier ihren Sitz. Außerdem ist hier noch ein Teil der alten Bastionsmauer erhalten, auf der man ebenfalls spazieren gehen kann.

Am Ostende befindet sich ein Badestrand der Stadt, von weiteren Resten der alten Bastionsmauer umgeben. Die Bastion vom dem Ende des 17. Jahrhunderts gibt es nicht mehr. Sie nahm früher die komplette Insel Kvarnholmen ein.

Am Westende der Insel lädt ein kleiner Park zum Verweilen ein. Über den Kanal führt eine Holzbrücke direkt zum Gefängnis. Am Rande des Parks steht der alte, aber beeindruckende Wasserturm.

Das Kalmer-Schloss steht eindrucksvoll auf der Schlossinsel, von einem Wassergraben und einer Mauer umgeben. Schon 1180 stand an dieser Stelle ein Verteidigungsturm gegen Seeräuber und andere Feinde. Zum Ende des 13. Jahrhunderts entstand daraus eine Burganlage, die eine Zeit lang die modernste Festung Schwedens war.

Im 16. Jahrhundert ließen die Wasakönige die Burg in ein Renaissanceschloss umbauen, so wie es heute zu bewundern ist.

Geparkt und für weniger als 3,-€ übernachtet haben wir auf dem großen Parkplatz gegenüber vom Bahnhof.

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