A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Sosopol

Die Altstadt von Sosopol ist praktisch das Pendant zu Nessebar, nur südlich der Großstadt Burgas gelegen. Die Altstadt ist ebenso auf römischen Ruinen gebaut, nur ist es hier nicht so offensichtlich. Nur an wenigen Stellen sind die Ausgrabungen zu sehen, dafür ist Sosopol grüner als Nessebar. Überall wachsen Blumen, Büsche, Bäume, es gibt sogar kleine Gärten, die die Bewohner in ihren traditionellen Häuschen angelegt haben. Die Souvenirläden und Restaurants sind nur am vorderen Ende der Altstadt zu finden, im hinteren, ruhigen Ende stehen kleine Gästehäuser.

Am Ende der Marina und des Fischerhafens befindet sich ein kleiner felsiger Strand, der „Muschelstrand“ genannt. Tatsächlich liegen überall leere Muschelschalen im Sand. Wir genossen die Aussicht und die Ruhe auf einer Bank, als unser Blick auf eine merkwürdige kleine Pflanze fiel. Unsere Recherche mit Hilfe von Google ergab, dass es sich bei dieser Pflanze um eine Spritzgurke handelt. Die Samenkapseln sind noch grün, aber eine war schon aufgeplatzt. Diese Gurke erhielt ihren Namen, weil das Innere der Samenkapseln unter sehr hohem Druck steht. Platzt die Kapsel dann auf, werden die Samen durch den hohen Druck, es sollen 6 Bar sein, weit in die Umgebung gespritzt. Was es nicht Alles gibt?

Da wir ein Problem mit unserer Wasserpumpe, die das Frischwasser im Wohnmobil verteilt, hatten, und es mal wieder Sonntag war, mussten wir eine Nacht auf der Parkplatz der Marina verbringen. Man stellte uns sogar Strom zur Verfügung, und Wasser gab es auch. WC und Dusche durften wir ebenfalls benutzen. Die Nacht kostete mit allem 12,-€, ein Preis, den wir an der ganzen bulgarischen Schwarzmeerküste nicht bekamen. Da liegen die Preise auf den Stellplätzen immer so um die 18,-€. Man kann aber auch frei stehen, ist gar kein Problem.

Am nächsten Tag öffnete der Shop der Marina. Dort bekamen wir die Auskunft, dass wir eine neue Wasserpumpe bei einen Boots-/Wohnmobilhändler auf dem halben Weg nach Burgas bekämen. Die Dame war so nett, dort anzurufen, bevor wir umsonst den Weg dorthin antreten. Da die Auskunft positiv war, fuhren wir zu dem Händler zurück und bekamen die neue Wasserpumpe. Das war ja mal problemlos.

Nur, wie jeden Tag auf´s Neue: Wo bekommen wir eine Streckenkarte für die Maut her? Nachdem ich fünf Tage lang versucht habe, herauszufinden, welche Tankstelle diese Mautautomaten hat, fand ich im Internet eine Karte mit den richtigen Tankstellen. Danach gab es nur im Süden von Burgas zwei, und dann erst wieder im letzten bulgarischen Ort vor der türkischen Grenze. Nun, wir können es nicht ändern, auf diese Weise fährt man eben einige Stücke ohne Streckenkarte auf den Mautstraßen. Allerdings hörten wir, dass an der Grenze auch die Mautzahlungen kontrolliert werden.

Nordtor der römischen F
estung, welches zum Hafen führte

Nur einige Kilometer hinter Sosopol, im Landesinneren, lag unser nächstes Ziel, Ravadinovo.

Nessebar

Diese Stadt ist in Deutschland durch den Tourismus bekannt. Die Altstadt, die auf einer Felsnase thront, ist wunderschön und Weltkulturerbestadt der UNESCO. Die meisten Häuser sind mit Holz verkleidet, die oberen Etagen stehen oft weit über dem Untergeschoss hinaus. Die Gassen sind zum Teil eng und verwinkelt. An vielen Stellen wurden römische Überreste gefunden und rekonstruiert, so dass eine tolle Kombination aus mehreren Zeiten entstanden ist. Überall laden kleine Geschäfte und Kneipen zum Bummeln ein. Die Gegenwart ist in diesen Gassen fast verschwunden. Jetzt, in der Nachsaison, ist das Treiben recht entspannt und man kann das alte Nessebar genießen.

Etwas weiter hinten in der Altstadt, wo weniger Betrieb ist, steht das Restaurant „THE OLD TREE“, direkt neben der teilweise rekonstruierten großen Basilika. Dort kehrten wir für ein Fischgericht ein und kamen uns vor, als würden wir im alten Rom sitzen. Gleich daneben steht ein kleiner alter Brunnen, aus dem schönes kühles Wasser strömt.

römische basilika von Nessebar

Parken und im Wohnmobil übernachten kann man auf dem riesengroßen Parkplatz auf der Westseite vom alten Nessebar. Die vielen Angler zogen dort einen nach dem anderen kleinen Hornhecht aus dem Wasser.

Gleich nördlich von Nessebar befindet sich der Sonnenstrand, auch sehr bekannt bei deutschen Urlaubern. Dort spazierten wir den halben Strand entlang, immer die nackten Füße an der Wasserlinie. Das Wasser ist viel wärmer, als wir es bisher auf dieser Tour erlebt haben.
Der südliche Teil des Sonnenstrandes ist kaum verbaut, weil sich dort ein Feuchtgebiet ausbreitet.
Auf der nördlichen Hälfte reihen sich die Hotels und Appartementhäuser. Vor einem Monat war hier wohl noch die Hölle los, jetzt ist man fast allein am Strand.

Sonnenstrand bei Nessebar

Am ebenso bekannten Goldstrand fuhren wir nur weiträumig vorbei. Wie wir bei Google gesehen haben, steigt gleich hinter einer schmalen Hotelkette eine Berglandschaft auf. Das heißt wohl, gegen Abend liegt der Strand im Schatten, während der Sonnenstrand ein flaches Hinterland besitzt und die Sonne fast bis zum Untergang den Strand bescheint.

Madara

Westlich des „Steinwaldes“ liegt der kleine Ort Madara am Rande einer schönen Hügellandschaft. Hier wollten wir uns das nationale archäologische Reservat ansehen. Der Eintritt kostet 5,-Lewa pro Person. Das Kernstück ist ein Relief, welches einen Reiter mit Hund und einem erlegten Löwen in Lebensgröße zeigt. Es soll aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammen. Allerdings befindet sich dieses Relief hoch oben an einer senkrechten Sandsteinwand, so dass es schwierig ist, etwas genaues zu erkennen. Um dort hin zu gelangen, muss man aber erst einmal gut 110 Stufen erklimmen. Am Abend ist die Felswand am besten durch die Sonne beleuchtet.

Wendet man sich dann nach links und folgt einem Weg, kommt man zu einem noch viel älteren Felsengrab und zu einem Schrein, den wir nicht besuchten, weil die Sonne in einer Stunde untergehen würde. Stattdessen folgte ich, Klaus wollte nicht mehr mit, dem weiteren Weg, von dem ich annahm, dass der Rundweg auf einer Höhe liegt. Dann stand ich vor einigen Stufen, denen folgten weitere Stufen und ehe ich mich versah, war ich schon auf halber Höhe der Felswand. Die Treppe, die die Stufen irgendwann bildeten, windet sich fast senkrecht die Felswand hinauf. Die Aussicht auf das Umland wurde immer grandioser, der Atem immer weniger. Nach gefühlten über 500 unregelmäßigen und krummen Stufen hatte ich das obere Ende der Felswand erreicht.

Madara lag weit unter mir, auf dem Felsen befinden sich die Ruinen des alten Matora-Forts, welches 1388 von den Türken erobert wurde. So erzählt es die Informationstafel.

Nun musste ich mich beeilen, um vor dem Dunkel werden die ollen schiefen Stufen wieder hinab zu steigen. Das war fast so anstrengend wie das Hochklettern.
In der anderen Richtung führt noch ein Weg zu mehreren Höhlen, aber die konnte ich nicht mehr besichtigen.

Übernachtet haben wir auf einem großen Parkplatz etwas unterhalb des archäologischen Museums. Durch den Schutz der vielen Bäume drum herum war die Nacht im Wohnmobil nicht so kalt, wie sie hier auf dem Berg gewesen sein musste. Es waren 4 Grad angesagt.

Am Rande des Ortes Madara wurde auch noch eine römische Villa ausgegraben, die zu besichtigen ist.

Pobiti Kamani

Bevor wir auf die Europastraße fuhren, mussten wir uns um eine neue Tagesmaut bemühen. Wie auf dem Stellplatz in Kamen Brjag empfohlen, fuhren wir zuerst nach Kavarna. Doch in dem Laden A1 bekommt man nur PKW-Vignetten. Für schwere Wohnmobile sollten wir zur Tankstelle am Ortsausgang fahren. Tatsächlich steht dort ein Mautautomat und wir waren das Problem für diesen Tag los.

Um zum „Steinernen Wald“ (Pobiti Kamani) zu gelangen, fuhren wir ins Landesinnere, auf der A2 in Richtung Shumen. Auf halbem Weg zwischen Varna und Shumen liegt der „Steinerne Wald“ direkt an der Straße. Jetzt, fast Mitte Oktober, ist der Eintritt frei. Gleich von der Straße aus sieht man steinerne Säulen, fast alle kaputt, unzählige Bruchstücke bedecken den sandigen Boden. Am rechten Rand befindet sich eine Grotte aus dem gleichen Stein wie die Säulen. Die große Frage ist nun: Ist das ein versteinerter Wald oder sind es nur durch die Erosion freigelegte Kalksteinsäulen? Wir wissen es nicht. Manche Säulen haben nichts mit Baumstämmen gemein, manche sehen eindeutig wie versteinerte Baumstämme aus. Manche Bruchstücke sind innen ausgehöhlt.

Geht man noch ein Stück weiter durch dieses Feld, durch einen kaum sichtbaren Graben, ist die Szenerie noch atemberaubender. Irgendwann übernimmt dann wieder ein lichter Wald die Oberhand.
Der Besuch dieser Steinsäulen ist wirklich zu empfehlen.

Kamen Brjag

Das nächste Ziel, welches in den Reiseführern zu finden ist, ist Kap Kaliakra. Dort wollten wir auch hin. Kurz vor Tyulenovo fand ich bei GoogleMaps einen Ort an der Küste, namens Robbenhöhle. Das war interessant und so parkten wir das Wohnmobil am Straßenrand und spazierten einen ausgefahrenen Weg zur Küste. Es ist immer noch Steilküste, die einzige in Bulgarien überhaupt. Diese erstreckt sich jedoch von Shabla bis zum Kap Kaliakra. Schöne Felsformationen prägen das Küstenbild. Überall findet man Abbrüche des durchlöcherten Kalksteins, welcher die Landschaft hier prägt. Es wächst kaum ein Strauch, alles ist stacheliges Gestrüpp.

Überall stehen große Tanks in der Gegend herum. Was sollen die? Wie wir erfuhren, bohrte man 1951 nach Öl. Es war das einzige Ölfeld in Bulgarien. 600 Löcher bohrte man. Als Nebenprodukt fällt eben das schwefelhaltige Wasser an. Das Öl wird gesammelt, das Wasser verwendet man im Gesundheitssektor oder lässt es einfach ab.

Jetzt waren wir neugierig geworden, außerdem brauchten wir nach drei Nächten frei stehen, einmal wieder Strom. Da wurden wir auf den Stellplatz „Kräuter und Eier“ in Kamen Brjag, was felsige Küste bedeutet, aufmerksam. Der Beschreibungstext ist lang und in sehr gutem Deutsch.
Als wir dort ankamen, begrüßte uns eine sehr gut deutsch sprechende Frau, ihr Mann ist mit dem Sohn für ein paar Tage unterwegs. Sie zeigte uns ihr Grundstück, für das sich unser über 8m langes Wohnmobil zu lang erwies. Sie gab sich solche Mühe, uns die Sache schmackhaft zu machen, dass wir doch zusagten zu bleiben. Wir parkten vor dem Zaun des Grundstückes, bekamen Strom und durften alle Einrichtungen nutzen, die zur Verfügung stehen. Es ist eine sehr ruhige Gegend und die Familie betreibt ein Kräutergewächshaus. Daneben gibt es Hühner und Enten. Leider räuberte der Fuchs innerhalb von zwei Nächten die Entenküken.

Lilli, die Gastgeberin gab uns zwei Bücher über diese Gegend hier und empfahl uns, auch das ewige Feuer an der Küste, ca. 200m entfernt, zu besuchen. Das alles trug dazu bei, dass wir statt der einen geplanten Nacht, zwei Nächte blieben. Sie sagte uns auch, wo wir die Maut für die nächste Strecke bekommen würden. In Kavarna gibt es einen Laden A1, in dem Leute sitzen, die helfen können. Dort bekämen wir auch eine Vignette, die einen längeren Gültigkeitsrahmen hat. Na, da sind wir doch gespannt.

Am nächsten Tag starteten wir zu den Sehenswürdigkeiten, die zum Nationalen Archäologischen Park „Yailata“ gehören. Bis dorthin sind es schon zwei Kilometer, dann gibt es einen ca. 5km langen Rundweg, der alle Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Diese liegen auf einem herrlich gelegenen Plateau, 50 Meter über dem Meer. Seit 8000 Jahren ist diese Gegend besiedelt. Die letzte große Besiedelung fand im späten Mittelalter statt.

Grabhöhle  der Nekropole in Kamen Brjag

Vor allem die Thraker hinterließen ihre Spuren. Sie legten sogar Nekropolen an, in denen man Skelette mit viel Goldschmuck fand. Die Römer setzten später die Tradition der Nekropolen fort. Inzwischen sind es drei. Die Römer waren es, die hier Wein anbauten und verarbeiteten. Überreste einer Weinkelterei wurden gefunden.

Auf dem weiteren Rundweg sind noch Reste einer byzantinischen Festung, 101 Höhlenwohnungen und eine Felsenkirche zu finden. In der Felsenkirche gibt es mehrere Schriftzüge, die als Runenschrift bezeichnet wird. Wahrscheinlich lebten in der Kirche Mönche bis ins späte Mittelalter.

Es ist ein wunderschöner und sehr interessanter Rundweg. Schade, dass die meisten Touristen einfach daran vorbei fahren und sich nur Kap Kaliakra ansehen.

Noch eine Besonderheit hat Kamen Brjag zu bieten: eine ewige Flamme. Sie stammt aus der Zeit der Ölbohrungen. Der Gastgeber des Stellplatzes „Kräuter und Eier“ stapelte Steine um die Flamme und schuf mit einer Menge Steinen einen Schutzwall mit Sitzgelegenheiten drum herum. Jetzt kann man Würstchen grillen, oder Essen kochen, oder einfach nur die Zeit an diesem schönen Platz mit Meerblick genießen. Aus der Nähe riecht man, was das für Öl ist: Petroleum.

ewige Flamme von Kamen Brjag

Im Sommerhalbjahr muss es hier toll sein. Es blühen massenweise seltene Blumen, seltene Pflanzen siedeln hier, und es gibt seltene Tiere und Vögel. Sogar Mönchsrobben sollen zu sehen sein. Einfach nur großartig, auch zu dieser Jahreszeit.

Shabla

Auf der Suche nach einem Stellplatz stießen wir auf Shabla, der erste Ort hinter der Grenze in Bulgarien. Dort soll es eine öffentliche Dusche geben, aus der warmes schwefelhaltiges Wasser kommt. Das interessierte uns sehr.
Der Küstenort von Shabla ist sehr klein und besitzt den ältesten Leuchtturm von Bulgarien. Wir stellten das Wohnmobil auf den Parkplatz davor ab und spazierten ein paar unbefestigte Straßen weiter, bis wir auf die Dusche stießen. Das heißt, es ist ein Verschlag mit einer riesengroßen Ventilanlage davor. Wenn man hinein sieht, stehen zwei Rohre drinnen, aus denen in dicken Strahlen herrlich warmes Wasser kommt, das allerdings nach faulen Eiern riecht. Ich hatte mich schon auf diese Dusche gefreut, aber an dem Tag blies der Wind so kalt um die Ecken, dass ich nicht wirklich mehr Lust auf die Dusche hatte, obwohl die schön warm wäre. Der Boden der Dusche sieht eher unappetitlich aus, denn es haben sich dicke Ablagerungen durch den Schwefel gebildet. Wie wir erfuhren, nehmen die Einheimischen die warme und gesunde Dusche sehr gerne in Anspruch.

Also spazierten wir nur noch ein wenig durch den sehr kleinen Ort, hinter dem sich eine Steilküste ausbreitet. In den Gassen sieht es aus, als wäre die Zeit vor langer Zeit stehen geblieben.

In dem kleinen Hafen liegen Fischerboote, der lange Steg ins Meer wird gerade repariert.
Auf einer Tafel am Parkplatz steht geschrieben, dass hier vom 4. Jahrhundert vor Christus bis ins 6. Jahrhundert unserer Zeit eine bedeutende Siedlung namens Karia zu finden war.

Vama Veche

Der letzte Ort vor der bulgarischen Grenze ist Vama Veche. Früher einmal ein Hippie-Ort, heute immer noch ein Ort für Leute, die sich entfalten möchten. Der Strand ist ein FKK-Strand. Das Ambiente des „Dorfkerns“ erinnert an eine alte Westernstadt, mit flachen Bauten im Westernstil und einer unbefestigten Straße am Strand entlang.

In der Mitte liegt ein kleiner Platz, ebenso unbefestigt, an dem gerne Wohnmobile Halt machen und übernachten. Hier trafen wir auf Böblinger, die wir schon in Sibiu getroffen hatten.

In Murighiol trafen wir auf ein schwäbisches Paar, die auch in Sibiu waren.

Mangalia

Wem der Betrieb im Badeort Mamaia zu viel ist, ist in Mangalia und Umgebung gut aufgehoben. Es gibt zwar auch hier Hotels und Unterhaltung, aber längst nicht in dem Maße wie in Mamaia. Vor allem der Banana-Beach, nördlich von Mangalia, kann nicht verbaut werden, da die Landzunge sehr schmal ist und auf der anderen Seite der Straße sich der Banana-See ausbreitet. Man kann hier noch atmen und den Strand genießen.
Für die Nacht stellten wir das Wohnmobil direkt neben dem jetzt geschlossenen Wasserpark ab. Das Wetter war sehr warm, die ganzen Wochen hatten wir gute 25°C. So gingen wir zum Sonnen an den Strand, Klaus badete eine Runde. Mir ist das Wasser absolut zu kalt, trotz der langen warmen Saison am Schwarzen Meer.

Am Strand, direkt an der Wasserlinie, steht eine sehr eigenartige Konstruktion, aus der zwei Wasserstrahlen kommen. Beim näheren Betrachten stellte sich heraus, dass es die hässlichste Quelle ist, die wir je gesehen haben. Allerdings kommt aus den zwei Rohren warmes, schwefelhaltiges Wasser. Die Gegend um Mangalia ist bekannt für diese Schwefelwasserquellen. Diese werden für Kurhäuser genutzt, die sich vor allem um Erkrankungen des Bewegungsapparates und der Verdauung kümmern. Das schwefelhaltige Wasser ist aber noch für Vieles mehr gut. Wir haben jedenfalls gleich einen der leeren 5l-Wasserkanister gefüllt, für eine Trinkkur. Das Wasser riecht aus der Entfernung mehr, als beim Trinken. Es schmeckt auch besser als es riecht.

Den Abend verbrachten wir beim Spielen im Wohnmobil, hatten gerade das Abendbrot hinter uns, als völlig unvermittelt ein Sturm losbrach. Der peitschte den Sand vom Strand dermaßen landeinwärts, dass man die Luken gar nicht schnell genug zu bekam. Es war ein regelrechter Sandsturm und es war kaum noch etwas von der Umgebung zu sehen. Bis fast um Mitternacht hielt dieser Sturm an, dann begann es noch leicht zu regnen.

Am nächsten Tag, das Wetter hatte sich gebessert, war aber 10 Grad kälter geworden, fuhren wir nach Mangalia und parkten hinter dem Strand, in Altstadtnähe. Von hier aus kann man gut die Altstadt erkunden. Wobei: Altstadt ist zu viel gesagt. Diese hat man im Zuge des Ausbaues als Badeort fast komplett niedergerissen und neu gebaut. Das Einzige, was noch alt ist, sogar sehr alt, ist die Esmahan-Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Sie steht in einem kleinen Park, der ein alter Friedhof ist. Der Eintritt ist jetzt frei, kostet normalerweise 5 Lei. Gut ein Euro. Dafür kann man die Moschee besuchen und auf das Minarett steigen. Viel zu sehen ist da wahrscheinlich nicht, denn das Minarett ist nicht hoch genug für die Neubauten.

In der Nähe befindet sich die Herkules-Quelle, aus der schwefelhaltiges Wasser, mit einen hohen Eisenanteil kommt. Mit Hilfe eines Wasserhahnes lässt sie sich öffnen und schließen. Sie ist auch sehr schön gestaltet.

Ansonsten kann man auf der Mole zum Leuchtturm spazieren, die Seele auf den Treppen des Hafenbeckens baumeln lassen oder sich an den Strand legen.
Wie wir nun wissen, sind die Parkplätze ab 1. Oktober kostenfrei zu benutzen, dafür ist jedoch das Meiste der touristischen Anlagen schon geschlossen.

Constanța

Beim Besuch dieser Stadt hatten wir das Glück Sonntag früh dagewesen zu sein. Alles war noch ruhig und einen Parklatz zu finden gar nicht schwierig. Direkt unten zwischen dem gewerblichen Hafen und der kleinen Marina stellten wir das Wohnmobil ab und schlenderten rechts herum immer an der Promenade entlang. Auf der einen Seite befindet sich das Schwarze Meer, auf der anderen lädt ein Park zum Verweilen ein. Oberhalb steht die Kathedrale, aus der gerade die Messe zu hören war. Sie wird offensichtlich per Lautsprecher an die Außenwelt übertragen.

Kurz vor der Spitze der Promenade steht ein neobarocker Bau, der gerade restauriert wird etilweise schon in strahlendem Weiß funkelt. Es ist das alte Casino von Constanta, welches ein wenig an das Casino in Monte Carlo erinnert. Nicht weit davon entfernt steht das alte Palast-Hotel, verlassen und der Restaurierung harrend.

Casino von Constanta

Nun breitet sich die kleine Marina aus. An deren Ufer reihen sich unzählige Bars und Restaurants. Das Riesenrad, welches wir schon in mehreren Städten am Strand gefunden haben, ist in die Winterruhe geschickt worden. Von dort aus hat man sicher einen sehr schönen Blick über die Küste Constantas.

Am Ende der Marina führt eine Treppe in die Oberstadt, mit einem großen Platz, an dem das Archäologische Museum seinen Platz hat. Auf dessen Außengelände befinden sich einige architektonische Artefakte und griechische Grabsteine, die bei Ausgrabungen in Constanta gefunden wurden.

Unterhalb des Museums liegen die alten römischen Thermen. Ein Großteil ist überdacht.

Erst beim aus der Stadt fahren sahen wir, dass es doch mehr von den Thermen zu sehen gibt, als von oben angenommen. Außerdem wurde es am Vormittag schon wieder voll. Autos und Menschen drängten sich durch die Straßen.

Mamaia

Nördlich von Constanta liegt der Badeort Mamaia, der sich auf einer etwa 8 Kilometer langen Nehrung erstreckt. Diese Landzunge ist fast komplett mit Hotels, Appartementhäusern und Spaßanlagen zugepflastert. Wenn man irgendwo rechts abbiegt, muss man dann auch rechts wieder auf die Straße fahren, selbst wenn das nächste Ziel in der linken Richtung liegt. Das heißt, bis zum nächsten Kreisverkehr und dort wenden. Woher kennen wir das bloß? Ach ja, von der Gegend um das spanische Malaga. Echt nervig.
Eine durchgehende Straße am Strand entlang gibt es nicht, nur kurze Abschnitte, die Richtung Norden laufen, weil das Einbahnstraßen sind.

Wir fanden einen schönen Stellplatz am Südende von Mamaia, direkt an einem kleinen Fischerhafen. Endlich stehen wir am Schwarzen Meer. Vor knapp 40 Jahren waren wir schon einmal am Schwarzen Meer, und zwar im grusinischen Pizunda. Das Wasser ist sauber, aber ziemlich frisch.

Die Reiseführer erwähnen zum Essen gehen das Restaurant „Don Corleone“. Sein Namenszug und ein paar Bilder hängen an den Wänden, damit hat sich auch schon der Tribut an Don Corleone. Die Speisekarte ist nicht wirklich italienisch, bietet jedoch ein abwechslungsreiches Angebot an Fleisch- und Fischspeisen. Geschmeckt hat es. Die gemischte Fischplatte für 2 Personen, mit Lachs, Plattfisch, Tintenfisch, Garnelen und Muscheln, garniert mit Salat, ist preiswert und lecker. Dafür sind die Getränke, wie Bier und Wasser, recht teuer.

Nicht weit vom „Don Corleone“ entfernt startet die Kabinenbahn, die im Sommer als Transportmittel durch die lange Stadt Fahrgäste befördert. Seit 1. Oktober ist sie geschlossen.

Mamaia ist im Sommer, wie es aussieht, völlig überfüllt. Zu dieser Jahreszeit bleiben für jeden Gast genug Freiraum und genug Parkplatz. Die Spaßanlagen, die Strandeinrichtungen und viele Kneipen sind allerdings geschlossen.

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