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Malibu – Kalifornien

Von Santa Barbara bis nach Los Angeles gibt es keine Parkmöglichkeiten für große Wohnmobile. Die einzigen Möglichkeiten sind die vollkommen überteuerten Campingplätze. In Los Angeles hätten wir auf einem Parkplatz, der nicht wirklich für große Wohnmobile gemacht war, 40,-$ Gebühr bezahlen sollen.

Malibu

Malibu

Das Einzige, was wir uns an diesem Küstenabschnitt ansehen konnten, war Malibu. Knapp südlich von Malibu brannte vor Kurzem ein großer Teil der Santa Monica Mountains ab, die sich direkt hinter den Stränden und dem Highway 1 erheben. Wie viele Menschen sind notwendig, um in dem riesigen Brandgebiet wenigstens die in Gefahr geratenen Häuser vor den Flammen zu schützen? Was für ein Gefühl muss es sein, solch eine Flammenwand auf sein Haus zukommen zu sehen? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Vom Westen kommend, erreicht man zuerst den Surferstrand, an dem die Autos auf den zu knappen Parkflächen fast aufeinander parken. Den Highway 1 weiter fahrend, gibt es mehrere Parkplätze, von denen aus man auf die lange Küste Malibus sehen kann. An den Berghängen stehen die Villen derjenigen, die ein bisschen mehr Geld haben als der Rest der Welt. Das gilt eigentlich für die ganze Küste von Santa Barbara bis nach Los Angeles. Palmen, Bougainvillea-Sträucher und Araukarien lassen das Alles in einem noch schöneren Bild erscheinen. Allerdings, wenn man auf das Meer schaut, steht eine ganze Reihe Ölbohrplattformen vor den Channel Islands, die mit einem 6-Meilen Meeresschutzstreifen zu einem Nationalpark gehören.

Malibu - Baywatch Strand

Malibu – Baywatch Strand

Der Strand aus der Fernsehserie „Baywatch“ sieht immer noch so aus, die Aufsichtshäuschen stehen noch immer so da und die Baywatchleute haben immer noch ihre rote Kleidung an, nur die Autos und das Boot der Lifeguard sind etwas moderner. Das Wasser ist immer noch nicht wärmer als am Rest der kalifornischen Küste. Ob da im Sommer wirklich so viele Leute baden gehen, wie in der Serie gezeigt wird?Die Stadt Malibu mit den zahlreichen Stränden zieht sich über viele Kilometer in die Länge. In der Nähe des Stadtzentrums sieht man jedoch kaum mehr das Wasser, weil alles zugebaut ist. Hier ist das Wohnen noch angenehm. Im nahen Los Angeles ist dagegen die Hölle los.

Zweite Etappe Highway Nr. 1 – Kalifornien

Highway 1

Highway 1

Wunder-wunderschön. Der Highway Nr. 1 ist zwischen Monterey und Morro Bay am Allerschönsten. Atemberaubende Aussichten, herrliche Steilküsten, Wälder und Weiden und eine Straße, die sich im Allgemeinen recht gut fahren lässt. Da diese Straße ziemlich eng ist und sehr oft direkt an den Abgründen liegt, muss auch öfters einmal etwas daran getan werden, denn die Natur fordert ihr Recht. Steinschläge und Hangabrutsche erfordern ständig Erneuerungen. Unzählige Park- und Halteplätze bieten genug Möglichkeiten, diese einmalige Natur zu genießen oder auch zum Übernachten, wenigstens bis Hearst Castle.

Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle entstand, nachdem ein ziemlich reicher Herr namens William Randolph Hearst mehrere Jahre lang mit seiner Familie auf einem Hügel nahe der Küste bei San Simeon gecampt hat. Irgendwann ist er dieser Umstände leid gewesen und kaufte ein Stück der Ranch, zu der dieser Platz gehörte. Zu einer Architektin meinte er, sie solle ihm doch ein kleines Häuschen darauf bauen. Dieses Häuschen wurde dann doch ein Palast mit 165 Räumen und nobelster Ausstattung, die ein Mix von feinsten Antiquitäten und moderneren Stücken ist. Berühmte Hollywoodgrößen waren dort schon Stammgäste. Inzwischen wurde das Anwesen durch weitere Kostbarkeiten erweitert und dem Publikumsverkehr geöffnet. Im Rahmen geführter Touren, die ab 25,- Dollar kosten, kann man sich auf Hearst Castle umsehen. Die Ranch ist gewachsen, auf der Rinder gezüchtet und Wein angebaut wird, alles exklusiv, versteht sich. Im Besucherzentrum kann man sich über Hearst Castle vorab informieren.

Seeelefanten bei San Simeon

Seeelefanten bei San Simeon

Nachdem nun Hafenrobben, Seelöwen und Seeotter zum täglichen Bild gehört haben, stießen wir kurz vor San Simeon vollkommen überraschend auf eine Kolonie Seeelefanten, die aus siebzehntausend Tieren bestehen soll und sich über mehrere Buchten direkt an der Straße verteilt. Nie sind alle Tiere anwesend, weil verschiedene Gruppen zu verschiedenen Zeiten auf dem Meer leben. Während es im Juli und August nur ein paar Hundert Tiere sind, die hier an Land leben, sind es vom Januar bis Mai immerhin ein paar Tausend. Die ganz großen, bis zu zweieinhalb Tonnen wiegenden Männchen haben wir jetzt vermisst. Die füllen in den nächsten Monaten ihre Reserven im Meer auf, die sie bei der Paarung verloren haben. Trotzdem ist es ein gewaltiges Schauspiel, welches da vor uns lag. Die Luft riecht zwar etwas streng, aber das wird vom Optischen überspielt.

Morro Rock

Morro Rock

Morro Bay ist ebenso einen Besuch wert. Die Bucht wird von einer sehr langen und schmalen Sanddüne vom Meer abgeschnitten und direkt vor der Hafeneinfahrt steht ein großer Felsen, der Morro Rock. Dieser Felsen ist der Rest eines Lavapfropfens, der vor 26 Millionen Jahren bei einem Vulkanausbruch steckengeblieben und erstarrt ist. In den letzten 20 Millionen Jahren verwitterte der Vulkan und der Pfropfen aus Granit blieb übrig. Morro Rock gehört zu einer Vulkankette, von der neun dieser Pfropfen übriggeblieben sind. Bis 1963 wurde der Granit für Bauobjekte abgebaut, bis der Felsen unter Schutz gestellt wurde und heute vielen Küstenvögeln eine Nistmöglichkeit bietet.
Ein paar Pärchen des sehr selten gewordenen Peregrine Falkens nisten auch auf Morro Rock, jedoch sind die Schalen der Falkeneier auf Grund der Umweltverschmutzung nicht mehr fest genug, um ausgebrütet werden zu können. Hier versuchen seit mehreren Jahren Menschen einer Universität im Bundesstaat New York helfend einzugreifen.Als wir abends unter einer Reihe von Eukalyptusbäumen parkten und ausstiegen, wurden wir gleich „verhönt“. Wir trauten unseren Ohren nicht. Geräusche und Laute, die wir noch nie in der Natur gehört haben, überfielen uns. Es war schon fast dunkel und mit einer Taschenlampe versuchten wir herauszubekommen, was das sein könnte. Klaus meinte, das seien Reiher. Über Nacht hörte ich immer wieder „Hello“ und andere Nachahmgeräusche wie Hundegebell, Klicklaute, die ganze Palette. Das allerbeste war ein Geräusch, das entsteht, wenn man bei offenem Mund und einem Laut aus tiefster Kehle ausstoßend, die Zunge schnell nach links und rechts bewegt. Ich war überzeugt, dass das Kakadus wären. Kein anderes Tier kann Geräusche nachahmen und wohnt dazu noch in Eukalyptusbäumen. Am nächsten Morgen gingen wir der Sache auf den Grund und fanden tatsächlich Nachtreiher, die in den Baumkronen schlafen und die dieses Spektakel veranstalteten, unglaublich. Wenn wir es nicht gesehen hätten, ich würde es nie glauben.

Mit jedem Kilometer Richtung Süden mehren sich jetzt wieder die Palmen und Kakteen, wärmer wird es trotzdem nicht.

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