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Pisa

Wir fahren weiter auf der Via Aurelia (SS1, E80). Das letzte Stück kurz vor Pisa ist mautpflichtig. Die Via Aurelia wurde 241 v.Chr. von Gaius Aurelius Cotta in Auftrag gegeben und führte ursprünglich von Rom nach Pisa. Erst später wurde sie bis nach Arles in Frankreich verlängert.

Pisa war im Mittelalter eine der italienischen Seerepubliken wie z.B. Genua oder Amalfi. Heute ist sie Universitätsstadt und weltberühmt für ihren schiefen Turm. Der Fluss Arno teilt die Stadt in zwei Teile.

der Arno, rechts und links Pisa

Wir haben unser Womo auf dem Stellplatz Camperisti Pisani stehen. Der Platz befindet sich direkt am römischen Aquädukt, der immer noch bis an die Stadtmauer von Pisa führt, mit wenigen Unterbrechungen. Hier sehen wir zum ersten Mal Bauwerke, die am Aquädukt lehnen, die wahrscheinlich als Kontroll- und Pumpbauwerke dienten. Man braucht also immer nur der alten Wasserleitung folgen und kommt genau in die Altstadt.

Aquädukt in Pisa

Die Stadtmauer ist ebenfalls noch zu einem großen Teil erhalten, allerdings zumeist rekonstruiert. Teilweise kann man auf ihr entlang laufen. Man kann die Altstadt von Pisa aber auch durch andere Stadttore betreten oder verlassen.

eines der kleinen Stadttore

Jeder, der Pisa besucht, steuert die Piazza del Duomo an. Der Platz wird auch Piazza die Miracoli genannt. Hier sind die berühmtesten Bauwerke, allesamt aus weißem Marmor, zu finden: natürlich der Schiefe Turm von Pisa, die Kathedrale und das Baptisterium, das größte in Italien. Der Puttenbrunnen am Platz ist ebenfalls aus weißem Marmor. Um den Platz herum gruppieren sich mehrere Museen und der Friedhof. Ein Teil des Domplatzes wird von der Stadtmauer und mehreren Stadttoren abgeschlossen.

Piazza del Duomo oder auch Piazza die Miracoli

Die drei Hauptgebäude des Ensembles sind nicht nur im Ganzen imposant, sondern beeindrucken auch durch ihre filigranen Details. Das Dach des Baptisteriums wurde übrigens mit zwei verschiedenen Materialien gedeckt: landeinwärts mit Kupferplatten, seeseitig mit Ziegeln. Die Ziegel halten besser dem schlechten Wetter stand, welches meistens vom Meer herüber zieht.

Das Highlight ist und bleibt in jedem Fall der Schiefe Turm von Pisa. Er ist der Glockenturm der Kathedrale. Im Sommer 1173 legte man den Grundstein für den Glockenturm und baute die ersten drei Etagen. Schon während dieser Bauzeit begann sich der Turm zu neigen. Irgendwann baute man dann die restlichen vier Etagen darauf, in einem etwas anderen Winkel, bei dem man versuchte, die Schieflage auszugleichen. Wenn man genau hinsieht, sind die zwei verschiedenen Winkel zu erkennen. Erst viel später setzte man den Raum mit den Glocken darauf.

Eingang zum Schiefen Turm

Auf Grund des instabilen Untergrundes neigte sich der Turm im Laufe der Jahrhunderte immer weiter, bis er im Januar 1990 aus statischen Gründen für die Besucher geschlossen wurde. Irgendwie schaffte man es, den Turm etwas aufzurichten und zu stabilisieren. Im Dezember 2001 durften die Besucher der Turm wieder besteigen. Heute wird für ein Ticket auf den Turm 18,-€ verlangt. Die anderen Eintrittspreise liegen bei 5,- bis 8,-€. Der Platz an sich ist aber frei begehbar.
1987 wurde das Ensemble an der Piazzo del Duomo ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Man sollte sich nicht allein auf das weiße Marmorensemble konzentrieren, sondern sich auch einmal die Zeit nehmen, die Touristen aus aller Welt zu beobachten. Da werden die tollsten Verrenkungen veranstaltet, um mit dem Schiefen Turm von Pisa abgelichtet zu werden.

Alle anderen wollen den Turm stützen, Klaus aber…?

Nun schließt sich ein Stadtbummel durch die Altstadt von Pisa an, entweder durch die Fußgängerzonen oder durch die Gassen. Unbedingt einen Abstecher muss man zur Piazza dei Cavelieri machen. Dort ist wohl das schönste Gebäude in Pisa zu finden, die Scuola Normale Superiore. Die gesamte Fassade ist wunderschön bemalt und mit Büsten verziert. Davor steht ein Brunnen. Der großzügige Platz wird aber auch von Palästen und Kirchen umrahmt.

Scuola Normale Superiore

Folgt man nun den meisten Menschen, gelangt man irgendwann auf die Fußgängerzone Borgo Stretto, die am Garibaldi-Platz endet.

Borgo Stretto

Dort angekommen, fließt der Arno vorbei und man steht vor der Ponte di Mezzo. Sie führt zur südlichen Hälfte Pisas, mit der alten Markthalle. Unter der Säulenhalle wurde gehandelt und Geld gewechselt. Den Auftrag für den Bau der Markthalle gab Ferdinando I. von Medici. Ausgeführt wurde er 1603-1605. Seither wurde das Gebäude mehrmals renoviert.

ehemalige Markthalle

Wer jetzt noch Zeit und Lust hat, sollte durch den Giardino Scotto spazieren, im Osten des südlichen Stadtteils. Dieser Teil Pisas war schon zu römischen Zeiten besiedelt und wurde im 11. Jahrhundert verlassen. Im 13. Jahrhundert stellte man hier weltberühmte Keramik her, im 15. Jahrhundert baute man dann das Fort an dieser Stelle. Nur Jahre später wurde es jedoch schon wieder zerstört. Reste davon sind am Arnoufer noch erhalten. Anfang des 16. Jahrhundert baute man ein neues Fort und 1785 funktionierte man es in einen Garten um, mit einem Palast, einem Wandelgang und einem öffentlichen Park.

Wandelgang und Mauer des Giardino Scotto

Ich habe Pisa schon einmal vor etwa 20 Jahren besucht. Damals war ich sehr enttäuscht von der Stadt, denn sie bot ein Bild zum Erbarmen. Die Fassaden waren heruntergekommen, es war schmutzig und der Arno war zu einer Kloake verkommen. Das ist heute alles anders. Heute ist die Stadt sauber und heißt ihre Gäste willkommen. Pisa ist wirklich schön geworden.

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