A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Route 66 St.Louis-Joplin – Missouri

Die Old Chain of Rocks Bridge bei Granite City ist ein Relikt der Route 66. Sie ist eine Fachwerkbrücke aus Stahl, über 1 Meile lang und führte den Verkehr über den großen Mississippi. Heute ist sie Teil verschiedener Trails und die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke der Welt. Auf der Illinois-Seite überspannt die Brücke einen breiten Auwald, aus dem Geräusche wie aus dem Dschungel zu hören waren. Die Mitte des Mississippi ist zugleich die Grenze zwischen Illinois und Missouri.
Mitten im Fluss stehen zwei schmucke Häuschen auf hohen Fundamenten, deren Bedeutung ich nicht herausfinden konnte. So hübsch sie auch sind, ich weiß nicht, ob ich mitten in den Fluten des Mississippi wohnen möchte.

Bis Stanton sind wir die Interstate 44 gefahren, denn es ist schwierig herauszufinden, wo die wirkliche Route 66 verläuft. In Stanton ist das wohl schönste Höhlensystem in Amerika zu finden. Die Meramec Caverns waren die erste Attraktion an der Route 66 und der berühmte Jessie James mit seiner Gang soll sich hier nach seinem spektakulären Zugüberfall 1874 in Gadshill versteckt haben. Im Bürgerkrieg in den 1870ern unterhielten die Konföderierten, zu denen auch Jesse James gehörte, eine Pulvermühle. Das einzige Jesse James Wachs Museum steht an der I44 nahe der Höhlen. Da werden Fragen rund um die Legende Jesse James beantwortet und da sind Waffen und persönliche Dinge von ihm und seiner Gang ausgestellt.

Jetzt muss ich doch erst einmal eine Anmerkung machen: solange wir jetzt auf der Route 66 unterwegs sind, waren fast alle Sehenswürdigkeiten kostenlos oder gegen eine kleine Spende zu besichtigen, was wir als sehr angenehm empfanden. Nur wenige Museen verlangen ein Eintrittsgeld. Die Meramec Caverns sind gleich mit 19,95$ dabei. Wir haben diesen Besuch ausgelassen, da wir schon viele wunderschöne und aufregende Höhlen gesehen haben.

Kurz vor Cuba fanden wir endlich die Historische Route 66. Gegenüber liegt der Campingplatz „Meramec Valley Resort“, riesengroß mit ganz viel Natur. Cuba ist als die „Route 66 Gemäldestadt“ bekannt und das Tor zu den Ozark-Bergen. 12 große Wandgemälde an historischen Gebäuden entlang der Route 66 verschönern die Stadt. 4 Meilen westlich von Cuba steht der mit knapp 13 Metern Höhe größte Schaukelstuhl der Welt. Er wurde 2008 in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.

In der Elbow Inn Bar & BBQ in Devil´s Elbow wollten wir endlich einmal die großartige Atmosphäre für die Route 66-Reisenden erleben. Die Kneipe hat nur noch montags geöffnet und das auch nur nachmittags. Schade. Der Ort Devil´s Elbow, der hinter einer Brücke der ersten Route 66 aus den 1920ern liegt, ist kaum noch ein Ort. Drei Häuser, eine Post, eingewachsene alte Autos und ein großes Schild, was es in dem Ort gegeben hat, das ist alles. Parallel zur Interstate 44 führt die zweite Route 66 aus den 1950ern, die sogar vierspurig ist. Das mit der 1. und 2. Route 66 hat uns ein alter Mann erzählt, der uns ansprach, als wir etwas in der Gegend herum liefen.

Das Munger Moss Motel in Lebanon ist wohl eine neuere Ausgabe, aber das Neon-Werbeschild davor ist noch original. Wir wollten auch noch Mr. C´s Route Post besichtigen, wo schöne alte, restaurierte Autos stehen sollen, aber die haben wir leider nicht gefunden. Ebenso die Replik des Hubble Teleskops in Marshfield. Auf meine Frage an einer Tankstelle beschrieb man mir zwar den Weg, aber mit dem Hänger hinten dran war das nicht machbar. Der Astronom und Konstrukteur des Teleskops Edwin P. Hubble wurde in Marshfield geboren.

Springfield ist für uns nicht unbedingt interessant, deshalb umfuhren wir die Stadt. Sie hat aber eine abwechslungsreiche Geschichte. Sie wurde 1833 gegründet und 1838 führte der Trail der Tränen die aus dem Osten vertriebenen Cherokee, es waren Zehntausende, von denen mehrere Tausend starben, durch das Gebiet der Stadt. 1870 wurde Springfield an die Zugverbindung St. Louis – San Francisco angeschlossen und am 30. April 1926 wurde in Springfield die Route 66 geboren. 1938 bekam die Route 66 den Namen „Mutterstraße“ und war der erste komplett gepflasterte transkontinentale Highway, der sich von den großen Seen bis zum Pazifik erstreckte. Ein Teil der Bonnie & Clyde Story spielte sich ebenfalls in Springfield ab. 1953 hatte die Stadt mit mehreren Kobras zu kämpfen, die irgendjemand ausgesetzt hatte. Natürlich gibt es noch viel mehr Geschichte, aber diese Tatsachen waren für uns die Interessantesten. Nördlich von Springfield befinden sich die Fantastic Caverns, das einzige Höhlensystem in Nordamerika, das mit einem Jeep mit Anhänger befahren werden kann. Die Führung durch die Kalksteinhöhle dauert eine knappe Stunde.
Der Rest der Route 66 bis an die Grenze zu Kansas führt durch Farmland und vor allem die Gegend um Joplin ist Rinderland.

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