A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Route 66 – Oklahoma

Bei Tulsa sind wir wieder auf die Route 66 gestoßen und ihr bis nach Oklahoma City gefolgt, immer parallel zur hier zollpflichtigen Interstate 44. Dabei kamen wir durch eines der Cherokee Reservate, später bei Bristow durch ein Creek Reservat, und Stroud liegt im Sac & Fox Reservat. Von den Sac & Fox habe ich noch nie etwas gehört. Dieses Volk wurde aus Kansas hierher gebracht, lasen wir auf einem Schild. Am Straßenrand sind immer noch Zeugen wie Shops, Autowerkstätten, Tankstellen und so weiter aus der Zeit der Route 66 zu finden, teilweise dem Verfall preisgegeben, teilweise restauriert. Die Landschaft wird von Farmen und noch mal Farmen bestimmt, die keinen Platz mehr für die wahre Natur lassen. Pferdekopfpumpen fördern Wasser für Feld und Vieh. Rote Erde bestimmt das Bild.

In Strout hielten wir an, weil wir am Rock Café vorbeikamen, das offensichtlich aus der Zeit der Route 66 stammt. Es wurde 2003 restauriert. Daneben findet sich Mamie´s General Store, in dem heute Route 66 Souvenirs verkauft werden. Der Bummel durch die historische Hauptstraße des Ortes war allerdings recht deprimierend. In den meisten Häusern lebt niemand mehr, die meisten Geschäfte sind schon lange geschlossen.

Das Route 66 Museum in Chandler, Interpretive Center genannt, ist eines der besonderen Art. Da kann man sich in 6 Sektionen, bequem und weich in Hotelbetten liegend oder auch in Ford Mustang oder Willys Jeep Sitzen sitzend, Videos zu verschiedenen Themen der Route 66 ansehen und eine nostalgische Reise machen. Fotos und Tafeln zeigen ebenfalls das Leben mit und an der Route 66.

Beim Durchfahren des Ortes Yukon kamen wir an einer großen, modernen Getreidemühle vorbei, die, so verspricht ihre Werbung, das beste Mehl von Amerika liefert. Das kleine Eisenbahnmuseum war leider geschlossen.

Nach einem heftigen Gewittersturm, der uns einige Zeit zum Anhalten gezwungen hatte, erreichten wir den Cherokee Trading Post an der Ausfahrt 108 der Interstate 40, den es seit 1958 gibt. Neben einer Tankstelle und einem Restaurant gibt es den großen „Handelsposten“, in dem authentische indianische Kunst aus dem ganzen Land angeboten wird. Hochwertige Decken, Töpferwaren, Schmuck, Kunstwerke und vieles mehr suchen interessierte Käufer. In einem Gatter werden für die Besucher ein paar Büffel, die als Wahrzeichen dieser Station dienen, gehalten.

In Clinton sind wir noch einmal von der Interstate abgebogen, um der historischen Route 66 in die Stadt zu folgen. Der historische Straßenzug wirkte genauso ausgestorben. Vielleicht liegt es daran, dass wir an einem Sonntag durch die Straßen spaziert sind. Ein bisschen mehr Leben als in Strout vermuten wir dort dann doch noch. Der Mohawk Lodge Indian Store und das Oklahoma Route 66 Museum sind weitere Sehenswürdigkeiten in Clinton.

14 Meilen vor der texanischen Grenze sind wir überraschend an Baumwollfeldern vorbei gefahren. Anscheinend sind wir im Süden angekommen. Die Bäume sind nicht mehr so bunt, die Temperaturen liegen im Moment bei 27°C. Da können wir unsere warmen Sachen wohl wieder wegpacken. Dafür ist es im Norden und Osten der USA ungemütlich mit viel Regen, manchmal auch schon Schnee. In den Bergen von Colorado hat es auch geschneit, was die Wintersportler freut.

Kurz vor der texanischen Grenze lässt sich noch einiges von der alten Route 66 aus den 50er Jahren entdecken, die durch Erick und Texola führt. Erick soll gut 1000 Einwohner haben, wo die leben, keine Ahnung. Dafür haben wir ein schräges Pärchen kennengelernt, die seit 1987 in alten City Meat Market in Erick den inzwischen angesagten Sandhills Curiousity Shop betreiben. Die beiden heißen Harley und Annabelle Russell. Harley ist Gitarrist und reiste lange Zeit als Musiker durch die USA. Seit 1980 versuchte er es mit mehreren Geschäften, die alle nicht funktionierten. Annabelle lernte Harley in einem der Geschäfte kennen. Zusammen versuchten sie, ihre Hobbys unter einen Hut zu bringen und so ist der Sandhills Curiousity Shop, der eine Mischung aus Antikladen und Musikshow ist, Lunch inbegriffen, entstanden. Für das alles verlangen die Beiden kein Geld. Annabelle meint, wenn sie den Laden als Geschäft betreiben würden, würde dies auch nicht funktionieren. Spenden sind jedoch gern gesehen, von irgendetwas müssen sie ja leben. Ganze Busladungen besuchen inzwischen den Laden. Gerade, als wir kamen, fuhr ein Bus wieder weg. Harley und Annabelle haben ihren Spaß und die Besucher aus aller Welt auch. Motels, Tankstellen und Schilder aus der Zeit der Route 66 finden sich fast an jeder Ecke.

Wie viele Leute auf ihrer Route 66 Reise durch Texola kommen, weiß ich nicht. Es können aber nicht viele sein. Der Ort ist kaum noch als Ort zu erkennen. Ein zufällig entdecktes, fast schon zugewachsenes, am Boden liegendes Schild wies uns den Weg zum 1-Raum-Gefängnis. Alte Zeitungsartikel über Jessy James und Butch Cassidy sowie einigen makabren Fotos sind neben dem Ofen das einzige Interior.
Zwischen Erick und Texola hat ein Sammler alter Landmaschinen und Autos, die eigentlich alle nur noch Schrottwert haben, sein Refugium. So manchem Oldtimer-Fan würden die Tränen kommen.

Bei einer kurzen Rundfahrt auf der anderen Seite der Interstate 40 entdeckten wir Teile der alten Route 66 aus den 20er Jahren, die offensichtlich damals die beiden Orte Sayre und Erick direkt verband. Das war reiner Zufall. Diese Straße kennen nur die Einheimischen. Die Landschaft, so nah bei Texas, ist jetzt fast wüstenartig geworden. Es ist trocken und die Pflanzen sind wehrhaft. Barfuß in leichten Sandalen ist da nicht angebracht, wie wir erfahren mussten.

 

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