A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Fort William

Loch Ness im Regen

Loch Ness im Regen

Am nächsten verregneten Tag mit nächtlichen Gewittern setzten wir unsere Rundfahrt durch Schottland fort. Dafür mussten wir die Strecke nach Fort Augustus noch einmal mit dem Motorhome fahren, um nach Fort William zu gelangen. Diesmal erlebten wir das geheimnisvolle Loch Ness, nebelverhangen und ruhig. Die Wasseroberfläche bewegte sich kaum, aber hier und da trieben mysteriöse Wellenformationen über sie hinweg. Das haben wir noch bei keinem anderen See beobachtet. Sind diese Wellenformationen, bei etwas rauerer See wohl noch eindrucksvoller, der Hintergrund für die Nessie-Geschichten? Nessie ist keine Erfindung der Neuzeit. Erste Berichte sind schon sechshundert Jahre alt.

überall Wasserfälle

überall Wasserfälle

Am Ufer entlang stürzen sich heute, nach dem großen Regen, überall Wasserfälle über die steilen Uferhänge in die Tiefe, die gestern noch nicht da waren. Die Wasserfälle, die wir gestern sahen, führen heute 4-5mal soviel Wasser. Da kommen ganz schöne Wassermassen aus den Bergen herunter.

Abend am Loch Lochy

Abend am Loch Lochy

Durch eine wildromantische Tallandschaft führt die A82 am Loch Oich und am Loch Lochy vorbei, mal links vom See, mal rechts. Am Loch Lochy fanden wir einen wunderschön gelegenen Parkplatz direkt am Seeufer, der sogar eine Art Wohnmobilstellplatz hat. Wir konnten nicht anders, als dort zu übernachten. Die Wolken hingen immer noch tief, aber zwischendurch ließ sich auch kurz die Sonne sehen. Das zauberte eine ganz besondere Abendstimmung in die Berge und über den See. Ein kleines Lagerfeuer vollendete den schönen Abend. Die Abende sind auf diesem Breitengrad sehr lang. Bei schönem Wetter ist es noch um 23.15 Uhr nicht richtig dunkel.

Loch Lochy

Loch Lochy

Dieses ganze, gerade verlaufende, von der West- zur Ostküste Schottlands reichende Tal bezeichnet eine Linie, auf der vor Millionen von Jahren zwei Kontinente aufeinander trafen. Alles Land nördlich dieser Linie gehörte vor Millionen von Jahren zu Kanada, bis es sich entschied, von dort abzuwandern und irgendwann später an der britischen Insel anzudocken. Seither schob sich der nördliche Teil schon um die 200km nach links am südlichen Teil entlang und zerrieb die Gesteinsschicht an der Kollisionsstelle, die 3km breit und 40km tief ist. Die Gletscher der Eiszeit schoben diese losen Gesteinsmassen vor sich her und das Great Glen mit den Lochs entstand. Das Loch Ness ist 230m tief, das Loch Lochy 150m. Die Kollision formte auch die Caledonian Bergkette zu beiden Seiten. Wir finden das eine sehr interessante Geschichte, die alles noch einmal in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Commando Memorial

Commando Memorial

Bei Spean Bridge, wieder auf den wunderschönen Höhen des schottischen Berglandes, steht das Commando Memorial, ein Denkmal für die britischen Kommandotruppen. In diesen Bergen lag ihr Trainingsgebiet für die Einsätze im 2. Weltkrieg. Inzwischen wird jedoch auch den Gefallenen in neueren Kriegen gedacht.

Ben Nevis

Ben Nevis

Wenn man in Fort William eintrifft, fällt sofort Großbritanniens höchster Berg, der 1344m hohe Ben Nevis auf. Der Berg erhebt sich direkt westlich der Stadt. Um ihn zu besteigen, ist allerdings eine längere Wanderung möglich.

Schleuse in Fort William

Schleuse in Fort William

Der Caledonian Kanal, der die Lochs in dieser geografischen Linie verbindet, muss vor den Schleusen in Fort Augustus zuerst das hiesige Schleusensystem passieren. Diesmal kamen wir zurecht, um Schleusungen zu beobachten. Motor- und Segelboote müssen neun Kammern überwinden. In Richtung Westen befinden sich direkt hinter dem letzten Schleusentor zwei Drehbrücken. Beide Brücken, eine für den Straßenverkehr, eine für die Eisenbahn, werden kurzfristig geöffnet, um die Boote durchfahren zu lassen. Solch eine Kombination ist wohl einmalig.

Hafengebiet von Fort William

Hafengebiet von Fort William

Die Stadt Fort William hat an sich nicht viel zu bieten, aber die Lage am Scheitelpunkt von Loch Eil und Loch Linnhe macht sie für einen Besuch attraktiv. Am Ufer findet man die Grundmauern eines alten Forts, mit Blick auf den Hafen, der zur Ebbe trocken liegt. Bei schönem Wetter bietet ein Spaziergang am Kai entlang schöne Ausblicke. Vom kleinen Pier starten Ausflugsfahrten in Naturschutzgebiete, in denen sich Seeadler oder Robben aufhalten sollen.

West Highland Museum

West Highland Museum

Im West Highland Museum, kostenloser Eintritt, Spenden werden gern angenommen, kann man sich über viele Gebiete der schottischen Highlands informieren. In einem alten Bankgebäude behandelt jedes Zimmer eine andere Geschichte, wie z.B. die der Jakobiter, archäologische Funde, die Natur und Geologie oder auch die britischen Kommandotruppen.

Glenfinnan Monument

Glenfinnan Monument

In Fort William startet eine alte Dampfloklinie nach Mallaig an der Westküste. Zuerst führt die Linie direkt am Loch Eil entlang, bevor sie in die Berge abbiegt. Das Viadukt der West Highland Line ist bei Glennfinnan zu sehen. Gleich gegenüber steht das Glenfinnan Monument am Loch Shiel. Es erinnert an die geschlagenen Jakobiten auf dem Schlachtfeld von Culloden 1746.

Übernachtet haben wir auf dem Linnhe Lochside Holidays Park bei Corpach, ein sehr schöner Platz am Loch Eil, für 22,50 Pfund pro Nacht.

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