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Reisen rund um die Welt

Costa Almería

Camperpark Oasis al Mar

Camperpark Oasis al Mar

Nach drei Tagen und drei Nächten Unwetter, so etwas hat Spanien noch nicht erlebt, kamen wir in Vera an und stellten das Motorhome für zwei Nächte im Camperpark Oasis al Mar ab. Genau genommen liegt der Camperpark zwischen der Stadt Vera und dem Strand Vera. Viele Wohnmobilisten fahren den Platz schon etliche Jahre an und küren ihn zu einem der besten Stellplätze überhaupt. Zugegeben, er ist nicht schlecht, besitzt aber keine sanitären Einrichtungen.

Mojacár

Mojacár

Endlich lachte morgens wieder die Sonne und es war der perfekte Tag, nach Mojácar zu fahren. Der Ort hat arabische Wurzeln und bis heute blieb die arabische Architektur und Bauweise erhalten. Dazu strahlen alle Häuser in schönstem Weiß. Schachtelförmig schmiegen sich die Häuser fast übereinander an die Berghänge. Das Auto muss unten stehen bleiben, die Zufahrt ist nur für Bewohner gestattet. Der Weg hoch zur Kirche und dem Aussichtspunkt ist nicht weit und bietet jede Menge schönster Aussichten auf das Umland und das Meer. Das Unwetter brachte in den Bergen der Sierra Nevada Schnee, deren Gipfel nun weiß gegen den blauen Himmel leuchten.

Zeichen für den Indalo

Zeichen für den Indalo

Durch Gassen und über Treppen spaziert man durch Mojácar, an Bars und kleinen Kneipen vorbei. Es ist der erste Ort in Andalusien, den wir besuchten. Von hier stammt auch der „Indalo“, Bote der Götter, dessen früheste Darstellung in einer jungsteinzeitlichen Höhle bei Mojacar gefunden wurde. Früher sollte er Böse Geister verjagen und vor Stürmen schützen, inzwischen wird der Indalo als Wahrzeichen und Glücksbringer in ganz Andalusien geehrt. Das Zeichen für ihn findet sich fast an jedem Haus. Mojácar sollte auf jeden Fall auf die Liste der Besichtigungen gesetzt werden.
Die Küstenstraße führt durch mehrere Badeorte, die alle fast ausschließlich aus weißen Häusern bestehen, zumeist noch mit Kuppeln verziert. Bausünden gibt es hier nicht, alle Bauten sind nicht höher als drei Stockwerke. Die Strände sehen jedoch sehr mitgenommen aus und die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter, auch auf Straßen und Plätzen, sind in vollem Gange.

Castillo Macenas

Castillo Macenas

Die Küstenstraße weiter nach Süden fahrend, erreicht man das Castillo Macenas. Es steht am Strand und stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Fort war mit Kanonen bewaffnet, barg eine Pulverkammer und Unterkunftsräume für die Besatzung. Als nur wenige Jahrzehnte später keine bewaffnete Verteidigung mehr notwendig war, wurde das Fort zum Beobachtungsturm umfunktioniert, ab 1873 nutzten die Polizei und die spanische Zivilgarde den Turm.

arabische Wasserpumpe

arabische Wasserpumpe

Die Weihnachtszeit verbringen wir auf dem Stellplatz Cabo de Gata Camper Park bei San José, an der Grenze zum Cabo de Gata Naturpark östlich von Almería. Der Platz liegt zwischen Meer und Bergen, inmitten von Gewächshäusern, mit Blick auf die Sierra Nevada. Zwischen der A7 und dem Cabo de Gata Naturpark zieren Meere von Gewächshäusern die Landschaft. Hauptsächlich werden hier Tomaten angebaut. Olivenbäume gibt es immer noch, nur die Orangenbäume sind weniger geworden.
San José ist ein kleiner Badeort, der jetzt im Winter, wie fast alle Badeorte, einen Dornröschenschlaf schläft. Auf dem Weg dorthin findet man eine alte arabische Waschstelle. Mit Hilfe zweier Holzräder, die über ein Zahnrad miteinander verbunden sind, wird das
Wasser über Eimer an die Oberfläche gebracht und in eine Rinne geleitet. Dort sind Becken eingearbeitet, in denen die Wäsche gewaschen werden kann. Anscheinend wird die Waschstelle heute noch benutzt, aber mit elektrischer Bedienung, nicht mehr mit einem Esel.

Roquetas de Mar

Roquetas de Mar

Nachdem wir sechs Nächte über Weihnachten im Cabo de Gata Camper Park standen, entschieden wir uns weiterzufahren. Wir haben von einem anderen Wohnmobilisten einen Tipp bekommen, dass am 29.12. eines jeden Jahres eine Art Fischerfest, das Las Moragas, in Roquetas de Mar stattfindet. Es ist das größte heidnische Fest der Provinz Almera, bei dem sich die Leute am Strand treffen und zusammen grillen, essen und trinken. Früher gab es Fisch, vor allem Sardinen, heute landet auch Fleisch auf dem Grill. Zudem findet an jeden 3. Donnerstag im Monat der große Wochenmarkt von Roquetas de Mar statt, zu dem wir zufällig gerade anwesend waren. Man sollte jedoch aufpassen, wenn etwas abgewogen wird. Da geht nicht immer alles mit rechten Dingen zu.

Salinen Roquetas de Mar

Salinen Roquetas de Mar

Um an den Strand von Roqueteas de Mar zu gelangen, muss man wieder durch einen großen Dschungel von Gewächshäusern, die sich wie ein Gürtel um die Stadt legen. Die Strände sind sehr lang, sehr breit und sehr schön, vor allem die Aussichten auf die Umgebung. Man sollte sich auch einmal Zeit nehmen, um auf den Wegen durch die Salinen zu spazieren. Dort findet man wieder viele Vogelarten. Die Rosaflamingos sollen sich in den Salinen südlich der Stadt aufhalten.
Eine schöne Ecke ist auch das Castillo de Santa Ana mit dem Leuchtturm in der Nachbarschaft. Alles ist sehr schön angelegt und es lässt sich dort hervorragend entspannen.

Küstenstraße nach Almería

Küstenstraße nach Almería

Da die Busverbindung von Cabo de Gata nicht optimal ist, wollten wir von Roquetas aus selbst mit dem Auto nach Almería fahren. Der Stellplatz in Roquetas de Mar ist ein sehr großer Platz direkt am Strand, in der Verlängerung der Avenida Polonia, natürlich ohne alles, dafür kostenlos.
Von Roquetas de Mar nach Almería fährt man am besten die N340a an der Küste entlang. Wie für die Autobahn hoch oben durch die Berge wurde auch für die Küstenstraße jede Menge Erde bewegt. Herrliche Aussichten bieten sich von der Küstenstraße aus auf das Meer und die angrenzenden Orte.

Alcazaba Almería

Alcazaba Almería

In Almería kommt man zuerst zum Fährhafen nach Marokko. Irgendwo dort weist ein Schild zur Alcazaba, der maurischen Festung. Zu dieser Jahreszeit findet man sogar noch einen Parkplatz in der Nähe der Festung. Zu unserer Überraschung ist der Eintritt gratuito, also frei. Man betritt die Alcazaba, die aus dem 9. Jahrhundert stammt, durch das Justice Gate, welches wie die meisten gutaussehenden Teile der Festung Anfang des 20. Jahrhundert rekonstruiert wurde. Schon steht man vor dem ersten Wasserbecken der Anlage, welches von einem kleinen terrassierten Bachlauf gespeist wird. Von den Zinnen der Mauern hat man einen weiten Blick über den Hafen und die Stadt Almería. Die Festung wurde von den Mauren zur Verteidigung gegen die Wikinger, die ebenfalls ihren Anspruch auf das andalusische Land geltend machten, errichtet. Sie war zugleich das Macht- und Verwaltungszentrum Almerías. Achthundert Jahre dauerte der Aufenthalt der Mauren in der Gegend um Almería.
Die meisten Leute beginnen ihren Rundgang an der Nordmauer entlang. Diese Mauer ist das einzige Stück, welches noch fast original erhalten ist. Von dort aus blickt man auf das Cerro San Cristóbal, in dessen Rücken ein weiteres Stück Mauer entlangläuft.

im Garten der Alcazaba

im Garten der Alcazaba

Der unterste Teil der Alcazaba, das Fort, war einmal der älteste Teil der Stadt, in dem die Wohnhäuser, Geschäfte und Bäder standen. Zudem befand sich der Hydraulikkomplex in diesem Abschnitt. Dahinter versteckt sich die Zisterne, die über das gleiche Wasserpumpsystem, wie beim Waschplatz bei San José zu besichtigen ist, gespeist wurde. Mehrere kleine Wasserläufe sowie Brunnen sorgten für ein gutes Mikroklima in der Festung, die über weitere Pumpanlagen in Betrieb gehalten wurden. In den 1950er und 1960er Jahren wurden erste Ausgrabungen getätigt und später wieder zugeschüttet. Danach legte man auf dem Gelände einen Garten an, in dem auch Granatäpfel wachsen. Verschiedene Artefakte wie Gebrauchsgeschirr, Marmorfriese und kleine Kunstwerke sind in einem nachgebauten Wohnhaus ausgestellt.

2. und 3. Teil der Alcazaba

2. und 3. Teil der Alcazaba

Das Fort wurde oberhalb durch eine Mauer und zwei Türme vom Palastkomplex abgetrennt. Der Palastkomplex, in dem der Kalif mit seinem Hofstaat lebte, besitzt eine eigene Zisterne. Wohnräume, Gärten, ein Hamam und natürlich der Palast selbst sind im heute mittleren Teil der Festung zu finden. Hier werden heute neue Ausgrabungen mit neuen Methoden durchgeführt. Eine Reihe von Grundmauern sind so zu erkennen.
1489 kamen die Christen, die die Mauren aus dieser Gegend vertrieben, vor um Almería ihrerseits zu beherrschen. Die Stadt war inzwischen gewachsen und ein großes Handelszentrum für die Mittelmeeranlieger. Hauptexportartikel zu muselmanischer Zeit waren Stoffe und Marmor.
Die Alcazaba wurde jedoch zwei Jahre vor Ankunft der Christen durch ein Erdbeben zerstört. Die Christen bauten sie zu einer militärischen Festung um und ergänzten sie durch einen dritten Teil, der direkt über dem Palastkomplex liegt. In die Wand, die das ehemalige Fort und den Palastkomplex trennte, bauten die Christen eine Kirche ein.
Die Besichtigung der Alcazaba ist ein reines Vergnügen. Es muss ein herrliches Leben auf diesem Berg gewesen sein, rundherum mit Blick auf das Meer und die umliegenden Berge.

Kathedrale Almería

Kathedrale Almería

Das war auch schon das interessanteste, was Almería zu bieten hat. Die Kathedrale, ebenfalls durch die Christen errichtet und zu einer Festung ausgebaut, steht in der Altstadt. Deren Besichtigung kostet 5,-€ pro Person.
Der Strand Almerías liegt ziemlich weit von der Altstadt weg. Zusammenfassend finden wir Almería an sich nicht besonders attraktiv, von der Alcazaba abgesehen, die nach der Alhambra in Granada die zweitgrößte maurische Festung Andalusiens ist.

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