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Reisen rund um die Welt

Alhambra

Kathedrale Granada

Kathedrale Granada

Die Entscheidung für den Bus war goldrichtig. Übrigens, warum gestern in der Stadt so viel los war, wissen wir jetzt auch. Granada befand sich wie schon erwähnt viele Jahrhunderte in der Hand der Mauren. Am 2. Januar 1492 kapitulierte der arabische Emir nach einer langen Belagerung durch die spanischen Truppen und die Stadt gehörte endlich wieder den Spaniern. Das ist die Kurzfassung. Also scheint der 2. Januar in Granada ein Feiertag zu sein, bei dem der komplette Bezirk um die Kathedrale für den Verkehr gesperrt wird. Das macht es für Auswärtige noch viel schwieriger von A nach B zu kommen, da die einzige Hauptstraße vom christlichen Süden zum arabischen Norden Granadas unterbrochen ist.
Der Bus (1,70€ pro Fahrt) bringt die Fahrgäste bis zum Jardines del Triu
nfo. Dann spaziert man einfach die Gran Vía de Colón bis zur Kathedrale entlang. Das sind etwa 10 Minuten Fußweg. Die Kathedrale ist sehr eingebaut. Einzig vorm Hauptportal befindet sich ein halbwegs großer Platz. Um das Innere der Kathedrale zu sehen, muss man 5,-€ pro Person berappen.

arabischer Markt

arabischer Markt

Gleich neben der Kathedrale schließt sich der arabische Markt an. Rechtwinklige schmale Gassen umschließen eingeschossige Bauten, in denen sich die Geschäfte befinden. Hier wird alles angeboten, was man auch schon aus Marokko und anderen nordafrikanischen Ländern kennt. Der Vorteil hier: man wird nicht ständig von den Verkäufern angesprochen und man kann in Ruhe stöbern.

Palastgarten im Generallife

Palastgarten im Generallife

Verlässt man den arabischen Markt auf der anderen Seite, kommt man dann zu einem Denkmal auf dem Pl. Isabel La Catolica. Dort fahren die Busse, Linie C3 (1,20€ pro Fahrt), zur Alhambra ab.
Mit dem ausgedruckten Online-Ticket bekommt man seine richtigen Tickets und betritt nun eine längst vergangene Welt. In den Tickets ist der Besuch des nasridischen Palastes mit einem halbstündigen Zeitfenster enthalten. Wer das nicht einhält, verliert die Möglichkeit, sich den Palast anzusehen.
Die Tickets unbedingt mindestens zwei Tage vorbestellen. Es ist auf der Alhambra immer sehr viel Betrieb und die Tickets werden begrenzt.
Da wir noch Zeit hatten, begannen wir den Rundgang beim Generallife am oberen Ende des Komplexes, der aus vier Teilen besteht. Das Generallife war die Ent
spannungsoase der Alhambra mit großem Garten, Wasserspielen, einem Palast, kleinen Palastgärten und einem kleinen romantischen Palästchen, welches hoch über allem thront. Das Wasser spielt auch hier eine zentrale Rolle. Es kommt aus großen Speichern oberhalb des Generallife. Überall fließt und springt es, wie schon in der Alcazaba von Almería.
Schon in diesen Palästen staunt man über die filigrane Gestaltung von Wänden, Bögen und Decken. Langsam wird man wirklich in das Palastleben von einst hineinversetzt.

im arabischen Bad

im arabischen Bad

Nun setzten wir unseren Rundgang durch den Wasserturm fort und folgten dem Weg an der südlichen Mauer entlang. Hier und da sind Ruinen ehemaliger Wohnhäuser und Paläste zu sehen. Dieser Teil beherbergte die Medina, also das Wohnviertel von Granada. Napoleon II. zerstörte bei seinem Kriegszug Anfang des 19. Jahrhunderts die Medina. Heute liegen nur wenige Grundmauern offen, ansonsten ist das Gelände auch hier begrünt. Irgendwann setzte man die Kirche des San Francisco darauf, die heute ein Hotel ist.
Nun wandelt man auf der ehemaligen Hauptstraße der Medina, an der das arabische Bad und das Cart Gate noch vorhanden sind. Das arabische Bad zeigt deutliche Spuren, die die Jahrhunderte hinterlassen haben, trotzdem ist noch zu erkennen, was es einmal war.

Palast Carlos V.

Palast Carlos V.

Gleich daneben steht die große Kirche Santa María. Das anschließende gewaltige Gebäude, auch ein neuerer Bau, nennt sich Palast Carlos V. Während seine Außenwände einen quadratischen Grundriss besitzen, überrascht das Innere mit einem zweigeschossigen Rundbau. Die Säulen bestehen aus einem groben Konglomerat. Solche Konglomeratsäulen sahen wir schon beim Kreuzgang auf dem Mont St. Michel in der Normandie, nur waren diese sehr viel filigraner. Der Palast Carlos V. beherbergt zwei Museen und ist zugleich Konferenz- bzw. Ausstellungszentrum.

im nasridischen Palast

im nasridischen Palast

Jetzt war es an der Zeit den nasridischen Palast zu besuchen. Die Nasriden waren die letzten Herrscher der maurischen Herrschaft. Wir waren gespannt, was uns erwartet. Die Beschreibung „restlos beeindruckt“ ist noch untertrieben. Solch eine Fülle von filigranem Prunk war uns auf den bisherigen Reisen noch nie begegnet. Wie lange mögen wie viele Menschen gearbeitet haben, diese vielen Räume auf diese Weise auszuschmücken. Die Wände tragen Schriftzüge und Ornamente, sind teilweise bunt gefliest. Die Decken bestehen teilweise aus hölzernen Kunstwerken, teilweise aus Stein, der so bearbeitet wurde, dass man sich wie in einer Tropfsteinhöhle vorkommt. Das alles war zudem noch farbig bemalt. Der nasridische Palast besteht aus mehreren kleineren Palästen, die durch Innenhöfe miteinander verbunden sind. Welch eine Pracht muss das gewesen sein, als alles noch in seiner Blüte stand.

Alcazaba Granada

Alcazaba Granada

Der vierte und letzte Teil der Alhambra ist die Alcazaba, die ebenfalls im Ticket enthalten ist. Durch ein riesiges Tor betritt man die Festung, in der wohl auch mehrere Gebäude untergebracht waren. Das zeigen die offengelegten Grundmauern. Verschiedene Türme sind zu betreten oder zu besteigen. Vom Torre de la Vela aus, dem Beobachtungsturm, kann man nach allen Seiten auf die Alcazaba, die Alhambra sowie die Stadt Granada sehen. Granada liegt übrigens ständig unter einer dicken Smogglocke.

Hamam im arabischen Viertel

Hamam im arabischen Viertel

Durch das Gate of Justice verließen wir nach knapp drei Stunden die Alhambra. Die 14,-€ pro Erwachsenen und 9,-€ pro Rentner + zusammen 2,80€ Buchungsgebühren sind auf jeden Fall jeden Cent wert. Durch den Park und das Tor de la Granada gelangt man direkt in das arabische Viertel. Wir wandelten durch die Gassen hin zu einem kleinen Fluss, der zwischen der Alhambra und dem arabischen Viertel fließt. Mehrere steinerne Bogenbrücken überspannen den Fluss. Es ist eines der touristischen Zentren. Nur kurz konnten wir bei einem Käffchen ausruhen, denn nun war die Zeit so schnell vergangen, dass wir auf schnellem Weg zurück zum Bus gehen mussten. Diesmal nutzten wir aber nicht die Gran Vía, sondern die parallel verlaufende Elvira am Rande des arabischen Viertels. Um 18 Uhr fuhr der Bus dann nach Beas de Granada zurück. Ein großartiger Tag ging zu Ende.

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