A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Immouzer

Paradise Valley

Eine andere Tagestour mit dem Mietauto führte uns zur Bergoase Immouzer, im Hohen Atlas gelegen. Der Ort heißt eigentlich Imouzzer des Ida-Outanane. Nimmt man von Agadir aus den Weg über Aourir und folgt dann der Beschilderung nach Immouzer, erreicht man ziemlich schnell die ersten Ausläufer des Hohen Atlas und man fährt durch eine spektakuläre Landschaft, über Berge und durch Täler. Der Höhepunkt der Tour ist wohl die Durchfahrt durch das Paradise Valley, das Paradiestal. Die Straße, die teilweise keine mehr ist, weil sie vom Wasser weggespült wurde, schlängelt sich immer am Bach entlang durch das sehr enge Tal. Die hellen Felswände aus geschichtetem Sandstein ragen fast senkrecht gen Himmel. Vereinzelt stehende Palmen, Bananenstauden und Oleander sorgen für das Paradiesfeeling. Nach jeder Kurve zeigt sich eine andere Seite des Tales. Die Straße ist oft so eng, dass kaum zwei PKW´s aneinander vorbeikommen. Im Hotel wird die Fahrtzeit mit einer Stunde angegeben, dazu diese enge Straße, das kann nicht der Weg sein, den die Reisebusse nach Immouzer nehmen. Diese Strecke ist zwar nur knapp 50km lang, aber man braucht gut und gerne zwei Stunden dafür. Es ist eine wirklich kurvenreiche, aber sehr schöne Strecke.

Blick von der Auberge Panoramique

Das letzte Teilstück der Straße nach Immouzer führt wieder oben an den Berghängen entlang, teilweise mit engen Passagen und steilen Kurven. Oft gibt es keinen Randstreifen, keine Brüstung, und der Berghang fällt steil ab. Jetzt im Januar gab es nicht viel Gegenverkehr, aber wenn, dann wird es gefährlich.
An einer wirklich idyllischen Ecke zwischen dem Paradise Valley und Immouzer hat sich jemand angesiedelt und betreibt dazu ein kleines Hotel „Auberge Panoramique“ mit angeschlossenem Panorama-Restaurant, sowie eine Imkerei. Die vielen bunten Blumen, eine Augenweide in dem ewigen rot-braun-grün der Landschaft, versprühen ihren Duft. Es ist ein perfekter Ort für Ruhe suchende Naturliebhaber.

Olivenhain in Immouzer

Dann endlich erreicht man die auf der Höhe gelegene, neue Stadt Imouzzer des Ida-Outanane. Wir wollten aber zu den Wasserfällen „Les Cascades“, mit denen Immouzer wirbt. In den Prospekten wird ein Bild der Bergoase gezeichnet, welches den Touristen suggeriert, unbedingt dorthin fahren zu müssen. Es würde Wasser im Überfluss geben. Deswegen waren wir gekommen.
Um den Wasserfall zu erreichen, muss man am anderen Ende der neuen Stadt wieder hinunter ins Tal, über eine noch engere Straße als schon bis hierher. Im Tal liegt die wirkliche Bergoase. Das Auto stellten wir auf dem „freiwillig“-kostenpflichtigen Parkplatz ab, der sich in einem alten Olivenhain befindet. Wasserrinnen und alte Mauerreste zeigen an, dass hier wohl einmal der Ursprung der Oase lag.

Wasserfall von Immouzer

Durch diesen Olivenhain muss man hindurch, um zum Wasserfall zu gelangen. Ungefragt schließen sich einem wieder selbsternannte Führer an. Wer sich alleine nicht traut, den Weg zum Wasserfall zu suchen, der sollte diesen Dienst annehmen. Es ist jedoch durchaus möglich, alleine auf den angedeuteten Trampelpfaden zum Ziel zu kommen.
Nach einem etwa 5-minütigen Fußweg erreicht man den Wasserfall. Man hört es zwar rauschen, aber als wir den Wasserfall erreichten, kam da kein Tropfen Wasser herunter. Es ist nur ein steinerner Vorhang zu sehen, der sich im Laufe einer langen Zeit durch den Kalk im Sandstein gebildet hat. Damit die Enttäuschung nicht zu groß wird, hat man sich für diese Kalksteinformation den Namen „Brautschleier der Fatima“ ausgedacht, was die Situation aber nicht besser macht.
Am Fuße des Wasserfalls gibt es allerdings Wasser. Es kommt aus einem Wasserschlauch, den man wohl von einer Quelle aus nach dorthin verlegt hat.

im Dorf Immouzer

Wir suchten uns also einen Weg zurück ins Dorf und erkundeten es ein wenig. Viele Touristen streifen wohl nicht durch die Gassen und Wege. Stellenweise sieht es aus, als hätte sich seit Jahrhunderten nichts mehr getan. Ursprüngliche Wege, Wasserrinnen, Tore, Lehmhäuser und kleine Felder prägen das Bild des Dorfes.

ausgetrocknetes Flussbett

Unweigerlich kommt man wieder zum steinigen Flussbett, welches seinen Ursprung am Pool des Wasserfalls hat. Dann kann man erst einmal für einen Kaffee oder Minztee auf der Terrasse des Hotels „Amalou“ einkehren und die Landschaft auf sich wirken lassen, bevor man sich auf den Weg zum Pool macht.
Man kann über die Steine im Flussbett steigen, bis große Felsbrocken den Weg versperren. Dann muss man links am Restaurant einen kleinen Hang hinaufklettern und dem Weg weiter zum Pool folgen. Souvenirstände säumen den Weg bis dahin. Es gibt wohl auch einen bequemeren Weg am Flussbett entlang, aber der Eingang zu diesem Weg muss erst einmal gefunden werden.

unterer Pool des Wasserfalls

Hat man es dann geschafft, steht man vor einer schönen Kulisse, die die Natur geschaffen hat und man erkennt, dass es eigentlich zwei Pools sind. Man muss allerdings etwas klettern, um den oberen Pool zu erreichen. Einheimische klettern die Felswände noch weiter nach oben, um in diesen Pool zu springen. Es ist weniger das Erlebnis des Springens in das kalte Wasser, als das Hoffen auf einen Obolus von den umstehenden Zuschauern. Fotografiert man die Springer, wird dieser Obolus eingefordert.
Es reicht aber auch, das Naturerlebnis am unteren Pool zu genießen. Das Quellwasser aus dem erwähnten Wasserschlauch fließt in einem dünnen Schleier aus dem oberen Pool über die Grünpflanzen der Felswände, die den unteren Pool säumen, herab.
Im März soll dann endlich wieder Wasser den Wasserfall hinunterstürzen, wenn es genug geregnet hat. Der Winter ist Regenzeit in Marokko. Wir sind etwas skeptisch, ob es in diesem Jahr klappt.

zurück nach Agadir

Um nach Agadir zurück zu kehren, mussten wir erst einmal die schmale steile Straße wieder in das neue Dorf Immouzer des Ida-Outanane hinauf. Etwas später teilt sich die Straße. Da wir auf keinen Fall wieder die gleiche Straße zurückfahren wollten, bogen wir nach links ab. An der Einmündung stand ein Polizeiposten. Den fragten wir, ob diese Straße besser wäre, als die, die wir gekommen waren. Er bestätigte das und wir nahmen die gut 20km längere Strecke über Amskroud. Sie ist wesentlich entspannter zu befahren, wesentlich besser für Reisebusse geeignet, und die Zeitvorgabe von einer Stunde Fahrt kann auch eingehalten werden. Außerdem sieht man noch einen weiteren Teil der Agadirer Umgebung.

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